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Arnold Gehlens Legitimation von Institutionen

Seminararbeit, 2004, 19 Seiten
Autor: Julian Hamann
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Details

Veranstaltung: PS Zwischen Idee und Wirklichkeit. Einführung in die Politische Philosophie
Institution/Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Institut für Politische Wissenschaft)
Tags: Arnold, Gehlens, Legitimation, Institutionen, Zwischen, Idee, Wirklichkeit, Einführung, Politische, Philosophie
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 19
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V29747
ISBN (E-Book): 978-3-638-31186-1

Dateigröße: 161 KB


Textauszug (computergeneriert)

FAU Universität Erlangen-Nürnberg
Institut für Politische Wissenschaft
PS Zwischen Idee und Wirklichkeit. Einführung in die Politische Philosophie
4. Semester

Arnold Gehlens Legitimation von Institutionen

von: Julian Hamann

 


Inhalt

1. Einleitung S. 1

2. Biographisches S. 2

2.1 Vita
2.2 Wichtige Werke
2.3 Gehlen und der Nationalsozialismus

3. Der Mensch als Mängelwesen S. 5

3.1 Weltoffenheit
3.2 Instinktreduktion
3.3 Antriebsüberschuß

4. Die nötige Entlastung S. 8

5. Institutionen und ihre Legitimation S. 9

6. Kritik S.12

6.1 Kritik anderer Wissenschaftler
6.2 Eigene Stellungnahme

7. Verwendete Literatur S. 16




1. Einleitung

In der politischen Philosophie gibt es auf der einen Seite Stimmen, die der Institutionalisierung kritisch gegenüberstehen und auf die in diesem Prozeß liegenden Gefahren, besonders auf die Gefahr der Entfremdung durch Entäußerung, hinweisen. Es gibt aber auch positive Sichtweisen der modernen Institutionenbildung, welche in der Entäußerung eine Entlastung für das Individuum sehen. Eine dieser Positionen nimmt Arnold Gehlen ein. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Arnold Gehlens Legitimierung von Institutionen. Wie in der Gliederung deutlich wird, soll ein kurzer biographischer Überblick mit anschließender Erwähnung der wichtigsten Publikationen dem Leser einen Einblick in Gehlens akademische Karriere und in sein Werk ermöglichen. Der Ordnungspunkt 2.3 stellt den Versuch dar, Gehlens gewiss nicht unproblematisches Verhältnis zum Nationalsozialismus zu umreißen und den Einfluß, den sein politischer Werdegang auf seine Überlegungen hatte, zu verdeutlichen. Punkt drei stellt, gegliedert in die drei Hauptmerkmale, Arnold Gehlens Menschenbild vor. Hier liegt sowohl ein Schwerpunkt in Gehlens Forschung im allgemeinen als auch der argumentative Ursprung seiner Legitimation von Institutionen im besonderen. Danach ergibt sich als Folge seiner anthropologischen Annahmen und als von Gehlen selbst gezogene, argumentative Konsequenz der vierte Ordnungspunkt, die Entlastung, die der Mensch findet und finden muß. Institutionen sind Gehlen zufolge ein wichtiger Teil dieser notwendigen Entlastung, sie ermöglichen das Überleben; in dieser Arbeit werden sie unter Punkt fünf behandelt. Die Gliederung des Hauptteils dieser Arbeit ist also Gehlens prinzipieller Argumentationskette angepasst, welche vom Menschen als „Mängelwesen“ über die daraus notwendig werdende Entlastung zu Institutionen, welche diese Entlastung gewährleisten, führt. Anschließend wird es zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Gehlens Annahmen und Folgerungen kommen, hier sollen sowohl die Stimmen anderer Wissenschaftler als auch eine eigene Stellungnahme aufgeführt werden. Auf diese Weise sollten dem Leser die Argumente und Gründe, mit denen Arnold Gehlen Institutionen legitimiert und sogar für unerlässlich hält, nahe gebracht werden.

2. Biographisches

2.1 Vita

Arnold Karl Franz Gehlen wird am 29.01.1904 in Leipzig geboren. Nachdem er zunächst Privatunterricht erhalten hat, besucht er ab 1914 ein Gymnasium um dort 1923 das Abitur zu machen. Bis 1927 studiert Gehlen in Leipzig Philosophie, Kunstgeschichte und Deutsch. Hier wird er promoviert, bereits drei Jahre später habilitiert er sich im geistigen Umfeld der der Wissenschaftssynthese verpflichteten „Leipziger Schule“, zu deren Mitgliedern unter anderem der Philosoph Gotthard Günther, die Soziologen Helmut Schelsky und Hans Freyer und Hans Driesch, Gehlens Doktorvater, zählen (vgl. Thies, 2000, S. 11-12). Nach einer anfänglich „traditionellen“ philosophischen Orientierung wendet Gehlen sich in den dreißiger Jahren seinem Hauptgebiet, der philosophischen Anthropologie, zu (vgl. Brede, 1980, S. 97). Hier liegt auch der Kausalzusammenhang seines Werkes begründet (vgl. Brede, 1980, S. 101). Am 01.05.1933 tritt Arnold Gehlen der NSDAP bei, der er bis zum Kriegsende angehört. In dieser Zeit leitet er für zwei Semester die NS-Dozentenschaft an der Universität Leipzig, hat einen Lehrstuhl in Frankfurt/M. und hält für Parteifunktionäre „nationalpolitische Lehrgänge“ (Thies, 2000, S. 12) ab. 1938 wird Gehlen an den Kant-Lehrstuhl der Universität Königsberg berufen. Vier Jahre später erreicht seine Karriere den Höhepunkt, als er den Vorsitz der Deutschen Philosophischen Gesellschaft übernimmt (vgl. Thies, 2000, S. 12-13). Inwiefern Arnold Gehlen bezüglich seines Werdegangs Nutznießer oder Profiteur des NS-Staats war, soll unter Punkt 2.3 dieser Arbeit ausgeführt werden. 1947 erhält Gehlen einen Lehrstuhl für Soziologie an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. An der Technischen Universität Aachen ist er von 1962 bis 1969 Professor für Soziologie. 1968 distanziert er sich von der Soziologie, weil sie im Rahmen der Studentenproteste von vielen als eine kritische Disziplin verstanden wird. Gesondert zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang Gehlens Beziehung zu Theodor W. Adorno, die aus Radiodiskussionen und Briefwechseln besteht. In diesen Briefwechseln stellen beide überrascht fest, wie nahe sie sich gedanklich stehen. Gehlen interpretiert diese, auf einer melancholischen Grundstimmung beruhende, Beziehung so: „[...], daß die Verirrten im Walde sich noch durch Zurufe erreichen, über die Wölfe hinweg.“ (Thies, 2000, S. 14) Gehlens außeruniversitäre Aktivität ist groß, er schreibt für den Merkur und Westermanns Monatshefte, außerdem ist er ein gefragter Redner und Der Spiegel versucht mehrmals vergeblich, ihn als Essayisten zu gewinnen (vgl. Thies, 2000, S. 13-14). Nachdem Arnold Gehlen sich von der Soziologie distanziert hat und auch mit zeitgenössischer Kunst immer weniger anfangen kann, zeichnen sich seine letzten Essays durch Sarkasmus und Bitterkeit aus. Am 30.01.1976 ist Gehlen in Hamburg gestorben (vgl. Thies, 2000, S. 13-15) .

2.2 Wichtige Werke

1931: Wirklicher und unwirklicher Geist, Habilitationsschrift
1933: Theorie der Willensfreiheit
1940: Der Mensch, Hauptwerk
1949: Die Seele im technischen Zeitalter
1965: Urmensch und Spätkultur
1960: Zeit-Bilder, beschäftigt sich mit Malerei
1961: Anthropologische Forschung
1962: Studien zur Anthropologie und Soziologie
1969: Moral und Hypermoral, letztes großes Werk
1975: Einblicke
(vgl. Thies, 2000, S. 172)

2.3 Gehlen und der Nationalsozialismus

[...]


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