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Academias Americanas - Academia Argentina de Letras

Scholary Paper (Seminar), 2003, 24 Pages
Author: Christian Dabrowski
Subject: Romance Languages - Spanish Didactics

Details

Event: Real Academia Española – Versuch einer Sprachnormierung
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Romanisches Seminar)
Tags: Academias, Americanas, Academia, Argentina, Letras, Real, Academia, Española, Versuch, Sprachnormierung
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 2
Bibliography: ~ 22  Entries
Language: German
Archive No.: V33574
ISBN (E-book): 978-3-638-34018-2

File size: 461 KB
Notes :
Behandelt die Sprachnormierung in der Spanischsprachigen Welt am Beispiel Argentien, den Zusammenschluss der Amerikanischen Sprachakademien unter dem Dachverband der "Asociación de Academias de la Lengua Española" und die Prognose über dessen Entwicklung in der Zukunft. Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand



Excerpt (computer-generated)

Academias Americanas – Academia Argentina de Letras

von: Christian Dabrowski

2. Semester

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der Conquista bis zur Unabhängigkeit - Ein Geschichtlicher Überblick:

a. Die Erschließung
b. Die Kolonialzeit und Unabhängigkeit

3. Etablierung der Akademien in Amerika

4. Academia Argentina de Letras

a. Vorstellung der Akademie
b. Wirken bzw. Beitrag zur Normierung

5. Asociación de Academias de la Lengua Española

6. Das "Argentino"

a. Einfluss des Italienischen

B. El lunfardo
C. Indigene Einflüsse in Argentinien
D. El uso argentino

7. Phonetik Argentiniens

8. Schlusswort

9. Literaturverzeichnis


 

1. Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit sind die academias americanas und ihr Wirken, am Beispiel der argentinischen Akademie, der Academia Argentina de Letras. Der Grund, warum ich mich für dieses Thema entschieden habe, ist das grosse Interesse an dem Land selbst, seiner Kultur, seiner Musik und natürlich der dort existierenden diatopischen Variation des Kastilischen. Interessant für einen Studenten des Romanischen Seminars ist natürlich die Entwicklung der Sprache in diachronischer Sichtweise, sowie auch die Synchronische. Es soll auf beides im Verlauf der Hausarbeit eingegangen werden, vor allem auch die Frage nach dem Beitrag zur Normgebung der argentinischen Akademie; im Gefüge der zahlreichen diatopischen Varietäten ein wichtige r Aspekt. Was dann schliesslich zur nächsten Frage hinführt, und zwar: welche Entwicklung wird das Kastilische in der nächsten Zukunft machen? Wird es eine Bewegung zum Monozentrismus geben, dessen Zustand früher von Spanien versucht wurde zu erreichen, wobei natürlich noch Faktoren der Vormachtstellung Spaniens eine Rolle spielten. Oder wird es eher eine Bewegung zum Plurizentrismus geben, der in Anbetracht der heutigen Umstände und der Sprecherza hlen ausserhalb Spaniens realistisch erscheint.

Nähert man sich der diatopischen Variation Argentiniens, so scheint es, dass viele Faktoren diese in früherer Zeit beeinflussten, um sie zu dem zu formen, was sie heute ist. Ein Beispiel ist das Italienische und die Frage, warum sich das Spanische durchgesetzt hat und welche Spuren das Italienische im argentinischen Kastilisch zurückgelassen hat. Ein weiterer heute noch stark diskutierter Aspekt ist die Bezeichnung der Variation durch die Argentinier selbst, nämlich: "el Argentino". Inwieweit kann man von einer Sprache sprechen, oder dient dieser Begriff, welcher von kolonialen Ängsten und Verlangen nach Selbstständigkeit durchtränkt ist, eher zur Solidarisierung sowie nationalen Aufwertung. Desweiteren soll die Sprachrealität in der Praxis näher betrachtet werden. Einerseits der phonetische Teil, die habla, also der Unterschied in der Realisierung. Zum Anderen der grammatische Teil, indem auf die Unterschiede des uso hingewiesen werden soll, welche keineswegs nur ein argentinisches Phänomen sind. Es darf natürlich der Überblick in die Entwicklungsgeschichte sowie Etablierung der Sprachakademien selbst nicht fehlen. Einen genaueren Einblick bekommen wir an der argentinischen Akademie, dessen Geschichte von ungewöhnlichen Umständen und auf sprachpolitischer Ebene betrachtet inadäquatem Verhalten begleitet worden ist. Ein Problem, das bei der Erstellung der Hausarbeit aufgetreten ist, war die Literatur. Erstens ist nicht sehr viel Literatur über bestimmte Aspekte der Hausarbeit vorhanden, zweitens ist das Erschienene weder in unserer noch in anderen Bibliotheken in der Umgebung aufzufinden. Aber die Internetportale der verschiedenen Akademien und Einrichtungen waren dann in den meisten Fällen der nicht vorhandenen Literatur ein grosse Hilfe.

2. Von der Conquista bis zur Unabhängigkeit - Ein Geschichtlicher Überblick:

a. die Erschließung:

Die Geschichte der Erschliessung Hispanoamerikas, welche sich in drei Phasen einteilen lässt, beginnt 1492 mit der Entdeckung Amerikas durch den Genueser Christopher Kolumbus. Dieser leitete die erste Phase mit der Erkundung der Inselwelt der Karibik ein. 1 Kolumbus glaubte aber nur Inseln entdeckt zu haben, die zu Indien gehörten, und kein Festland, geschweige denn einen Kontinent. Der Name dieses Kontinents leitet sich vom Namen des Entdeckers Amerigo Vespucci ab, dessen Reiseberichte von der Erkundung Südamerikas in Europa vielfach gedruckt und verkauft wurden. Der deutsche Kartograph Martin Waldseemüller prägte den Namen America in seinem 1507 erschienem Werk Cosmographiae introductio, zu welchem noch eine Weltkarte mit der neuen Welt, ein Globus, sowie einige Reiseberichte Vespuccis gehören. 2 Einige Jahre darauf, ca. 1500, landet Pedro Alvares Cabral im mittleren Teil des heutigen Brasiliens, ungefähr bei Puerto Seguro, und beanspruchte dieses Gebiet für die portugiesische Krone. Um 1509 nimmt Vicente Yáñez Pinzón die Route von Cabral wieder auf, segelt aber weiter bis zum Rìo de la Plata. Das Gebiet des Rìo de la Plata wird 1516 von Juan Díaz de Solís auf dem Landweg erschlossen. Der nördliche Teil Amerikas wird ab 1519 durch Hernán Cortés erobert, dieser nimmt einen grossen Teil Mexikos sowie die Hauptstadt der Azteken Tenochtitlán ein. Durch die Eroberung Mexikos wird die zweite Phase der Erschliessung Amerikas eingeleitet. Teile von Cortés Truppen erobern unter dem Kommando Anderer, jedoch auf Cortés Befehl handelnd, den Südwesten sowie den Westen Mexikos. Ab 1523 beginnt die Eroberung Mittelamerikas durch Pedro Alvarado ebenfalls auf den Auftrag von Cortés hin. Die dritte Phase ist die Eroberung der Andenhochländer und Südamerikas. Wenige Jahre später zieht Francisco Pizarro über das peruanische Hochland, wo er einen Inkaherrscher gefangennimmt und bis zur Inkahauptstadt Cuzco weiterzieht, die auch von ihm erobert wird. Sein Partner Diego de Almargo erkundet weiter südlich das Hochland Boliviens und den Nordwesten Argentiniens. 4 5 Die Erschließung der Umrisse Mittel- und Südamerikas wird durch die Reise Magellans, vorbei am Kap Horn, beendet und das Landesinnere wird dann später von den neugegründeten bzw. eroberten Städten aus weitererkundet.

b. Die Kolonialzeit und Unabhängigkeit:

Die bestrebten Handelsbeziehungen zwischen der neuen Welt und Europa, entpuppten sich als Misserfolge, da die Ureinwohner weder Handel noch Warentausch kannten. Deshalb ging man dazu über die neuen Gebiete zu kolonisieren. Die reyes católicos erlaubten Untertanen, die keinen Sold verlangten, die Ausreise nach Amerika. Somit wechselte die Strategie Spaniens, von der Handelskolonisation zur Siedlungskolonisation, und in Amerika sollte der Herrschaftsraum ausgeweitet werden. 7 Es wurden Verträge mit Entdeckern und Eroberern abgeschlossen, die diese ermächtigten, Landstriche und dessen Ureinwohner friedlich und falls unausweichlich mit Gewalt im Namen der spanischen Krone zu unterwerfen. 8

Demnach standen die eroberten Gebiete unter der kastilischen Gerichtsbarkeit, aber teilweise gab es auch besondere Regelungen, die derecho indiano genannt wurden. 9 Ab 1511 entstehen sogenannte Audiencias, die Regierungsgerichte darstellen, und der Machtausweitung bzw. Machtansprüchen von Eroberern und Entdeckern entgegenwirken sollen. Diese Audiencias sind über dem ganzen Kontinent verteilt bis ins 18. Jahrhundert gegründet worden. Durch diese Institution sollte der Einfluss und die Macht der kastilischen Krone vorerst erhalten bleiben. 10 Eine weitere wichtige Einrichtung ist der Indienrat, der 1524 als direkt der Krone untergestellte Institution in der Verwaltung bzw. Kolonialpolitik und in der Rechtsprechung gegründet worden ist. Der Indienrat bestimmt bis zur Gründung moderner Staatssekretariate das Handeln in der neuen Welt.

Der erste Schritt in die Liberalisierung von Spaniens Krone bewirkte die Gründung des Vizekönigreichs Neu-Spanien im Jahre 1535. 11 Damit wird der Anfang von Territorialverwaltungen in Amerika eingeläutet. Der Repräsentant der kastilischen Krone, der Vizekönig, der meistens für die Amtsperiode aus Spanien kam, hatte gleich mehrere Funktionen inne. Neben der Präsidentschaft der ortsansässigen Audiencia war er noch der Gouverneur der zum Amtssitz zugehörigen Provinz. Er selbst war aber nicht Alleinherrscher sondern war wie alle anderen Gouverneure des Vizekönigreichs dem Indienrat unterstellt. 12 Es kommt später zu weiteren Gründungen von Vizekönigreichen wie zum Beispiel das Vizekönigreich Peru, welches fast alle südamerikanischen Ländereien Spaniens umfasste. Nach Abschluss der Conquista zu Anfang des 17. Jahrhunderts werden Tiere, und Pflanzen aus Europa nach Südamerika importiert, wodurch die Agrarwirtschaft stark aufblüht. Dies hat zwei Folgen, zum einen wird dadurch die starke Abhängigkeit der Verpflegung von Spanien schwächer, zum anderen werden einheimische Produkte zum Export nach Europa angebaut.

Eine weitaus wichtigere Einnahmequelle als die Agrarexporte waren die Silberminen in Mexiko und Peru, die ihren Höhepunkt des Abbaus ca. 1630 hatten. Dieser endet jedoch um 1650 wegen der Erschöpfung leicht abbaubarer Resourcen und wegen mangelnden Arbeitskräften, was natürlich zur stärkeren Autonomie der einzelnen Kolonien beitrug, da sie für Spanien uninteressanter wurden und sich so der Blick Spaniens erst anderen Angelegeheiten zuwandte. 14

[...]


1 Noll, Volker: Das amerikanische Spanisch. Ein regionaler und historischer Überblick, Tübingen: Niemeyer 2001, S. 53

2 Kahle, Günter: Lateinamerika – PLOETZ. Würzburg: Verlag Pleotz Freiburg: 1989, S. 41f

3 Universität Heidelberg, http://www.geog.uni-heidelberg.de/~ttavk/weltkart01.htm. Stand: 29.02.04

4 Kahle, Günter: Lateinamerika – PLOETZ. Würzburg: Verlag Pleotz Freiburg: 1989, S. 42

5 Noll, Volker: Das amerikanische Spanisch. Ein regionaler und historischer Überblick, Tübingen: Niemeyer 2001, S. 53

6 Selbsterstellte Graphik anhand der Informationen aus: Würzburg 1989

7 Kahle, Günter: Lateinamerika – PLOETZ. Würzburg: Verlag Pleotz Freiburg: 1989, S. 43

8 Noll, Volker: Das amerikanische Spanisch. Ein regionaler und historischer Überblick, Tübingen: Niemeyer 2001, S. 54

9 Kahle, Günter: Lateinamerika – PLOETZ. Würzburg: Verlag Pleotz Freiburg: 1989, S. 44

10 a.a.O., S. 46

11 a.a.O., S. 47

12 a.a.O., S. 47

13 a.a.O., S. 49

14 a.a.O., S. 51


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