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Hauptseminararbeit, 2004, 32 Seiten
Autor: Schirin Agha-Mohamad-Beigui
Fach: Afrikawissenschaften
Details
Institution/Hochschule: Universität Hamburg
Tags: Entlehnungen, Ful-Dialekte, Dialektologie
Jahr: 2004
Seiten: 32
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-34277-3
ISBN (Buch): 978-3-638-81602-1
Dateigröße: 243 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Diese Arbeit handelt von den Veränderungen der Ful-Dialekte aufgrund von Entlehnungen. Es sollen Prozesse und Ergebnisse beschrieben werden, die die Integration von Nomina in die verschiedenen Ful-Dialekte auf phonetischer und morphologischer Ebene begleiten. Vorangestellt ist ein Abschnitt, der eine Einführung in das Fachgebiet der Dialektologie und in die Geschichte der Sprecher der Ful-Dialekte gewähren soll. Es werden viele Beispiele gegeben, die zur Veranschaulichung dienen und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hamburg
IAA / Afrikanistik
Seminar: Dialektologie
Sommersemester 2004
Auswirkung nominaler Entlehnungen auf die Ful-Dialekte
Schirin Agha-Mohamad-Beigui
Inhaltsverzeichnis
Lautsymbole ...3
Abkürzungsverzeichnis ...3
Vorwort ...4
1. Dialektologie ...5
1.1. Geschichte der Dialektologie ...5
2. Verschiedene Ansätze in der Dialektforschung ...6
2.1. Der diachroner Ansatz...6
2.2. Der synchrone Ansatz ...6
2.2.1. Dialektgeographie ...7
2.2.2. Sozialdialektologie ...7
2.3. Externe vs interne Ursachen dialektaler Ausdifferenzierung...7
3. Das Ful und die Fulbe ...8
3.1. Die Rollen der Kontaktsprachen des Ful...9
4. Ansätze dieser Arbeit ...12
5. Die Beziehung der Fuldialekte zueinander ...12
6. Auswirkung des Kontaktes mit anderen Sprachen...16
6.1. Phonetische Auswirkung des Sprachkontaktes ...16
6.1.1. Definitionen...16
6.1.2. Adaptionsprozesse im Konsonantensystem ...17
6.1.3. Vokale ...21
6.2. Morphologische Integrationsmechanismen...22
7. Zusammenfassung...30
Literaturverzeichnis...32
Vorwort
Diese Arbeit handelt von den Veränderungen der Ful-Dialekte aufgrund von Entlehnungen. Es sollen Prozesse und Ergebnisse beschrieben werden, die die Integration von Nomina in die verschiedenen Ful-Dialekte auf phonetischer und morphologischer Ebene begleiten. Vorangestellt ist ein Abschnitt, der eine Einführung in das Fachgebiet der Dialektologie und in die Geschichte der Sprecher der Ful-Dialekte gewähren soll. Es werden viele Beispiele gegeben, die zur Veranschaulichung dienen und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.
1. Dialektologie
Dialektologie ist die Sprachwissenschaft von Sprachveränderung und Sprachvarietäten. Um verschiedene Sprachsysteme als eine Dialektgruppe zu klassifizieren, müssen gewisse Vorraussetzungen erfüllt sein. Im objektiven Sinne müssen diese Systeme linguistisch miteinander verwandt sein. Im subjektiven Sinne müssen die Systeme eine gewisse gegenseitige Verständlichkeit aufweisen und von den Sprechern selbst als Varietäten einer „gemeinsamen“ Sprache verstanden werden (Wiesinger1980)1. In den letzten 150 Jahren wurde die Dialektologie in Theorie und Methode wesentlich weiter entwickelt. Im Sammelband „Zur Theorie des Dialekts“ (siehe Literaturverzeichnis) finden sich ausgewählte Arbeiten, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zum Thema erschienen sind. Francis 1989 enthält eine didaktische Aufbereitung dialektologischer Erkenntnisse aus neuerer Sicht.
1.1. Geschichte der Dialektologie
Schon in linguistischen Beschreibungen des antiken Griechenland lässt sich der Begriff Dialekt belegt, obwohl das Phänomen erst in der Renaissance und dann wieder im 19. Jahrhundert die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler erregte. Die Erkenntnisse dieser Zeit basierten auf der diachronen Klassifizierung romanischer und germanischer Sprache n, die generell über eine lange Tradition von Schriftlichkeit verfügen. Dieser Umstand hat die Einsichten der Wissenschaftler mit Sicherheit beeinflusst.. Im Vordergrund stand dabei die Abgrenzung und Definition des Konzeptes „Dialekt“ und seine Beziehung zum Konzept „Sprache“ und „Mundart“ (AlineiM.1980). Im Vordergrund der Forschung des 19. Jahrhunderts stand die Tatsache geographischer Variationen in den gesprochenen Varietäten. Zur Zeit der Jahrhundertwende entstanden so deskriptive, kartographische Arbeiten, sogenannte Sprachatlanten, die dieser sprachlichen Realität Rechnung tragen wollten (PavleI.1974). Mitte des 20. Jahrhunderts rückten weitere Aspekte sprachlicher Variation in den Vordergrund. Anhand von Isoglossenbündeln untersuchte man geographische Grenzen einzelner Dialekte, die abrupt oder kontinuierlich, diffus oder scharf verlaufen können, wie in Pavle 1960 (:143) dargestellt. Man schenkte der sprachlichen Intuition der Sprecher in der Gewichtung von Isoglossen mehr Aufmerksamkeit und man schenkte der sozialen und kontextuellen Differenzierung innerhalb eines Sprachsystems mehr Aufmerksamkeit (GoossensJ.1980). Außerdem wollte man endlich theoretische Generalisierungen und methodologische Verfahren der Dialektologie etablieren, die aus der Beschäftigung mit dem Thema abgeleitet waren. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts rücken methodologische Arbeiten, die eine Gewichtung dialektaler Variationen aufgrund quantitativer (Houtv.R.1989) und / oder qualitativer Analysen (MöhligW.J.G.1980) untersuchten in den Vordergrund des Interesses. Auf dem internationalen Symposium in Marburg 1977, das in einem Sammelband „Dialekt und Dialektologie“ aufbereitet wurde (siehe Literaturverzeichnis), finden sich nicht nur Arbeiten, die zu den neueren Ansätze n Stellung nehmen, sondern auch erstmals Arbeiten, die sich auf nicht -europäische Sprachen beziehen.
2. Verschiedene Ansätze in der Dialektforschung
2.1. Der diachroner Ansatz
Der diachrone Ansatz nimmt seine Ausgangsstellung zur Untersuchung von sprachlichen Varietäten im Grad der genetischen Verwandtschaft dieser Sprachformen, d.h., in den beobachtbaren Cognaten, und nimmt meist eine Protoform als gemeinsamen Ursprung beobachtbarer Differenzen an. In seinem Beitrag in Marburg „Historische Sprache und Dialekt“ grenzt Coseriu E. 1980 Dialekte von „Gemeinsprachen“ ab, wobei Dialekte in einer historischen Beziehung zur Gemeinsprache stünden, während die Gemeinsprache historisch schon einen abgegrenzten Status aufgewiesen habe. Er definiert „primäre Dialekte“ als Varietäten, die so alt seien wie die Gemeinsprache selbst. „Sekundäre Dialekte“ als diatopische Ausdifferenzierungen von einer historischen Sprache. Und tertiäre Dialekte als „exemplarische“ Variationen einer soziokulturellen Normsprache (:113). Ander e diachrone Arbeiten untersuchen extralinguistische Einflüsse einzelner Sprachsysteme auf den Ausbau bzw. Abbau dialektaler Differenzierungen. Der diachrone Ansatz will also verschiedene Systeme historisch zueinander in Beziehung setzen.
2.2. Der synchrone Ansatz
Der synchrone Ansatz untersucht beobachtbare Differenzen in Sprachsystemen, sowohl in der Sprachstruktur, als auch in der sozialen Bedeutung der einzelnen Sprachformen. Synchrone Analysen versuchen häufig Dialektgrenzen zu etablieren, wie in Sprachatlanten und in Soziolinguistischen Arbeiten. In seinem Beitrag „Nominale Formen des Adamawa -Ful“ untersucht Gottschligg P. 1998 die strukturellen Unterschiede von drei Varietäten des Ful, die in einem konzentrierten Gebiet beiderseits der Grenze zwischen Nigeria und Kamerun gesprochen werden. Der synchrone Ansatz beschreibt also die Art und Grad aktueller Differenzen in einem Sprachgebiet.
[...]
1 Die letzten beiden Punkte sind manchmal sozialpolitisch determiniert.
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