Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Essay, 2005, 13 Pages
Author: Alexander Linden
Subject: Film Science
Details
Institution/College: University of Siegen (FB 3, Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften)
Tags: Aufbau, Alfred, Hitchcocks, Dritte, Filmanalyse
Year: 2005
Pages: 13
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-34899-7
ISBN (Book): 978-3-638-78817-5
File size: 206 KB
Es handelt sich durchaus um eine wisenschaftliche Arbeit, die allerdings im Stil eines Essays verfasst wurde. Sämtliche wissenschaftliche Quellen sind bibliographiert.
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Für viele Fans ist er sein bester Film, und für ihn selbst ist er die Summe seines amerikanischen Werks. Alfred Hitchcocks Thriller „North by Northwest“ (Der deutsche Verleihtitel lautet: „Der unsichtbare Dritte“) gehört zweifellos zu den Klassikern der Kinogeschichte. Der britische Kino- und Fernsehregisseur Sir Alfred Hitchcock (1899-1980) inszenierte seinen 45. Spielfilm als komplexes Verwirrspiel um Identitäten und Komplotte. Umgeben von seinen favorisierten Mitarbeitern wie dem Komponisten Bernhard Herrmann und dem Kameraroutinier Robert Burks schuf er einen Meilenstein moderner Filmkunst, der bis heute Filmkritiker und –theoretiker weltweit fasziniert. Das liegt vor allem an Dosierung und Stil des suspense, ein Stilmittel, das Hitchcock zur emotionalen Wirkung gezielt einsetzt. Der Filmtheoretiker James Monaco definiert den suspense-Begriff, der nicht eins zu eins in die deutsche Sprache übersetzbar ist, als ein vor allem von Hitchcock popularisiertes Konzept des Spannungsaufbaus im Film; dabei dürfe der Zuschauer mehr wissen als die handelnden Figuren auf der Leinwand. Alfred Hitchcock selbst unterschied stets sehr streng zwischen suspense, Angst und Überraschung. Im Gespräch mit Francois Truffaut, dem französischen Filmregisseur, erklärte er, dass Überraschung eher eine Komponente des klassischen whodunit sei. Rätselspiele würden Neugier, aber keine Emotionen erwecken. Letztere seien für das suspense jedoch unabdingbar. Angst hingegen könne mit suspense einhergehen, sei aber nicht obligatorisch. suspene ist dem Hitchcock’schen Verständnis nach das wirkungsvollste Mittel, die Aufmerksamkeit des Zuschauers wachzuhalten, gleichgültig, ob es ein suspense ist, das sich aus der Situation ergibt, oder eines, bei dem der Zuschauer fragt: Was passiert nun? Somit kann man festhalten, dass es zwei Formen des suspense gibt. Zum einen das auf eine bestimmte Szene angelegte, zum anderen das grundsätzliche, permanente suspense, das sich auf die gesamte Filmhandlung und deren Verlauf bezieht. Der Essay will dem suspense-Begriff nachspüren und anhand des Kriminalfilms exemplarisch ausleuchten.
Excerpt (computer-generated)
Zum Aufbau des suspense in Alfred Hitchcocks
′Der unsichtbare Dritte′
von: Alexander Linden
Essay
Für viele Fans ist er sein bester Film, und für ihn selbst ist er die Summe seines amerikanischen Werks. Alfred Hitchcocks Thriller „North by Northwest“ (Der deutsche Verleihtitel lautet: „Der unsichtbare Dritte“) gehört zweifellos zu den Klassikern der Kinogeschichte.
Im Jahre 1958 gedreht, erzählt er die Geschichte eines imaginären Agenten, vom amerikanischen Geheimdienst erfunden und mit dem Namen Kaplan, einem Hotelzimmer und einem Koffer voller Anzüge ausgestattet. Durch eine Verwechslung hält ein feindlicher Spionagering den Werbefachmann Roger Thornhill für Kaplan. Thornhill kann weder den Irrtum aufklären noch die Polizei einschalten. Zur vollständigen Verwirrung trägt die junge Blondine Eve Kendall bei, die sich nacheinander als Mitglied des Spionagerings und als in eben jenen eingeschleuste amerikanische Agentin entpuppt.
Der britische Kino- und Fernsehregisseur Sir Alfred Hitchcock (1899-1980) inszenierte seinen 45. Spielfilm als komplexes Verwirrspiel um Identitäten und Komplotte. Umgeben von seinen favorisierten Mitarbeitern wie dem Komponisten Bernhard Herrmann und dem Kameraroutinier Robert Burks schuf er einen Meilenstein moderner Filmkunst, der bis heute Filmkritiker und –theoretiker weltweit fasziniert. Das liegt vor allem an Dosierung und Stil des suspense, ein Stilmittel, das Hitchcock zur emotionalen Wirkung gezielt einsetzt.
Der Filmtheoretiker James Monaco definiert den suspense-Begriff, der nicht eins zu eins in die deutsche Sprache übersetzbar ist, als ein vor allem von Hitchcock popularisiertes Konzept des Spannungsaufbaus im Film; dabei dürfe der Zuschauer mehr wissen als die handelnden Figuren auf der Leinwand. Alfred Hitchcock selbst unterschied stets sehr streng zwischen suspense, Angst und Überraschung. Im Gespräch mit Francois Truffaut, dem französischen Filmregisseur, erklärte er, dass Überraschung eher eine Komponente des klassischen whodunit sei. Rätselspiele würden Neugier, aber keine Emotionen erwecken. Letztere seien für das suspense jedoch unabdingbar. Angst hingegen könne mit suspense einhergehen, sei aber nicht obligatorisch. suspene ist dem Hitchcock’schen Verständnis nach das wirkungsvollste Mittel, die Aufmerksamkeit des Zuschauers wachzuhalten, gleichgültig, ob es ein suspense ist, das sich aus der Situation ergibt, oder eines, bei dem der Zuschauer fragt: Was passiert nun? Somit kann man festhalten, dass es zwei Formen des suspense gibt. Zum einen das auf eine bestimmte Szene angelegte, zum anderen das grundsätzliche, permanente suspense, das sich auf die gesamte Filmhandlung und deren Verlauf bezieht.
Der Rezipient soll Anteil nehmen am Geschehen und mit den Protagonisten mitbangen bzw. mithoffen. Ein von dem Meister selbst immer wieder gern benutztes Beispiel ist die Situation mit der Bombe: Die Protagonisten sitzen an einem Tisch und unterhalten sich. Das Publikum weiß im Gegensatz zu den Akteuren, das sich unter dem Tisch eine Bombe befindet, die um 13.00 Uhr explodieren wird. Nun ist es 12.55 Uhr, und man sieht eine Uhr. Plötzlich wird die eigentlich belanglose Unterhaltung der Menschen interessant, weil das Publikum daran teilnimmt. Es möchte interagieren und die Protagonisten warnen. Hitchcocks oberste Regel für suspense lautete darum: Die Zuschauer müssen informiert werden! Wenn man dagegen das Publikum nicht vorab über die Bombe unterrichte, dann hätte man zwar fünfzehn Sekunden einen Schockeffekt und damit eine Überraschung, aber kein suspense. Eine Überraschung wäre, Hitchcocks Definition folgend, nur dann sinnvoll, wenn sie wirklich dazugehöre, wenn das Unerwartete der Lösung quasi das Salz der Anekdote sei.
Unter Filmschaffenden und Filmwissenschaftlern kursieren bis heute verschiedene Erklärungen und Bewertungen des suspense hinsichtlich seines Einsatzes und Nutzen. Dabei geht es vor allem darum, ob es nicht eine allzu niedere Form des Schauspiels sei und zumeist eine nur künstlich erzeugte Spannung zum Nachteil der Handlung an sich. Truffaut postulierte, suspense sei die intensivste Darstellung dramatischer Situationen, die möglich sei – und darum gerade die wichtigste Form des Schauspiels. Allerdings würde eine derart bewusste Dramatisierung auch eine gewisse Willkür mit einschließen, die ein Maß an Unwahrscheinlichkeit mit sich bringe. Alfred Hitchcock konnte mit dem Vorwurf der Unwahrscheinlichkeit nie etwas anfangen, er machte sich nichts daraus, war er doch nur selten unwahrscheinlich in seinen Filmen. Sein Stil zeichnete sich grundsätzlich dadurch aus, dass das „Grauen“ plötzlich und unvermittelt über Unschuldige hereinbricht und ein ungewöhnliches Zusammentreffen von Umständen die Protagonisten zwingt, sich mit der neuen, unbequemen Situation auseinander zu setzen.
[...]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Douglas Sirk: ALL THAT HEAVEN ALLOWS. Eine Betrachtung.
Author: Diana von WebelFilm Science, 2003 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Das Melodram bei Douglas Sirk und Rainer Werner Fassbinder
Author: Iris BaumgärtelCommunications: Movies and Television, 2000 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Der Begriff Identifikation in der Film- und Fernsehanalyse
Author: Diana RiegeCommunications: Movies and Television, 2006 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Ästhetischer Genuss bei Hans Robert Jauß
Author: Kathrin Rosi WürtzGerman Studies - Miscellaneous, 2004 Download as PDF-file for 4,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: