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Autor: Dominik Kemper
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Institution/Hochschule: Universität zu Köln (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Tags: Friedrich, Dürrenmatt, Richter, Henker, Kriminalroman, Hauptseminar, Klassiker, Detektivromans, Haefs
Jahr: 1999
Seiten: 23
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 202 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-12142-2
Textauszug (computergeneriert)
Friedrich Dürrenmatts ,,Der Richter und sein Henker" - Ein zufälliger Kriminalroman?
von Dominik Kemper
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklungsgeschichte des Detektivromans
2.1. Definition Kriminal- bzw. Detektivroman
3. Entstehungsgeschichte Der Richter und sein Henker
4. Der Zufall bei Dürrenmatt
5. Vergleich zwischen der Richter und sein Henker und der Definition des klassischen Detektivromans
6. Dürrenmatts Der Richter und sein Henker und sein Verhältnis zum klassischen Detektivroman
6.1. Der Kommissar im Vergleich mit anderen Detektiven
6.2. Innovative Thematik in Der Richter und sein Henker
7. Ausblick über die Veränderung in Dürrenmatts weiteren Detektivromanen
7.1. Der Verdacht
7.2. Die Panne
7.3. Das Versprechen
8. Fazit
9. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Friedrich Dürrenmatt hat in der Zeit zwischen 1952 und 1958 vier Kriminalgeschichten geschaffen (Der Richter und sein Henker 1952, Der Verdacht 1953, Die Panne 1956, Das Versprechen 1958). Sein Werk Der Richter und sein Henker steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Wesentlicher Untersuchungsgegenstand soll dabei sein, inwieweit sich der Roman als Kriminal- beziehungsweise Detektivroman im klassischen Sinne bezeichnen läßt. Deshalb sollen zunächst die gattungsspezifischen Merkmale definiert werden. Dazu sollen anhand der Gegenüberstellung mit klassischen Detektivromanen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Der Richter und sein Henker herausgearbeitet werden. Hierbei wird besonders auf die Rolle und Funktion des Zufalls in diesem Roman eingegangen. Es soll gezeigt werden, wie sich der Autor der traditionellen Mittel des Genres bedient beziehungsweise mit ihnen bricht.
Ein weiteres Ziel soll es sein, einen Ausblick auf die Veränderungen zu geben, welche sich in den nachfolgenden Kriminalromanen Dürrenmatts vollziehen.
2. Entwicklungsgeschichte des Detektivromans
Die Wurzeln des Detektivromans reichen bis in das frühe 19. Jahrhundert zurück. E.T.A. Hoffmanns Roman Das Fräulein von Scuderi kann hier als Beispiel aufgeführt werden. Als erster klassischer Detektivroman ist Edgar Allen Poes Erzählung Murders in the Rue Morgue zu betrachten. Die Hauptfigur, Auguste Dupin, steht für den intellektuellen, analytisch denkenden Detektiv, dem es dank seiner herausragenden kombinatorischen Logik gelingt, Verbrechen aufzuklären.
Heißenbüttel spricht davon , daß ,,er [Poe] auf die allmächtige Aufklärungsfähigkeit der menschlichen Ratio vertraut." Dieser und andere Detektivromane befriedigen das Bedürfnis des Lesers nach einer Welt, in der die Gerechtigkeit siegt. Ferner möchte der Leser vermittelt bekommen, daß die ,,logisch-analytische Denkkraft des Menschen, ihn zum Beherrscher jeder nur denkbaren Kausalität erhebt."
Der Detektivroman liefert diesen Beweis und unterstreicht damit die Wirksamkeit von Technologie und rationalem Denken. Waldmann beschreibt den Detektiv als ,,rationalen Übermensch". Das epische Geschehen ist durch die gedankliche, vernunftmäßige Aufklärung des Falles (,,ratiocination") geprägt., Durch die Aufklärung des Verbrechens gelingt es dem Detektiv, das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse wiederherzustellen.
Des weiteren aber sorgt die kunstvoll geordnete Welt des Detektivromans dafür, daß der Detektiv den Mörder überführen kann. Der Roman spielt in einer Welt ohne Zufall, einer Welt, die zwar möglich, aber nicht die gewöhnliche ist.
Im 20. Jahrhundert gelingt dem Genre auch in Deutschland der Durchbruch. Ausschlaggebend dafür sind die Romane von Arthur Conan Doyle. Doyles Detektiv, Sherlock Holmes, arbeitet ähnlich akribisch-rational wie Dupin. Agatha Christie und John Dickson Carr erreichen mit ihren Detektivromanen ähnliche Erfolge.
In den zwanziger Jahren entstehen in den USA Detektivromane, in denen gesellschaftliche Strukturen an Bedeutung gewinnen. Der Detektiv greift auch gewalttätig ins Geschehen ein, allerdings ohne seine Integrität zu verlieren. Hierzu heißt es bei Pasche: ,,Die Erzählungen und Romane Dashiell Hammets oder Raymond Chandlers lassen deutlich werden, daß das Verbrechen tendenziell Teil einer undurchschaubar gewordenen Gesellschaft ist, Schuld und Unschuld nicht mehr eindeutig zwischen Opfern und Tätern verteilt werden kann." Die Einteilung der Welt in das rein Gute und das rein Böse kann nicht mehr vorgenommen werden. Dürrenmatts Roman Der Richter und sein Henker läßt sich folglich eher in der Tradition dieser Werke verstehen.
Parallelen gibt es auch zu Georges Simenons Romanen bei denen es eher darauf ankommt, die Motive für eine Tat zu entdecken, als den Täter zu entlarven. Kommissar Maigret und Dürrenmatts Bärlach weisen einige Gemeinsamkeiten auf, welche an späterer Stelle näher erörtert werden sollen.
Ebenso sind Ähnlichkeiten mit Glausers Detektiv Studer nicht zu übersehen.
Allerdings hat Spycher recht, wenn er sagt: ,,Wenn sich auch manche Motive und Situationen und vor allem die Gestalt Wachtmeister Studers in Dürrenmatts Kriminalromanen verwandelt wiederfinden, so ist der Kriminalschriftsteller Dürrenmatt trotzdem kein Nachfolger oder gar Nachahmer des Kriminalschriftstellers Glauser."
[...]
Kommentare
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15.03.2005 21:47:07
Mir hat der Argumentationsgang von Dominik nicht ausgereicht. Es scheint als ob sich Dominik nicht ausreichend mit der Thematik ausseineandergesetzt hat. Er formuliert die Sätze zum größten Teil phrasiert, und postuliert viele unüberprüfte Tatsachen. Es scheint als habe sich dominik eher seiner Freundin gewidmet als seiner Arbeit. Ich kann den Professor nicht verstehen der ihn für dieses metalinguistische Sachverständnis belohnt. Jigga