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Scholarly Research Paper, 2004, 61 Pages
Author: Martin Kurray
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: University of Cooperative Education Ravensburg (Ausbildungsbereich Wirtschaft)
Tags: Entwicklung, Kaufkraft, Hintergrund, Veränderung, Sicherungssysteme, Studienarbeit, Rahmen, Diplomprüfung, Berufsakademie, Ravensburg
Year: 2004
Pages: 61
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 37 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-32211-9
ISBN (Book): 978-3-638-70346-8
File size: 1328 KB
Ca. 30 Seiten Hausarbeit plus umfangreiche Anlagen.
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Abstract
„Vergessen Sie nicht, dass Sie es zu einem großen Stück selbst in der Hand haben, wie es mit der Wirtschaft in Deutschland weitergeht. Auch Sie ganz persönlich können Konjunkturmotor sein.“1 Diesen Appell richtete Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seiner diesjährigen Neujahrsansprache an die Bevölkerung Deutschlands. Das die deutsche Konjunktur nur zögerlich anspringt, ist hinlänglich bekannt. Doch ist der Bürger überhaupt befähigt, Konjunkturmotor zu sein? Hat der Arbeitnehmer überhaupt das nötige Konsumpotential aufgrund seiner Abgabenlast und den Abzügen von Steuer- und Sozialversicherungsbeiträgen in seiner Lohnabrechnung? In einer Zeit, in der viele politische Schlagworte durch die Medienlandschaft geistern, die Bürger verunsichert sind und den politisch aktivierten Umwälzungsprozess zumeist negativ bewerten, steht die BRD an einem entscheidenden Wendepunkt in der noch jungen Geschichte der sozialen Marktwirtschaft. Bedroht ist vor allem aber auch der Lebensstandard des Einzelnen und das soziale System insgesamt. Die Kaufkraft der Konsumenten wird sich aufgrund des noch nicht abgeschlossenen Umbaus der sozialen Sicherungssysteme ändern. Zu untersuchen ist, wie intensiv diese Änderung vonstatten geht und welche Bevölkerungsgruppen stärker und welche schwächer betroffen sind. Mögliche zukünftige Einflüsse der veränderten sozialen Sicherung auf die Kaufkraft sind ebenfalls in die Betrachtung mitein zu beziehen. Es können nur Annahmen gemacht werden, da die Reformprozesse noch nicht abgeschlossen sind und unterschiedliche qualitative und quantitative Faktoren eine Rolle spielen. Die Arbeit soll aus dem betriebswirtschaftlichen Blickwinkel heraus argumentieren, aber die volkswirtschaftliche Dimension des Themas nicht außen vorlassen. Es werden nur drei der fünf Säulen der Sozialversicherung näher untersucht. Da ein Großteil der Reformkonzepte die gesetzliche Krankenversicherung (GKV), die Arbeitslosenversicherung (ALV) und die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) bzw. die Altersvorsorge betreffen, soll anhand von diesen der Einfluss auf die Kaufkraft dargestellt werden.
Excerpt (computer-generated)
Die Entwicklung der Kaufkraft vor dem Hintergrund der
Veränderung der sozialen Sicherungssysteme
von: Martin Kurray
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2 Grundlegende Begriffe und deren Verwendung in dieser Arbeit 3
2.1 Kaufkraft 3
2.2 Soziale Sicherungssysteme 3
3 Die Entwicklung der Kaufkraft 5
3.1 Determinanten der Kaufkraft 5
3.2 Volkswirtschaftliche Entwicklung der Kaufkraft 5
3.3 Erklärungsansätze für die Kaufkraftentwicklung 6
4 Der Umbau der sozialen Sicherungssysteme 8
4.1 Warum Reformen? 8
4.1.1 Historisch bedingte Notwendigkeit 8
4.1.2 Demographische Entwicklungen 9
4.1.3 Wirtschaftspolitische Entwicklungen 10
4.2 Die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung 11
4.3 Die Reform der Arbeitslosenversicherung 12
4.4 Die Reform der Altersvorsorge 13
4.4.1 Die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung 13
4.4.2 Die Riester-Rente und andere Formen der privaten Altersvorsorge 14
4.4.3 Die betriebliche Altersvorsorge 15
4.4.4 Die Zukunft der Altersvorsorge 16
4.5 Der Sozialstaat am Scheideweg 17
5. Der Umbau der sozialen Sicherungssysteme und seine Auswirkungen auf die Kaufkraft der inländischen Verbraucher 18
5.1 Die Veränderung der Löhne u. Ausgabenstruktur des Verbrauchers 18
5.2 Beeinflussung der Kaufkraft durch die Veränderung der sozialen Sicherungssysteme 20
5.3 Zukünftiger Einfluss des Sozialstaats auf die Kaufkraft 25
6 Schlussbetrachtung 27
6.1 Betriebswirtschaftliche Denkansätze und Anregungen 27
6.2 Die volkswirtschaftlich-politische Zukunft des Sozialstaates BRD 27
Verzeichnis des Anhangs V
Anhang VI
Literatur- und Quellenverzeichnis VII
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
„Vergessen Sie nicht, dass Sie es zu einem großen Stück selbst in der Hand haben, wie es mit der Wirtschaft in Deutschland weitergeht. Auch Sie ganz persönlich können Konjunkturmotor sein.“1 Diesen Appell richtete Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seiner diesjährigen Neujahrsansprache an die Bevölkerung Deutschlands. Das die deutsche Konjunktur nur zögerlich anspringt, ist hinlänglich bekannt. Doch ist der Bürger überhaupt befähigt, Konjunkturmotor zu sein? Hat der Arbeitnehmer überhaupt das nötige Konsumpotential aufgrund seiner Abgabenlast und den Abzügen von Steuer- und Sozialversicherungsbeiträgen in seiner Lohnabrechnung? In einer Zeit, in der viele politische Schlagworte durch die Medienlandschaft geistern, die Bürger verunsichert sind und den politisch aktivierten Umwälzungsprozess zumeist negativ bewerten, steht die BRD an einem entscheidenden Wendepunkt in der noch jungen Geschichte der sozialen Marktwirtschaft. Wie verunsichert die Bevölkerung auf wirtschaftspolitische Meldungen reagiert, zeigt das Bsp. des Gesetzesentwurfs von Bundesfinanzminister Hans Eichel Anfang Januar, die Schwarzarbeit mit mehr Kontrollen und härteren Strafen zu bekämpfen. Die Minijob- Zentrale bekam an den darauffolgenden Tagen bis zu 25000 Anrufe täglich von besorgten Privathaushalten, deren Putzfrauen, Babysitter, Gärtner etc. nicht gemeldet waren.2 Der Regierung wurde schnell klar, welche Lawine sie losgetreten hatte. Künftig soll nun das Hinterziehen der Pauschalsteuern für geringfügig Beschäftigte sogar nicht mehr als Straftat, sondern als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.3 Man sieht an dieser Meldung, wie brisant die Themen sind und wie empfindlich die Öffentlichkeit darauf reagiert. Man erkennt in dieser Kehrtwende der Regierung aber auch die Unentschlossenheit und die mangelhafte Kommunikationspolitik der politischen Führung. „Jeder Mensch hat grundsätzlich die Chance, durch eigene Leistung zu Wohlstand zu kommen. Deswegen ist eine Politik, die Freiheit und Wettbewerb schützt, automatisch auch Sozialpolitik.“4
Die Freiheit des Marktes und der soziale Ausgleich sind die Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft. Allerdings sind die Kosten des sozialen Sicherungssystems inzwischen außerordentlich angestiegen und bedrohen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der BRD.5 Regierung und Opposition übertreffen sich deshalb einander fast wöchentlich mit neuen Konzepten, Vorschlägen und gegenseitiger Kritik. Auf der einen Seite besteht hier die historisch einmalige Chance, gemeinsam die Weichen für die Zukunft zu stellen, auf der anderen Seite werden die nötigen Reformen im politischen Kleinkrieg und um die Gunst der Wähler zu gewinnen, zerrissen. Deutschland steht aber nicht nur vor dem Problem der sozialen Sicherung. Um nur zwei große Problemfelder anzusprechen seien an dieser Stelle die Steuer- und die Bildungspolitik genannt. All diese wichtigen Aufgaben sind mit der Zukunft der BRD verbunden und interdependent zueinander.
Bedroht ist vor allem aber auch der Lebensstandard des Einzelnen und das soziale System insgesamt. Die Kaufkraft der Konsumenten wird sich aufgrund des noch nicht abgeschlossenen Umbaus der sozialen Sicherungssysteme ändern. Zu untersuchen ist, wie intensiv diese Änderung vonstatten geht und welche Bevölkerungsgruppen stärker und welche schwächer betroffen sind. Mögliche zukünftige Einflüsse der veränderten sozialen Sicherung auf die Kaufkraft sind ebenfalls in die Betrachtung mitein zu beziehen. Es können nur Annahmen gemacht werden, da die Reformprozesse noch nicht abgeschlossen sind und unterschiedliche qualitative und quantitative Faktoren eine Rolle spielen. Die Arbeit soll aus dem betriebswirtschaftlichen Blickwinkel heraus argumentieren, aber die volkswirtschaftliche Dimension des Themas nicht außen vorlassen. Die komplexe Themenstellung erfordert aufgrund des begrenzten Umfangs eine Schwerpunktsetzung, weshalb verwandte Themen wie z.B. die Steuerpolitik nur flankiert werden. Es werden ebenfalls nur drei der fünf Säulen der Sozialversicherung näher untersucht. Da ein Großteil der Reformkonzepte die gesetzliche Krankenversicherung (GKV), die Arbeitslosenversicherung (ALV) und die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) bzw. die Altersvorsorge betreffen, soll anhand von diesen der Einfluss auf die Kaufkraft dargestellt werden.
1.2 Aufbau der Arbeit
Zunächst werden die grundlegenden Begriffe und deren Verwendung in dieser Arbeit erklärt. In Kapitel drei wird die Entwicklung der Kaufkraft dargestellt. Gezeigt werden sollen die wichtigen Einflussfaktoren der Kaufkraft, der Ist- Zustand der Kaufkraft, die Gründe dafür sowie mögliche zukünftige Entwicklungen. Der Umbau der sozialen Sicherungssysteme ist hierbei ein zentraler Punkt. Zuerst wird die Frage geklärt, warum Reformen nötig sind. Im Anschluss daran wird auf die drei Pfeiler der Sozialversicherung eingegangen sowie auf deren Umbau. Kapitel fünf beinhaltet den Ansatz, zwischen der Kaufkraftentwicklung und der Veränderung der sozialen Sicherung die Brücke zu schlagen. Es soll zuerst der Wandel der Ausgabenstruktur und die Veränderung der Löhne dargestellt werden. Der Einfluss auf die Kaufkraft wird modellhaft an mehreren Beispielen veranschaulicht. Der zukünftige Einfluss des Sozialstaats auf die Kaufkraft rundet dieses Kapitel ab. Diese Arbeit endet mit einem in zwei Sichtweisen unterteilten Ausblick.
2 Grundlegende Begriffe und deren Verwendung in dieser Arbeit
2.1 Kaufkraft
[...]
1 vgl. Schröder, G., Interview: Die Kandidatin schauen wir uns an, Der Spiegel, Ausg. 2/2004, S.22ff
2 vgl. Kerbusk, K., Gefahr im Verzug, Der Spiegel, Ausg. 5/2004, S. 68
3 vgl. Desselberger, A. / Vernier, R., Weg mit einem Wisch, Focus, Ausg. 8/2004, S.42
4 Pfister, M. / Pimpertz, J. / Seffen, A., Mit Sicherheit sozial: das deutsche Sozialsystem im Umbruch; Institut der Deutschen Wirtschaft, (Hrsg.), Köln, 2002, S. 4
5 ebd. S. 4
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