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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 27 Pages
Author: Jule Schäfer
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Institution/College: Technical University of Braunschweig (Institut für Sozialwissenschaften)
Tags: Kunst, Weiterbildung, Neue, Potenziale, Personalentwicklung, Wissens-, Kompetenzentwicklung, Kontext, Zusammenhänge, Erfahrungen, Herausforderungen, Tendenzen
Year: 2004
Pages: 27
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-33083-1
File size: 459 KB
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Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Braunschweig
Institut für Sozialwissenschaften
Hauptseminar: Wissens- und Kompetenzentwicklung im betrieblichen
Kontext: Zusammenhänge, Erfahrungen,
Herausforderungen und Tendenzen.
8. Semester
Kunst in der betrieblichen Weiterbildung –
Neue Potenziale für die Personalentwicklung?
von: Jule Schäfer
Inhaltsverzeichnis
1. Bildende Kunst im Unternehmen – eine Einleitung 2
2. Was ist Bildende Kunst? – eine Annährung 3
3. Was leistet Kunst in der betrieblichen Weiterbildung? 4
3.1 „passiv“ 5
3.1.1 Kunstwerke fördern Vorurteilsfreiheit 5
3.1.2 Kindliche Sichtweisen aufzeigen 7
3.1.3 Teamentwicklung in einem Straßenzug 8
3.1.4 Organisation komplexer Systeme = barocke Architektur 9
3.1.5 Prozesse einer Skulptur 13
3.1.6 „Kunst und Kölsch“ 14
3.2 „aktiv“ 16
3.2.1 ArtTeaming: alle unter einem Dach 16
3.2.2 Künstlerische Weiterbildung bei Volkswagen 18
3.2.3 Stilleben überzeichnen 19
4. Wer bildet weiter? Anforderungen an Weiterbilder 20
5. Zukunftsaussichten 22
6. Fazit 24
7. Literaturverzeichnis 25
1. Bildende Kunst im Unternehmen – eine Einleitung
Ich glaube, die Kunst ist die einzige Tätigkeitsform, durch die der Mensch sich als wahres Individuum manifestiert. Marcel Duchamp Die Persönlichkeit des Einzelnen rückt in der neuen Arbeitswelt zunehmend ins Zentrum der betrieblichen Wertschöpfung. Die Anforderungen, die an die Mitarbeiter gestellt werden, setzen mehr als zuvor das Bewusstsein für soziales Handeln und Selbstreflexion voraus. Gefragt sind die Kompetenzen, die den Einzelnen berufs- und lernfähig machen, und das möglichst ein Leben lang. Die Fähigkeiten auf die es dabei ankommt, sind die, die tiefer in der Persönlichkeit verankert und damit auch schwerer zugänglich sind als abprüfbares Wissen. Selbständigkeit, Einsatzbereitschaft, Neugier, Kreativität kann man nicht beibringen, sondern „nur“ ermöglichen bzw. wachrufen. Immer mehr Weiterbilder entdecken, dass der Einsatz von Künstlerischem in der Personalentwicklung die psycho-sozialen Kompetenzen besonders effektiv herausbildet. Dabei arbeiten Kunsthistoriker bzw. Künstler mit „klassischen“ Weiterbildern eng zusammen, um sich gegenseitig anzuregen und ihre Arbeit aufeinander abzustimmen und aufzubauen. Besonders im Kommunikationstraining, der Teamentwicklung, Prozessentwicklung, Wertschätzungsförderung und alles übergreifend der Selbstreflexion bzw. Selbsterfahrung ist der Einsatz von Kunst unentbehrlich. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, ist es zu Beginn wichtig das Interesse an der Kunst zu wecken, um dann mit einer passenden Übung die gewünschten Kompetenzen herauszubilden. Wichtig für die betriebliche Einbindung des Ergebnisses ist es dabei, den Teilnehmern der Weiterbildungsmaßnahmen vor Augen zu führen, wo die Parallelen zwischen der Kunst bzw. dem künstlerischen Prozess und dem eigenen Unternehmen bestehen.
Im Folgenden werden nun verschiedene Beispiele für den künstlerischen Einsatz gegeben. Außerdem werden die Anforderungen an die Weiterbilder (sowohl „künstlerische“ als auch „klassische“), sowie die Zukunftsaussichten der Maßnahmen angesprochen.
2. Was ist Bildende Kunst? – eine Annährung
„Kunst“ im weitesten Sinn, ist jede zur Meisterschaft gebrachte Tätigkeit. „Kunst“ im engeren Sinne bezeichnet die wirksame Gestaltung eines gegebenen Materials.1 Im alltäglichen Sprachgebrauch steht „Kunst“ meist für „Bildende Kunst“. „Bildende Kunst“ ist eine zusammenfassende Bezeichnung für Bildhauerkunst, Malerei, Grafik, Kunsthandwerk; aber auch für Architektur und künstlerische Fotografie. Jedoch ist die Vorstellung von einem allgemein gültigen Kunstbegriff, die für alle Zeiten und Werke anwendbar ist, heute überholt. Die Einschätzung von Kunst hängt von den Maßstäben einer Epoche und von der individuellen Sicht ab. Kunstrezeption, Kunsttheorien und Kunstbegriff können nicht getrennt von der Stellung des Künstlers gesehen werden.2
Definition: „Die sinnlich wahrnehmbare Konkretisierung einer individuellen oder gruppenspezifischen Idee (d.h. eines mentalen Vorstellungskomplexes eines oder mehrer Künstler), die für eine relevante Rezipientengruppe neuartigen Informationsgehalt besitzt, Anregung und Forderung darstellt und damit zu ästhetischem Genuss bei der Auseinandersetzung mit dieser Neuheit führt.“3 Welche Personen diese ‚relevante Rezipientengruppe’ bilden, hängt ganz davon ab, aus welchem Bereich heraus die Kunst betrachtet wird: Aus kunstwissenschaftlicher Sicht sind es beispielsweise Kunsthistoriker, aus wirtschaftlicher Sicht dagegen sind es die Marktpartner (d.h. Anbieter und Nachfrager), aber auch Kunden, Management und Mitarbeiter. Aber auch der Künstler selbst kann diese relevante ‚Rezipientengruppe’ verkörpern, und zwar wenn er darauf verzichtet seine Kunst dem Publikum zu präsentieren.4 Diese Arbeit beschäftigt sich mit Kunst aus wirtschaftlicher Sicht; also aus Sicht der Mitarbeiter und Führungskräfte. Jedoch sind sie hier nicht nur Rezipienten, sondern üben auch selbst verschiedene künstlerische Tätigkeiten aus.
3. Was leistet Kunst in der betrieblichen Weiterbildung?
Der Einbezug der Kunst in die Weiterbildung ermöglicht es „verschiedene Modelle des Umgangs mit Komplexität und Unüberschaubarkeit“ durchzuspielen.5 Während Wissenschaft und Wirtschaft tun „als ob die Menge des Wissens geordnet und verfügbar gemacht werden könnte“6, hat man in der zeitgenössischen Kunst „das Entgleisen von Übersicht und Ganzheit“ dagegen längst akzeptiert, sogar kalkulierend als künstlerisches Mittel eingesetzt. In einer Zeit des Umbruchs ist die Auseinandersetzung mit Neuem und dem Erlernen von Fremden unumgänglich. Der Weg führt weg vom „steifen“ klassischen Weiterbildungsseminar, hin zu Outdoor-Training und zum Einbezug von Kunst. Die Welt der Kunst und der Kultur werden unter Berücksichtigung der Aspekte aus dem Unternehmen als „betriebsferner Lernraum“ genutzt. Der Einsatz von Kunst in der betrieblichen Weiterbildung ist eine besondere Art des Kommunikationstrainings, da man über sich und eigene Sichtweise offen und gleichzeitig präzise sprechen lernt. Die Kommunikation wird dadurch verbessert, dass Persönlichkeitsentwicklung mit dem Teamtraining verbunden wird. Beim Arbeiten mit Kunstwerken wird das Wahrnehmbare a) empfunden und analysiert und dann b) so exakt versprachlicht, dass die eigene Wahrnehmung möglichst genau der Gruppe weitergegeben wird. Kunst verbessert das Zusammenspiel emotionaler und rationaler Kompetenzen, aufgrund der Gleichwertigkeit von analysierendem und einfühlsamen Zugang, die erfahren wird. Das Denken und Argumentieren aus beiden Richtungen trainiert außerdem auch die beiden Hirnhälften. Die Maßnahmen bestehen meistens aus drei Phasen: Phase 1: Einführung in Grundlagen des jeweiligen künstlerischen Bereichs bzw. verschiedene Wahrnehmungsübungen Phase 2: Diskussion vor (in) Kunstwerken bzw. eigene künstlerische Tätigkeit; Phase 3: gezielte Reflexionsarbeit. Das Erleben allein nützt nichts, auch die Verarbeitung ist wichtig und dass man die Erfahrungen bewusst in den täglichen bzw. betrieblichen Kontext hineinstellt.
3.1 „passiv“
[...]
1 vgl.: http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/02.htm
2 vgl.: www.brockhaus.de
3 Lehman-Fiala 2000, S. 26
4 vgl.: Lehman-Fiala 2000, S. 26
5 http://www.move-on-consult.de/fileadmin/user_upload/publikationen/4_innovative_ideen.pdf
6 http://www.move-on-consult.de/fileadmin/user_upload/publikationen/4_innovative_ideen.pdf
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