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Scholary Paper (Seminar), 2003, 34 Pages
Author: Jule Schäfer
Subject: Art - Graphics / Illustration / Print
Details
Institution/College: Braunschweig Academy of fine arts
Tags: Honoré, Daumier, Emanzipierte, Frauen, Werk, Frau, Närrin, Seminar, Phänomenologie, Narren
Year: 2003
Pages: 34
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 4 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-33081-7
File size: 8583 KB
Inkl. 20 Seiten ergänzende Abbildungen
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Excerpt (computer-generated)
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
Kunstwissenschaft
Seminar: Phänomenologie des Narren
Wintersemester 2002/2003
Honoré Daumier
Emanzipierte Frauen in seinem lithographischen Werk
- Die Frau als Närrin -
Jule Schäfer
6. Semester
Kunstwissenschaft (Hauptfach)
Medienwiss. (NF), Soziologie (NF)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 2
2. Biografische und historische Daten ... 2
3. Die Lithographie ... 4
3.1 Arbeitsablauf ... 5
3.2 Auflagen ... 6
4. Die französische Frauenbewegung ... 7
5. George Sand ... 9
6. Les Bas bleus ... 10
7. Fazit ... 13
8. Literaturverzeichnis ... 13
9. Abbildungen ... 13
1. Einleitung
Honoré Daumier wurde durch seine Karikaturen berühmt, die er in verschiedenen
Zeitung veröffentlichte. Eine ganze Reihe von Lithographien widmete er den
emanzipierten Frauen, deren Verhalten er nicht nachvollziehen konnte und wollte. Er
stellte sie als verantwortungslose Närrinnen dar, die ihre Aufgaben vernachlässigten,
um sich ganz dem Vergnügen hinzugeben. Im Folgenden wird darauf eingegangen,
unter welchen Umständen – Geschichte, Technik, Rollenverständnis - diese
Lithographien entstanden sind.
2. Biografische und historische Daten
[...]
3. Die Lithographie
Die Ableitung des Wortes Lithographie erfolgt aus dem Griechischen – „Lithos“ = Stein, „graphein“ = schreiben, zeichnen – und wird mit „Steinzeichnung“ übersetzt. Als Erfinder der neuen Technik gilt Aloys Senefelder 1797/98 in München. Es handelt sich um ein manuelles Flachdruckverfahren, mittels eines sehr feinen, dichten Kalksteins, eines kohlensauren Kalkschiefers, der bis auf einzelne Ausnahmen nur an zwei Orten auf der Welt vorkommt: Kehlheim in Bayern und vor allem Solnhofen im Altmühltal.
Auf dem mit Sand, Bimsstein und Wasser glattgeschliffenen und mit Alaun entsäuerten Stein wird die Zeichnung mit Fettfarbe mittels Feder, Pinsel, Tusche oder Litho-Kreide aufgebracht. Dabei verbindet sich die Farbe mit dem Stein zu fettsaurem Kalk, der einerseits fettanziehend, andererseits wasserabstoßend wirkt. Anschließend ätzt man mit verdünnter Salpetersäure, wodurch die Zeichnung fixiert wird. Es folgt eine Behandlung mit Gummiarabicum-Wasser, das sich mit den unbearbeiteten Partien der Steinplatte verbindet. Wird der Stein nun mit Druckfarbe eingewalzt, so wird diese nur von der fettanziehenden Zeichnung angenommen, von den übrigen Partien jedoch abgestoßen.
Bei dem anschließenden Druckvorgang nimmt das Papier vom Stein die Farbe der Zeichnung ab, während die unbearbeiteten Partien auf dem Abzug weiß erscheinen, da diese durch das Gummiarabicum-Wasser geschützt keine Druckfarbe angenommen haben.
Mit der spontanen, ungehinderten Aufbringung einer Zeichnung auf den Lithographiestein – gleichsam wie auf Papier – war es erstmals möglich, direkt und ohne Zwischenschritte eine künstlerische Idee in ein druckgraphisches Medium zu übertragen. Entsprechend wurde die Lithographie-Technik in den folgenden Jahrzehnten zu einem der wichtigsten künstlerischen Ausdrucksmitteln. Anfänglich wurde diese Technik infolge der hohen Auflagemöglichkeiten als preiswertes Vervielfältigungsmittel eingesetzt, um gemalte, gezeichnete, oder gestochene Darstellungen zu reproduzieren. Man erkannte aber schon bald die großen Möglichkeiten, die darin lagen, dass man den Stein selbst als Ausgangspunkt für künstlerische Arbeiten nutzen konnte.
Goya in Spanien, Reuter in Berlin, Delacroix und Géricault in Frankreich haben die Lithographie mit ihren spezifischen Ausdrucksmitteln schon früh zu einer wichtigen, eigenständigen Kunstform entwickelt. Im Bündnis mit der Presse und der tagespolitischen Bildberichterstattung eines Daumier, Granville oder Gavarni erhält der Steindruck seine überragende historische Bedeutung. Er ist das entscheidende Bindeglied zwischen den tradierten Holzschnitt- und Kupferstichtechniken einerseits und andererseits den industriellen Verfahren des Photo- bzw. Offsetdrucks im 20. Jahrhundert.1
3.1 Arbeitsablauf
Die präparierten Steine wurden Daumier nach Hause gebracht, wo er – bis auf wenige Ausnahmen bekannter Vorzeichnungen – direkt auf ihnen zeichnete. Pro Arbeit bekam er dafür 50 Francs bezahlt.
Vom Drucker wurden dann ein bis zwei Probedrucke auf festem Velin abgezogen: einen davon erhielt Daumier zur Begutachtung, einen der Texter, der den Bildkommentar, eventuelle Nummerierungen, Serientitel und Adressen hinzufügte, denn die meistens Texte stammen nicht von Daumier selbst. Er äußerste sich dazu folgendermaßen:
[...]
1 Verkaufskatalog 1999: 4
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