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Termpaper, 2004, 16 Pages
Author: Susan Dörfler
Subject: Pedagogy - History of Pedagogy
Details
Institution/College: University of Bamberg
Tags: Pestalozzis, Erziehungsmethoden, Bedeutung, Zeit, Pädagogik, Aufklärung
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-32128-0
File size: 208 KB
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Excerpt (computer-generated)
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik
Veranstaltung: Pädagogik der Aufklärung
8. Semester
Pestalozzis Erziehungsmethoden und ihre
Bedeutung für die heutige Zeit
von: Susan Bräuer
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 2
2. Pestalozzis pädagogische Absichten 3
2.1. Sein Menschenbild 3
2.2. Erziehungsziele 4
3. Pestalozzis Erziehungsmethoden 6
3.1. Wohnstubenerziehung 6
3.2. Elementarmethode 7
3.3. Sittliche Erziehung 9
4. Kritische Auseinandersetzung im Hinblick auf das gegenwärtige Erziehungswesen 11
5. Zusammenfassung 14
Literaturverzeichnis 15
1. Einführung
Johann Heinrich Pestalozzi, der am 12. Januar 1746 in Zürich geboren wurde, gehört heute zu den Klassikern der Geschichte der Pädagogik. Anfänglich interessierte er sich für Philosophie und Philologie, das er zwei Jahre lang studierte. Vor seinem Examen zog er sich jedoch zu seinem Großvater auf`s Land zurück und widmete sich dort der Landwirtschaft und der Industrie- und Handelstätigkeit. Aus diesem neu gewonnenem Interesse heraus gründete er 1774 die Armenanstalt auf dem Neuhof. Dort nahm er Kinder aus ärmlichen und verwahrlosten Verhältnissen auf und wollte ihnen wie ein Vater zu einem ehrwürdigen und gesicherten Leben verhelfen. Mangelnde Beachtung und Misserfolge seiner Arbeit sowie finanzielle Probleme ließen ihn bereits wenige Jahre später zum pädagogischen Schriftsteller werden. Es folgten Werke wie „Die Abendstunde eines Einsiedlers“, „Lienhard und Gertrud“ und „Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts“. 1798 nahm er seine erzieherische Tätigkeit wieder auf und leitete ein Waisenhaus in Stans, eine Versuchsschule in Burgdorf und eine Heimschule in Yverdon. Die dabei gesammelte praktische Erfahrung legte er – nach seiner Rückkehr auf den Neuhof - in weiteren Werken schriftlich nieder wie zum Beispiel in „Meine Lebensschicksale als Vorsteher meiner Erziehungsinstitute in Burgdorf und Iferten“. 1827 starb er schließlich in Brugg und so endete sein Leben als Waisenvater, Schulmeister, Philosoph, Theologe, Politiker und Ökonom. Seine pädagogischen Bemühungen und Gedanken sollen Inhalt dieser Arbeit sein. Diesem voran geht eine Beschreibung des Bildes vom Menschen, das Grundlage seiner Ideen und Ziele war. Nach der Darlegung einiger Erziehungsmethoden wird am Ende der Arbeit eine kritische Auseinandersetzung mit seinen Theorien unter Berücksichtigung gegenwärtiger Anforderungen und Probleme des Bildungswesens stehen.
2. Pestalozzis pädagogische Absichten
2.1. Sein Menschenbild
Wie jede Pädagogik basiert auch die Pestalozzis auf ein Bild von dem Wesen des Menschen. Durch den anfänglich starken Einfluss von ROUSSEAU war dies sehr positiv geprägt. Der Glaube an die unverdorbene und unschuldige Wesensart des Menschen bewirkte, dass er diesen - wie sein Vorbild - für von Natur aus gut hielt. Das Gute ist fest in ihm verwurzelt und muss lediglich hervorgerufen werden. Im Laufe seines Schaffens und Wirkens erkannte er jedoch immer mehr die Zwiespältigkeit der menschlichen Natur. Das Gute, das in ihm ruht, ist durch den negativen Einfluss der Gesellschaft gefährdet und das Sittliche, nach dem der Mensch strebt, kann nur schwer erreicht werden.
Aus dieser Gegensätzlichkeit heraus entwickelte er ein Menschenbild, das auf den Unterschied zwischen Menschen und Tieren beruhte. Er stellt heraus, dass aus einem Tier auch nur ein Tier werden kann, d.h. es kann sich nicht höher- bzw. weiterentwickeln. Ein Mensch hingegen hat die Möglichkeit, sich in verschiedene Richtungen zu entwickeln abhängig von der Förderung oder Erziehung, die er erhält. Da die menschliche Entwicklung im Vergleich zum Tier zudem sehr langsam verläuft, benötigt sie ständige Pflege, Fürsorge und Hilfe von außen. Trotz dieser Unterscheidung von Mensch und Tier ist Pestalozzi der Ansicht, dass jeder Mensch eine tierische Natur hat, die im starken Widerspruch zu seinen guten Kräften steht. Dadurch wirkt in ihm stets eine Spannung zwischen Trieben und Egoismus auf der einen Seite und Gewissen und Einsicht auf der anderen Seite. Der Mensch merkt im Laufe seines Lebens, dass diese tierische Natur nicht seine eigentliche ist und daher wollte Pestalozzi mit Hilfe der Erziehung die Menschen aus diesem Zustand heraus hin zur Sittlichkeit führen (vgl. Offermann 1965).
Für den Entwicklungsverlauf des Menschen fand Pestalozzi drei Hauptstufen heraus: den Naturzustand, den gesellschaftlichen und den sittlichen Zustand. Der natürliche Zustand beruht auf dem Trieb der Bedürfnissbefriedigung und der Mensch lebt in vollkommener Harmonie mit seiner tierischen Natur. Im unverdorbenen Naturzustand herrscht ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Bedürfnissen und den menschlichen Kräften, was jedoch nur eine erdachte Situation ist, da sie bereits mit dem ersten Schrei des Säuglings endet. Danach tritt das Kind sogleich in den verdor- benen Naturzustand ein, wo es aufgrund seiner unzureichenden Kraft zur Befriedigung seiner Bedürfnisse Anstrengung, Mühe und Sorge erlebt. Im weiteren Verlauf dieser Entwicklungsstufe steht es immer wieder in Abhängigkeit seiner Triebe und dem Zwang, diese zu befriedigen, was Pestalozzi dazu brachte, den Mensch in diesem Zustand mit einem Tier zu vergleichen.
[...]
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