Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Hausarbeit, 2001, 26 Seiten
Autor: Tatjana Grajewski
Fach: Ethik
Details
Institution/Hochschule: Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen (Sozialarbeit)
Tags: Ethik, Jesu, Liebesgebot, Zentrum, Ethik, Jesu, Ethik
Jahr: 2001
Seiten: 26
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 27 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-31391-9
Dateigröße: 228 KB
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Textauszug (computergeneriert)
Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen
Fachbereich Sozialarbeit
Vorlesung Ethik
2. Semester
Die Ethik Jesu - das Liebesgebot als Zentrum der Ethik Jesu
von: Tatjana Grajewski
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. JESUS CHRISTUS
3. DIE ETHIK JESU
3.1. Das Reich Gottes
3.2. Die Bergpredigt
4. DAS LIEBESGEBOT ALS ZENTRUM DER ETHIK JESU
4.1. Gottesliebe, Nächstenliebe, Selbstliebe
4.2. Die Ausweitung der Nächstenliebe auf den Fremden
4.3. Die Ausweitung der Nächstenliebe im Gebot der Feindesliebe
4.4. Konkretisierung der Nächstenliebe in der Goldenen Regel
5. REFLEKTIONEN
6. LITERATURVERZEICHNIS
1. Vorwort
Seit fast 2000 Jahren fasziniert Jesus von Nazareth die Menschheit – und heute mehr als je zuvor, in zahlreichen Büchern, Filmen und Fernsehprogrammen. Wenn man, sei es als Wissenschaftler oder Laie, sich zu Jesus von Nazareth äußert und zugleich Christ ist, dann wird dieses Sprechen ein anderes sein, als wenn man als nicht Glaubender spricht. Der persönliche Glaube stellt den Menschen in eine Beziehung zu Jesus; diese Beziehung prägt die Wahrnehmung Jesu, so dass ein Absehen von diesem Glauben kaum gelingen kann. Gewiss ist es notwendig, eine Sprachform und Sprache zu finden, die Argumentation nicht mit Bekenntnis verwechselt, aber dennoch ist hier auch von Seiten des Glaubenden der Glaube nicht einfach abzulegen. Deshalb habe ich die Bibel, überwiegend das Neue Testament, als Hauptbezugsquelle geltend gemacht, dabei auf religionskritische Punkte weitgehend verzichtet.
Die Hausarbeit gliedert sich gewissermaßen in zwei Teile. Teil eins stellt allgemeine Grundlagen dar, die das Verständnis des zweiten Teils erleichtern sollen. Er beschäftigt sich mit Fragen, wie: Wer war Jesus, Was war sein Auftrag, Was seine zentralen Aussagen; hier werden wesentliche Grundzüge seines Lebens dargestellt, ferner wird näher auf die ethische Botschaft Jesu, und deren zentralen Aussagen eingegangen. Der Teil zwei geht expliziter, und daher auch tiefer auf das Eigentliche der Botschaft Jesu ein: Hier wird das Liebesgebot anhand biblischer Aussagen aufgeschlüsselt und konkretisiert, abschließend die Ethik Jesu allgemein reflektiert. Jede Untersuchung über Jesus von Nazareth führt über die schlichte Faszination hinaus und zeigt Jesu Bedeutung für die Weltgeschichte und das Leben von heute. Mit dieser Hausarbeit soll ein Einblick über den grundlegenden Baustein des christlichen Glaubens verschafft werden: JESUS CHRISTUS.
2. Jesus Christus
Die Jesus Forschung ist in erster Linie auf die Evangelien des Neuen Testamentes angewiesen, obwohl es auch, einige wenige, außerbiblische Quellen gibt, wie z.B. Josephus, Flavius und Tacitus. Die in den Evangelien gesammelten Worte und Taten Jesu sind nicht als genaue Biographie zu verstehen, sondern wollen die einzigartige Bedeutung und Wirkung Jesu hervorheben. Zwar sind nur wenige Daten aus dem Leben Jesu gesichert, doch ist die Wissenschaft von der Existenz Jesu als historische Persönlichkeit überzeugt. Jesus wurde wohl um das Jahr 7-4 vor unserer Zeitrechnung als (vermutlich) ältester Sohn des Zimmermanns Joseph in Bethlehem, Judäa, geboren. Die Geburt Jesu an sich war nichts Ungewöhnliches, vielmehr war die Art seiner Empfängnis übernatürlich. Maria, die Mutter Jesu, wurde nicht aufgrund eines üblichen Zeugungsprozesses schwanger; beide Evangelisten sind da sehr eindeutig, „denn das Kind das sie erwartet ist vom Geist Gottes“(Mt 1,18). Lukas beschreibt das Handeln des Geistes in schöpferischen Begriffen. So wie Gott zu Anfang die Menschen erschuf, so ist Jesus ein neuer Anfang, ein neuer Abschnitt in der Menschheitsgeschichte, der auf einzigartige Weise entstand.
Seine Kindheit und ersten Erwachsenenjahre verbrachte Jesus in Nazareth, einem Dorf in Galiläa. Über seine Kindheit wird in den Evangelien nur sehr vage berichtet. Lukas macht zwei allgemeine Aussagen: Er erwähnt seine körperliche und geistige Entwicklung, und die Diskussion des 12-jährigen Jesus mit den Pharisäern im Tempel (Lk 2,41ff). Um das Jahr 29, dem 15. Regierungsjahr des Kaisers Tiberius, schloss sich Jesus dem Bußprediger und Täufer Johannes an. Johannes wusste, dass seine Taufe mit Wasser nur den Weg bereitete für den, der mit „heiligem Geist und Feuer“(Lk 3,16) taufen wird. Von Johannes, der sich selbst nur als Vorläufer sah, wurde Jesus schließlich auf eigenen Wunsch getauft. In allen Evangelien erscheint dies als zentrales Ereignis, dass das Leben Jesu veränderte. Schon hier identifizierte sich Jesus durch die Taufe mit den sündhaften Menschen. Doch die Taufe Jesu birgt etwas Besonderes: Nach der Schilderung bei Markus sah Jesus, „dass sich der Himmel aufriss und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkam. Zugleich hörte er eine Stimme vom Himmel her sagen: Du bist mein Sohn, dir gilt meine Liebe, dich habe ich erwählt.“ (Mk 1,10-11). Ab diesem Ereignis beginnt die Zeit der öffentlichen Wirksamkeit. Die Evangelien zeigen, dass Jesus von seinen Zeitgenossen erst einmal als Lehrer (Rabbi) verstanden wurde. Er predigte als Wanderprediger zunächst in Galiläa und heilte Kranke und Besessene. Das Besondere an Jesu Lehre und Handeln war, dass er zur Umkehr und zum Umdenken aufrief. Mit besonderer Vollmacht und eindringlichen Vergleichen brachte er seinen Zuhörern die Liebe und Vergebung Gottes nahe. Vor allem wandte er sich an die Armen, Schwachen und Verachteten. Jesus geriet schon früh in Konflikt mit den Pharisäern. Sie wandten sich gegen den „Menschensohn“ und seine Weigerung, die Allgemeingültigkeit der jüdischen Lehre anzuerkennen. Als Jesus schließlich mit seinen Jüngern in Jerusalem einzog, kam es zum offenen Konflikt. In dessen Verlauf wurde er durch den Hohen Priester verhaftet, danach vor dem Hohen Rat der Juden wegen Gotteslästerung angeklagt. Da Jesus jedoch hohes Ansehen bei breiten Bevölkerungsschichten genoss, übergab man ihn der römischen Gerichtsbarkeit. So erfolgte seine Hinrichtung unter Pontius Pilatus, der ihn um das Jahr 33 kreuzigen ließ. Doch mit der Kreuzigung ist die Wirkungsgeschichte Jesu noch nicht zu Ende. Nach seinem Tod wurde Jesus von seinen Anhängern wiederholt gesehen. Die Auferstehung Jesu ist nicht einfach nur ein weiteres Wunder. Sie hat vielmehr eine tiefere Bedeutung: Die Auferstehung Jesu war ein Werk Gottes und bestätigt seinen Anspruch auf Göttlichkeit. Durch seine Auferstehung zeigte er, dass seine Menschlichkeit nicht auf 30 Jahre irdischen Lebens beschränkt war, sondern eine immerwährende Eigenschaft des Sohnes Gottes geworden ist.
3. Die Ethik Jesu
3.1. Das Reich Gottes
Die Botschaft Jesu ist in besonderer Weise durch die Rede vom Reich Gottes bestimmt. Die Reich Gottes Verkündigung kann daher als zentrales Thema der Ethik Jesu angesehen werden. Dies wird an vielen Stellen deutlich: Jesus begann sein öffentliches Wirken mit dem Ruf: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ (Mt 4,17a). Ebenso wird die Bergpredigt als Proklamation des Gottesreiches verstanden. Sie beginnt mit dem Satz: „Selig sind die Armen, denn ihnen ist das Himmelreich.“ In der gleichen Rede nennt Jesus das wichtigste Lebensziel: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“. Bei der Einsetzung des Abendmahls und am Tag seiner Kreuzigung sprach er von seinem kommenden Reich (Mk 14,25). Er sandte seine Jünger aus, um vom Reich Gottes zu predigen (Lk 9,2). Die biblischen Ausdrücke, für „Reich Gottes“ (hebr.Malkut, griech.Basileia), sind vor allem Bezeichnungen für Königsherrschaft und Herrschaftsbereich. Bei Matthäus ist statt vom „Reich Gottes“, meist vom „Reich der Himmel“ die Rede, beide Ausdrücke sind jedoch gleichbedeutend.
Unter der Gottesherrschaft wird in alttestamentlicher Tradition die eschatologische Erwartung des Judentums auf das königliche Regiment Gottes verstanden, dass am Ende aller Zeiten sichtbar in Erscheinung treten wird. Daher darf die Botschaft Jesu nicht losgelöst von den geistigen Strömungen seiner Zeit betrachtet werden.
[...]
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Die Bergpredigt
Autor: Konstanze HerzbergTheologie - Biblische Theologie, 2000 Als PDF-Datei downloaden für 2,99 EUR
Die Rolle der Vernunft in der Ethik Jesu
Autor: Dimitry HusarovTheologie - Systematische Theologie, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 3,49 EUR
Metadaten und Datenqualität in Data Warehouses
Autor: Andreas HuthmannInformatik - Wirtschaftsinformatik, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 29,90 EUR
Bibeldidaktik: Stufenentwicklung nach James W. Fowler
Autor: Kathrin LückmannTheologie - Didaktik, Religionspädagogik, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Christen und römischer Staat in der frühen Kaiserzeit
Autor: Jan DreßlerGeschichte - Frühgeschichte, Antike, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 3,99 EUR
Bildungsungleichheit und schichtspezifische Bildungschancen
Autor: Anne-Sofie HeldSoziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Meditation im Religionsunterricht
Autor: Birte GlassTheologie - Didaktik, Religionspädagogik, 2002 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Ausdrucksgestalten christlicher Frömmigkeit in der Antike
Autor: Birte GlassTheologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte, 2001 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Samarien im lukanischen 'Reisebericht' - Historische Informationen, literarische Beobachtungen, lukanisches Interesse
Autor: Ferdinand CreutzTheologie - Biblische Theologie, 1999 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: