Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Roland Barthes und die Mythen des Alltags close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Roland Barthes und die Mythen des Alltags

Termpaper, 1992, 26 Pages
Author: Sabine Walther-Vuskans
Subject: German - Miscellaneous

Details

Event: Diskursanalyse und Literaturwissenschaft
Institution/College: University of Bremen
Tags: Roland, Barthes, Mythen, Alltags, Diskursanalyse, Literaturwissenschaft
Category: Termpaper
Year: 1992
Pages: 26
Grade: 2
Bibliography: ~ 31  Entries
Language: German
Archive No.: V31198
ISBN (E-book): 978-3-638-32274-4

File size: 978 KB
Notes :
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob die Arbeit mit einer 1 oder 2 bewertet wurde, gebe daher vorsichtshalber eine 2 an.



Excerpt (computer-generated)

Universität Bremen
Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft
Seminar: Diskursanalyse und Literaturwissenschaft

Roland Barthes und die Mythen des Alltags

von 

Sabine Walther-Vuskans

WS 92/93
Hausarbeit im 5. Semester

 

GLIEDERUNG

TEIL A DIE BEFREIUNG VOM SINN

I. Die Grundthemen des Autors Roland Barthes 3

II. Strukturalismus 4

III. Literaturkritik 7

IV. Literatur oder Geschichte 8

V. Der Schriftsteller 9
V.1 Ecrivain/ Ecrivant 10
V.2 Schreibweise 10
V.3 Diskontinuität 11

TEIL B DIE BEFREIUNG VON DER FORM

I. Was ist ein Mythos 12
I.1 Das sprachliche Zeichen 12
I.2 Wie erkennt man einen Mythos? 13

II. Anwendung des Barthes`schen Mythosbegriffs auf das „Erlanger Baby“ 14
II.1 Der Diebstahl am sprachlichen Ausdruck 14
II.1.1 Hirntod 14
II.1.2 erleiden 15
II.1.3 Das Baby 15
II.1.4 Der Fötus 16
II.1.5 Das Kind 16
II.1.6 Schutz des ungeborenen Lebens 17
II.1.6.1 ungeboren 17
II.1.6.2 Leben 17
II.2 Rhetorische Figuren 17
II.3 Zusammenfassung 19

III. Erweiterung und Kritik des Barthes’schen Mythosbegriffs 20

Literatur 24

Anhang 26

 

I. DIE GRUNDTHEMEN DES AUTORS ROLAND BARTHES

„Une vie: études, maladies, nominations. Et le reste ? Les rencontres, les amitiés, les amours, les voyages, les lectures, les plaisirs, les peurs, les croyances, les jouissances, les bonheurs, les indignations, les détresses : en un mot : les retentissements ? – Dans le texte – mais non dans l’ouvre. “1

Roland Barthes wurde am 12. November 1915 in Cherbourg, Frankreich, geboren. Er starb am 26. März 1980 an den Folgen eines Autounfalls. Dazwischen: ein abwechslungsreiches Tätigsein: Studium der Literatur, Theaterarbeit, zahlreiche Lehrtätigkeiten, Lektorat an der Universität von Alexandrien, Professur für Semiologie am College de France. Die lexikalischen Bezeichnungen für diesen Schreiber sind zahlreich: Semiologe, Marxist, Philosoph, Sprachwissenschaftler, Literaturwissenschaftler, Kritiker, Schreiber, Professor, Strukturalist, Ideologiekritiker.

Ausgangspunkt seiner Arbeit ist die Ablehnung der apologetischen Funktion der bürgerlichen Literatur und er diese Funktion verdeckenden ästhetischen Wertkategorien der traditionellen Literaturwissenschaft.2

Barthes stritt um die Loslösung von Sprache und Literatur aus „mythologischen“ Festschreibungen durch Sinnüberfrachtungen und Fixierung von Bedeutungen sprachlicher „Zeichen“. Er suchte den „Nullpunkt der Literatur“3 – den Punkt, an dem Literatur indem sie nur sich selbst aussagt, indirekt auch etwas über die Bedingungen ihrer Entstehung und damit ihr historisches Umfeld aussagt -, sowie die „Leere“ des sprachlichen Zeichens – das Teil eines Sprech- und Schreibrituals ist und als solches nicht über Eigenbedeutung verfügt, sondern „Hülle“ ist.4

Barthes wollte auf der Ebene des Formalen – der Struktur – Wirklichkeit beschreiben – da ihm jede inhaltliche Aussage zwangsläufig ideologiegebunden erschien, suchte er nach Möglichkeiten, Literatur nicht endgültig bewertend zu beschreiben. Dabei thematisierte er selbst wiederholt zwei Widersprüche seiner eigenen Vorgehensweise:

  1. Literatur selbst ist niemals Wirklichkeit, noch nicht einmal „Spiegel“ von Wirklichkeit, da sie Sprache ist. Jedes Sprechen „über“ etwas, verläuft auf einer „Meta-Ebene“ (es sei denn, es handelt sich um direkte Äußerungen von an einer konkreten Situation Beteiligten) – es ist kein direktes Aussagen dessen was geschieht, sondern ein interpretierendes Nachzeichnen. Dem Sprechen über Literatur kommt demgemäß bereits ein weiterer Abstraktionsgrad zu.
  2. Barthes lehnt „ideologisches Sprechen“ nicht grundsätzlich ab, sondern fordert vom Sprechenden eine Offenlegung seiner ideologischen „Aprioris“ - nur so entgehe er der falschen Vorstellung von Objektivität, hinter der sich immer ein Machtanspruch verbirgt. In diesem Sinne träumte er von einer friedlichen Koexistenz der kritischen Sprachen, aus deren Gesamtheit „eine allgemeine Form entstehen würde, die das Intelligible wäre, das unsere Zeit den Dingen gibt.“5

Die Enttarnung der mythologischen Umdichtung von Geschichte in Natur, die Durchbrechung des Eindrucks von Totalität, Kontinuität und demzufolge Unüberwindbarkeit des bürgerlichen Entwicklungsgedankens und seiner Darstellung in der Literatur samt der dazugehörigen wiederkäuenden und so den Mythos verstärkenden Literaturkritik und -geschichtsschreibung, die Kennzeichnung des als evident dargestellten Zufälligen, die Frage nach der Verknüpfung von Sprache/Literatur und Macht - und schließlich die Lust am Texten6 selbst sind die Grundthemen, um die Barthes in seinen essayistischen Texten kreist. Trotzdem er dabei vehement Standpunkte bezieht und verteidigt, scheint man seiner nie habhaft werden zu können. Seine Freunde beschreiben ihn als einen Mann, der in seiner Schreibweise präsent ist und dabei immer auf der Flucht vor der Fixierung oder Vereinnahmung durch eine Ideologie.7 Lt. Röttger-Denker8 unterteilte Barthes selbst sein Leben in drei Abschnitte:

  1. Faszination durch Theater, Sprache, Diskurs, Möglichkeiten, der Mythenbildung der Bourgeoisie wissenschaftlich etwas entgegenzusetzen;
  2. Wissenschaftlichkeit vor allem zur Zeit der Arbeit an der Semiologie: „’Dominizierend war für mich in dieser Periode meiner Arbeit, glaube ich, weniger die geplante Begründung der Semiologie als Wissenschaft, als vielmehr die Lust, eine Systematik zu erproben … ich bastelte … Systeme, Spiele: Bücher geschrieben habe ich nur aus Lust.’“9
  3. Das Eindringen in den Text – nicht in dessen Bedeutung, sondern in das signifikante. In seiner Ästhetik der Text-Lust geht es Barthes „um eine Verknüpfung von Körper und Sprache, es geht ihm um die mit ‚Haut bedeckte Sprache’,…“.10

[....]


1 Barthes, Roland: Roland Barthes par roland barthes. Éditions du Seuil, Paris, 1975

2 Meyers Neues Lexikon. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig, 1972

3 Barthes, R.: Am Nullpunkt der Literatur. FaM, 1982

4 Barthes, R.: Das Reich der Zeichen. FaM, 1981

5 Barthes, R.: Literatur oder Geschichte. FaM, 1969, S. 121

6 So auch der Titel eines seiner Bücher, in dem er vorschlägt, den Text als Körper wahrzunehmen und die Freude (Plaisir) am Text übergehen zu lassen in jouissance als erotischer und kritischer Wert der Textbetrachtung. Barthes, R.: Die Lust am Text. FaM, 1974

7 Selbst die nahe stehenden Diskurspartner scheinen ratlos, sh. dazu: Henschen, H.H. (Hg.): Roland Barthes. München , 1988

8 Röttger-Denker, G. Roland Barthes zur Einführung. Hamburg, 1989

9 ebd. S.13

10 ebd., S.28


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Der Begriff des Mythos bei Cassirer

Author: Steffen Heil
Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language), 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/31198/roland-barthes-und-die-mythen-des-alltags
please wait Please wait