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Ausgestaltung einer Balanced Scorecard für Krankenhäuser

Scholary Paper (Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Ellen Wicht
Subject: Economics / Business: Controlling

Details

Event: Seminar zum Rechnungswesen und Controlling
Institution/College: University of Lüneburg
Tags: Ausgestaltung, Balanced, Scorecard, Krankenhäuser, Seminar, Rechnungswesen, Controlling
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V29862
ISBN (E-book): 978-3-638-31273-8
ISBN (Book): 978-3-638-65048-9
File size: 258 KB

Abstract

n Deutschland ist die Krankenhausversorgung nach geltendem Recht Aufgabe des Staates. In Anbetracht der Verschuldung öffentlicher Haushalte ist die Bereitstellung von Krankenhauskapazitäten zur bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung mit krankenhausspezifischen Leistungen zunehmend problematisch. Die laufenden Betriebskosten der Krankenhäuser werden im Rahmen der dualen Krankenhausfinanzierung von den Krankenversicherern getragen. In der Ausgabenstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung sind mit über 32,9 % der Gesamtausgaben die höchsten Leistungsausgaben im Bereich der Krankenhausbehandlungen zu identifizieren. Zum grundsätzlich hohen Kostenblock für Krankenhausleistungen kommen erschwerend die Auswirkungen der sogenannten „Kostenexplosion“ hinzu. Als deren Ursache werden auf der Ausgabenseite der medizinisch-technische Fortschritt und die demographischen Veränderungen genannt, denen auf der Einnahmenseite sinkende Beitragseinnahmen bei zunehmender Arbeitslosigkeit und stagnierenden Einkommenszuwächsen gegenüber stehen. Die Parallelität von drohenden finanziellen Verlusten aufgrund knapper werdender Ressourcen bei zeitgleich abnehmender Fähigkeit der Krankenhausträger die Defizite auszugleichen, führt zu steigendem Wettbewerbsdruck und kann zur Existenzbedrohung vieler Krankenhäuser werden. Die zunehmend kritischer werdende Umweltsituation, der sich Krankenhäuser primär in Bezug auf die Einführung von pauschalierten Vergütungen gegenüber sehen, stellt große Anforderungen an das Krankenhausmanagement. Der erforderliche Spagat zwischen Erfüllung des Heilungs- bzw. Gemeinwohlauftrages und Wirtschaftlichkeit erfordert eine Veränderung von der passiven Krankenhausverwaltung zum aktiven Krankenhausmanagement. In diesem Zusammenhang kann die von Kaplan/Norton entwickelte Balanced Scorecard aufgrund ihrer Flexibilität und durch die Berücksichtigung nicht-monetärer Größen ein geeignetes Managementinstrument sein.


Excerpt (computer-generated)

Universität Lüneburg
Institut für Betriebswirtschaftslehre
Rechnungswesen und Steuerlehre
Hausarbeit im Rahmen des Seminars zum Fach
„Allgemeine Betriebswirtschaftslehre II“
„AUSGEWÄHLTE ASPEKTE DES CONTROLLINGS“
im Sommersemester 2004

Ausgestaltung einer Balanced Scorecard für Krankenhäuser

von

 Ellen Wicht

7. Semester Betriebswirtschaftslehre
Abgabedatum: 30.04.2004

 

Gliederung
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis III

1 Einleitung 1

2 Grundlagen 2
2.1 Krankenhaus 2
2.2 Balanced Scorecard 3

3 Entwicklung einer Balanced Scorecard für öffentliche Krankenhäuser 6
3.1 Einsatz der BSC im öffentlichen Krankenhaus 7
3.2 Mission, Vision und Strategie 9
3.3 Perspektiven 10
3.3.1 Sozialperspektive 10
3.3.2 Kundenperspektive 11
3.3.3 Interne Prozessperspektive 12
3.3.4 Innovationsperspektive 13
3.3.5 Finanzperspektive 14
3.4 Ursache-Wirkungsbeziehungen 15

4 Zusammenfassender Ausblick 16

Quellenverzeichnis 18
Elektronische Quellen 19

Abkürzungsverzeichnis
BSC Balanced Scorecard
BFuP Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis (Zeitschrift)
KHG Krankenhausfinanzierungsgesetz
OP Operationssaal

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Das Grundmodell der BSC 4
Abbildung 2: Die BSC-Perspektive im öffentlichen Krankenhaus 7
Abbildung 3: Beispiel einer Rahmenstrategie einer Universitätsklinik 10
Abbildung 4: Die Sozialperspektive 11
Abbildung 5: Die Kundenperspektive 12
Abbildung 6: Die Interne Prozessperspektive 13
Abbildung 7: Die Innovationsperspektive 14
Abbildung 8: Die Finanzperspektive 15
Abbildung 9: Ursache-Wirkungsbeziehungen 15

 

1 Einleitung

In Deutschland ist die Krankenhausversorgung nach geltendem Recht Aufgabe des Staates. In Anbetracht der Verschuldung öffentlicher Haushalte ist die Bereitstellung von Krankenhauskapazitäten zur bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung mit krankenhausspezifischen Leistungen zunehmend problematisch.

Die laufenden Betriebskosten der Krankenhäuser werden im Rahmen der dualen Krankenhausfinanzierung von den Krankenversicherern getragen.1 In der Ausgabenstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung sind mit über 32,9 % der Gesamtausgaben die höchsten Leistungsausgaben im Bereich der Krankenhausbehandlungen zu identifizieren.2 Zum grundsätzlich hohen Kostenblock für Krankenhausleistungen kommen erschwerend die Auswirkungen der sogenannten „Kostenexplosion“ hinzu. Als deren Ursache werden auf der Ausgabenseite der medizinisch-technische Fortschritt und die demographischen Veränderungen genannt, denen auf der Einnahmenseite sinkende Beitragseinnahmen bei zunehmender Arbeitslosigkeit und stagnierenden Einkommenszuwächsen gegenüber stehen. 3

Die Parallelität von drohenden finanziellen Verlusten aufgrund knapper werdender Ressourcen bei zeitgleich abnehmender Fähigkeit der Krankenhausträger die Defizite auszugleichen, führt zu steigendem Wettbewerbsdruck und kann zur Existenzbedrohung vieler Krankenhäuser werden. Die zunehmend kritischer werdende Umweltsituation, der sich Krankenhäuser primär in Bezug auf die Einführung von pauschalierten Vergütungen gegenüber sehen, stellt große Anforderungen an das Krankenhausmanagement.4 Der erforderliche Spagat zwischen Erfüllung des Heilungs- bzw. Gemeinwohlauftrages und Wirtschaftlichkeit erfordert eine Veränderung von der passiven Krankenhausverwaltung zum aktiven Krankenhausmanagement. 5 In diesem Zusammenhang kann die von Kaplan/Norton entwickelte Balanced Scorecard aufgrund ihrer Flexibilität und durch die Berücksichtigung nicht-monetärer Größen ein geeignetes Managementinstrument sein.6

In der vorliegenden Arbeit wird die Ausgestaltung einer Balanced Scorecard für Krankenhäuser vorgenommen. Der Fokus liegt dabei auf der Betrachtung öffentlicher Krankenhäuser, im speziellen Universitätskliniken.

Zu diesem Zweck wird im Anschluss an die Grundlagendarstellung von Krankenhäusern das Grundmodell der Balanced Scorecard erläutert (vgl. Kapitel 2). Darauf aufbauend, wird in Kapitel 3 das Grundmodell entsprechend seinen Anwendungsmöglichkeiten im Krankenhaussektor modifiziert und exemplarisch ausgestaltet.

2 Grundlagen

2.1 Krankenhaus

Der Begriff „Krankenhäuser“ ist in § 2 KHG definiert: „Einrichtungen, in denen durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder Körperschäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe geleistet wird und in denen die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können“7

Demzufolge sind Krankenhäuser betriebstypologisch den kundenpräsenzbedingten Dienstleistungsunternehmen zuzuordnen. In Deutschland existieren Krankenhäuser in öffentlicher, freigemeinnützig/kirchlicher und privater Trägerschaft. Abgesehen von den Privatkrankenhäusern, deren Ziel analog zu erwerbswirtschaftlichen Unternehmen Gewinnerwirtschaftung darstellt, verfolgen öffentliche und freigemeinnützige Krankenhäuser bedarfswirtschaftliche Unternehmensziele. Primärziel – unter Einhaltung des Finanzbudgets als notwendiger Nebenbedingung – ist die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung mit Krankenhausleistungen. Während freigemeinnützige Krankenhäuser insbesondere Kirchengemeinden, Ordensgemeinschaften, Wohlfahrtseinrichtungen sowie Stiftungen und Vereine zu ihren Trägern zählen, ist der Träger öffentlicher Krankenhäuser die Öffentliche Hand. Betreiber öffentlicher Krankenhäuser sind im Normalfall die Gemeinden, Gemeindezweckverbände, Kreise und die Sozialversicherungsträger sowie im Falle von Bundeswehrkrankenhäusern und Universitätskliniken der Bund bzw. das Land.8

[....]


1 Vgl. Eichhorn (1995), S. 11 ff.

2 46,16 Mrd. € im Jahre 2002 bezogen auf das gesamte Bundesgebiet. Vgl. http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/gutacht/Tabellen/Tab83jg.pdf.

3 Vgl. http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/gutacht/03_ges.pdf.

4 Vgl. Borges/Schmidt (2002), S. 102 f.

5 Vgl. Adam (1996), S. 13 f.

6 Vgl. Kaplan/Norton (1997), S. 173 ff.

7 § 2 Nr. 1 KHG.

8 Vgl. Keisers (1984), S. 5 ff.


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