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Prävention von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten

Hauptseminararbeit, 2004, 23 Seiten
Autor: Melinda Toth
Fach: Germanistik - Didaktik

Details

Veranstaltung: LRS in den Klassen 1-10
Institution/Hochschule: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Tags: Prävention, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten, Klassen
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 23
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V30555
ISBN (E-Book): 978-3-638-31794-8

Dateigröße: 304 KB


Textauszug (computergeneriert)

Universität Hannover
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Seminar: LRS – Leserechtschreibschwierigkeiten Klasse 1-10
Semesteranzahl: 4 Semester

Prävention von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten

von: Melinda Toth

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  S. 1

2. Die Bedeutendsten Vorläufermerkmale des Lesen- und Schreibenlernens  S. 2

2.1 Die Intelligenz  S. 3
2.2 Die frühe Schriftkenntnis  S. 3
2.3 Die phonologische Bewusstheit  S. 3
2.4 Das Gedächtnis  S. 5
2.5 Das phonologisches Rekodieren im Arbeitsgedächtnis  S. 5
2.6 Das phonologische Rekodieren beim Zugriff auf das semantische Lexikon  S. 6
2.6.1 Die Benenngeschwindigkeit  S. 7
2.7 Die Visuelle Aufmerksamkeit  S. 8

3. Verfahren zur Früherkennung von LRS  S. 8

3.1 Das Bielefelder Screening (BISC)  S. 8

3.1.1 Testmaterial  S. 9
3.1.2 Durchführung  S. 9
3.1.3 Überblick über die einzelnen Aufgabenformate  S. 10
3.1.4 Auswertung  S. 11
3.1.5 Ergebnisse empirischer Untersuchungen  S. 12
3.1.6 Kritik am Bielefelder Screening  S. 13

4. „Hören, lauschen, lernen“ - das Würzburger Trainingsprogramm  S. 13

4.1 Der Aufbau des Würzburger Trainingprogramms  S. 14
4.2 Kritik am Würzburger Trainingsprogramm  S. 16

5. Prävention von LRS in der Schule  S. 18

6. Schluss  S. 19

7. Literaturverzeichnis  S. 21


 

1. Einleitung

Seit Jahren ist bekannt, dass ein konstanter Anteil an Schulkindern Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen und Schreiben hat. Trotz Unterstützung während der Schulzeit bilden sich aufgrund dieser Lernschwierigkeiten massive Störungen aus. Dies führt häufig dazu, dass diesen Kindern kaum eine erfolgreiche Schullaufbahn möglich ist, da der Schriftspracherwerb eine wichtige Grundlage allen weiteren schulischen Lernens ist. Bei derart massiven Konsequenzen für lese-rechtschreibschwache Kinder und deren Familien sollte möglichst früh etwas gegen das Auftreten dieser Probleme getan werden. Um die betroffenen Kinder früh zu erkennen und ihnen so früh wie möglich helfen zu können, sollte also auf die Prävention geachtet werden. Dies ist auch der Grund wieso ich dieses Thema für meine Hausarbeit gewählt habe.

Im Verlauf des Seminars LRS – Leserechtschreibschwierigkeiten – Klasse 1-10 wurden viele Themen vorgestellt. Wir sprachen zuerst über die historische Entwicklung und Funktionen von Sprache und Schrift. Danach lernten wir verschiedene Stufenmodelle der Schriftsprachentwicklung kennen, z.B. das von Uta Frith oder von Renate Valtin. Es folgten Referate zu historischen und aktuellen Theorieansätzen über die Entstehung und über die Gründe für Leserechtschreibschwierigkeiten und wir erfuhren, dass Kinder mit Sprachproblemen oft auch Probleme mit dem Lesen- und Schreibenlernen haben. Danach wurde das Thema „Vorschulische Lernvoraussetzungen“ behandelt. Dabei kam heraus, dass Kinder beim Schriftspracherwerb an bereits vorhandene Fertigkeiten und Kenntnisse anknüpfen. Wenn diese am Schulanfang nicht weit genug entwickelt sind kann es ebenfalls zu Leserechtschreibschwierigkeiten kommen. Im weiteren Verlauf des Seminars lernten wir die Hamburger Schreibprobe als Diagnoseverfahren, die Fehleranalyse anhand den „Diagnostischen Bilderlisten“ und die AFRA kennen. In der Sitzung über Lesediagnostik erhielten wir Kenntnisse über Lesestrategien von Kindern im Anfangsunterricht, über Lesestörungen und mögliche Fördermöglichkeiten. Am Ende des Seminars stand die schulische Förderung für Schreiben und Lesen im Mittelpunkt. In dieser Hausarbeit werde ich als erstes die bedeutendsten Vorläuferkenntnisse und -fertigkeiten für das Lesen- und Schreibenlernen vorstellen und erklären. Dabei werde ich den Schwerpunkt auf die Vorläufermerkmale legen, die anhand der Bielefelder Längsschnittstudie von Skowronek & Marx (1989) ermittelt wurden. Den Hauptteil dieser Arbeit werden dann das Bielefelder Screening zur Früherkennung von Leserechtschreib- schwierigkeiten und das Würzburger Trainingsprogramm zur Besserung der phonologischen Bewusstheit ausmachen. Beides sind Verfahren, die für den Kindergartenbereich konzipiert wurden. Dabei werde ich auch die Schwächen dieser beiden Konzepte aufzeigen. Zum Schluss werde ich kurz stichwortartig auch noch ein paar Möglichkeiten zur Prävention von LRS in der Schule vorstellen.

2. Die Bedeutendsten Vorläufermerkmale des Lesen- und Schreibenlernens

Neuere Untersuchungen zum Schriftspracherwerb gehen davon aus, dass der Erwerb der Schriftsprache nicht bei Null beginnt. Vielmehr werde im Prozess des Schriftsprachlernens an vorhandene Fertigkeiten und Kenntnisse angeknüpft. Eine weitere Annahme ist, dass die Wurzeln für viele Schwierigkeiten vor dem eigentlichen Schriftspracherwerb liegen. Unter Vorläufermerkmalen versteht man Kompetenzen, die dem späteren Lesen- und Schreibenlernen vorausgehen. Die wichtigsten Vorläufermerkmale für den Schriftspracherwerb sind:

- Intelligenz
- Frühe Schriftkenntnis
- Phonologische Bewusstheit
- Gedächtnis
- Visuelle Aufmerksamkeit

(vgl. Küspert, 2003, S. 74) Die Bielefelder Längsschnittstudie von Skowronek & Marx (1989), die ebenfalls theoriegeleitet ist, ermittelte folgende vier Komponenten, die zur Vorhersage von Lese- und Rechtschreibleistungen bis zur dritten Grundschulklasse herangezogen werden können:

- die phonologische Bewusstheit
- das phonologische Rekodieren im Arbeitsgedächtnis (Kurzzeitgedächtnis)
- das phonologische Rekodieren beim Zugriff auf das semantische Lexikon (Langzeitgedächtnis) „Benenngeschwindigkeit“
- die visuelle Aufmerksamkeitssteuerung (vgl. Berglez, 2002, S.10)

2.1 Die Intelligenz

Die Intelligenz ist die geistige Grundausstattung, auf die das Kind beim Lernen zurückgreift. Sie beeinflusst damit den Schulerfolg des Kindes und auch die Fortschritte beim Lesen- und Schreibenlernen. Jedoch bestimmt nicht die Intelligenz allein diesen Erfolg. Auch das intelligenteste Kind kann beim Lesen- und Schreibenlernen scheitern, wenn eine andere wichtige Fähigkeit oder Fertigkeit fehlt. Genauso gut können sich auch weniger begabte Kinder zu guten Lesern und Rechtschreibern entwickeln. (vgl. Küspert, 2003, S. 75)

2.2 Die frühe Schriftkenntnis

Kinder, die bei der Einschulung bereits schon viele Buchstaben kennen werden beim Schriftspracherwerb in der Schule weniger Probleme haben. Dabei geht es nicht um die Menge der Buchstaben, sondern um das Verständnis des alphabetischen Prinzips. Schon mit einigen wenigen Buchstaben, die das Kind sicher kennt, kann es bereits einen Einblick in die Schriftsprache und den Zusammenhang zwischen Lauten und Buchstaben erlangen. (vgl. Küspert, 2003, S. 75/76)

2.3 Die phonologische Bewusstheit

[...]


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