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Mich selbst entdecken. Analyse der Vorlage im Bildungsplan für die Hauptschule

Scholary Paper (Seminar), 2001, 15 Pages
Author: Markus Dürr
Subject: Theology - Didactics, Religion Pedagogy

Details

Event: Einführung in die Praxis des Religionsunterrichtes
Institution/College: University of Education Ludwigsburg
Tags: Mich, Analyse, Vorlage, Bildungsplan, Hauptschule, Einführung, Praxis, Religionsunterrichtes
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 15
Grade: 2
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V33584
ISBN (E-book): 978-3-638-34028-1

File size: 225 KB


Excerpt (computer-generated)

Mich selbst entdecken. Analyse der Vorlage im
Bildungsplan für die Hauptschule

von: Markus Dürr

 


Inhaltsverzeichnis

1. Entwicklungen im Jugendalter S. 3

2. Definition von Identität S. 4

3. Wichtige Faktoren für die Identitätsentwicklung S. 5

4. Ich-Identität S. 7

5. Aufgaben und Zielsetzungen der Schule S. 8

6. Praktische Überlegungen zur Unterrichtsgestaltung S. 13

7. Zusammenfassung S. 14

8. Literatur S. 15



 

Entwicklungen im Jugendalter

Das Jugendalter bringt für den, der es durchläuft eine Vielzahl von Veränderungen, Prägungen und Entwicklungen mit sich, die sich auf das gesamte spätere Leben auswirken werden. In kaum einer anderen Phase durchläuft der Mensch so viele Entwicklungsvorgänge, wie hier: Beginnend bei der körperlichen Entwicklung, deren bedeutende Leistung der Erwerb der Fortpflanzungsfähigkeit ist und damit dem Erhalt der Spezies Mensch dient, sowie der Entwicklung von Selbständigkeit, in der sich das einst von den Eltern abhängige Kind fortan auf eigenen Wegen zurechtfinden muss, aber auch die Entwicklung eines eigenständigen Selbstbewusstseins. Wichtige Aufgabe des Jugendalters ist die grundlegende Vorbereitung des Menschen auf das spätere Leben. Dazu gehört als wichtiger Faktor die Fähigkeit, erfolgreich selbständig zu sein und damit zu überleben. Dies setzt in allen Bereichen eine positiv abgeschlossene Entwicklung von Selbständigkeit, sowohl in körperlichen, als auch in kognitiven Bereichen, voraus. Wird diese Entwicklung unterbrochen oder gestört, können entstandene Schädigungen und deren Folgen sich auf das ganze Leben auswirken. Im Regelfall verlaufen diese Entwicklungsprozesse kontinuierlich. Treten jedoch plötzliche Veränderungen auf, so sind diese oftmals zurückzuführen auf äußere Einwirkungen, die auch traumatischen Charakter aufweisen können.

Wichtiger Teil der Entwicklung des Jugendlichen ist ein Sozialisationsprozess, dessen Ziel die Integration des Individuums in die bestehende Gesellschaft und Kultur ist. Grundlegend dabei ist eine Verkettung von Lernvorgängen, deren Ziel jedoch nicht nur eine bestimmte, spätere Rolle in einer sozialen Gesellschaft ist, sondern vielmehr auch die Gewinnung von Ich-Identiät, also die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, „mit der das Individuum Balance zwischen widersprüchlichen Erwartungen, Bedürfnissen und Zielen herstellt und sich als Partner darzustellen und durchzusetzen versucht.“ (Oerter 1973, S.93) In diesem Sozialisationsprozess sind Kinder und Jugendliche zunächst weitgehend abhängig, von der sie umgebenden sozialen Umwelt. Durch diese werden sie in bestimmten Verhaltensweisen verstärkt, die sich dann nach und nach als eigenes Verhalten einstellen. Um aber mit der Zeit ein sekundäres Motivationssystem der Selbstregulierung aufzubauen, muss eine gewisse Unabhängigkeit von externen Verstärkern Bedingung sein, mit dem Ergebnis der Gewinnung von persönlicher Autonomie und damit auch Ich-Identität. Entwicklung ist somit also auch ein Zunehmen von eigener Steuerung, während die Fremdbestimmung mehr und mehr abnimmt. Verstärkend bei der Selbstregulierung ist die Übereinstimmung der internen Selbsterwartungen mit den als Leistung vorhandenen Tatsachen. Durch die Erfahrung, dass diese Kongruenz das Ergebnis eigener Bemühungen darstellt wirkt sie verstärkend. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass eine wichtige Aufgabe des Jugendalters die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Identität ist.

Definition von Identität

Die Identität eines Menschen macht es möglich, diesen von anderen seiner Art zu unterscheiden. Dabei ist sowohl das äußerliche Erscheinungsbild, als auch das Wesensbild eines Menschen hier als Identität zu verstehen. Um das Wesensbild eines Menschen genauer zu definieren gibt es die Möglichkeit, den Menschen von innen heraus zu betrachten. Hier könnte eine mögliche Frage lauten: „Wer bin ich?“ Andererseits gehört zur Identität aber nicht nur die Selbstsicht eines Menschen, sondern auch die Ansicht anderer über eben diesen Menschen. Hier wäre die Frage dann zum Beispiel: „Wie sehen mich andere?“ Identität kann also knapp beschrieben werden, als eine „Wechselwirkung von Umwelt und psycho-physischem Innenraum, die als sich selbst steuernder, damit auch störbarer Regelkreis anzusehen ist.“ (Baacke 1976, S.114) Die soziale Umwelt und das „Ich“ sind somit eng miteinander verbunden und stabilisieren sich im Idealfall gegenseitig, bedrohen sich in einer Krise oder können sich auch zerstören.

Somit sind also nicht allein innerpsychische Vorgänge entscheidend, wenn von Identität gesprochen wird. Soziale, historische, sowie kulturelle Faktoren spielen hier gleichsam eine Rolle. Die Identitätsentwicklung lässt sich nach Erikson (1966, S.150/151) in acht Stufen unterteilen, deren fünfte das Jugendalter ist. Bis dahin wird bereits in der oralen Phase die Entscheidung über Urvertrauen beziehungsweise –misstrauen, in der analen Phase über Autonomie oder Scham und Zweifel, über Schuldgefühl oder Initiative im Spielalter und über Werkssinn oder Minderwertigkeitsgefühl im Schulalter getroffen. All diese Faktoren spielen eine wichtige Rolle für die Identitätsentwicklung und bilden die Grundlage dafür, dass im Jugendalter die Entscheidung über persönliche Identität oder gegenteilig Identitätsdiffusion getroffen wird. Der junge Mensch tritt in die Gesellschaft ein und wird hier auch mit neuen Formen sexueller Beziehungen konfrontiert. Gründe für eine Identitätsdiffusion in diesem Stadium „können in der sozialen Isolierung, aber auch in der mangelnden Auflösung von Konflikten und im Versagen in den vorangegangenen Stadien liegen.“ (Kron 1996, S.150) Identität impliziert hier eine positive Ich-Einstellung, sowie ein eigenes Identitätsgefühl. Merkmale einer solchen Person sind Einheitlichkeit und Kontinuität in Verhaltensweisen und unterschiedlichen Situationen. Dabei hat diese Person jedoch dass Bewusstsein, trotz ihrer Eigenständigkeit, oder gerade deswegen, auf andere angewiesen zu sein und auch umgekehrt für andere wichtig zu sein.

[...]


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