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Das freie Kind in Edith Nesbits realistischer Kinderliteratur

Autor: Nora Pröfrock
Fach: Anglistik - Literatur

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Details

Veranstaltung: Proseminar "20th Century Children's Literature and Criticism
Institution/Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Tags: Kind, Edith, Nesbits, Kinderliteratur, Proseminar, Century, Children, Literature, Criticism
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 14
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 188 KB
Archivnummer: V30598
ISBN (E-Book): 978-3-638-31819-8
ISBN (Buch): 978-3-638-76096-6

Zusammenfassung / Abstract

Edith Nesbit wird in Arbeiten, die sich mit ihrem Leben und Werk beschäftigen, häufig als moderne Kinderbuchautorin bezeichnet, deren Texte einen Wendepunkt in der Geschichte der Kinderliteratur darstellen. Für Julia Briggs ist sie „the first modern writer for children. [...] Her books established a style and approach still widely used today.“ Anita Moss sieht in Nesbits Texten den Versuch, ,,a new and modern kind of children’s story” zu schaffen, und auch Marcus Crouch äußert sich in ähnlicher Weise: E. Nesbit stands squarely in the doorway between the nineteenth and the twentieth centuries. She owed much to the Victorians, even if she made affectionate fun of them. She transmuted their good solid base metal into pure gold. In her hand s the Victorian conscience lost its self-consciousness; […]. After E. Nesbit children’s literature might explore new worlds of ideas and themes; it would never return to the stuffily enclosed nurseries of the nineteenth century. Worin genau besteht die ihr zugeschriebene Modernität? Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von Edith Nesbits realistischer Kinderliteratur zu zeigen, wie sie innerhalb der für Kinder geschaffenen Literatur eine ganz neue Richtung einschlägt, indem sie dem lesenden Kind, dem dargestellten Kind und dem (dargestellten) erzählenden Kind gewisse Freiheiten einräumt, die es in vorhergehenden Werken für Kinder nicht hatte. Diese drei Instanzen sollen im Folgenden nun etwas genauer beleuchtet werden. Die dazu herangezogenen Werke sind in erster Linie The Story of the Treasure Seekers von 1899 (im Folgenden zitiert als Story), The Wouldbegoods von 1901 (im Folgenden zitiert als Would) und The Railway Children von 1906 (im Folgenden zitiert als Railway).

Textauszug (computergeneriert)

Rheinische Friedrich- Wilhelms, Universität Bonn
Philosophische Fakultät, Englisches Seminar
4. Semester

Das freie Kind in Edith Nesbits realistischer Kinderliteratur

von: Nora Pröfrock

 


Inhalt

Einleitung Seite 2

1. Das freie dargestellte Kind Seite 2

2. Das freie erzählende Kind Seite 7

3. Das freie lesende Kind Seite 9

Zusammenfassung Seite 11

Literaturverzeichnis Seite 13


 

Einleitung

Edith Nesbit wird in Arbeiten, die sich mit ihrem Leben und Werk beschäftigen, häufig als moderne Kinderbuchautorin bezeichnet, deren Texte einen Wendepunkt in der Geschichte der Kinderliteratur darstellen. Für Julia Briggs ist sie „the first modern writer for children. [...] Her books established a style and approach still widely used today.“1 Anita Moss sieht in Nesbits Texten den Versuch, ,,a new and modern kind of children’s story”2 zu schaffen, und auch Marcus Crouch äußert sich in ähnlicher Weise: E. Nesbit stands squarely in the doorway between the nineteenth and the twentieth centuries. She owed much to the Victorians, even if she made affectionate fun of them. She transmuted their good solid base metal into pure gold. In her hand s the Victorian conscience lost its self-consciousness; […]. After E. Nesbit children’s literature might explore new worlds of ideas and themes; it would never return to the stuffily enclosed nurseries of the nineteenth century. 3

Worin genau besteht die ihr zugeschriebene Modernität?

Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von Edith Nesbits realistischer Kinderliteratur zu zeigen, wie sie innerhalb der für Kinder geschaffenen Literatur eine ganz neue Richtung einschlägt, indem sie dem lesenden Kind, dem dargestellten Kind und dem (dargestellten) erzählenden Kind gewisse Freiheiten einräumt, die es in vorhergehenden Werken für Kinder nicht hatte. Diese drei Instanzen sollen im Folgenden nun etwas genauer beleuchtet werden. Die dazu herangezogenen Werke sind in erster Linie The Story of the Treasure Seekers von 1899 (im Folgenden zitiert als Story), The Wouldbegoods von 1901 (im Folgenden zitiert als Would) und The Railway Children von 1906 (im Folgenden zitiert als Railway).4

1. Das freie dargestellte Kind

Generell lässt sich über die Kinder in Edith Nesbits realistischen Geschichten sagen, dass sie weitgehend sich selbst überlassen und ohne eine moralisierende Instanz dargestellt sind. Sowohl in The Story of the Treasure Seekers als auch in The Railway Children gehen die Kinder nicht zur Schule (aufgrund ärmlicher Verhältnisse in der Familie), und The Wouldbegoods spielt während der Ferienzeit. Erwachsene spielen in allen drei Büchern eine Nebenrolle und haben meistens keine Zeit, sich mit den Kindern zu beschäftigen. So muss sich z.B. der Vater der Bastable Kinder in The Story of the Treasure Seekers nach dem Tod seiner Frau hauptsächlich um sein schlecht laufendes Geschäft kümmern, ebenso wie die Mutter von Roberta, Peter und Phyllis in The Railway Children nach dem Verschwinden des Vaters meistens hinter verschlossenen Türen sitzt und schreibt, um die Familie über Wasser zu halten. In The Wouldbegoods machen die Bastables Ferien auf dem Land, ebenfalls mit einer zumeist abwesenden Aufsichtsperson: „Albert’s uncle was to live with us all the time, and he would be writing a book, and we were not to bother him, but he would give an eye to us” (Would, 21f). Die Kinder werden zwar immer wieder von Erwachsenen zurechtgewiesen, lange Moralpredigten kommen jedoch äußerst selten und nur in schwerwiegenden Fällen vor, wie z.B. als Peter Kohle vom Bahnhof stiehlt (Railway, ?) oder als sich die Bastable Kinder Geld bei einem Kreditor leihen (Treasure, 147f). Mr. Bastables Worte in diesem Zusammenhang gelten auch für die meisten anderen Erwachsenen in Nesbits Geschichten: „I don’t want to interfere with your plays and pleasures; but you will consult me about business matters, won’t you?“ (Treasure, 148). Erwachsene halten sich weitgehend im Hintergrund. Stattdessen werden die Kinder unter sich dargestellt.

Dass Nesbits Geschichten zum größten Teil ohne moralisierende Erwachsene auskommen, bedeutet allerdings nicht, dass Moral in ihnen keine Rolle spielt. Hier sind es jedoch die Kinder selbst, die sich darüber Gedanken machen und untereinander diskutieren, ob ihr Handeln richtig oder falsch ist. Nachdem die Bastable Kinder festgestellt haben, wie schwierig es sein kann, immer „gut“ zu sein, gründen sie in The Woulbegoods eine Gesellschaft, deren Ziel Alice folgendermaßen beschreibt:

[...]


1 Briggs, Julia, A Woman of Passion: The Life of E. Nesbit, 1858-1924, London: Penguin 1987, xi

2 Moss, Anita, „Varieties of children’s metafiction“, in: Studies in the literary imagination, Vol. 17, 1985, 79-92, hier: 90

3 Crouch, Marcus, The Nesbit Tradition. The Children’s Novel in England 1945-1970, London: Ernest Benn Limited 1972, 16

4 Der Vollständigkeit halber hätte eigentlich auch The New Treasure Seekers von 1904 hinzugezogen werden müssen. Dieser Text war mir jedoch während meiner Arbeit an dieser Aufgabe leider nicht zugänglich.

Kommentare

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http://www.grin.com/e-book/30598/