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Optimale Währungsräume

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 35 Pages
Author: Aleksander Szumilas
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 35
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V34167
ISBN (E-book): 978-3-638-34470-8

File size: 306 KB


Excerpt (computer-generated)

Optimale Währungsräume

von: Aleksander Szumilas

7. Semester

 


1. Definition des Begriffs „Währungsraum“ und Zielsetzung  2

2. Theorien optimaler Währungsräume  3

2.1 Traditionelle Ansätze  3

2.1.1 Mundells Theorie des optimalen Währungsraumes: Faktormobilität  3
2.1.2 McKinnons Theorie des optimalen Währungsraumes: Offenheitsgrad 5
2.1.3 Kenens Beitrag: die Theorie der Produktdiversifikation  7

2.2 Makroökonomische Kriterien  9

2.2.1 Internationaler Konjunkturzusammenhang  9
2.2.2 Übereinstimmende Inflationsraten 10
2.2.3 Institutionelle Symmetrie 11

3. Nutzen- und Kostenanalyse eines Währungsraumes 13

3.1 Nutzenkriterien 13

3.1.1 Reduktion der Transaktions- und Informationskosten  13
3.1.2 Reduktion der Opportunitätskosten 14
3.1.3 Erhöhung der Investitions- und Handelstätigkeit  15

3.2 Kosten  15

3.2.1 Verslust der wirtschaftpolitischen Autonomie.  15
3.2.2 Umstellungskosten 16

4. Empirische Befunde zum Europäischen Währungsraum  17

4.1 Die EWU hinsichtlich der traditionellen Theorien  17
4.2 Die EWU bezüglich makroökonomischer Variablen  20
4.3 Fazit 21

5. Weitere „mögliche“ Währungsräume 22

5.1 Datenübersicht 22
5.2 Mögliche Währungsräume: Tabellarische Übersicht 27
5.3 Währungsräume: visuelles Resultat  31

6. Resümee und Ausblick  32

7. Literaturverzeichnis  34

 

 

1. Definition des Begriffs „Währungsraum“ und Zielsetzung

Die folgenden Ausführungen konzentrieren sich auf die Analyse des optimalen Währungsraumes. Hierbei handelt es sich hierbei um diverse Betrachtungsmöglichkeiten, die – jeweils mit Vor- und Nachteilen behaftet – differenzierte Ansätze darstellen. Einleitend sollte jedoch erst der Begriff des „Währungsraumes“ näher beleuchtet werden: ein „Währungsraum“ setzt sich aus mehreren souveränen Staaten zusammen, die ihre Wechselkurse unwiderruflich und ohne mögliche Schwankungsbreiten fixieren; weiter ist eine uneingeschränkte Konvertibilität der Währungen von Nöten. Dies ist bei der Ausrichtung eines Landes an eine ausländische Ankerwährung gegeben, wie beispielsweise im Fall vieler lateinamerikanischer Staaten, die den Wechselkurs an den Dollar fixierten, oder dem „CFA Franc“1, der zunächst an den französischen Franc gebunden war und nun an den Euro fixiert ist. Eine einheitliche Währung ist dabei keine unabdingbare Voraussetzung für einen Währungsraum, verstärkt jedoch, wie auch der Beschluss zu einer gemeinsamen Zentralbank, die Glaubwürdigkeit der gemeinsamen Geld- und Währungspolitik eines Währungsraumes: „To the extend that a curreny union is more costly to break than a promise to maintain a fixed exchange rate, the curreny adoption is more credible.“2 Weiterhin ist ein Währungsraum nach außen gegenüber anderen Währungsräumen durch flexible Wechselkurse abgegrenzt und stellt hierdurch eine „Festkursinsel in einem Meer flexibler Wechselkurse“3 dar. Voraussetzung des optimalen Währungsraumes ist die Fähigkeit ohne Einsatz des Wechselkurinstruments gegen exogene Schocks vorzugehen. Dabei stehen verschiede Ansätze zu dessen Bestimmung in der Tradition keynsianischer Modelle. Zu Beginn des Vorhabens werden die traditionellen Theorien näher erläutert. Zusätzlich folgt die Analyse makroökonomischer Bezugsgrößen bei empirischen Untersuchungen. Anschließend erfolgt eine genauere Betrachtung der Kosten bzw. Nutzen – Kriterien im Hinblick auf einen Währungsraum. Danach werden empirische Befunde der Europäischen Währungsunion aufgezeigt und weitere mögliche Währungsräume genannt.

2. Theorien optimaler Währungsräume

2.1 Traditionelle Ansätze

Hierzu die Überlegungen R. Mundells, die Theorie R. McKinnons und zuletzt P.B. Kenens Ausführungen.

2.1.1 Mundells Theorie des optimalen Währungsraumes: Faktormobilität Die Ausgangslage stellt ein Zwei-Länder-Modell dar. Durch eine Nachfrageverschiebung von Produkten des Landes B zu den des Landes A entsteht Inflationsdruck im Land A und Arbeitslosigkeit in Land B. Es gilt, die wirtschaftlichen Ziele der Preisniveaustabilität, der Vollbeschäftigung und des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts ohne den Einsatz des Wechselkursinstruments einzuhalten.

Abbildung 1a : Grafik Abbildung 1b : Grafik [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Hinsichtlich dessen stellt Mundell eine differenziertere Situation des Zwei- Länder-Modells dar. Als Beispiel fungiert die Auffassung, dass Kanada und die USA ihre Währungen in einem System flexibler Wechselkurse belassen, was konsequenterweise Auf- und Abwertungen ermöglicht. Weiter ist anzumerken, dass die Industrien jedoch nicht länderspezifisch, sondern regional verteilt sind, in einer grenzüberschreitenden West (Holzindustrie)- und einer grenzübertretenden Ostregion (Automobilsektor). Wenn hierbei eine Nachfrageverschiebung zugunsten der Westindustrie eintritt, die Inflation im Westgebiet und Arbeitslosigkeit im Osten mit sich führt, so erzielt man auch mit Hilfe des flexiblen Wechselkurssystems keinen Erfolg, da es sich nicht um eine länderspezifische Produktionsaufteilung handelt. Alternativ kann das Problem der Unterbeschäftigung in der Ostregion und die Inflation in der Westregion durch Arbeitskraftmobilität gelöst werden. Arbeitskräfteabwanderung in Richtung Holzregion würde zum binnen- und außenwirtschaftlichen Gleichgewicht führen. Je höher die Mobilität ausfällt, desto wahrscheinlicher ist die Wiederherstellung des volkswirtschaftlichen Gleichgewichts bei einem Währungsraum nach einem Schock. Mundells These nach fällt die Mobilität umso höher aus, je „kleiner“ das betrachte Gebiet ist: „The optimum currency area is the region”.4 Gleichzeitig kritisiert Mundell den Vorbehalt, einen Staat mit seinen bestehenden politischen Grenzen bereits als optimalen Währungsraum anzusehen. Seine Einwände gegen die Auffassung, dass es beliebig viele Währungsräume geben sollte, werden aufgrund von erhöhten Transaktionskosten sowie durch Spekulationen auf Devisenmärkten, die – je kleiner die Währungsräume sind – zunehmen und destabilisierende Auswirkungen mit sich führen, getragen. Weiterhin nennt Mundell das Problem der Geldillusion5, welches von Befürwortern flexibler Wechselkurse getragen wird. Betrachtet man hingegen die ganze Welt als Währungsraum, so lässt sich dieses Vorhaben aufgrund von unzureichender globaler Mobilität, Ungleichgewichten auf Arbeitsmärkten sowie den unsynchronen Inflationsraten nicht realisieren. Einer der kritischen Einwände gegen Mundells Theoriekonzept ist jedoch die Tatsache, dass es identische Qualifikationen der Arbeitnehmer beider Industriensektoren impliziert. Nicht genau bedacht wurden auch die kulturellen, sprachlichen und politischen Barrieren, die es zu überwinden gilt, obwohl sich Mundell in dieser Hinsicht der Problematik bewusst war, „…,so that actual currency reorganization would be feasible only if it were accompanied by profound political changes“.6

2.1.2 McKinnons Theorie des optimalen Währungsraumes: Offenheitsgrad

[...]


1 Mitglieder der „CFA-Franc“ Währungsunion sind unter anderem Senegal, Togo und die Elfenbeinküste. Die gemeinsame Zentralbank befindet sich in Dakar.

2 Alesina, Alberto/Barro, J. Robert/Tenreyro, Silvana: Optimal Currency Areas, Harvard Institute of Economic Research, Discussion Paper Nr. 1958, 2002, S.7

3 Altmann, Jörn: Ist die Europäische Union ein optimaler Währungsraum? In: Wirtschaftsdienst 4, 1994, S.312

4 Mundell, Robert: A Theorie of Optimum Currency Areas, in: American Economic Review, 1961, Vol. 51, S.660

5 Wirtschaftssubjekte sind nicht bereit, eine Senkung der Nominallöhne hinzunehmen, wohl aber ein vermindertes Realeinkommen, welches durch die Abwertung der heimischen Währung eintritt. Je „offener“ eine Volkswirtschaft jedoch ist, d.h. je größer die Importneigung, desto geringer fällt die Bereitschaft aus, eine solche Reallohnkürzung hinzunehmen

6 Ebd. S.661


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