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Seminararbeit, 2003, 19 Seiten
Autor: Magistra Artium Denise Demnitz
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Details
Institution/Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften)
Tags: Darstellung, Sexualität, Musikvideoclip, Proseminar, Darstellung, Sexualität, Videoclip
Jahr: 2003
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-32506-6
Dateigröße: 288 KB
Geschlechterbilder in Musikvideoclips sind eine von Wissenschaftlern weniger beachtete Besonderheit, obwohl sie sich durch eine relativ große Vielfalt an Repräsentationsstrategien von Geschlecht auszeichnen. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik der Musikvideoclips und der Bedeutung der Darstellung von Geschlechterdifferenzen werden die Kriterien zur Geschlechterdarstellung von Bechdolf (1999)zusammengefasst. An drei heutigen Clip-Beispielen wird versucht, diese zu erweitern.
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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
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Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften
Proseminar: Darstellung von Sexualität im Videoclip
Fachsemester: 6
Die Darstellung von Sexualität im Musikvideoclip
von: Denise Demnitz
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
1 Musikvideos und Geschlechterbilder 5
2 Geschlechterrepräsentationen im Musikvideoclip 6
2.1 Tradition und Affirmation 6
2.2 Opposition und Rebellion 7
2.3 Auf-Brüche und Gender-B(l)ending 8
3 Repräsentationsstrategien von Geschlecht in aktuellen Musikvideoclips 10
3.1 Add N To (X): „Plug Me In“ 10
3.2 N.E.R.D.: „Lapdance“ 11
3.3 Peaches: „Diddle My Skittle“ 13
4 Erweiterung der Strategien der Geschlechterrepräsentation: „Verweigerung von Konventionen“ 14
Zusammenfassung 15
Literaturverzeichnis 16
Anhang 16
Einleitung
Geschlechterbilder in Musikvideoclips sind eine von Wissenschaftlern weniger beachtete Besonderheit, obwohl sie sich durch eine zu anderen Medien relativ große Vielfalt an Repräsentationsstrategien von Geschlecht auszeichnen. Einen recht umfassenden und überzeugenden Überblick darüber gibt Ute Bechdolf (1999). Die Gültigkeit ihrer Übersicht zu Geschlechterbildern in Musikvideoclips und ihre Erweiterung ist Thema dieser Arbeit. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik der Musikvideoclips und der Bedeutung der Darstellung von Geschlechterdifferenzen werden die Kriterien zur Geschlechterdarstellung von Bechdolf zusammengefasst. Anschließend wird versucht, an drei Beispielen von heutigen Musikvideoclips zu zeigen, inwieweit Bechdolfs Kriterienkatalog erweitert werden kann.
1 Musikvideos und Geschlechterbilder
Musikvideos sind „... drei- bis fünfminütige Videofilme, in denen ein Musikstück … von einem Solointerpreten oder einer Gruppe in Verbindung mit verschiedenen visuellen Elementen präsentiert wird.“ (Neumann-Braun, Schmidt, S. 10) Sie sind besonders bei Jugendlichen beliebte „Konsumprodukte“ und werden bzw. wurden vor allem von nicht-jugendlichen Kritikern skeptisch beurteilt. Das lag und liegt an der Beschaffenheit des Videos: bunt, schrill, schnelle Schnitte und scheinbare Sinnlosigkeit prägen dieses Medium. Heute scheint das Musikvideo keine Persönlichkeitsbedrohung darzustellen und wird auch auf tieferen Ebenen als der bloßen bunten und schrillen Oberfläche betrachtet. In der analytischen Ebene scheint das Musikvideo zwischen zwei Positionen zu schwanken. Einerseits wurde die Verbindung von Popmusik und Massenmedium Fernsehen als Bedrohung des „wahren Musizierens“ gesehen. Außerdem scheint von den Clips und ihrer immerwährend scheinenden Reproduktion von Stereotypen eine Bedrohung auszugehen. Andererseits ist das Musikvideo fortschrittliches Medium, da es die experimentelle Verknüpfung von Bild und Ton und die vielfältigen Möglichkeiten ihrer Gestaltung aufweist. Damit bedeutet es für bestimmte Künstler wie z. B. David Bowie die Möglichkeit der Erweiterung der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Kritisch wird noch immer die Einbindung des Clips in den musikindustriellen Produktions- und Verwertungsprozess betrachtet. Ein weiteres Charakteristikum von Musikvideoclips ist, dass der Star als Bedeutungsträger in den Mittelpunkt rückt, genauer das Image des Sängers, des Musikers oder der Band. Video „killte“ nicht den Radiostar, wie es im ersten Video von MTV hieß, sondern erhob ihn zum Super- oder Megastar. Vor diesem Hintergrund ist es möglich zu sagen, dass der Erfolg von Künstlerinnen und Künstlern wie Michael Jackson oder Madonna, sowie Boygroups etc. ohne Musikfernsehen und Videoclip nicht möglich wären (vgl. Bloss, S. 197). Das Musikvideo bietet durch seine Qualität der täglichen Verfügbarkeit und seinen komplexen ästhetischen und gestalterischen Möglichkeiten ein attraktives Medium zur Darstellung der Geschlechter und zur Repräsentation von Geschlecht. Das kommt dadurch zustande, dass mit Hilfe des Clips die körperliche Präsenz der Gruppen und Musikerinnen und Musikern im Vordergrund stehen, und damit die Präsentation ihrer physischen Erscheinung. Dazu kommt, dass ihre Erscheinung gleichzeitig als Simulation präsentiert wird. Der Videoclip macht dabei zum einen die kulturelle Variabilität der Geschlechterbedeutungen deutlich und vermindert deren Schärfen, zum anderen werden genauso auch konventionalisierte Geschlechterbedeutungen wiederbelebt (vgl. Bloss, S. 203 f.).
2 Geschlechterrepräsentationen im Musikvideoclip
In Musikvideoclips lässt sich eine große Vielfalt der Darstellung von Männlichkeit und Weiblichkeit feststellen. Die Mehrzahl der im Musikfernsehen gezeigten Clips stellt Stereotype der Geschlechterbeziehungen dar, alternative Geschlechterbilder sind allerdings ebenso vorhanden. Ute Bechdolf (1999) zeigt drei verschiedene Kategorien der Geschlechterbilder auf, die im folgenden erläutert werden.
2.1 Tradition und Affirmation
Traditionelle Geschlechterbilder sind nach Bechdolf solche, in denen allgemein Männer als Handelnde und Frauen als Objekte dargestellt werden.. Das kann auf verschiedene Arten und Weisen passieren (vgl. Bechdolf, S. 98 ff.). Eine häufige Art der traditionellen Geschlechterdarstellung ist die der Clips der Heavy-Metal- und Rock-Musikgruppen, in denen Weibliches ausgeschlossen wird. Diese Musikrichtungen richten sich vor allem an männliche Jugendliche. Männliche Musiker stehen im Mittelpunkt, hinzu kommen männliche Zeichen wie Lederoutfit, Autos oder Straße. In Heavy-Metal-Clips sind Frauen größtenteils vom aktiven Geschehen ausgeschlossen und als Fans, Groupies oder in Zusammenhang mit sexuellen Interessen präsentiert (Bsp.: Aerosmith: Living on the Edge; Michael Jackson: Beat It). In den meisten Musikvideoclips steht männliches Begehren im Mittelpunkt, das heißt, dass Begegnungen und Beziehungen zwischen Frauen und Männern aus der Perspektive des Mannes betrachtet werden. Themen sind dabei romantische Sehnsucht, die „Anmache“ junger, attraktiver Frauen oder die wütende Beschimpfung ehemaliger Geliebter. Geschlechterbilder werden häufig dabei aus klassischen Filmgenres wie Musical, Kriminalfilm, Science Fiction oder Western übernommen (Bsp.: Michael Jackson: Thriller). Ein weiteres Merkmal traditioneller Geschlechterbilder in Musikvideoclips ist die Dominanz männlicher Blicke, auch mit dem englischen Begriff „male gaze“ beschrieben. Frauen werden hierbei als vielseitige Reizmittel eingesetzt, wobei sie selbst singen oder in Hintergrund agieren. Sie binden den Blick der damit angesprochenen männlichen Zuschauer mit dem Versprechen von allgemein verfügbaren und öffentlich zugänglichen weiblichen Körpern an den Bildschirm. Voyeuristische Lüste werden befriedigt (Bsp.: Robert Palmer: Addicted to Love, Irresistible). Eine Weiterentwicklung dieser Inszenierungsstrategie ist der Einsatz von Frauen als Ornamente, wobei sich Frauen als erotische Objekte der Begierde und als sexuell reizvolle Körper und Stimmen vor allem in Tanzvideos wiederfinden. Frauenkörper werden häufig knapp bekleidet (z. B. mit Bikini) gezeigt, während Männer vollständig bekleidet auftreten. Es findet zudem eine Fragmentierung der Frauenkörper statt - es werden Brüste, Becken, Hintern, von unten oder hinten aufgenommen (in Großeinstellung), eingesetzt. Die Darstellung von Frauen als Ornamente macht die vorherrschende Geschlechterhierarchie deutlich. Diese kann auch durch nicht vordergründig sexuelle Themen vermittelt werden. Geschlechterhierarchie wird dann erzeugt, indem eine emotionale Abhängigkeit der Frauen von Männern thematisiert wird (Bsp.: Sinead O’Connor: Nothing Compares 2 U).
2.2 Opposition und Rebellion
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