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Termpaper, 2004, 29 Pages
Author: Holger Schlegel
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Tags: Trend, Dienstleistungsgesellschaft, Daten, Theorien
Year: 2004
Pages: 29
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 38 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-34887-4
ISBN (Book): 978-3-638-72111-0
File size: 432 KB
Vor dem Hintergrund empirischer Daten und theroretischer Erklärungen wird die Entwicklung zur deutschern Dienstleistungsgesellschaft dargestellt. Die komplexe Thematik des Tertiarisierungs-prozesses wird auf 20 Textseiten fundiert erläutert und anhand mehrerer Grafiken im Abbildungsverzeichnis verdeutlicht. Das umfangreiche Literaturverzeichnis dient dem darüber hinaus interessierten Leser zur weitergehenden Recherche.
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Abstract
Vor dem Hintergrund empirischer Daten und theroretischer Erklärungen wird die Entwicklung zur deutschen Dienstleistungsgesellschaft dargestellt. Die komplexe Thematik des Tertiarisierungsprozesses wird auf 20 Textseiten fundiert erläutert und anhand mehrerer Grafiken im Abbildungsverzeichnis verdeutlicht. Das umfangreiche Literaturverzeichnis dient dem darüber hinaus interessierten Leser zur weitergehenden Recherche.
Excerpt (computer-generated)
Der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft - Daten und Theorien
von: Holger Schlegel
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung – Der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft 3
2. Der Tertiarisierungsprozess 4
2.1 Historische Entwicklung der Sektoren 4
2.2 Drei-Sektoren-Hypothese (Fisher, Clark, Fourastié, Petty) 8
3. Kennzeichen der Dienstleistungsgesellschaft 10
4. Theorien zur Dienstleistungsgesellschaft 12
4.1 Befürworter der Tertiarisierung (Fourastié, Bell, Gartner, Riessman) 13
4.2 Skeptiker der Tertiarisierung (Baumol, Gershuny) 15
4.3 Zwischenergebnis (zusammenfassende Gegenüberstellung der Theorien) 17
5. Fazit – Die industrielle Dienstleistungsgesellschaft BRD ? 19
LITERATURVERZEICHNIS 26 – 29
1. Einleitung – Der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft
„In Zukunft wird jedes Unternehmen ein Dienstleistungsunternehmen sein“ – diese Vorhersage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit1, sowie die Aussicht etlicher Ökonomen, die Dienstleistung sei wesentliches Element für quantitativen und qualitativen (Wirtschafts-)Wachstum in modernen Gesellschaften, hat mich dazu veranlasst, diese Hausarbeit dem Dienstleistungsbereich zu widmen. Vor allem haben mich die Erfahrungen während meiner (kaufmännischen) Ausbildung und anschließenden Berufstätigkeit als „Dienstleister“ dazu motiviert, mich im Rahmen der Lehrveranstaltung „Soziologie der Arbeitswelt“ damit zu beschäftigen, inwiefern empirische Daten den Trend zur Dienstleistungsgesellschaft bestätigen und welche theoretischen Erklärungen bezüglich des Tertiarisierungsprozesses existieren.
Um dem Leser zu verdeutlichen, welches Gewicht die einzelnen Wirtschaftsbereiche in Deutschland in der älteren bis jüngeren Vergangenheit hatten, und ihm darüber hinaus einen ersten Eindruck von der enormen Bedeutung der Dienstleistungen für unsere Volkswirtschaft zu vermitteln, wird unter 2. der Tertiarisierungsprozess (in 2.1) anhand der historischen Entwicklung der Sektoren veranschaulicht. Die Einteilung und Abgrenzung der Sektoren wird durch die Ausführungen (in 2.2) zur Drei-Sektoren- Hypothese dargestellt. Unter 3. will ich versuchen, Dienstleistungen zu definieren und den Charakter einer Dienstleistungsgesellschaft zu erläutern. Anschließend widme ich mich den wichtigsten Theorien zur Entwicklung einer Dienstleistungsgesellschaft unter 4. (in 4.1 die Optimisten, in 4.2 die Pessimisten) und stelle diese (in 4.3) zusammenfassend gegenüber. Im Fazit fasse ich unter 5. den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund der empirischen Daten und in Bezug zu den verschiedenen theoretischen Erklärungen des Tertiarisierungsprozesses zusammen und äußere meine Einschätzung hinsichtlich der akuten Tertiarisierungssituation.
2. Der Tertiarisierungsprozess
2.1 Historische Entwicklung der Sektoren
Die These, die Bundesrepublik Deutschland wandele sich zur Dienstleistungsgesellschaft, lässt sich am deutlichsten durch die Daten der Statistik veranschaulichen: immer mehr Menschen arbeiten in Dienstleistungsberufen; der Anteil der Dienstleistungen an der Bruttowertschöpfung wächst beständig. In den letzten 200 Jahren lässt sich ein stetiges Anwachsen des Dienstleistungssektors verzeichnen. Jahrhundertelang wies der primäre Sektor die meisten Beschäftigten auf; um 1800 waren durchschnittlich etwa 80% der Bevölkerung in der Landwirtschaft, 8% in der Industrie und 12% im tertiären Sektor beschäftigt. Bis in die achtziger Jahre des 19.Jahrhunderts hinein war Deutschland eine Agrargesellschaft. Mit dem Einsetzen der industriellen Revolution im frühen 19.Jahrhundert wuchs die Zahl der industriell Beschäftigten überproportional. So waren in Deutschland 1880 von 100 Beschäftigten 47 in der Landwirtschaft, 36 in der Industrie und 17 im Dienstleistungssektor tätig.2
Vom Ende des 19.Jahrhunderts bis in die siebziger Jahre des 20.Jahrhunderts hinein durchlief Deutschland dann die Phase einer Industriegesellschaft. Im Jahre 1960 waren in Deutschland (früheres Bundesgebiet) noch 70% aller Erwerbstätigen in den güterproduzierenden Wirtschaftsbereichen (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, sowie Waren produzierendes Gewerbe) tätig; 30% waren demnach im Dienstleistungsgewerbe beschäftigt. Zur Jahrtausendwende war das Verhältnis in etwa umgekehrt, obwohl die absolute Zahl der Erwerbstätigen um knapp 15 (von 23 auf 38) Millionen zugenommen hat. In Deutschland waren im Jahr 2002 69,7% aller Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor und nur noch 27,9% im produzierenden Gewerbe beschäftigt. Waren 1950 im primären Sektor noch rund 25% aller Erwerbstätigen in Deutschland beschäftigt, sind es 50 Jahre
2. Der Tertiarisierungsprozess 5 später nur noch 2,5%.3
Der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft war in der BRD und in der DDR unterschiedlich stark ausgeprägt, was zu einer erheblichen Tertiarisierungskluft zwischen den beiden deutschen Staaten führte. Als ursächlich für das Tertiarisierungsdefizit gilt die Vernachlässigung des Dienstleistungssektors durch die sozialistische Wirtschaftsplanung. Während die Arbeiter- und Bauern-klasse ideologisch bevorzugt wurde, hemmte die planwirtschaftliche Grundein-stellung den Ausbau der Dienstleistungen, weil diese schwerer quantifizierbar und damit schwerer planbar waren. Der tertiäre Sektor wurde als Bereich angesehen, der Volkseinkommen verzehrt, nicht schafft, wie die beiden anderen Sektoren.4
So kam es, dass der ostdeutsche Tertiarisierungsrückstand bei der Vereinigung ungefähr ein Vierteljahrhundert betrug – mit anderen Worten glich die sozio-ökonomische Struktur der DDR 1989 die der BRD 1965.5 Zur Wendezeit war im Osten fast jeder zweite Erwerbstätige in der Güterproduktion beschäftigt, im Westen waren es lediglich 41%; im primären Sektor arbeiteten damals in den neuen Ländern noch 11%, in den alten Ländern dagegen nur 4%; von 100 Beschäftigten waren in Ostdeutschland 40, in Westdeutschland hingegen 55 Personen im Dienstleistungsbereich tätig. Mittlerweile ist zwar die relative Verteilung der Beschäftigten auf die drei Produktionssektoren in Ost- und Westdeutschland nahezu identisch6, doch gilt es nun einen qualitativen Ausgleich des deutsch-deutschen Dienstleistungsgefälles herbeizuführen.7 Denn heute – knapp 15 Jahre nach der Wende – kann von „blühender Dienstleistungslandschaft“ in den neuen Ländern nicht die Rede sein.8
[...]
1 vgl. Lücke, Sven (2003): Wie weit ist Deutschland auf dem Weg in die Dienstleistungslandschaft?, in: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (Hrsg.), Grundsatzfragen der Dienstleistungswirtschaft, Berlin, S.58
2 vgl. Brockhaus (1988): Dienstleistungsgesellschaft, in: Brockhaus-Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden, Bd.5, Mannheim, S.477-480
3 vgl. Statistisches Bundesamt (2003) Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2003, Wiesbaden, S.111f. / siehe Abb.1 im Anhang
4 vgl. Geißler, Rainer (1996): Die Sozialstruktur Deutschlands, Opladen, S.141ff.
5 vgl. Geißler, Rainer (1996), a.a.O., S.136ff.
6 siehe Abb.3 u. Abb.4 im Anhang
7 vgl. Uellenberg-van Dawen, Wolfgang (1994): Programm- und Organisationsdebatte des DGB - Deutsch-deutsche Herausforderung, in: Kittner, Michael (Hrsg.), Gewerkschaften heute – Jahrbuch für Arbeit- nehmerfragen 1994, Köln, S.99
8 siehe Abb.5 im Anhang
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