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Termpaper, 2004, 17 Pages
Author: Anonym
Subject: African Studies
Details
Institution/College: University of Hamburg (Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik)
Tags: Sowjetische, Kooperation, Berücksichtigung, Ogadenkrieges, Geschichte, Horns, Afrika
Year: 2004
Pages: 17
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-31182-3
File size: 216 KB
Diese Arbeit behandelt nebenbei die Abkehr des US-amerikanischen Engagements hin zur sowjetischen Einflussnahme in Äthiopien und Somalia in den frühen 70er Jahren.
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Excerpt (computer-generated)
Universität Hamburg
Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik
Seminar 10.505: Die Geschichte des Horns von Afrika seit 1974
Sowjetische Kooperation mit dem sozialistischen Äthiopien
unter besonderer Berücksichtigung des Ogadenkrieges 1977 - 1978
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung ...1
2.1. Historische Beziehungen zwischen Äthiopien und der Sowjetunion ...2
2.2. Die Revolution - Machtkämpfe und Abkehr von den USA ...3
2.3. Der Ogadenkrieg als Wendepunkt - die Sowjetunion in einem Dilemma ...6
2.4. Nach dem Krieg ...12
3. Schlussbetrachtung ...13
4. Literatur ...15
Einleitung
Neben Angola gilt auch Äthiopien als Paradebeispiel für sowjetisches Engagement in Afrika. Das Jahrhunderte alte äthiopische Kaiserreich wurde nach der Revolution 1974 innerhalb von nur einem Jahrzehnt in einen sozialistischen Staat transformiert, der fast völlig auf die Hilfe und die Militärmacht der UdSSR angewiesen war. Die sowjetische Intervention im Horn von Afrika veränderte die geopolitische Situation der Region nachhaltig. In dieser Arbeit soll untersucht werden, in wie weit das sowjetische Engagement in Äthiopien unter Mengistu langfristig und geopolitisch geplant war und wie sich unter diesem Aspekt die Beziehungen zu Somalia entwickelten. Ferner soll die Tiefe des sowjetischen Einflusses auf die äthiopische Führung aufgezeigt werden. Der Ogadenkrieg als Schlüsselereignis der sowjetisch-äthio-somalischen Beziehungen soll hier besonders hervorgehoben werden. Durch diesen Krieg soll aufgezeigt werden, dass lokale und innerafrikanische Konfliktlinien und Gegebenheiten das Bild von afrikanischen "Stellvertretern" für die rivalisierenden Supermächte als nicht haltbar erscheinen lassen.
Nach einem kurzen Abriss der historischen Beziehungen Rußlands zu Äthiopien soll mit der Revolution 1974 und der gleichzeitigen Entmachtung des langjährigen äthiopischen Kaisers Menelik II. der Wandel weg vom Einfluß der USA hin zu einer Sowjetisierung beschrieben werden. Parallel zur endgültigen Machtübernahme Mengistu Haile Mariams 1976 und der gleichzeitigen Radikalisierung des äthiopischen Sozialismus verlief eine fortlaufende Eskalation des Ogadenkonflikts. Hier soll, als Hauptteil dieser Arbeit, der Fokus auf das Dilemma der Sowjetunion gelegt werden, die sich schließlich gezwungen sah, gewissermaßen wider Willen Somalia als ehemaligem sowjetischen Bruderstaat den Rücken zu kehren. Zur Zeit des Kalten Krieges sind eine Reihe von Publikationen zum Engagement und Interventionen der Sowjetunion im Horn von Afrika erschienen, die allerdings durch eine oftmals ungesicherte Quellenlage gekennzeichnet sind, vor allem militärische Aspekte betreffend. Hervorzuheben sind nichtsdestoweniger die Werke von Clapham, Henze sowie Patman, die nach wie vor als Standardwerke angesehen werden können.1 Mit dem Zerfall der Sowjetunion ließ auch das Interesse der Erforschung sowjetischer Afrikapolitik nach. Hervorzuheben ist allerdings das auf neuerem Forschungsstand ruhende Werk Ghebresillasies.2
Historische Beziehungen zwischen Äthiopien und der Sowjetunion
Schon seit 1855 versuchte der äthiopische Kaiser Theodore vom russischen Zaren Hilfe zur Verteidigung seines Reiches zu bekommen. 1880 erwiderte das Russland schließlich diese Kontaktversuche. Äthiopien sollte als Außenposten des orthodoxen Christentums dienen, der Russland als europäischer Hegemonialmacht zukünftig politischen Einfluß ermöglichen könnte.3 So finanzierte die russische Kirche einige christlich-orthodoxe Kolonien in Äthiopien. Menelik II. versammelte in den darauffolgenden Jahren neben anderen europäischen Militärberatern auch russische Repräsentanten, die ihm dabei zur Seite standen, Äthiopien zu konsolidieren und auszudehnen. So lieferte Russland Waffen an Menelik für den Kampf gegen die italienischen Invasoren.4
Die ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts sahen eine an Äthiopien relativ uninteressierte russische Führung, nicht zuletzt aufgrund der eigenen russischen Oktoberrevolution. Dies änderte sich im Wesentlichen erst im Verlauf des Zweiten Weltkriegs. 1943 begannen formelle diplomatische Beziehungen, die sich 1956 auf Botschaftsebene fortsetzten.5 Die UdSSR war vor allem an strategisch-militärischen Möglichkeiten (Stützpunkt nahe der arabischen Welt, erhoffte Kontrolle des Indischen Ozeans) innerhalb ihrer Flottenpolitik interessiert. Darüber hinaus versprach sich Äthiopien vor allem ein Diversifizierung der Auslandskontakte, die im Wesentlichen aus der Zusammenarbeit mit den USA bestanden.6 So sollte die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion ausdrücklich als ein Signal an die USA verstanden werden, sich mehr zu engagieren.7 Bereits 1959 erhielt Kaiser Haile Selasssie auf seinem ersten Moskaubesuch Kredite in geringem Umfang.8 Nichtsdestotrotz ist zu beachten, dass das äthiopische Bündnis Haile Selassies mit den USA ungleich stärker und intensiver war als Beziehungen zur UdSSR, so dass der sowjetische Einfluss weiterhin eng limitiert blieb. Die Aufrüstung Somalias durch die UdSSR verursachte eine erste massivere Aufrüstung der äthiopischen Armee mit amerikanischem Waffenmaterial.9
[...]
1 Clapham, Christopher (1985): The Soviet Experience in the Horn of Africa, in: Feuchtwanger, E.J. / Nailor, Peter: The Soviet Union and the third world, S. 202 - 223. Henze, Paul B.(1983): Russians and the Horn - Opportunism and the Long View, EAI Papers, No.5. Patman, Robert G. (1990): The Soviet Union in the Horn of Africa - The diplomacy of intervention and disengagement, Cambridge.
2 Ghebresillasie, Girma (1999): Kalter Krieg am Horn von Afrika - Regional-Konflikte: Äthiopien und Somalia im Spannungsfeld der Supermächte 1945 - 1991, Baden-Baden.
3 Henze, S. 3.
4 Ghebresilasie, S. 115.
5 Ghebresilasie, S. 120.
6 Clapham, S. 207.
7 Ghebresilasie, S. 120.
8 Patman, S. 161.
9 Matthies, S. 274.
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