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Jürgen Habermas' Theorie des kommunikativen Handelns

Scholary Paper (Seminar), 2004, 21 Pages
Author: Julian Hamann
Subject: Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 21
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V29805
ISBN (E-book): 978-3-638-31235-6

File size: 170 KB
Notes :
Überblicksarbeit, die v. A. auf Rationalitätsproblematik, Strukturen der Kommunikation und die zweistufige Konzeption der Gesellschaft eingeht und mit Kritik schließt



Excerpt (computer-generated)

FAU Universität Erlangen-Nürnberg
Institut für Soziologie
PS Symbol und Medium
4. Semester

Jürgen Habermas′ Theorie des kommunikativen Handelns

von: Julian Hamann

 


Inhalt

1. Einleitung S. 1

2. Biographische Daten S. 3

3. Rationalitätsproblematik S. 4

4. Strukturen der Kommunikation S. 6

4.1 Begriff der Sprache S. 6
4.2 Begriff des Handelns S. 8

5. Zweistufige Konzeption der Gesellschaft S.11

5.1 Lebenswelt S. 11
5.2 System S. 14

6. Kritik S. 15

6.1 Kritik anderer Wissenschaftler S. 15
6.2 Eigene kritische Stellungnahme S. 16

7. Literatur S. 17


 

1. Einleitung

Die 1981 erschienene Theorie des kommunikativen Handelns (ab jetzt: TkH) ist das Ergebnis einer lang andauernden Forschungsarbeit. Schon 1967 hat Habermas das Projekt einer solchen Theorie angekündigt. Thematisch beschäftigt sich der Autor in dieser Theorie intensiv mit Gesellschaftsanalyse, (Sozial-)Philosophie, Sprach- und Kommunikationswissenschaften. Nicht nur diese breite theoretische Fächerung und der Umfang von über 1100 Seiten machen die TkH zu Habermas` (bisherigem) „Opus Magnum“ (vgl. Treibel, 2000, S. 156/157). Auch das Echo der wissenschaftlichen Welt ist ungewöhnlich groß. Nachdem die Kritik im ersten Jahr nach der Erscheinung der TkH der Komplexität der Ausführungen zunächst nicht gerecht wird und hauptsächlich in Form von (teilweise ironischer) Polemik stattfindet, wird die Auseinandersetzung zunehmend sachlicher und ist dies bis heute geblieben (vgl. Honneth, 1988, S. 7 und Horster, 2001, S. 117). Die Bedeutung der TkH scheint nicht überschätzt werden zu können. In ihr hat Habermas „so deutlich neue Schwerpunkte gesetzt, und sie hat eine so breite Rezeption erfahren, daß die älteren Arbeiten von Habermas in den Hintergrund gedrängt wurden.“ (Treibel, 2000, S. 156). „Es lässt sich wohl ohne Übertreibung sagen, daß Habermas` Schriften im ganzen und dieses Buch im besonderen zu einem Brennpunkt der internationalen Theoriediskussion in den Sozialwissenschaften geworden sind - und dies mit gutem Grund. ... Wer zu diesem Koloß in der Diskussionslandschaft systematisch nichts zu sagen weiß, schließt sich heute aus dem Kreis der ernstzunehmenden Theoretiker selbst aus.“ (Honneth, 1988, S. 7/8). Auch Dirk Kaesler meint, daß Habermas aufgrund seiner Anstrengungen „schon jetzt zu einem „Klassiker“ der Disziplin“ (Kaesler, 2002, S. 249) gehört.

Zur theoriegeschichtlichen Einordnung der TkH ist eine kurze Behandlung der Unterschiede und der Gemeinsamkeiten mit der Kritischen Theorie vonnöten. Habermas übernimmt von der Kritischen Theorie Adornos und Horkheimers den Anspruch, das normative Telos seiner Theorie offen darzustellen. Ihm zufolge muß ein Wissenschaftler sein Erkenntnisinteresse generell offenlegen, die Tatsache, daß „die meisten sozialwissenschaftlichen Theorien ihre Gesellschaftsanalysen ohne normativen Bezug erstellen, ist eine Unredlichkeit, die Habermas erregt.“ (Horster, 2001, S. 17). Allerdings ist für Habermas die normative Grundlage der Kritischen Theorie unklar: „An dieser Schwierigkeit, über ihre eigenen normativen Grundlagen Rechenschaft zu geben, hat die Kritische Theorie von Anbeginn laboriert.“ (Habermas, 1987a, S. 500). Während der normative Aspekt von Habermas übernommen wird, wird der Stellenwert, den das marxistischen Produktionsparadigma bei der Kritischen Theorie einnimmt bei ihm durch das Paradigma der kommunikativen Handlung „ersetzt“. In diesem Paradigma steckt ihm zufolge das Potential einer herrschaftsfreien Gesellschaft, also der normativen Basis der Habermasschen Ausführungen (vgl. Horster, 2001, S. 17/18). Laut Habermas sollte jede Gesellschaftsanalyse aufdecken, welche Mechanismen den Fortschritt und die Weiterentwicklung einer Gesellschaft verhindern. Neben dem normativen Maßstab und dem eben genannten Kriterium befindet Habermas eine dritte Aufgabe der Gesellschaftsanalyse für elementar: die Verdeutlichung des Entwicklungspotentials, also der Möglichkeiten einer Gesellschaft (vgl. Horster, 2001, S. 49).

Der inhaltliche Aufbau der TkH sei hier kurz erläutert: Zwischen Einleitung, der ersten und der zweiten Zwischenbetrachtung und der Schlussbetrachtung, in denen Habermas seinen eigenen Standpunkt darlegt, findet sich eine „gründliche Aneignung und Auseinandersetzung mit Theoretikern, die sich mit ihren soziologischen Analysen auf gleicher Augenhöhe befinden.“ (Horster, 2001, S. 69). Die inhaltliche Komplexität und der Umfang der TkH machen eine thematische Schwerpunktsetzung in dieser Hausarbeit notwendig. Nachdem im zweiten Punkt eine kurze Aufführung der biographischen Daten erfolgt ist, soll der nächste Ordnungspunkt den ersten Themenkomplex der TkH, die Problematik der (kommunikativen) Rationalität, behandeln. Um dem Seminar, in dessen Rahmen diese Hausarbeit geschrieben wird, gerecht zu werden, wird im folgenden und vierten Punkt speziell auf die von Habermas entworfene Struktur der Kommunikation eingegangen. Danach wird unter Punkt fünf dieser Arbeit das zweistufige Konzept der Gesellschaft, welche von Habermas in Lebenswelt und System eingeteilt wird, behandelt. So werden zwei der drei von Habermas genannten Themenkomplexe der TkH, nämlich die Rationalitätsproblematik und das zweistufige Konzept der Gesellschaft (vgl. Habermas, 1987a, S. 8), direkt behandelt. Im Anschluss daran soll versucht werden, einen Teil der Kritik und Rezeption, die als Reaktion auf diese Theorie erschienen sind, darzustellen. Danach wird eine kurze eigene Stellungnahme zur TkH diese Arbeit abschließen. Da die drei Themenkomplexe der TkH Habermas zufolge miteinander verschränkt sind, wird auch der dritte Teil, die Theorie der Moderne, ansatzweise unter dem Gliederungspunkt 5.1 behandelt werden. Generell ist aufgrund der Komplexität und der thematischen Verwobenheit der TkH davon auszugehen, daß eine klare Abgrenzung und Gliederung der Begrifflichkeiten und Gedankengänge schwer möglich ist. Ein Vorgreifen auf Begriffe, die im weiteren Verlauf der Arbeit ausführlicher behandelt werden, scheint daher unvermeidbar.

2. Biographische Daten

[...]


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