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Der Granatapfel und die Kunst

Hauptseminararbeit, 2003, 34 Seiten
Autor: Jule Schäfer
Fach: Kunst - Malerei

Details

Veranstaltung: HS: Das große Fressen – „Essthetik“ in Kunst und Medien
Institution/Hochschule: Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
Tags: Granatapfel, Kunst, Fressen, Kunst, Medien
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 34
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 29  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V32342
ISBN (E-Book): 978-3-638-33089-3

Dateigröße: 1363 KB


Textauszug (computergeneriert)

HBK Braunschweig
Wintersemester 2002/2003

Seminar: Das große Fressen – „Essthetik“ in Kunst und Medien

Der Granatapfel und die Kunst

von

Jule Schäfer

6. Semester
Kunstwissenschaft (HF)
Medienwissenschaften (NF)
Soziologie (NF)

 

 

1. Einleitung  2

2. Der Granatapfel  2
2.1 Herkunft  2
2.2 Aussehen/Wirkung  3

3. Darstellung in der Bildenden Kunst  5
3.1 Christliche und mythologische Darstellungen  5
3.1.1 Botticelli: Madonna della Melagrana  5
3.1.2 Ghirlandaio: Geburt Johannes des Täufers  6
3.1.3 Caravaggio: Christus und die Jünger in Emmaus  9
3.1.4 Rossetti: Proserpina  10
3.2 Repräsentationsbildnis  13
3.2.1 Dürer: Bildnis Kaiser Maximilians I. vor grünem Grund  13
3.2.2 Carpaccio: Zwei venezianische Damen auf dem Balkon  15
3.3 Stilleben  17
3.3.1 Chardin: Stilleben mit Porzellankanne  17
3.3.2 Cézanne: Stilleben mit Granatapfel und Birnen  18
3.3.3 Linard: Die Fünf Sinne  18
3.4 Jahreszeiten  19
3.4.1 Arcimboldo: Porträt Rudolph des II. als Vertumnus  19
3.4.2 Manfredi: Allegorie der vier Jahreszeiten  20
3.5 Dalí: Traum verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen  22

4. Fazit  25

5. Literaturnachweis  27

6. Bildnachweis  28

7. Anhang  30
7.1 Gedicht  30
7.2 Geschichte  30
7.3 Rezept  32

 

1. Einleitung

Der Granatapfel ist ein oft verwendetes Symbol in der Kunst und hat dabei unterschiedlichste Bedeutungen. Hier sollen nun Bilder verschiedener Art dargestellt und die entsprechende Symbolik dieser Frucht analysiert werden. Unterschieden wird dabei nach christlichen/mythologischen Werken, Repräsentationsbildnissen, Stilleben und Darstellungen der Jahreszeiten. Gesondert wird noch Dalís Werk Traum verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen betrachtet. 
Meistens stellt der Granatapfel allerdings nur einen Teil der Gesamtdeutung dar. Aus diesem Grund muss, um eine vollständige Interpretation zu ermöglichen, außerdem auf die weitere Symbolik der Darstellungen eingegangen werden. Den Deutungen geht jeweils eine kurze Bildbeschreibung mit erklärenden Ansätzen voraus, um die Zusammenhänge besser verständlich machen zu können. Wenn erforderlich befindet sich vor der Beschreibung zudem noch eine einleitende Erläuterung der Szene.
Zunächst wird als Einführung allerdings kurz auf Herkunft, Geschichte und Natur des Granatapfels eingegangen.

2. Der Granatapfel
lateinisch: Punica granatum, engl: pomegranate

2.1 Herkunft

Der Granatapfelbaum kommt ursprünglich aus Westasien (wahrscheinlich Persien bzw. Pakistan) und ist am Mittelmeer bzw. allgemein in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde verbreitet (z.B. Iran, Brasilien).1 Schon auf Grabgemälden im alten Ägypten (ca. 2500 v. Chr.) war er abgebildet und auch bei den Phöniziern und Syrern war der bei ihnen als ´Rimmon´ bezeichnete Granatapfel eine wichtige Kulturpflanze. 
In der Bibel findet die Frucht ebenfalls Erwähnung: „dein Gott führt Dich in ein gutes Land...; ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel sind,..." [5. Moses (8, 7-8)] 2

Die Römer lernten den Granatapfel über die Karthager (Punier) kennen, daher stammt wahrscheinlich der erste Teil des botanischen Namens (‚punica’ vom Lateinischen für punisch - ’punicus’ ). Der römische Botaniker Pilius nannte ihn den ‚Malum punicum’, den ‚Punischen Apfel’.3 Der Name könnte allerdings auch vom ebenfalls lateinischen ‚puniceus’ für ‚granatrot’ kommen.4 Der zweite lateinische Namensteil ‚granatum’, bedeutet ‚körnerreich’ und ist eindeutig auf die Anzahl von Kernen in der Frucht bezogen.
Obwohl die spanische Stadt Granada einen aufgeschnittenen Granatapfel in Ihrem Wappen (Abbildung) führt, hat sie mit dem Namen nichts zu tun. Auch das kolumbianische Staatswappen zeigt einen Granatapfel, da die frühere Bezeichnung des Staates Neu-Granada war5.

2.2 Aussehen/Wirkung

Der Granatapfelbaum kann bis zu acht Meter hoch werden, als übliche Größe sind aber eher fünf Meter anzusehen. Er hat einen stark verzweigten Stamm und trägt 10 cm lange, glänzende Laubblätter; die Blüten sind orange bzw. granatrot und röhrenförmig.6

Die eigentliche Frucht, der Granatapfel, ist kugelförmig mit einem Durchmesser von bis zu 12 cm (üblicherweise eher 9 cm) und wiegt 300-500 Gramm. Er hat eine gelbe bis scharlachrote, im (über-) reifen Zustand auch bräunliche Färbung.7 Charakteristisch sind zudem die fünf bis sechs Kelchzipfel des eingetrockneten Blütenkelchs.8

Diese prägende Form ist übrigens auf dem berühmten ‚Zwiebelmuster’-Porzellan zu finden, die sogenannten ‚Zwiebeln’ wurden nämlich nur fälschlicherweise als solche interpretiert.9 Das sogenannte Zwiebelmuster geht auf eine alte chinesische Dekorgestaltung zurück. In diesem Muster sind keine Zwiebeln, sondern vier Granatäpfel und vier Pfirsiche als Symbol der Fruchtbarkeit und Langlebigkeit in einem sinnreichen Lebensgleichnis dargestellt. Die Bezeichnung ‚Zwiebelmuster’ entstand vermutlich erst im 19. Jahrhundert.10

[....]


1 Vgl. http://www.webkoch.de/lexikon/Granatapfel.html

2 Vgl. http://www.botanikus.de

3 Vgl. http://www.sungaya.de/schwarz/allmende/pflanzen/granat.htm

4 Vgl. http://www.botanikus.de

5 Vgl. http://mitglied.lycos.de/chsiemer/wappen/amerika/kolumbien.htm

6 Vgl. http://www.palmen-exoten.de/dat/cont04gra.htm

7 Vgl. http://www.webkoch.de/lexikon/Granatapfel.html

8 Vgl. http://www.webkoch.de/lexikon/Granatapfel.html

9 Vgl. http://www.rautmann.de/goods/hutschenreuther/zwiebelmuster.htm

10 Vgl. http://www.meissen.de/zwiebelmuster.htm


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