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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 13
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 188 KB
Archivnummer: V34704
ISBN (E-Book): 978-3-638-34850-8
Anmerkungen :
Es geht in dieser Hausarbeit ausschließlich um Thomas Manns Thamar-Novelle. Die Hausarbeit ist daher auch für Germanisten und Mann-Fans interessant. Für weitere Informationen einfach die Einleitung lesen.

Textauszug (computergeneriert)

Intentionen der Thamar-Novelle Thomas Manns

von: Trond Weishaupt

 


1. Einleitung 2

2. Autobiografische Intention 2

2.1 Charakterisierung Thamars 2
2.2 Agnes E. Meyer 3

3. Thomas Manns philosophische Grundlagen und sein Künstlerbegriff 4

3.1 Arthur Schopenhauer 4
3.2 Arthur Schopenhauer in der Thamar-Novelle 5

4. Thamars Ausgleichfunktion für Juda 6

5. Hervorhebung Thamars 9

5.1 Das Frauenbild in der Thamar-Novelle 9
5.2 Thamars gegensätzliche Darstellung 10

6. Fazit 11

7. Literaturverzeichnis 12

 


1. Einleitung

Die Novelle „Thamar“ ist Teil des vierten Bandes der Josef-Romane „Josef der Ernährer“ von Thomas Mann. Gegenüber der biblischen Vorlage gestaltete der Autor die Novelle und insbesondere die Figur Thamar stark aus. Zusätzlich ist die Novelle literarisch eigenständig. Es ist daher nahe liegend, die Novelle auf Intentionen und Ideen Thomas Manns zu untersuchen. Zunächst werde ich nach autobiografischen Gründen aus dem Umfeld Thomas Manns suchen, da sein Werk unbestritten ein autobiografisches ist (vgl. Kurzke 1995, S.183). Danach werde ich die Thamar-Novelle auf Spuren von Thomas Manns philosophischen Grundlagen untersuchen. Anschließend werde ich der These Käte Hamburgers nachgehen, das die Thamar-Novelle und der Charakter Thamars der genaueren Beschreibung der Figur Judas dienen. Weiterhin werde ich zeigen, warum die etwas seltsame biblische Vorlage Raum für eine solche Ausgestaltung der Thamar-Figur gab. Abschließend werde ich die These verfolgen, dass Thomas Mann in Thamar die Möglichkeit sah und nutzte, eine biblische Frauengestalt seiner Zeit gemäß zu gestalten, da sich die Stellung der Frau in der Gesellschaft gewandelt hatte.

2. Autobiografische Intention

In diesem Abschnitt soll untersucht werden, inwiefern sich das Umfeld Thomas Manns auf die Josef-Romane und speziell die Thamar-Novelle ausgewirkt hat. Um eine mit Thamar vergleichbare Figur zu finden, muss zunächst eine Charakterisierung Thamars erfolgen.

2.1 Charakterisierung Thamars

Thamar wird vom Erzähler als einfache Bauerntochter ohne Verbindung zur Sippe Jaakobs in die Novelle eingeführt, welche durch ihre „astartische Anziehungskraft“ (Mann 1956, S.6), also ihre erotische Ausstrahlung, auffällt. Sie wird als wissbegierig und als „Sucherin“ (Mann 1956, S.24) beschrieben, die alles, was man sie lehrt, in sich aufsaugt. Thamar ist auf der Suche nach geistiger Führung, da sie mit den Göttern ihres Volkes nicht zufrieden ist (vgl. Mann 1956, S. 23ff). Sie ist die Person, die von Jaakob, dem „Geschichtenschweren“ (Mann 1956, S.25), das heißt dem weisen Oberhaupt der Sippe, gelehrt wird.

Daran erkennt man ihre Intelligenz und ihre privilegierte Stellung gegenüber den anderen Sippenmitgliedern, weil sie diejenige ist, die „ganz allein gewürdigt war, es zu hören“ (Mann 1956, S.35). Jaakob lehrt sie die gesamte biblische Geschichte der Menschheit von der Schöpfung bis zum in der Zukunft liegenden Erscheinen des Messias (vgl. Mann 1956, S.33ff). Durch die Art, wie Thamar sich Zugang zur Familie Jaakobs verschafft und wie sie ihren Eintritt in den Stammbaum Jesu betreibt, wird sie vom Erzähler als ehrgeizig und entschlossen dargestellt. Diesen Eigenschaften wird vom Erzähler großes Gewicht beigemessen, da er sie vielfach und eindringlich beschreibt (vgl. Mann 1956, S.36, 47, 52). Thamars Intelligenz ermöglicht ihr, verbunden mit ihrer Entschlossenheit, aus den Lehren Jaakobs ihre ganz eigene Lebensaufgabe zu entwickeln, die Einschaltung in den Stammbaum des Shiloh.

Ein weiterer wichtiger Charakterzug Thamars ist die durch den Erzähler besonders herausgestellte Ehrgeiz-Liebe. Thamar liebt Juda nicht aufgrund seines Wesens, sondern wegen seiner Position im Stammbaum des Shiloh. Sie widmet ihr Leben einer Idee, ihrem Glauben (vgl. Mann 1956, S.37). Sie ergreift die Initiative, um den Stammbaum des Shiloh durch ihre Kraft und Entschlossenheit zu stützen, der durch Judas verdorbene und kränkliche Söhne gefährdet war (vgl. Mann 1956, S.38). Sie ist also eine Frau, die ihr Leben dem Ziel widmet, in der Weltgeschichte mitzuspielen. Dabei geht sie berechnend und beharrlich vor. Das zeigt sich, als sie sogar Shelahs neunzehnten Geburtstag abwartet, nachdem Juda sie nach Onans Tod vertröstet hat (vgl. Mann 1956, S.52).

2.2 Agnes E. Meyer

Thomas Mann bediente sich auf der Stoffsuche für seine Werke oft aus seinem Umfeld, da das Erfinden nicht zu seinen Stärken gehörte (vgl. Reents 2001, S.165). Daher ist anzunehmen, dass auch Thamar einen Ursprung in Thomas Manns Umgebung hatte. Die Thamar-Novelle entstand in der Exilszeit Thomas Manns in Amerika. Für die meisten deutschen Emigranten bedeutete das Exil den finanziellen Ruin und die Zerstörung ihrer Existenz. Thomas Mann blieb dieses Schicksal erspart. Zum einen sorgte sein Weltruhm dafür, dass er auch in Amerika bekannt war.

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