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Bildungsstandards vs. Kompetenzstandards

Termpaper, 2005, 15 Pages
Author: Jens Bodamer
Subject: Economics / Business: Didactics, Economic Pedagogy

Details

Event: Fachdidaktik der Wirtschaftspädagogik
Institution/College: University of Constance
Tags: Bildungsstandards, Kompetenzstandards, Fachdidaktik, Wirtschaftspädagogik
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 15
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V34733
ISBN (E-book): 978-3-638-34869-0

File size: 92 KB
Notes :
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand



Excerpt (computer-generated)

Bildungsstandards vs. Kompetenzstandards

von: Jens Bodamer

 


Inhaltsverzeichnis

1 Was sind Bildungsstandards?  3

1.1 Definition von Bildungsstandards nach der Expertise 4

1.1.1 Bildungsstandards als Teil des Ganzen 4
1.1.2 Standards als Gerechtigkeit – Gleichheit und Verschiedenheit 4

1.2 Standard- und Qualitätsmanagement  5

1.2.1 Benchmarks vs. Standards  5
1.2.2 Bildungsmonitoring 6

1.3 Leistungsstandards bringen Klarheit  6
1.4 Output - Orientierung  6
1.5 Zielorientierung in der Bildung  7

2 Kerncurricula  8

2.1 Zusammenspiel mit der Fachdidaktik 8
2.2 Erhöhte Eigenständigkeit der Schulen 8

3 Kompetenzen im Sinne von Bildungsstandards 9

4 Betroffenheit der Berufsbildung  10

5 Zwischenfazit  10

6 Kritik an Bildungsstandards  11

6.1 Reform als Teil des Ganzen 11
6.2 Die Steuerung des Bildungswesen  11
6.3 Die empirische Revolution  12
6.4 Neue Eltern- und Schülerrolle  12
6.5 Das Geld diktiert die Reform  13

7 Bildungsstandards in Baden-Württemberg  13

8 Schlussbetrachtung – Work in Progress  13


 

Einleitung

Die aktuell geführte Diskussion um Standards in der pädagogischen Arbeit an Schulen wurde durch die empirischen Studien wie TIMSS, BIJU, PISA und IGLU erdrutschartig ausgelöst. Man könnte meinen, vor den Studien bestand eine heile Welt mit völlig intaktem Bildungssystem. Doch dem ist sicherlich nicht so, vielmehr kann man den überreichlich beschriebenen PISA-Schock als eine Art Treibstoff für bereits im Diskurs befindliche Reformumsetzung und Reformtheorien sehen. Dazu gehören die traditionelle Diskussion über Maßstäbe für verantwortliches professionelles Handeln ebenso, wie die Qualitätsentwicklung in Schulsystemen auf internationaler Ebene seit den 1980er Jahren. Neu hinzugekommen sind nun die Bildungsstandards, die sicherlich das bildungspolitische Thema des Jahrzehnt sein werden. In die innerhalb der Wissenschaft laufende Debatte gehen Erkenntnisse aus Curriculumreformen der 1960/70er Jahre, neben neuen Ansätzen der fachdidaktischen lernpsychologischen Förderung von Kompetenzen, auch Konzepte der Schulentwicklungsforschung ein. Die Wortschöpfung Bildungsstandard setzt sich aus zwei Elementen zusammen – im ersten Begriff wird der bildungsphilosophische Hintergrund angesprochen, im zweiten eine empirisch erfassbare Grenze eingezogen. Für die breite Öffentlichkeit erscheint die Kombination dieser beiden Begriffe als etwas natürliches und geradezu beschwichtigendes, denn sie hat durch PISA ihr Vertrauen in die Institutionen der Bildung verloren. Der sich daher aufbauende öffentliche Druck macht sich Luft in harschen Diskussionen über Verbindlichkeiten und Vergleichbarkeit in der Lehrerhandlung und der Schülerleistung. Als Lösung für alle Probleme im Bildungswesen sieht die Politik und die Öffentlichkeit die vorgegebene Richtschnur (die Standards), auf die es hinzuarbeiten gilt. Eine derartige Verkürzung der Problemlagen und der Lösungsmöglichkeiten innerhalb der öffentlichen Diskussion scheint mir fatal zu sein. Wenngleich sie vermutlich zurecht durch die Frage inspiriert ist ob Schulen und Lehrer dasjenige tatsächlich tun und erreichen, was sie bisher immer vorgegeben haben. Insofern waren PISA & Co. ein Nagel, an dem das schlechte Zeugnis für deutsche Schulen an der Wand hängt.

1 Was sind Bildungsstandards?

Im Juni 2002 gab die Kultusministerkonferenz (KMK) eine Expertise in Auftrag, die unter Berücksichtigung der PISA-Ergebnisse und der Erfahrungen aus anderen Ländern (die im Vergleich zu Deutschland besser abgeschnitten hatten) Vorschläge zur Entwicklung von Bildungsstandards unterbreiten sollte. Die zusammengerufene Expertengruppe um den Koordinator Professor Eckhard Klieme entwarf daraufhin in ihrer „KMK-Expertise“ ganz bewusst einen Abdruck von Bildungsstandards, die inhaltlich in der anstehenden Bildungsreform volle Wirkung entfalten sollte. Genauso bewusst unterließ man es, sich um die „technische“ Seite der Bildungsstandards zu kümmern.

1.1 Definition von Bildungsstandards nach der Expertise

Bildungsstandards formulieren Anforderungen an das Lehren und Lernen in der Schule. Sie legen Ziele für das pädagogische Arbeiten, ausgedrückt in erwünschten Lernergebnissen, der Schülerinnen und Schüler fest. In anderen Worten werden mit Bildungsstandards bestimmte Grundkompetenzen definiert, die alle Schülerinnen und Schüler als Folge des Unterrichts erworben haben sollen. Grundkompetenzen werden nach Vorstellung der Experten dabei so konkret beschrieben, dass sie in Aufgabenstellungen umgesetzt und prinzipiell mit Hilfe von Testverfahren erfasst werden können.1

1.1.1 Bildungsstandards als Teil des Ganzen

Bildungsstandards sind nur ein Teil, wenn auch der zentrale Teil, der Anstrengungen, die zur Sicherung und Steigerung der Qualität schulischer Arbeit in der Expertise angeführt werden. Schlussendlich soll mit Bildungsstandards festzustellen sein, in welchem Maße das Bildungssystem seinen Auftrag erfüllt (hat).2 Die Schulen erhalten erstmals eine Rückmeldung über die Ergebnisse ihrer Arbeit. Zum Gesamtumfang der Reform gehören auch, Kerncurricula, Schulentwicklung und Kompetenzmodelle. 3

1.1.2 Standards als Gerechtigkeit – Gleichheit und Verschiedenheit

Um verstehen zu können, warum gerade Standards zur Genesungskur für das deutsche Bildungswesen erhoben werden, muss erst einmal ein Blick auf die PISA-Studien geworfen werden. Klar und für alle Welt sichtbar an das Tageslicht gekommen sind durch die Studien, dass Lehrer in Deutschland ihre eigenen Leistungen und die Leistungen ihrer Schüler falsch und viel zu hoch einschätzen.4 Insbesondere die Ergänzungsstudie PISA-E zeigte zudem in den 16 Bundesländern erhebliche Unterschiede in den Leistungsniveaus und Benotungsmaßstäben auf. Eine unerträgliche Ungerechtigkeit und Ungleichheit hinsichtlich Schulerfolg, Sitzenbleiben usw. zeigten sich auch innerhalb eines Bundeslandes. Den Studien kann man ferner entnehmen, dass in keinem anderen Land der Bildungserfolg so vom Elternhaus abhängt wie in Deutschland. Die Ergebnisse bewiesen, dass Schüler in der BRD unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen haben. Eine Tatsache die sich mit dem Grundgesetz nicht in Einklang bringen lässt. Der öffentliche Diskurs in der Heckwelle von PISA führte zur Forderung nach Leistungsstandards im empirischen, diagnostischen und normativen Sinne.5 Die Öffentlichkeit forderte also Lernergebnisse messbar, an Benotungsmaßstäbe anlegbar und an Erwartungen orientierbar verbindlich zu machen.6

[...]


1 Eckhard. Klieme, u.a., Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards. Eine Expertise. (Frankfurt am Main, 2003). Seite 13 & 45ff.

2 Vgl. Eckhard Klieme: Bildungsstandards. Ihr Beitrag zur Qualitätsentwicklung im Schulsystem., in Die Deutsche Schule, 95 Jg., Nr. 1 (2003), Seite 11.

3 Eckhard. Klieme, u.a., Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards. Eine Expertise. (Frankfurt am Main, 2003). Seite 19.

4 Vgl. Klaus-Jürgen Tillmann: Was ist eigentlich neu an PISA? in Neue Sammlung, 44 Jg., Nr. 4 (2004), Seite 480f.

5 Vgl. Dieter Weiland: Bildungsstandards - ein überschätzter Begriff? in Die Deutsche Schule, 95 Jg., Nr. 4 (2003), Seite 390.

6 Vgl. Klaus-Jürgen Tillmann: Was ist eigentlich neu an PISA? in Neue Sammlung, 44 Jg., Nr. 4 (2004), Seite 482f.


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