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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Antje Dietz
Subject: German Studies - Didactics
Details
Tags: Maßgebliche, Voraussetzungen, Verständnis, Romans, Spinnennetz, Joseph, Roth
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-33056-5
ISBN (Book): 978-3-638-83456-8
File size: 104 KB
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Abstract
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Joseph Roths Frühwerk „Das Spinnennetz“ und den maßgeblichen Voraussetzungen zum Verständnis des Romans. Hierzu werde ich mich im Wesentlichen auf die historischen Hintergründe des Romans konzentrieren und einen Abriss der Geschichte der Weimarer Republik nach dem ersten Weltkrieg geben. Dadurch werden Hintergründe erläutert, die zum Verständnis des Handelns der Protagonisten führen sollen beziehungsweise unerlässlich sind. Ferner stelle ich Joseph Roth als Autor in seiner Zeit kurz vor, jedoch folgt keine umfassende biografische Schilderung seines Lebens und Werkes, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde und ausführlich bei Bronsen1 nachzulesen ist. Biografische Daten werden nur insofern dargestellt, als sie für die Entstehung und das Verständnis des Romans relevant sind. Des Weiteren gehe ich insofern auf den Roman „Das Spinnennetz“ ein, als ich die Entstehungsgeschichte beschreibe und seine Protagonisten Theodor Lohse und Benjamin Lenz vorstelle. Auf eine umfassende inhaltliche Zusammenfassung verzichte ich. Nachfolgend soll die Rezeption des Romans dargestellt werden. Zum Schluss soll untersucht werden, inwiefern der historische Hintergrund eine maßgebliche Voraussetzung für das Verständnis des Romans ist und inwiefern Joseph Roth als Visionär in Bezug auf den aufkeimenden Nationalsozialismus angesehen werden kann. Des Weiteren soll geprüft werden, ob Roth die von ihm dargestellten Protagonisten als Spiegelung der Menschen nach dem Ersten Weltkrieg sieht und erklärt.
Excerpt (computer-generated)
Fachbereich: Institut für deutsche Sprache und Literatur I
Seminar: Literaten in Frankfurt
Johann Wolfgang Goethe – Universität Frankfurt/Main
Sommersemester 2004
Joseph Roth: „Das Spinnennetz“
Maßgebliche Voraussetzungen zum Verständnis des Romans
Autorin:
Antje Dietz
1.HF: Germanistik
2.HF: Pädagogik
9. Fachsemester
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1. Einleitung 1
2. Historischer Hintergrund 2
3. Kurzbiografie Joseph Roth 5
4. Das Spinnennetz 6
4.1. Entstehung 6
4.2. Die Protagonisten 7
4.2.1. Theodor Lohse 7
4.2.2. Benjamin Lenz 9
4.3. Rezeption 11
5. Schlussbetrachtung 12
6. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Joseph Roths Frühwerk „Das Spinnennetz“ und den maßgeblichen Voraussetzungen zum Verständnis des Romans.
Hierzu werde ich mich im Wesentlichen auf die historischen Hintergründe des Romans konzentrieren und einen Abriss der Geschichte der Weimarer Republik nach dem ersten Weltkrieg geben. Dadurch werden Hintergründe erläutert, die zum Verständnis des Handelns der Protagonisten führen sollen beziehungsweise unerlässlich sind.
Ferner stelle ich Joseph Roth als Autor in seiner Zeit kurz vor, jedoch folgt keine umfassende biografische Schilderung seines Lebens und Werkes, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde und ausführlich bei Bronsen1 nachzulesen ist. Biografische Daten werden nur insofern dargestellt, als sie für die Entstehung und das Verständnis des Romans relevant sind.
Des Weiteren gehe ich insofern auf den Roman „Das Spinnennetz“ ein, als ich die Entstehungsgeschichte beschreibe und seine Protagonisten Theodor Lohse und Benjamin Lenz vorstelle. Auf eine umfassende inhaltliche Zusammenfassung verzichte ich. Nachfolgend soll die Rezeption des Romans dargestellt werden.
Zum Schluss soll untersucht werden, inwiefern der historische Hintergrund eine maßgebliche Voraussetzung für das Verständnis des Romans ist und inwiefern Joseph Roth als Visionär in Bezug auf den aufkeimenden Nationalsozialismus angesehen werden kann. Des Weiteren soll geprüft werden, ob Roth die von ihm dargestellten Protagonisten als Spiegelung der Menschen nach dem Ersten Weltkrieg sieht und erklärt.
2. Historischer Hintergrund
„Schöner Gigolo, armer Gigolo,
Denke nicht mehr an die Zeiten,
Wo Du als Husar,
Goldverschnürt sogar,
Konntest durch die Strassen reiten.
Uniform passé, Liebchen sagt adieu,
Schöne Welt, Du gehst in Fransen.
Wenn das Herz Dir auch bricht,
Zeig ein lachendes Gesicht.
Man zahlt und du musst tanzen.“2
(Text: J. Brammer, Melodie: L. Casucci vor 1929)
Besser als Brammers Text könnte man die Situation vieler junger ehemaliger Offiziere in Deutschland Anfang der 20er Jahre nicht beschreiben. Vor dem ersten Weltkrieg gehörten sie einer privilegierten Kaste an, die weit über das ohnehin dominierende Militärische Einfluss auf die Gesellschaft ausübte, repräsentierte sie doch auch die mit ihnen eng verflochtenen Machteliten in Verwaltung, Justiz und Wirtschaft. Sie fühlten sich ihrem „Obersten Kriegsherrn“, dem Kaiser, verpflichtet, der seinerseits ihre Privilegien garantierte. Der Kaiser hatte im November 1918 abgedankt, die Weimarer Republik hatte für die im Krieg mit Orden ausgezeichneten, an straffe Führungsverantwortung gewöhnten jungen Männer keine Verwendung mehr. Vielen von ihnen, deren Familien durch Krieg und Inflation verarmt waren, blieb nichts weiter übrig als eine kümmerliche Existenz als Hauslehrer oder Gigolo.
Die Verantwortung für ihre Misere sahen die ehemaligen Offiziere bei den „Novemberverbrechern“, den demokratischen Politikern, die für die militärische Niederlage verantwortlich gemacht wurden („Dolchstoßlegende“). Es bildeten sich Geheimbünde wie die „Organisation Consul“ (von Roth im Roman „Organisation „C““ genannt), die Morde insbesondere an demokratischen Politikern planten und ausführten, deren prominenteste Opfer Erzberger (1921) und Rathenau (1922) wurden. Es bestand ein undurchsichtiges Geflecht zwischen ihnen, Reichswehrkommandeuren und ehemaligen Generälen, an der Spitze Erich Ludendorff, der gegen Ende des Krieges Deutschland zu einer Quasi-Militärdiktatur gemacht hatte und nun allgemein als die Führungsspitze einer gegen die Republik gerichteten reaktionären Bewegung galt.
[....]
1 Siehe: Bronsen, David: „Joseph Roth. Eine Biographie“. Köln: Kiepenheuer und Witsch 1974
2 Vgl.: http://ingeb.org/Lieder/schonerg.html vom 29.09.2004
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