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Scholary Paper (Seminar), 2004, 11 Pages
Author: Insa Rullkötter
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Pädagogisches Institut)
Tags: Psychologische, Theorien, Sozialisation, Entwicklung, Piaget, Proseminar, Sozialisationstheorien
Year: 2004
Pages: 11
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-34754-9
File size: 146 KB
Als erstes wird der Begriff der "Sozialisation" nach Hurrelmann definiert, danach wendet sich die Hausarbeit der kognitiven Entwicklungstheorie Piagets zu: Grundannahmen, Begriffe, Phasen, Pädagogische Relvanz.
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Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich 11 Philosophie/Pädagogik
-Pädagogisches Institut-
Proseminar: „Sozialisationstheorien I“
Psychologische Theorien der Sozialisation –
Die kognitive Entwicklung nach Piaget
von: Insa Rullkötter
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Der Begriff der „Sozialisation“ 3
3. Piagets kognitive Entwicklungstheorie 4
3.1 Grundannahmen der Theorie 4
3.2 Grundlegende Begriffe 5
3.3 Entwicklungsstufen 7
3.3.1 Die sensu-motorische Phase 7
3.3.2 Die vor-operative Phase 8
3.3.3 Die konkret-operative Phase 8
3.3.4 Die formal-operative Phase 9
4. Zusammenfassung 10
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Im Rahmen des Proseminars „Sozialisationstheorien I“, das im Sommersemester 2004 von Herrn Dipl.-Päd. Idel am Pädagogischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angeboten wurde, haben wir uns mit unterschiedlichen Theorien zum Thema „Sozialisation“ beschäftigt. Der Mensch wird zum Mitglied einer Gesellschaft mit Hilfe von Institutionen und in Interaktionsprozessen mit seiner Umwelt. Die von uns behandelten Theorien versuchen auf differenzierte Art und Weise zu erklären, ob das Individuum im Sozialisationsprozess passiv oder aktiv-handelnd gesehen wird. Als Thema meiner Hausarbeit habe ich die psychologische Sozialisationstheorie Jean Piagets (1896-1980) gewählt, die von einer kognitiven und zugleich aktiven Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen ausgeht. In den folgenden Kapiteln werde ich diese Theorie in ihren wesentlichen Thesen und Argumentationsschritten darstellen, um im weiteren Verlauf sowohl auf die Kritik an der Theorie als auch auf die aus der Theorie resultierende pädagogische Relevanz zu sprechen zu kommen. Zuvor soll jedoch der Begriff der „Sozialisation“ definiert werden, gestützt auf die sieben Maximen Hurrelmanns (Hurrelmann 1986, S. 70-81, zit. n. Baumgart 2000, S. 19-28).
2. Der Begriff der „Sozialisation“
Es ist ein weiter Weg, den das neugeborene Kind zurücklegen muss, bis es zu dem wird, was wir in unserer Gesellschaft als erwachsene, „reife“ Persönlichkeit bezeichnen. Die Vorgänge und Prozesse, in deren Verlauf der Mensch zum Mitglied der Gesellschaft und Kultur wird, erklärt und beschreibt der Begriff der „Sozialisation“. Nach Geulen und Hurrelmann ist „Sozialisation“ zu verstehen als „der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt. Vorrangig thematisch ist dabei …, wie sich der Mensch zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt bildet“ (Geulen/Hurrelmann 1980, S. 51, zit. n. Gudjons 2003, S. 150). In dieser Definition sind mehrere Aspekte enthalten, die den lebenslang andauernden Sozialisationsprozess charakterisieren und beschreiben. Es wird hervorgehoben, dass sich das menschliche Individuum durch die Interaktion sowohl mit dem ihn umgebenden Lebensraum als auch im Umgang mit anderen Menschen permanent entwickelt. „Sozialisation“ findet somit immer im Rahmen von Gesellschaft, Kultur und Individuum statt, wobei diese Größen korrelativ sind; keine ist also ohne die andere denkbar, jede entsteht in und gegenüber den anderen. Durch die notwendige Interaktion und Kommunikation mit anderen Menschen werden dem Individuum gesellschaftlich bedeutsame Strukturen, Werte, Normen und Verhaltensregeln vermittelt, die es braucht, um sich in der sozialen Umwelt zurechtzufinden. Die Persönlichkeit eines Menschens bildet sich demnach im Zuge dieser wechselseitigen Auseinandersetzung und Verarbeitung und stellt, laut Hurrelmann, eine „ ...individuelle, in Interaktion und Kommunikation mit Dingen wie mit Menschen erworbene Organisation von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen, Handlungskompetenzen und Selbstwahrnehmung … auf der Basis der natürlichen Anlagen … als Ergebnis der Bewältigung von Entwicklungs- und Lebensaufgaben“ dar (Hurrelmann 1986, S. 71, zit. n. Baumgart 2000, S. 20). Im Laufe seines Lebens kommt der Mensch mit unterschiedlichen Institutionen (z. B. Familie, Schule, Peers) in Kontakt, die ihm differenzierte Wege zur Lösung spezifischer Probleme im Bezug auf die Erschließung seiner Lebenswelt aufzeigen. Im Zuge des Sozialisationsprozesses entwickelt das Individuum Handlungskompetenzen, mit denen es die Erfordernisse und Anforderungen der Umwelt bewältigen kann. Das Ziel der „Sozialisation“ ist ein Individuum, das die Fähigkeiten zur Strukturierung und Orientierung des eigenen Handelns besitzt bzw. in der Lage ist, Reflexionen über das eigene Agieren in der Umwelt mit anderen Menschen anzustellen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Sozialisationsprozess eine Doppelseitigkeit widerspiegelt: Der Mensch sieht sich sein Leben lang mit der Aufgabe konfrontiert, eine Balance zwischen der Vergesellschaftung, „zu sein wie jeder andere“, und der Individuation, „...und gleichzeitig zu sein wie kein anderer“, zu finden.
3. Piagets kognitive Entwicklungstheorie
3.1 Grundannahmen der Theorie
Die Theorie des 1896 in der Schweiz geborenen Biologen, Erkenntnistheoretikers und Entwicklungspsychologen Jean Piaget geht davon aus, dass die menschliche Entwicklung weder von den Trieben des Individuums gelenkt wird, wie es die Psychoanalyse begründet, noch einem behavioristischen Formungsprozess durch äußere Einflüsse unterliegt. Vielmehr thematisiert Piaget, dass das aktive Handeln und die Interaktion sowohl mit der dinglichen als auch der sozialen Umgebung vom Menschen selbst ausgeht und ihm dies zu einem Verständnis seiner Umwelt verhilft (Tillmann 1994, S. 102). Piagets Interesse liegt in der Untersuchung der im Verlauf der Entwicklung eintretenden Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten. Der heranwachsende Mensch vollzieht seine Entwicklung prinzipiell selbst, er ist aber dennoch nicht vollkommen ungebunden. Die Arbeit Piagets und seiner Mitarbeiter führten zu einem Schema der Stadien kognitiver Entwicklung, deren Ablauf sich genetisch bedingt immer in einer bestimmten Reihenfolge vollzieht. Aufgrund seiner Zusammenarbeit mit einem der führenden Intelligenzforscher seiner Zeit, Alfred Binet, widmete sich der Schweizer besonders dem Tätigkeitsfeld der Intelligenzentwicklung im Kindesalter. Mit der Durchführung von klinischen Interviews ging er der Frage nach, „wie Erkenntnis möglich ist und welche Bedeutung sie für den Organismus in seiner Beziehung zur Umwelt hat“ (Baumgart 1998, S. 204). Die vorhandenen Denkstrukturen von Kindern unterschiedlichen Alters definieren ihre alterspezifische Erkenntnisleistung und bringen ihr jeweiliges Verständnis der Welt zum Ausdruck. Diese ständige Weiterentwicklung der Erkenntnis durch Interaktion mit der Umwelt macht somit Rückschlüsse auf den Sozialisationsprozess möglich. Im Folgenden sollen nun die Hauptbegriffe, die zum Verständnis der kognitiven Entwicklungstheorie Piagets beitragen, systematisch vorgestellt werden, um eine Überleitung zu den Entwicklungsstufen zu schaffen.
3.2 Grundlegende Begriffe
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