Autor: Marion Klotz
Fach: Pädagogik - Allgemein
Details
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Pädagogisches Institut)
Jahr: 2003
Seiten: 12
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 188 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-33986-5
Arnold Gehlens Theorie über den Menschen und die Konsequenzen, die er daraus für eine zukünftige Gesellschaft zieht. Sehr kontrovers diskutiert!
Textauszug (computergeneriert)
Johannes Gutenberg- Universität Mainz
Pädagogisches Institut
Mittelseminar: Institutionen
WS 2003/04
von
Marion Klotz
Die Institutionenlehre Arnold Gehlens
Abgabetermin:
27. April 2004
3. Fachsemester
Studienfächer: Englisch, Sozialkunde
1. Einleitung 2
2. Der Mensch 3
2.1. Instinktmangel und Unspezialisiertheit 3
2.2. Weltoffenheit 4
2.3. Reizüberflutung 5
3. Die Institutionen 6
3.1. Die Aufgabe der Institutionen 6
3.1.1. Vorhersehbarkeit des Handelns 6
3.1.2. Entlastung von Grundsatzentscheidungen 7
3.2. Der Verfall der Institutionen 8
3.2.1. Das Institutionenverständnis im Wandel 8
3.2.2. Die Folgen des Verfalls 9
4. Zusammenfassung 10
5. Literaturangaben 11
5.1. Primärliteratur 11
5.2. Sekundärliteratur 11
1. Einleitung
„Der Mensch weiß nicht, was er ist, daher kann er sich nicht direkt verwirklichen. Er muß sich mit sich durch die Institutionen vermitteln lassen“1. Diese Aussage Gehlen in seinem Spätwerk Moral und Hypermoral: Eine pluralistische Ethik sagt schon aus sich heraus viel über das Menschenbild und das Institutionenverständnis des Anthropologen aus. Scheint dieses Verständnis vom Menschen und seinem elementaren Bedürfnis nach der Ordnung und dem Schutz der Institutionen auf den ersten Blick überaus konservativ und möglicherweise nicht mehr gänzlich zeitgemäß anmaßen, so ist es doch unbedingt einer näheren Betrachtung und Reflexion wert. Beides versuche ich in der vorliegenden Arbeit zu liefern.
Die Institutionenlehre Gehlens ist tief in seinem Menschenbild verankert und lässt sich nur mit dessen Hilfe verstehen. Ich werde also in dieser Arbeit zunächst über die Hauptpunkte von Gehlens Anthropologie referieren und dabei in der Reihenfolge vorgehen, die er in seinem für dieses Thema relevantesten Werk Der Mensch: Seine Natur und Stellung in der Welt selbst gewählt hat.
In einem zweiten Teil werde ich mich dann konkret mit der Institutionenlehre Gehlen befassen. Dabei werde ich zuerst auf die Aufgaben der Institutionen im Allgemeinen eingehen und dann kurz die Folgen des von Gehlen beklagten Verfalls der Institutionen behandeln.
In einer abschließenden Zusammenfassung werde ich die Hauptargumente aus den beiden ersten Teilen zusammenbringen und eine kritische Schlussfolgerung ziehen.
2. Der Mensch
2.1. Instinktmangel und Unspezialisiertheit
Vergleicht man den Menschen mit anderen Säugetieren, so wird bald offenkundig, dass er so gut wie keine Spezialisierungen aufweist. Er ist hingegen geprägt von einer in der Tierwelt „einzigartigen […] biologischen Mittellosigkeit“2, d.h. er ist weder für eine spezielle Umwelt noch für ein spezielles Jagdverhalten prädestiniert und ausgestattet. Selbst sein Gebiss ist weder ein reines Pflanzen- noch ein reines Fleischfressergebiss.
Dem Menschen fehlen darüber hinaus alle Filter der Weltwahrnehmung, d.h. kaum ein Objekt hat für ihn eine instinktive Bedeutung. Er nimmt seine gesamte Umgebung ungefiltert wahr und muss selbst entscheiden, welche Objekte von Nutzen sind sowie wo Gefahren für ihn lauern könnten. Der Mensch ist einer ständigen Reizüberflutung ausgesetzt, einer „unzweckmäßigen Fülle einströmender Eindrücke, die er irgendwie zu bewältigen hat“3 und der er sich nicht entziehen kann, bis er eigene Filter der Weltwahrnehmung entwickelt hat.
[....]
1 Gehlen, Moral und Hypermoral, 100
2 Gehlen, Der Mensch, 34
3 Gehlen, Der Mensch, 36
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