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Autor: Roman Klein
Fach: Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Interkulturelle Kommunikation)
Tags: Interkultureller, Trainingsbedarf, Förderung, Integration, Europa, Interkulturelles, Lernen
Jahr: 2005
Seiten: 22
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 23 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 210 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35834-7
ISBN (Buch): 978-3-638-65341-1
Zusammenfassung / Abstract
Seit dem 1. Mai 2004 versammeln sich unter dem Dach der europäischen Union 25 Staaten. Die EU bildet seither mit 455 Millionen Menschen einen der größten Wirtschaftsräume der Welt und zugleich eine nie da gewesene politische, rechtliche, sowie wirtschaftliche Verbindung nationaler Staaten. Die EU ist aber nicht nur eine Gemeinschaft von Nationalstaaten, sondern zeichnet sich vielmehr durch eine ausgeprägte kulturelle Heterogenität aus. Neben den Länderkulturen wie beispielsweise der Deutschen, der Französischen und der Polnischen, weist jedes Land eine Vielzahl weiterer sich unterscheidender (Sub-) Kulturen auf. Kulturelle Vielfalt ist ein Charakteristikum der europäischen Gemeinschaft, so der Deutsche Kulturrat (2004). Welche Auswirkungen hat die kulturelle Vielfalt auf die Integration der einzelnen Mitgliedstaaten und deren Bürger? Inwieweit besteht die Möglichkeit, trotz der kulturellen Heterogenität, eine gemeinsame kulturelle Identität zu schaffen? Die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind bereits geschaffen. Gleichzeitig gilt es, aus der kulturellen Vielfalt Europas eine gemeinsame europäische Identität zu schöpfen und zwar unter Beibehaltung eben dieser Vielfalt. Hierfür ist aus meiner Sicht in allen Ländern der erweiterten Europäischen Gemeinschaft eine breit angelegte interkulturelle Aufklärung und insbesondere interkulturelle Bildung notwendig. Im Mittelpunkt steht daher insbesondere die Frage, inwieweit mithilfe interkultureller Trainings ein Beitrag zur Förderung der Integration in einem vereinten Europa geleistet werden kann? Zunächst werden in Abschnitt zwei wichtige Begriffe wie Kultur und interkulturelles Lernen geklärt. Danach wird in Abschnitt drei auf die Ziele interkulturellen Lernens eingegangen, um dann in Abschnitt vier interkulturelle Trainings als eine Form interkulturellen Lernens vorzustellen. In Abschnitt fünf wird die Integration innerhalb der Europäischen Union beleuchtet. Hiernach wird der Frage nachgegangen, welche Hindernisse, Schwierigkeiten und Herausforderungen die Integration mit sich bringt und inwieweit die interkulturelle Kompetenz des Einzelnen eine notwendige Bedingung für die Integration darstellt. In Abschnitt sechs soll am Beispiel der an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) gegründeten studentischen Initiativgruppe Sinik-Munich aufgezeigt werden, welche Bedeutung unter anderem solchen Initiativgruppen zukommt, die Integration in Europa zu fördern.
Textauszug (computergeneriert)
Interkultureller Trainingsbedarf zur Förderung der
Integration in einem vereinten Europa
von: Roman Klein
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Begriffsklärung 3
2.1 Kultur 3
2.2 Interkulturelles Lernen 4
3. Interkulturelle Kompetenz als Ziel interkulturellen Lernens 7
4. Interkulturelle Trainings als Form interkulturellen Lernens 9
5. Integration und kulturelle Identität innerhalb des vereinten Europa 12
5.1 Nationale und europäische Identität 12
5.2 Notwendigkeit interkultureller Kompetenz für die Integration – Herausforderungen, Hindernisse und Schwierigkeiten 14
6. Förderung interkultureller Kompetenz am Beispiel der studentischen Initiativgruppe „Sinik-Munich“ 15
7. Ausblick 16
Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
Das Jahr 2004 markiert einen Meilenstein in der Geschichte des europäischen Einigungsprozesses. Dem Kontinent, der in Folge zweier Weltkriege zerrissen und zu einem Schauplatz eines 40 Jahre währenden Kalten Krieges geworden war, gelingt das Unwahrscheinliche. Mit der so genannten Osterweiterung überwindet die Europäische Union 15 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und 13 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Spaltung des Kontinents. Seit dem 1. Mai 2004 versammeln sich unter dem Dach der europäischen Union 25 Staaten. Die EU bildet seither mit 455 Millionen Menschen einen der größten Wirtschaftsräume der Welt und zugleich eine nie da gewesene politische, rechtliche, sowie wirtschaftliche Verbindung nationaler Staaten.
Die EU ist aber nicht nur eine Gemeinschaft von Nationalstaaten, sondern zeichnet sich vielmehr durch eine ausgeprägte kulturelle Heterogenität aus. Neben den Länderkulturen wie beispielsweise der Deutschen, der Französischen und der Polnischen, weist jedes Land eine Vielzahl weiterer sich unterscheidender (Sub-) Kulturen auf. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit finden sich offensichtlich alle diese Subkulturen durch bestimmte Werte und Normen innerhalb einer „Nationalkultur“ zusammen.
Kulturelle Vielfalt ist ein Charakteristikum der europäischen Gemeinschaft, so der Deutsche Kulturrat (2004). Was bedeutet diese Vielfalt für die in dieser Gemeinschaft lebenden Menschen, die sich in zunehmenden Maße den fremdkulturellen Einflüssen durch interkulturelle Begegnungen ausgesetzt sehen? Welche Auswirkungen hat die kulturelle Vielfalt auf die Integration der einzelnen Mitgliedstaaten und deren Bürger? Inwieweit besteht die Möglichkeit, trotz der kulturellen Heterogenität,eine gemeinsame kulturelle Identität zu schaffen? Nida-Rümelin (2004) betont, dass die Identität Europas gerade durch dessen Vielfalt, seinen Gegensätzen und der Konkurrenz regionaler und nationaler Identitäten geprägt würde. Zugleich, so Nida-Rümelin, benötige das Europa der Zukunft „überwölbende kulturelle Gemeinsamkeiten“ (2004, S. 2). Die Bürger Europas müssten neben der Loyalität für ihr Land resp. ihren Staat ebenfalls eine Loyalität für dieses Europa entwickeln. Doch was kennzeichnet die so genannte europäische Identität? Kann eine solche Identität überhaupt entwickelt werden und in den Köpfen und Herzen aller EU-Bürger Fuß fassen? Die Aussage des Deutschen Kulturrates (2004, S. 1), dass Europa letztlich „eine Konstruktion von Intellektuellen, Künstlern und Politikern“ sei, verschärft die Skepsis der Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Identität. Denn, so der Deutsche Kulturrat (2004, S. 1) „eine emotionale Identifikation mit einem Raum“ sei umso schwerer,, je größer und differenzierter dieser Raum ist“.
Besteht nicht vielmehr in Europa die Chance, eine europäische Identität auf dem Fundament historischer Verbundenheit, aktueller kultureller Verschiedenheit und gemeinsamer Visionen zu gründen und hierdurch die Integration der beteiligten Länder und seiner Bürger zu fördern? Die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind bereits geschaffen. Gleichzeitig gilt es, aus der kulturellen Vielfalt Europas eine gemeinsame europäische Identität zu schöpfen und zwar unter Beibehaltung eben dieser Vielfalt. Hierfür ist aus meiner Sicht in allen Ländern der erweiterten Europäischen Gemeinschaft eine breit angelegte interkulturelle Aufklärung und insbesondere interkulturelle Bildung notwendig. Im Mittelpunkt dieser Ausarbeitung steht somit insbesondere die Frage, inwieweit mithilfe interkultureller Trainings ein Beitrag zur Förderung der Integration zu einem vereinten Europa geleistet werden kann?
Zunächst werden in Abschnitt zwei für diese Arbeit wichtige Begriffe wie Kultur und interkulturelles Lernen geklärt. Danach wird in Abschnitt drei auf die Ziele interkulturellen Lernens eingegangen, um dann in Abschnitt vier interkulturelle Trainings eine als Form interkulturellen Lernens vorzustellen. In Abschnitt fünf wird die Integration innerhalb der Europäischen Union beleuchtet. Hiernach wird der Frage nachgegangen, welche Hindernisse, Schwierigkeiten und Herausforderungen die Integration mit sich bringt und inwieweit die interkulturelle Kompetenz des Einzelnen eine notwendige Bedingung für die Integration darstellt. In Abschnitt sechs soll am Beispiel der an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) gegründeten studentischen Initiativgruppe Sinik-Munich aufgezeigt werden, welche Bedeutung u.a. solchen Initiativgruppen zukommt, die Integration in Europa zu fördern.
2. Begriffsklärung
Die in der vorliegenden Arbeit zentralen Begriffe Kultur und interkulturelles Lernen werden an dieser Stelle kurz erläutert. Dem Leser soll hierdurch das Verständnis der zugrundeliegenden Thematik erleichtert und eine schlüssige Verortung bezüglich der Themenstellung ermöglicht werden. Der Begriff der Integration bezieht sich in dieser Arbeit auf den Zusammenschluss der Menschen in einem vereinten Europa. Lösgelöst aus diesem Rahmen lässt sich aus meiner Sicht der Begriff der Integration im Folgenden nicht schlüssig verorten. Deshalb werde ich diesen in Abschnitt 5 in Verbindung mit der europäischen Identität ausführen.
2.1 Kultur
Kultur ist Kommunikation, so hat es bereits Hall (1990) in seinem Klassiker „The Silent Language“ ausgedrückt. Doch reicht das, um den Begriff der Kultur wirklich zu verstehen? Kultur im Sinne des in der interkulturellen Kommunikation verwendeten erweiterten Kulturbegriffs wird verstanden, als ein Sinn- und Bedeutungssystem, das von einer bestimmten Gruppe von Menschen geteilt wird. Thomas (1993, S. 380) hat hierfür folgende Definition gewählt: „Kultur ist ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation, Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft usw. tradiert. Es beeinflusst das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller ihrer Mitglieder und definiert somit deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Kultur als Orientierungssystem strukturiert ein für die sich der Gesellschaft zugehörig fühlenden Individuen spezifisches Handlungsfeld und schafft damit die Voraussetzungen zur Entwicklung eigenständi-ger Formen der Umweltbewältigung.“
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