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Macht Macht eine Organisation?

Scholary Paper (Seminar), 2003, 16 Pages
Author: Milad Bisso
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation

Details

Event: Soziologie und Organisation
Institution/College: University of Heidelberg (Institut für Soziologie)
Tags: Macht, Organisation, Soziologie, Organisation
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V35328
ISBN (E-book): 978-3-638-35282-6

File size: 102 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Heidelberg
Institut für Soziologie
Veranstaltungstitel: Soziologie und Organisation
Veranstaltungsart: Proseminar

Macht Macht eine Organisation?

von: Milad Bisso

 


INHALTSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG 2

2 BEGRIFFLICHE ANNÄHERUNGEN 3

2.1 DEFINITIONSANSÄTZE DES MACHTBEGRIFFES 3

2.1.1 Macht und Herrschaft nach Weber 4

2.1.1.1 Die legale Herrschaft 4
2.1.1.2 Traditionelle Herrschaft 4
2.1.1.3 Charismatische Herrschaft 5

2.1.2 Machtbegriff nach Friedberg 6

2.2 ORGANISATIONSBEGRIFF 7

3 GRUNDLAGEN ORGANISIERTEN HANDELNS 9

3.1 ORGANISATION ALS SOZIALES GEBILDE 9

3.1.1 Rationalität 10
3.1.2 Funktionalität 12

3.2 MACHT ALS GRUNDLAGE 12

RESÜMEE 14

Literaturverzeichnis 15


 

1 Einleitung

Organisation ist ein Mittel, die Kräfte des Einzelnen zu vervielfältigen! Folgt man dieser Aussage, so muss die Frage nach den treibenden Kräften und den elementaren Mechanismen gestellt werden, die das Funktionieren und Wachsen einer Organisation entscheidend beeinflussen. Da Organisationen Kollektivitäten sind, welche durch das bewusst geregelte Zusammenwirken von Menschen und die Nutzung von Mitteln dauerhaft spezifische Ziele oder bestimmte Zwecke zu erreichen suchen, muss es hier also bestimmte Regelungen geben, innerhalb bzw. aufgrund derer organisiertes und gemeinsames Handeln von vielen Menschen garantiert wird. Unter Regelungen sind in erster Linie Aufgaben zu verstehen, die jedem Mitglied einer Organisation zugeteilt werden.

Wer bestimmt aber, welche Aufgaben wem zugewiesen werden? In diesem Moment drängt sich die Frage nach der Befugnis und somit nach der Macht auf, die ein Organisationsmitglied innehat, – in welcher Hierarchiestufe auch immer – um diese Entscheidungen treffen zu können oder gar zu müssen. Diese Arbeit geht somit der Frage nach, ob Macht tatsächlich ein unerlässliches Element des organisierten Handelns ist und somit die Bildung von Organisationen bedingt. Dabei wird in Kapitel 1 zunächst versucht, eine angemessene Definition der Hauptbegriffe Macht und Organisation zu finden, um dann in den weiteren Ausführungen bis hin zum Resümee die Problemstellung zu analysieren.

2 Begriffliche Annäherungen

2. 1 Definitionsansätze des Machtbegriffes

Um nun herauszuarbeiten, welche Rolle Macht für Organisationen spielt, ist eine definitorische Annäherung an den Machtbegriff unerlässlich. „Macht ist eine allgemeine Bezeichnung für sehr verschiedene Chancen und Formen der Durchsetzung und der Beeinflussung, die generell auf einem Überlegenheits- bzw. Abhängigkeitsverhältnis zwischen Personen, Gruppen, Organisationen, Staat oder Gesellschaften beruhen.“1 Für diese Arbeit fällt das Interesse eher auf Macht zwischen Personen und Gruppen, weil diese auch die Gestalter einer Organisation darstellen. Daraus ist wiederum zu schließen, dass Macht als soziale Beziehung zu betrachten ist. Sie findet somit nur zwischen mindestens zwei Personen statt und ist keine Eigenschaft einer Person, sondern stellt das Verhältnis zwischen Menschen dar.2 „….was immer auch ihr „Typus“, das heißt, ihre Quellen, ihre Legitimation, ihre Ziele oder Methoden der Ausübung sein mögen, so beinhaltet Macht – auf der allgemeinsten Ebene – immer die bestimmten Individuen oder Gruppen verfügbare Möglichkeit, auf andere Individuen oder Gruppen einzuwirken.“3 Auch Max Weber`s Definition: „…jede Chance, in einer sozialen Beziehung den eigenen Willen durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht….“, deutet letztlich auf die Einwirkung auf andere hin. Man erteilt also Befehle, gibt Anweisungen oder veranlasst Handlungen, die man für richtig hält oder mit denen man etwas bewirken will.

Genau an dieser Stelle kann Macht auch einen negativen Charakter annehmen: Zwang, Unterdrückung, Gewalt – bis hin zur Macht, willkürlich über Leben und Tod anderer entscheiden zu können. Doch wenn man von organisierten Beziehungen spricht, verblasst genau hier dieser negative Charakter. An diesem Punkt gilt es nun, Macht mit Organisationen in Verbindung zu setzen.

2. 1. 1 Macht und Herrschaft nach Weber

Max Weber betrachtet Macht und Herrschaft in erster Linie über das soziale Handeln. Das Verstehen von Machthandlungen ist bei ihm immer an Zweck und Mittel gebunden. Andererseits scheinen für ihn auch die Gründe für Fügsamkeit wichtig zu sein.

Demnach formuliert Weber den Begriff der Macht wie Folgt: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ Dabei sei der Machtbegriff soziologisch amorph, d.h., dass er zu ungenau definiert ist um empirisch messbar bzw. nachweisbar zu sein. Herrschaft wiederum ist für Weber die institutionalisierte Form von Macht. So definiert er den Begriff Herrschaft als „die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden;“4. Dabei gibt es drei Gründe dafür, warum sich Menschen einer Herrschaft fügen. Diese drei Legitimationsgründe sind:

• Legale Herrschaft
• Traditionelle Herrschaft
• Charismatische Herrschaft

2. 1.1.1 Die legale Herrschaft

[...]


1 Bernhard Schäfers (Hrsg), 19923: Grundbegriffe der Soziologie, Leske + Budrich, Opladen, S. 172f

2vgl. Wolfram Braun / Georg Schreyögg: Zu den genetischen und normativen Grundlagen des Machtbegriffs In: Gerhard Reber (Hrsg), 1980: Macht in Organisationen, C.E. Poeschel Verlag, S. 20ff

3 Michel Crozier / Erhard Friedberg, Macht und Organisation; Hg: Internationales Institut für Management und Verwaltung; Athenäum-Verlag 1979, S. 39

4 Max Weber, Soziologische Grundbegriffe, §16


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