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Seminararbeit, 2004, 10 Seiten
Autor: Christina Hinterleitner
Fach: Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Tags: Möglichkeiten, Grenzen, Planspielen, Lernziele, Lerninhalte, Lernmethoden, Lernmittel, Arbeitslehre
Jahr: 2004
Seiten: 10
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-33301-6
Dateigröße: 209 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Möglichkeiten und Grenzen von Planspielen
von: Christina Hinterleitner
Gliederung
1. Einleitung
1.1. Das Planspiel als moderne pädagogische Methode
1.2. Die Geschichte des Planspiels
2. Das Planspiel
2.1. Definition des Planspiels
2.2. Ziele des Planspieleinsatzes
2.3. Voraussetzungen für den Planspieleinsatz
2.4. Systematik der Durchführung von Planspielen
2.4.1. Konstruktions- und Designphase
2.4.2. Vorbereitungs- und Einführungsphase
2.4.3. Spiel- und Durchführungsphase
2.4.4. Auswertungs- und Reflexionsphase
2.5. Möglichkeiten für Planspiele im Unterricht
2.6. Grenzen und Probleme von Planspielen
2.7. Das Planspiel Börse als Beispiel einer konkreten Simulation
2.7.1. Zielsetzung
2.7.2. Ablauf
3. Schlussbetrachtung
1. Einleitung
1.1. Das Planspiel als moderne pädagogische Methode
Planspiele, Fallstudien und Rollenspiele sind pädagogische Methoden, die vornehmlich im ökonomischen Bildungsbereich besondere Bedeutung besitzen. Vor allem die Fallstudien, zunehmend jedoch auch die Rollen- und Planspiele stellen in der schulischen Ausbildung wichtige methodische Instrumente zur Verdeutlichung von Zusammenhängen und Abläufen in der Planung, Entscheidungsfindung und im Verhaltenstraining dar. Die Erkenntnis, dass das Spielen im besonderen Maße dazu beitragen kann, kreatives Denkverhalten zu fördern, ist sicherlich eine wesentliche Ursache dafür, dass die Vielfalt der Gestaltung von Planspielen ständig zunimmt.1 Im Folgenden möchte ich das Wesen des Planspiels erläutern und auf den Planspieleinsatz im Unterricht eingehen.
1.2. Die Geschichte des Planspiels
Simulations- oder Planspiele fanden ursprünglich im militärischen, später im ökonomischen und politischen Bereich Verwendung, um die Konsequenzen riskanter oder kostspieliger Pläne zunächst am Modell gefahrlos zu ermitteln und bewerten zu können.
Das erste voll funktionsfähig Unternehmensplanspiel (management game) wurde schon 1956 in den USA entwickelt und erprobt. In der Folge kam es zur Entwicklung zahlreicher Unternehmensplanspiele, deren Bedeutung für eine praxisnahe Ausbildung bald auch in Deutschland erkannt wurde. Die Wirtschaft, private Schulungsinstitutionen sowie Hochschulen haben sich mit großem Erfolg bemüht, Planspiele zu entwickeln und diese für vielfältige Ausbildungs- und Forschungszwecke einzusetzen. Mittlerweile haben sich auch die Einsatzgebiete für Planspiele erheblich erweitert: Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Führungskräfteschulung, Miterbeiterentwicklung, Schule und Hochschule. Derzeit gibt es in Deutschland über 400 funktionstüchtige Spielmodelle.2
2. Das Planspiel
2.1. Definition des Planspiels
Planspiele sind, ganz allgemein beschrieben, Simulationen von Konfliktsituationen der gesellschaftlich bestimmten Alltagswirklichkeit. Diese Konflikte werden aber auf die wesentlichen Bedingungsfaktoren hin vereinfacht. Erweiterungen, Komplikationen, Nebensächlichkeiten oder Variationen werden weggelassen. So erscheint im Modell nie die ganze Wirklichkeit, sondern es werden immer nur Ausschnitte reproduziert, die für die Strukturierung des Konfliktfalles relevant erscheinen.3 Planspiele sind also Lernmedien, um gesellschaftlich bestimmtes Verhalten zu begreifen und die persönlichen Fähigkeiten im Umgang mit Organisationen zu erweitern. 4 Handlungsträger eines Planspiels sind in der Regel zahlreiche Spielteilnehmer, die sich in einzelne Gruppen von möglichst drei bis sechs Personen zusammenschließen. Die Spielteilnehmer haben die Aufgabe, ein vorgegebenes zentrales Problem in mehreren Spielrunden auf Lösungsmöglichkeiten hin durchzuspielen. 5
2.2. Ziele des Planspieleinsatzes
Im Planspiel muss der Lernende selbstständig seine eigenen Probleme und Interessen kennen und Strategien zur Durchsetzung entwickeln. Er wird also zum Suchen, Fragen und Entscheiden herausgefordert. Zwar wird in einem Planspiel eine künstliche Lernsituation hergestellt, der Schüler muss aber selbstständig entscheiden, was er tun will, wie er sich darstellen will und welche Interessen er vertreten kann. Dabei muss er nach angemessenen Methoden suchen, er kann Hilfsquellen in Anspruch nehmen oder verweigern, er muss für Problemanalyse und –lösung ein Grundwissen erarbeiten oder beispielsweise Rechtsverordnungen kennen lernen und anwenden.6
[...]
1 vgl. Keim, H.: Planspiel Rollenspiel Fallstudie, Köln, 1992, S. 27
2 vgl. Keim, S. 27
3 vgl. Freudenreich, D.: Das Planspiel in der sozialen und pädagogischen Praxis, München, 1979, S. 33.
4 vgl. Freudenreich, S. 32.
5 vgl. Geuting, M.: Planspiel und soziale Simulation im Bildungsbereich, Frankfurt am Main, 1992, S. 27
6 vgl. Freudenreich, S. 40
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