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Scholary Paper (Seminar), 2004, 27 Pages
Author: Björn Spitzbarth
Subject: Politics - Political Systems - Germany
Details
Tags: Arbeitslosigkeit, Deutschland, Betrachtung, Langzeitarbeitslosigkeit, Folgen
Year: 2004
Pages: 27
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-31147-2
File size: 525 KB
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Excerpt (computer-generated)
Arbeitslosigkeit in Deutschland unter besonderer
Betrachtung von Langzeitarbeitslosigkeit und ihren
sozial-politischen Folgen
von: Björn Spitzbarth
Inhaltverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Begriffliche Abgrenzung 3
2.1 Definition: Arbeit 3
2.2 Definition: Arbeitslosigkeit 3
2.3 Definition: Arbeitslosenquote 5
3 Ursachen der Arbeitslosigkeit 6
3.1 Konjunkturelle Ursachen 6
3.2 Strukturwandel und Tertiarisierung 8
3.3 Mismatch und Hyterese 9
3.4 Globalisierung und Lohnkosten 10
4 Sozial-politische Konsequenzen von Langzeitarbeitslosigkeit 12
4.1 Ungleichverteilungen aus gesellschaftlicher Sicht 12
4.2 Entwicklung des Humankapital 12
4.3 Gesundheitliche Situation 13
4.3.1 Auswirkungen auf das persönliche Wohlbefinden 13
4.3.2 Ursachen im Zusammenhang von Gesundheit und Arbeitslosigkeit 14
5 Arbeitslosenversicherung - Sozialpolitische Gegenmaßnahmen oder Ursache von Arbeitslosigkeit? 15
6 Maßnahmen des Europäischen Sozialfonds 18
6.1 Kurzcharakteristika des Europäischen Sozialfonds 18
6.2 Beispielprogramme in Österreich und Dänemark 19
7 Ausblick, Empfehlungen und Resümee 20
Literaturverzeichnis 22
1 Einleitung
Die Arbeitslosigkeit, dabei vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit, ist das zentrale Problem der deutschen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Mit 4% liegt die Quote der Langzeitarbeitlosen im Jahr 2002 weit über dem europäischen Durchschnitt (Vgl. Abbildung 2, Seite 6). Die unten aufgeführte Tabelle zeigt außerdem, dass sich die Zahl der Langzeiterwerbslosen in Deutschland über die letzten zwei Jahrzehnte signifikant konstant und zugleich hoch eingependelt hat. (Vgl. Tabelle 1) Allerdings zeigt diese Tabelle auch, dass trotz europäisch gesehen hoher Langzeiterwerbslosenquote Länder, wie Österreich oder Dänemark, nahezu verschwindend geringe Quote aufweisen. Gründe dieses Phänomens werden im Kapitel 6.2 genauer erläutert. Tabelle 1: Langzeiterwerbslosenquote Deutschlands im ausgewählten europäischen Vergleich [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]
Der Grund für die in Deutschland vorzufindende hohe Quote von Langzeitarbeitslosen liegt in der Strukturschwäche der Wirtschaft, der es nicht gelingt, eine ausreichende Arbeitsnachfrage zu induzieren (Vgl. Kapitel 3). Wie aus Abbildung 1 erkennbar ist, steigt die Wahrscheinlichkeit von Langzeitarbeitslosigkeit mit zunehmenden Alter. Dass in den Altersgruppen 15-20 Jahren sowie 20-25 Jahren hauptsächlich Kurzzeitarbeitslosigkeit vorzufinden ist, lässt sich darauf zurück führen, dass junge Erwerbslose schneller wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden können (Vgl. 4.2). Eindeutig ist erkennbar, dass mit zunehmenden Alter die relative Häufigkeit von Kurzeitzeitarbeitslosigkeit durch die relative Häufigkeit von Langzeitarbeitslosigkeit eingeholt und übertroffen wird, während hier die relative Häufigkeit Kurzzeitarbeitslosigkeit wieder abnimmt. Signifikanter Schlusszeitraum ist dabei die Altergruppe der 35-45-Jährigen, da hier die relative Häufigkeit von Kurzzeitarbeitlosen sowie Langzeitarbeitslosen annähernd gleich ist. Abbildung 1: Erwerbslose im April 2002 nach Dauer der Erwerbslosigkeit und Altersgruppe [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden] Quelle: eigene Darstellung nach Daten des Statistischen Bundesamts „Leben und Arbeiten in Deutschland - Ergebnisse des Mikrozensus 2002“ Die hohe Arbeitslosigkeit belastet das Land in mehrfacher Hinsicht: Neben den Kosten der Arbeitslosigkeit fehlen der öffentlichen Hand die Einnahmen, die sich aus einer Beschäftigung ergäben. Die gegenüber dem Einkommen aus Erwerbstätigkeit deutlich niedrigeren Transfereinkommen aus den Sozialleistungen bedeuten eine Schwächung der Nachfrage, die sich wiederum negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirkt. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und damit einhergehend der Langzeitarbeitslosigkeit ist deshalb eines der zentralen Ziele bundesweiter Sozial- und Arbeitspolitik und soll hier Gegenstand der Hausarbeit sein. Im Nachfolgenden wird, nach der begrifflichen Abgrenzung, auf Ursachen der Arbeitslosigkeit eingegangen, um darauf aufbauend, sozial-politische Konsequenzen von Langzeitarbeitslosigkeit zu betrachten. In kritischer Auseinandersetzung wird danach die Wirkung der Arbeitslosenversicherung diskutiert sowie anschließend Maßnahmen des Europäischen Sozialfonds am Beispiel von Dänemark und Österreich erläutert.
2 Begriffliche Abgrenzung
2.1 Definition: Arbeit
Für das Verständnis des Phänomens Arbeitslosigkeit bzw. Langzeitarbeitslosigkeit ist es notwendig, den Begriff der ‘Arbeit’ zu erläutern. Etymologisch beschreibt Arbeit Mühsal bzw. Unlust sowie schmerzverursachende körperliche Anstrengung. Diese abwertende Einschätzung der Arbeit beruht auf der Zwanghaftigkeit der Arbeit, die durch die biologische Abhängigkeit des Menschen von der Natur gegeben ist. Historisch hat sich ein Verständnis von Arbeit als eines zentralen Lebenswertes entwickelt. Der Zwangscharakter der Arbeit wird weniger betont, zugunsten der Ansicht, Arbeit als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung zu verstehen.1 Arbeit ist allgemein als zielgerichtete Tätigkeit zur Befriedigung materieller, seelischer oder geistiger Bedürfnisse zu verstehen. Im engeren Sinn beschreibt Arbeit jede Erwerbstätigkeit zur Sicherung des Lebensunterhalts, die in selbständiger oder abhängiger Form ausgeübt wird. Oftmals wird auch das Ergebnis der Erwerbstätigkeit als Arbeit bezeichnet, wobei hier das engere Arbeitsverständnis zugrunde gelegt wird.2
2.2 Definition: Arbeitslosigkeit
Der Bezug von Einkommen durch Arbeit ist in modernen Gesellschaften ein zentraler Faktor zur Sicherung der Lebensgrundlage. Ist es aus individuellen oder gesellschaftlichen Gründen nicht möglich, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, so ist die Existenzsicherung gefährdet. Die Ablösung des Feudalismus durch marktwirtschaftliche Systeme hat traditionelle Armutsursachen wie Krankheit und Alter um das Problem der Arbeitslosigkeit erweitert. Erst durch die Entstehung des Kapitalismus ist die heute vorherrschende „abhängige Beschäftigung“ entstanden, mit der gleichzeitig auch Beschäftigungslosigkeit im Sinne heutiger Arbeitslosigkeit zum Problem geworden ist. Im Verlauf der industriellen Entwicklung in Deutschland ergaben sich verschiedene Phasen hoher Massenarbeitslosigkeit, wie sie auch seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts besteht. Die Wohnbevölkerung eines Landes lässt sich in Erwerbspersonen und Nicht-Erwerbspersonen unterteilen. Letztere sind hier ansässige Menschen, die nicht erwerbsfähig sind, weil sie z.B. zu jung, zu alt oder physisch oder psychisch nicht in der Lage sind, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Weiterhin fallen hierunter die Personen, die nicht erwerbswillig sind, obwohl sie erwerbsfähig sind, weil sie andere Einkünfte beziehen wie z.B. Kapitaleinkünfte. In diese Kategorie fallen auch „potentielle“ Erwerbspersonen, die nur zeitweise nicht erwerbstätig sind, z.B. wegen Umschulung oder Kindererziehung. Diese Gruppe der Nichterwerbspersonen wird als „stille Reserve“ bezeichnet. Die Erwerbspersonen bilden den Teil, der fähig und willig ist, einem Erwerb nachzugehen, wobei nicht tatsächlich alle erwerbstätig sind. Die nichterwerbstätigen Personen in der Erwerbsbevölkerung bilden die registrierten Arbeitslosen, die Erwerbstätigen sind entweder selbständig oder abhängig arbeitend.
[...]
1 Vgl. Bolte, K.M. (1993). S. 14 f.
2 Vgl. Meiser, C. (1996). S. 7
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