Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Stephanie Guillen Niubo
Fach: Ethnologie / Volkskunde
Details
Tags: Dämonologie, Vampirismus, Exorzismus
Jahr: 2003
Seiten: 28
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 21 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1340 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-34252-0
Textauszug (computergeneriert)
Universität Augsburg Lehrstuhl für Volkskunde
Wintersemester 2003/04
PS: Außergewöhnliche Bewusstseinzustände im interkulturellen Kontext:
Trance / Besessenheit / Schamanismus / neue Heiden
Dämonologie / Vampirismus / Exorzismus
Stephanie Guillén Niubó
Fachsemester: 2
HF Mittelalterliche Geschichte
NF Geschichte der frühen Neuzeit
NF Volkskunde
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung S. 3
B. Dämonologie
1.1 Ethymologie und vorchristliche Vorstellungen S. 4
1.2 Heidnische Vorstellungen – Dämonen- und Götterbild bei den Germanen S. 5
1.3 Die Entstehung von Teufel und Dämonen nach christlichen Auffassungen S. 6
1.4 Die Hierarchie der Unterwelt S. 7
1.5 Vorstellung der gängigsten Dämonen nach katholischen Vorstellungen S. 9
C. Vampirismus
2.1 Was ist ein Vampir? S.11
2.2 Die Wurzeln des Vampirismus in Europa S.13
2.3 Historische „Vampire“
2.3 a) Vlad Tepes S.14
2.3 b) Elisabeth Báthory S.15
2.3 c) Gilles de Rais .S.17
2.4 Der Vampir in Literatur und Film – Wandel eines Charakters S.18
D. Exorzismus
3.1 Entstehung des Exorzismus – Exorzismus im Wandel der Zeit S.19
3.2 Die Richtlinien für einen Exorzisten S.20
3.3 Merkmale eines Besessenen S.22
E. Resumée S.23
Anhang S.25
Literaturnachweis S.27
A. Einleitung
Dämonen, Vampire, Exorzisten. Man möchte annehmen, dass diese Schlagworte in unserer heutigen technisierten Zeit fast gar keine Bedeutung mehr haben. Man verbindet sie mit dem Aberglauben früherer Epochen des menschlichen Daseins. Wer ebenso denkt unterliegt allerdings einem großen Irrtum.
Betrachtet man die heutige Medienlandschaft, so wird man feststellen, dass die Filme, Bücher und Fernsehserien mit Dämonen, Vampiren und Exorzisten gerade seit den letzten 30 Jahren boomen. Natürlich gab es bereits zu Stummfilmzeiten sehr erfolgreiche Horrorfilme wie „Nosferatu“ 1921/22 mit Max Schreck. Dieser Film machte den Schauspieler zu einer Legende, dessen Figur auch der heutigen Jugend noch ein Begriff sein wird. 1 Den ausgefeilten Anfang dieses Trends begründete jedoch der skandalöse Kassenschlager „Der Exorzist“ nach der Romanvorlage von William Peter Blatty, in dem ein Priester um die Seele eines kleinen besessenen Mädchens kämpft.2
Die heutige Jugend, ja bereits 10jährige Kinder kennen die Serien „Buffy – Im Bann der Dämonen“, „Charmed – Zauberhafte Hexen“ und „Angel – Jäger der Finsternis“ nahezu auswendig. In der US-Serie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ geht es um eine Teenagerin, die auserwählt ist als „die Jägerin“ um die Welt von Vampiren und Dämonen zu befreien.3 Angel, Hauptfigur der gleichnamigen Serie, ist ein Vampir mit Seele der ebenfalls gegen die okkulten Mächte kämpft um die Unschuldigen zu beschützen; und in „Charmed – Zauberhafte Hexen“ gehen drei Hexenschwestern auf Dämonenjagd.4 Wer diesen Trend als schlechte Horrorschocker herunterspielt, der verkennt das Wesentliche. Das übersinnliche Okkulte ist nicht nur zu einem beliebten Unterhaltungsthema geworden, sondern schon fast ein Teil der modernen Gesellschaft.
In dieser Arbeit möchte ich nun dieses Themengebiet einerseits vorstellen und die einzelnen Zusammenhänge entflechten und aufzeigen. Zum anderen möchte ich gerade am Teilgebiet Exorzismus den Bogen zum Seminarthema, unter dem Aspekt außergewöhnlicher Bewusstseinszustände, spannen und die Frage aufgreifen ob Besessenheit existiert oder dies nur eine verkannte psychische Dysfunktion ist.
B. Dämonologie
1.1 Ethymologie und vorchristliche Vorstellungen
Der Begriff ‚Dämonologie’ bezeichnet die Lehre von den Dämonen. Dieses Gebiet umfasst nicht nur die Entstehung des Teufels, sondern auch die Vielfalt und das Wirken der Dämonen selbst.
Der Begriff ‚Dämon’ leitet sich vom griechischen daimon ab, was sich wiederum aus dem Verb daiesthai für „teilen, zuteilen“ erschließen lässt. In dieser Zeit verstanden die Griechen also unter einem Dämon eine Art „Zuteiler des Schicksals“. Man unterschied jedoch kaum zwischen einem daimon und einem theos („Gott“). Die Unterscheidung zwischen guten und bösen übernatürlichen Mächten war in der griechischen Mythologie nicht gebräuchlich, da die Götter der antiken Bevölkerung sehr menschliche Eigenschaften hatten. Ein Zeus konnte gnädig jedoch auch jähzornig sein. Somit erübrigte sich die Existenz von rein bösen Mächten, da die bestehenden Götter ein breites charakterliches Spektrum aufwiesen. Diese Gleichstellung zwischen Göttern und Dämonen impliziert jedoch bereits die Erkenntnis, dass Dämonen mächtiger sind als Menschen. 5
Bereits in der Antike herrschte der Glaube, dass ein Dämon die Macht hatte von einem Menschen Besitz zu ergreifen. Oftmals wurden Krankheiten wie Epilepsie als dämonische Besessenheit gedeutet. Dies führte jedoch nicht zu einem Ausschluss aus der Gemeinschaft. Vielmehr wurden die Krämpfe und weiteren Symptome z.B. von Hippokrates als „Heilige Krankheit“ bezeichnet. Hie r durch wird wiederum erkennbar, dass die Dämonen noch keine rein bösen Assoziationen hervorriefen.6 Woher kommt also unser Denken, das Dämonen mit Teufel, Verdammnis und Bösem assoziiert? Betrachten wir das Alte Testament, so stoßen wir auch hier noch nicht auf eine ausgereifte Dämonologie. Böse Mächte, oder der Teufel, wenn er überhaupt erwähnt wird, treten als Versucher mit der Billigung Gottes auf. Eine eindeutige Trennung zwischen Satan und Gott wird erst langsam im Neuen Testament vollzogen und später radikal in der Offenbarung erläutert.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse in der Antike eher fließend verliefen und keine klare Trennung zwischen Göttern und Dämonen bestand. Diese vollzog sich erst im neuen Testament, auf das ich in einem späteren Teil meiner Arbeit eingehen werde.
1.2 Heidnische Vorstellungen – Dämonen- und Götterbild bei den Germanen
Die Götterwelt der Germanen war ebenso wie die der Römer und Griechen, auf die ich hier nicht näher eingehen werde, grob gesehen in drei Ebenen geteilt. Diese bestanden aus der Welt der Götter, Asgard, wo Götter wie Odin/Wotan/Wodan lebten, der Welt der Menschen, Midgard, und dem Reich der Toten, Helheim, über das die Göttin Hel oder Hellia herrschte.8
Die Göttin Hel war, wie bereits erwähnt die Herrscherin über die Unterwelt. Sie empfing die Toten, die nicht als Helden in einer Schlacht fielen, und richtete sie nach biblischen Vorstellungen. So wurden die Menschen, die ein rechtschaffenes Leben geführt hatten belohnt und durften mit ihr an einer Tafel speisen. Jene jedoch, die Schandtaten begangen hatten, wurden in die „Hallen der Schrecken und Pein“ gestoßen, wo sie ähnlich der christlichen Hölle oder des Fegefeuers ihre Qualen erdulden mussten. Hel kann somit nicht als eine Art Satans-Äquivalent gesehen werden, da sie die Guten belohnt und sozusagen Volksnähe beweißt indem sie ihnen erlaubt mit ihr, der Göttin zu speisen. 9
In der germanischen Götterwelt gab es jedoch einen Gott der als Anstifter allen Bösen galt. Loki war der Gott, der mit Hilfe der Riesen versuchte die guten Asen zu entmachten. Sein Element war das Feuer und sein Name bedeutete ebenfalls Ende und Feuer (Lohe). Man betrachtete ihn ursprünglich als guten Gott. Er schenkte den Menschen Reichtümer und Wohlstand. Jedoch ebenso Geiz, Habsucht, Kummer und Sorgen. Somit waren Lokis Geschenke immer mit Vorsicht zu genießen, da sie nie nur Vorteile bargen. Zwei seiner Kinder wurden die erbittertsten Gegner der Götter: die Midgardschlange und der Fenriswolf.10 Ebenso stiftete Loki den Gott Hödur zum Asenmord an Baldur an und gab ihm die einzige Waffe die dies vermochte. Diese Tat stürzte die germanische Götterwelt ins Unglück, da sie ihre gesamte Stärke aus Odins Sohn Baldur zogen und ihnen dadurch auch ihre eigene Schicksalsgebundenheit und Verletzbarkeit bewusst wurde.11
Durch die christlichen Einflüsse verschmolz Loki im Bewusstsein der Bevölkerung bald mit Satan und Helheim, das Reich der Toten wurde zur katholischen Hölle. Jedoch auch wenn im germanischen Glauben Riesenunholde existierten, so fehlen jedoch jegliche Anhaltspunkte, die auf die Existenz von Dämonen im allgemeinen Sinn hindeuten.
1.3 Die Entstehung von Teufel und Dämonen nach christlichen Auffassungen
[....]
1 http://www.deutsches-filminstitut.de/caligari/dt2fcf0374.htm; vom 27. Mrz. 2004.
2 http://www.filmzentrale.com/rezis/exorzistdirectorscut.htm; vom 27. Mrz. 2004.
3 http://www.prosieben.de/serie/buffy/; vom 27. Mrz. 2004.
4 http://www.prosieben.de/serie/angel/; vom 27. Mrz. 2004. / http://www.prosieben.de/serie/charmed/; vom 27. Mrz. 2004.
5 Dam, W.C. van; Dämonen und Besessene, Die Dämonen in Geschichte und Gegenwart und ihre Austreibung; Aschaffenburg 1970; S.10. Petersdorff, Prof. Dr. E. von; Daemonologie, Band I, Dämonen im Weltenplan; München 1956; S.78f.
6 Dam, W.C. van; Dämonen und Besessene, Die Dämonen in Geschichte und Gegenwart und ihre Austreibung; Aschaffenburg 1970; S.11f.
7 Petersdorff, Prof. Dr. E. von; Daemonologie, Band I, Dämonen im Weltenplan; München 1956; S.56ff.
8 Pinson, R.W. (Hg.); Götter- und Heldensagen; Bindlach 1997; S.11-14, 17, 32-34.
9 Diederichs, U. (Hg.); Germanische Götterlehre; Diederichs Gelbe Reihe; Bd. 46 Alt Island; München 1984; S. 235.
10 Pinson, R.W. (Hg.); Götter- und Heldensagen; Bindlach 1997; S.156-158
11 Jockel, R.; Götter und Dämonen, Mythen der Völker; Darmstadt und Genf 1953; S. 576ff.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: