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Details

Veranstaltung: Nationalbibliographische Kontrolle
Institution/Hochschule: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH
Tags: Nationalbibliographie, Tschechiens, Nationalbibliographische, Kontrolle
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 41
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 22  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 356 KB
Archivnummer: V35346
ISBN (E-Book): 978-3-638-35297-0
Anmerkungen :
Die Arbeit verfolgt im ersten Teil die Entwicklung der tschechischen Nationalbibliographie seit 1945 bis heute und berücksichtigt auch aktuelle Veröffentlichungen. Im zweiten Teil findet der Leser eine detaillierte, annotierte Aufstellung der tschechischen Verzeichnisse seit 1945. Die Publikation soll auch als Nachschlagewerk zum Auffinden tsch. Literatur dienen und enthält u.a. eine Übersetzung wichtiger bibliographischer Begriffe ins Deutsche.

Textauszug (computergeneriert)

Nationalbibliographie Tschechiens

von: Thomas Dietze

 


Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis 4

Einleitung 5

1. Geschichte der Tschechischen Nationalbibliographie vom Ende des Ersten Weltkrieges bis heute

1.1 Von 1918 bis zum Ende der deutschen Besetzung – Anfänge 8
1.2 Vom Kriegsende bis 1989 – Zentralismus 9
1.3 Von der Wende bis 2000 – Modernisierung der Nationalbibliographie 12
1.4 Die nationalbibliographische Verzeichnung – Situation heute 14

2. Verzeichnisse zur Nationalbibliographischen Kontrolle in der ČR seit 1945

2.1 Vorbemerkungen zum bibliographischen Teil 16
2.2 Monographien

2.2.1 Tschechische Bücher 17
2.2.2 Ausländische Bohemica 20
2.2.3 Verzeichnisse lieferbarer Bücher 21
2.2.4 Neuerscheinungen 22

2.3 Periodika

2.3.1 Tschechische Zeitungen und Zeitschriften 23
2.3.2 Neuerscheinungen 24

2.4 Zeitschrifteninhalte 25
2.5 Musikalien 26
2.6 Tonaufnahmen 28
2.7 Dissertationen 28
2.8 Graphisches Material 30
2.9 Elektronische Dokumente 31
2.10 Allgemeinenzyklopädien 32
2.11 Biographische Nachschlagewerke 32
2.12 Bibliothekskataloge von nationalbibliographischer Bedeutung 33

Anlagen

Anl.1 Zeittafel der wichtigsten politischen Ereignisse von 1945 – 2004 37
Anl.2 Hauptgruppen der von 1951 – 1981 verwendeten Klassifikation für die Nationalbibliographie 38
Anl.3 Systematik für Musikalien 40
Anl.4 Übersetzung einiger bibliographischer Begriffe 41

Literaturverzeichnis 42

Abkürzungsverzeichnis

ADR = Adresář knihoven a informačních institucí v ČR (Adressen von Bibliotheken und Informationseinrichtungen in der ČR)
ANL = Články v českých novinách, časopisech a sbornících (Artikel aus tschech. Zeitungen, Zeitschriften und Sammelwerken)
ASNB = Automatizovaný sytem české národní knizni bibliografie (Automatisiertes System der nationalen tschechischen Buchver-zeichnung)
AUT = Báze národních autorit NK ČR (Nationale Datenbank derAutorennamen der ČR)
CASLIN = Czech and Slovak library information network
MAKS = Modulární automatizovaný knihonický system (Modulares automatisiertes Bibliotheks-System)
MZK = Moravská zemská knihovna v Brne
NaBi = Nationalbibliographie
SLK = Katalog Slovanské knihovny (Katalog der slawischen Bibiothek)
SKC = Souborný katalog ČR (Verbundkatalog der Tschechischen Republik)


 

Einleitung

Bei der Recherche zu einem umfangreichen Thema, wie es die nationalbibliographische Kontrolle für Tschechien ist, steht der Suchende vor einer Anzahl verschiedener Probleme: Zunächst stellt man bald fest, daß bei weitem nicht alle Verzeichnisse, die in diesem Land die nationale Druckproduktion erschließen bzw. erschlossen haben, in deutschen Bibliographien zusammenfassend erwähnt sind. Oft existieren keine Hinweise auf Sonderverzeichnisse, die deshalb nur über Umwege zu finden sind und die lückenlose Dokumentation der nationalen Verlagsproduktion erschweren. So sind beispielsweise in den Katalogen Der Deutschen Bibliothek lediglich die Verzeichnisse der Nationalbibliographie (im folgenden: NaBi) Tschechiens mit ihren Unterreihen zu finden. Eine weitere Schwierigkeit besteht im Finden der bibliographischen Nachweise Tschechiens in den OPAC’s der tschechischen Bibliotheken selbst. In der überwiegenden Zahl der Fälle ist die Verwendung der tschechischen Sprachzeichen unabdingbar, um überhaupt verwendbare Suchergebnisse zu erhalten. Derjenige, dem dies aufgrund mangelnder Sprachkenntisse nicht oder nur schwer möglich ist, muss wiederum nach anderen Möglichkeiten suchen, um zum Ziel zu kommen.

Das dritte, die Recherche oft erheblich komplizierende Problem bildet die Tatsache, daß im letzten halben Jahrhundert mehrere Titeländerungen der NaBi, resultierend aus den politischen Veränderungen im Land, erfolgt sind. Wer sich in den tschechischen Verzeichnissen zurechtfinden will, muss sich mit diesen Änderungen also zunächst vertraut machen, die wichtigsten Begriffe übersetzen und wissen, an welchen Stellen er die gewünschten Angaben zu den Verzeichnissen sowohl der NaBi als auch anderer Bibliographien finden kann. Wie steht es um die Dokumentation der nationalbibliographischen Kontrolle Tschechiens in der Fachliteratur? Die meisten Ausführungen zu diesem Thema finden sich in tschechischen Publikationen, können ohne ausreichende Sprachkenntnisse daher also nur sehr eingeschränkt berücksichtigt werden. In Deutschland wurde die Beschreibung der tschechischen NaBi neben wenigen DDR-Publikationen zum letzten Mal in Totok/Weitzel’s „Handbuch der bibliographischen Nachschlagewerke“ in einem umfassenden Überblick vorgenommen, jedoch stammt die letzte Auflage dieses Werkes bereits aus dem Jahr 1985. Das „Handbuch der Bibliographie“ Jahr 1999 nennt, obwohl zeitlich näher liegend, beispielsweise kaum elektronische Verzeichnisse und ist auch sonst kaum eine vollwertige Ergänzung der Angaben von Totok/Weitzel, sowohl hinsichtlich der Ausführlichkeit der Angaben als auch der gebotenen Hintergrundinformationen.

Einen wichtigen Beitrag liefert daher die von Bohdana Stoklasová betreute Beschreibung der tschechischen Nationalbibliographie im „Annotated guide to current national bibliographies“, obgleich auch diese schon von 1998 stammt und daher aktuelle Änderungen noch nicht berücksichtigen kann. Der gleichen Autorin verdanken wir auch das Wissen über die Veränderungen, die in der Nationalbibliothek in Prag bei der Erstellung der NaBi seit 1990 vorgenommen wurden. Ihr Vortrag „Die Nationalbibliographie eines kleinen Landes im internationalen Zusammenhang“ auf der 66. IFLA – Council and General Conference in Jerusalem im August 2000 gab einen detaillierten Einblick in die Bemühungen Tschechiens, den Anschluß an das internationale Bibliothekswesen nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes zu gewinnen. Beiträge in nicht-tschechischen bibliothekarischen Fachzeitschriften berichten zwar in größeren Abständen sehr eingehend über die Entwicklungen im Bibliothekswesen des Landes, jedoch gehört eine Abhandlung zum hier vorliegenden Thema eher zu den selteneren Erscheinungen. Zusammenfassend läßt sich daher sagen, daß uns derzeit keine zusammenhängende Darstellung zur nationalbibliographischen Kontrolle in der Tschechischen Republik außerhalb dieses Landes vorliegt. Die notwendigen Informationen sind natürlich vorhanden, bedürfen zur Nutzung jedoch einer verhältnismäßig aufwendigen Recherche. Der Suchende ist also darauf angewiesen, viel Zeit für die Erlangung der gewünschten Informationen in Kauf zu nehmen. Aus diesem Grund hat die vorliegende Arbeit zum Ziel, zu einem solchen Überblick über die nationalbibliographische Verzeichnung auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik seit 1945 beizutragen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Darstellung der Geschichte der tschechischen NaΒi eingebettet in einen geschichtlichen Abriß der politischen Entwicklung des Landes. Seit der Gründung des Staates im Jahr 1918 läßt sich dessen Geschichte in vier Phasen einteilen, mit der der Werdegang der bibliographischen Verzeichnung einhergeht. Es sind dies die Phase der ersten und zweiten Republik bis 1939, die Zeit der deutschen Besetzung bis 1945, die Dauer der sozialistischen Ära bis 1989 sowie die Zeit von der politischen Wende 1989/ 1990 bis heute. Die NaBi folgt, wie dies auch in anderen Ländern der Fall ist, diesen geschichtlichen Veränderungen durch den Wandel einiger ihrer Merkmale, beispielsweise im Titel oder in der Art der verwendeten Klassifikation. Doch im Unterschied zu beispielsweise westlichen Ländern haben die meist schwerwiegenden politischen Veränderungen stets ihren parallelen Niederschlag im Erscheinungsbild der nationalbibliographischen Verzeichnung gefunden. Darum ist es sinnvoll, die Geschichte dieser Veränderungen zu kennen und sich so in den unterschiedlichen Verzeichnissen besser orientieren zu können.

Die tschechische Bibliographie verzeichnet noch heute im Gegensatz zu denen vieler anderer Länder eine große Fülle unterschiedlichen Materials in einer recht hohen Anzahl von Reihen. Überdies existieren noch weitere Verzeichnisse außerhalb der NaBi, die traditionell von der Nationalbibliothek, seit der Wende aber auch von anderen Institutionen getragen wurden und werden. Es erschien daher sinnvoll, den angestrebten Überblick in der Form einer Ordnung nach Publikationsformen und innerhalb dieser chronologisch aufsteigend nach Berichtszeiten vorzunehmen, um die Tiefe der Gliederung verhältnismäßig gering halten zu können. Bibliothekskataloge, die ja verschiedenste Arten von Veröffentlichungen verzeichnen, wurden gesondert betrachtet und nur dann, wenn sie von nationalbibliographischer Bedeutung sind sowie über das Internet frei zugänglich. Wo immer es möglich war, wurde auf slowakische Verzeichnisse keine Rücksicht genommen, einerseits weil die Slovakei seit 1993 ein eigenständiger Staat ist und weil andererseits die Erfassung der slowakischen Publikationen im betrachteten Zeitraum fast immer separat in eigenen Unterreihen der NaBi geführt wurde. Überdies würde die Betrachtung von gleichsam zwei Nationalbibliographien den Rahmen der Arbeit sprengen.

Die Arbeit besteht aus zwei Teilen: der geschichtlichen Betrachtung und dem bibliographischen Teil. Betrachtet werden soll der Zeitraum ab 1945. Es war dafür unvermeidlich, die Zeit davor kurz darzustellen, was denn auch geschehen ist, um die Entwicklung adäquat in einen geschichtlichen Kontext einzubetten. Zum Abschluß noch eine Anmerkung bezüglich der Technik der Verzeichnung: Im zweiten Teil erfahren die nationalbibliographischen Verzeichnisse eine sehr ausführliche Würdigung, wenn jede ihrer Titeländerungen berücksichtigt wird und der neue Titel gesondert aufgeführt und annotiert wird. Grund dafür ist, daß eine solche Titeländerung meist auch neue bzw. den Wegfall bisheriger Register bedeutete, eine neue Erscheinungsweise galt, neue ISSN-Nummern vergeben wurden etc. Es wäre unmöglich gewesen, solche Veränderungen innerhalb des hier betrachteten Zeitraumes von über fünfzig Jahren angemessen und übersichtlich darzustellen, ohne den Leser zu verwirren.

1. Geschichte der Tschechischen Nationalbibliographie vom Ende des Ersten Weltkrieges bis heute

1.1 Von 1918 bis zum Ende der deutschen Besetzung - Anfänge

Als im Oktober 1918 die tschechoslowakische Republik1, entstanden aus einem Teilstaat des ehemaligen Österreich-Ungarn, in Prag proklamiert wurde, konnte man nicht auf einer bereits existierenden regionalen Bibliographie dieses Landesteils aufbauen, die regelmäßig dessen gesamte Buchproduktion verzeichnet hätte. Dies war jedoch umso mehr notwendig, als es in Böhmen und Mähren seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Erwachen des nationalen Selbstbewußtseins gab, das in seinem Gefolge eine Steigerung der tschechischen Buchproduktion mit sich brachte. Die Einforderung nationaler Rechte und der Aufstieg des tschechischen Bürgertums in allen Bereichen des öffentlichen Lebens waren die Kennzeichen dieser Zeit, die sich nicht zuletzt auch im Buchwesen niederschlugen2. Zwar waren einzelne Bemühungen von Wissenschaftlern, Buchhändlern und Verlegern, besonders des Verbandes der Buchhändler gemacht worden, insgesamt jedoch konnte von einer einheitlichen oder gar umfassenden Verzeichnung des tschechischen Schrifttums keine Rede sein. Der erste Versuch einer nationalen Bibliographie, die „Česká bibliografie za rok ...“ (Tschechische Bibliographie für das Jahr ...), erstellt durch die Tschechische Akademie der Wissenschaften, endete ohne ein Nachfolgewerk, nachdem das Verzeichnis neun Jahre, von 1902-1911 erschienen war. Durch die Arbeit von Ladislaus (?)ivny jedoch, der einige Jahre vor der Unabhängigkeit bereits detaillierte Überlegungen zu einer Nationalbibliothek (im folgenden : NaBi) entwickelt hatte, kam es im Jahre 1923 zum Erscheinen des ersten „Bibliografický katalog“, herausgegeben vom Bibliographischen Institut an der UB Prag unter der Leitung (?)ivnys, ab 1929 unter Redaktion der Nationalbibliothek in Prag. Dieser Katalog konnte zunächst nichts anderes sein als eine Auswahlbibliographie, die die Erwerbungen der NaBi verzeichnete, mangelte es doch noch immer an einem Pflichtexemplargesetz, das die Vorraussetzung für eine vollständige Erfassung überhaupt erst möglich machen konnte. Der längst fällige Erlaß folgte denn auch im Jahr 1935; das erste Gesetz der jungen Republik zur Ablieferung eines Pflichtexemplars wurde erlassen. War die lückenlose Verzeichnung auch zunächst aufgrund der Anlaufschwierigkeiten in seiner Umsetzung verständlicherweise nicht unverzüglich und lückenlos möglich – die entscheidende Grundlage für die Zukunft war geschaffen: Die nationalbibliographische Verzeichnung erfolgte in staatlicher Verantwortung durch eine verbindliche Pflichtexemplarregelung.

In der Hauptsache waren es nun die Aufgaben, die sich mit der neuen Situation ergaben: Vereinheitlichung der Pflichtexemplarregelung, die Anpasssung der Katalogisierungsregeln an internationale Standards (Dezimalklassifikation) und die Entwicklung der wissenschaftlichen Grundlagen der bibliographischen Verzeichnung – die das tschechische Bibliothekswesen bis zum Ende der 30er Jahre beschäftigten.

[...]


1 Zu den diversen Namensänderungen des Staates sei auf die im Anhang beigefügte Zeittafel verwiesen; in dieser Darstellung wird nicht gesondert darauf eingegangen, sondern die jeweils gültige Staatenbezeichnung verwendet.

2 Vgl. Ryznar/ Croucher, Books in Czechoslovakia, 1989, S.41.

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