Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Matthias Jantsch
Fach: Forstwirtschaft / Forstwissenschaft
Details
Tags: Spezielle, Verfahren, Erst-, Zweitdurchforstung
Jahr: 2004
Seiten: 17
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 22 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 844 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35962-7
ISBN (Buch): 978-3-638-79010-9
Zusammenfassung / Abstract
Die motormanuelle Erst- und Zweitdurchforstung ist in großen schwachen Laub- und Nadelholzbeständen schon seit längerem finanziell nicht mehr tragbar. Der niedrige Holzpreis vor allem für Schwachholz steht in keiner Beziehung zu den stark gestiegenen Kosten dieser zeitaufwändigen und deshalb kostspieligen Methode. Dieser Engpass hat zur Suche nach neuen Methoden zur effektiven und kostengünstigen Erst- und Zweitdurchforstung geführt. Kleine und wendige Maschinen sind für die Forstunternehmer dabei ebenso interessant, wie Maschinen, die mehrere Arbeitsvorgänge kombinieren. Das Stückmassegesetz steht hier bei besonders im Vordergrund. Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile von Multitree-Aggregaten, Fellerbuncher, Raup-Trac, Rückezug mit Fällgreifer und Miniharvester besprochen. Einige Verfahren sind bei einer Weiterentwicklung sehr erfolgsversprechend.
Textauszug (computergeneriert)
Spezielle Verfahren für Erst- und Zweitdurchforstung
von: Matthias Jantsch
Inhaltsverzeichnis
1. Die Problematik der motormanuellen Erst- und Zweitdurchforstung heute Seite 2
2. Das Multitree-Aggregat Seite 2-5
2.1 Aufbau, Funktion und Arbeitsweise des Multitree-Aggregats Seite 2-3
2.2 Vorteile des Multitree-Aggregats Seite 3-4
2.3 Nachteile des Multitree-Aggregats Seite 4-5
2.4 Multitree-Aggregate in Deutschland und abschließende Beurteilung Seite 5
3. Fellerbuncher Seite 6-8
3.1 Aufbau, Funktion und Arbeitsweise des Feller-Bunchers Seite 6
3.2 Vorteile der Feller-Buncher Seite 7
3.3 Nachteile des Multitree-Aggregats und Schlussfolgerung Seite 7-8
4. Der Raup-Trac Seite 8-10
4.1 Aufbau, Geschichte und Funktion des Raup-Tracs Seite 8
4.2 Arbeitsweise des Raup-Tracs Seite 9
4.3 Vorteile des Raup-Tracs Seite 9-10
4.4 Nachteile des Raup-Tracs und abschließende Beurteilung Seite 10
5. Rückezug mit Fällgreifer Seite 10-13
5.1 Aufbau, Funktion und Arbeitsweise des Rückezugs mit Fällgreifer Seite 10-11
5.2 Vorteile des Raup-Tracs Seite 11-12
5.3 Nachteile und Grenzen des Raup-Tracs Seite 12-13
6. Der Miniharvester Seite 13-14
6.1 Aufbau, Funktion und Geschichte des Miniharvesters Seite 13-14
6.2 Ein erfolgsversprechendes Konzept: Der Miniharvester Seite 14
7. Vergleich aller vorgestellten Verfahren und abschließende Beurteilung Seite 15
8. Quellenverzeichnis Seite 16-17
1. Die Problematik der motormanuellen Erst- und Zweitdurchforstung
Die motormanuelle Erst- und Zweitdurchforstung in großen schwachen Laub- und Nadelholzbeständen ist schon seit längerem finanziell nicht mehr tragbar. Der niedrige Holzpreis vor allem für Schwachholz steht in keiner Beziehung zu den stark gestiegenen Kosten dieser zeitaufwändigen und deshalb kostspieligen Methode. Dieser Engpass hat zur Suche nach neuen Methoden zur effektiven und kostengünstigen Erst- und Zweitdurchforstung geführt. Kleine und wendige Maschinen sind für die Forstunternehmer dabei ebenso interessant, wie Maschinen, die mehrere Arbeitsvorgänge kombinieren. Als weiteres betriebliches Risiko kommt die hohe Unfallgefahr durch die schwere Zugänglichkeit und Dichte des Bestandes bei motormanueller Aufarbeitung hinzu. Die früher übliche Zweimannrotte bei Schwachholzdurchforstungen mit Motorsäge und Fällhebel fällt meistens schon aus Kostengründen und der gesunkenen Waldarbeiterzahl aus. Auch der Einsatz von normalen Harvestern ist in diesen Beständen nicht die beste Lösung. Diese Maschinen sind oft zu groß und sind bei größeren Abständen der Rückegassen nicht geeignet. Die Suche nach Alternativen hat zu interessanten und unterschiedlichen Ergebnissen geführt. Das Stückmassegesetz steht hier bei besonders im Vordergrund. Die Schwierigkeit besteht darin die richtige Balance des Stückmassegesetztes zu finden. Eine hohe Stückzahl an dünnen Stämmen zwingt zur starken Rationalisierung um zusätzliche Kosten zu sparen. Manche Konzepte führen aber auch in Sackgassen. Im folgenden werden die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Verfahren besprochen. Einige Verfahren sind bei einer Weiterentwicklung sehr erfolgsversprechend.
2. Das Multitree-Aggregat
2.1 Aufbau, Funktion und Arbeitsweise des Multitree-Aggregats
Unter einem Multitree-Aggregat versteht man einen speziellen Harvesterkopf, der zur gleichzeitigen Aufarbeitung mehrerer Stämme im Schwachholz ausgelegt ist. Der Unterschied zu einem normalen Aggregat besteht in folgenden Merkmalen: zwischen dem Rotator und dem Aggregatrahmen befindet sich ein spezieller Aufsatz mit Greifarmen, der die bereits gefällten Stämme festhält und bündelt. Nach jedem Fällvorgang klappen diese zusätzlichen Greifarme auf und nehmen den nächsten Stamm auf. Die Einzugswalzen sind besonders breit, aus Stahl gefertigt und haben Finger. Zusätzlich befinden sich zwei weitere Einzugsrollen im Aggregatrahmen. Die zusätzlichen Walzen ermöglichen die bestmöglichste Vorschubgeschwindigkeit beim Aufarbeiten mehrerer Stämme. Die Messgenauigkeit soll durch ein breiteres Längenmessrad optimiert werden. Angeboten werden die Multitree-Aggregate von den Firmen „Timberjack“ und „Waratah“. (2)
Der Harvesterkopf Timberjack 745 in der Multitree-Ausführung: Beim linken Bild ist der zusätzliche Aufsatz mit den Greiferarmen deutlich sichtbar. (2) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
2.2 Vorteile des Multitree-Aggregats
Laut „Forst und Technik“ und „Skogforsk“ lässt sich die Produktivität in dichten Schwachholzbeständen mit Multitree-Aggregaten eindeutig steigern. Interessant ist hierbei die große Abweichung für die Prozentzahl der Produktivität. Forst und Technik schreibt: „Bei einem Versuchseinsatz im Jahre 1998 ermittelten Timberjack, Metsäliitto und die Universität Helsinki in einem 35-jährigen sehr homogenen und unterwuchsfreien Kiefernbestand einen Anstieg um 28% von 6,7 m³/Std. mit einem normalen Aggregat auf 8,6 m³/Std. mit dem Multitree-Aggregat.“(2) Hierbei wurde das Aggregat Timberjack 745 auf einem Timberjack Harvester TJ 1270 B ausprobiert. Dieses Aggregat kann Bäume bis zu einem Fälldurchmesser von 56 cm durchschneiden. „Der Fahrer hatte keine Erfahrung mit dem MTH-Aufsatz.“ (2) MTH wird als Abkürzung für Multi-Tree-Handling, also Multitree-Aggregat verwendet. Das Multitree-Aggregat TJ 745 wurde 1999 ebenfalls von FERIC (Forest Engineering Research Institut of Canada) getestet, allerdings auf dem Raupenharvester TJ 608 B. Hierbei konnte bei einer Stückmasse von 0,0517 m³ und einer Arbeitsleistung von 11,06 m³/Std. 29% Effizienzsteigerung festgestellt werden. Bei einer höheren Stückmasse der Stämme von 0,11468 m³, einer Arbeitsleistung von 14,11 m³/Std. wurden nur 9% Produktivitätssteigerung im Gegensatz zu herkömlichen Aggregaten festgestellt. „Eingesetzt wurde die Technik von einem erfahrenen Fahrer in einem borealen Schwarzfichtenbestand mit viel Unterstand und Zwischenstand, einer 1m starken Schneedecke und Hangneigungen bis 40%.“ (2) In einer weiteren Studie von FERIC aus dem Jahr 2001 wurde die Produktivität mit dem größten Multitree-Aggregat Waratah 470 getestet. Dieses kann Bäume bis zu 71 cm Durchmesser vom Stock trennen. Der MTH-Aufsatz war hier ebenfalls auf einem Timberjack 1270 B montiert. „In einem Tannen- und Fichtenbestand erreichte der Fahrer bei durchschnittlichen Stammstärken von 0,102 m³ eine Ernteleistung von 16 m³/Std.“ (2) Dabei konnte eine Produktivitätssteigerung von 39% erzielt werden. Bei einem der Stammstärke vergleichenden Fichten-Kiefernbestand konnte bei einer Leistung von 15,1 m³ nur eine Steigerung von 25% gegenüber normalen Aggregaten erreicht werden. Über die Erfahrung des Fahrers wird leider nicht berichtet. In einer letztjährlichen Veröffentlichung von Skogforsk wurde noch einmal das Aggregat Timberjack 745 MTH getestet, wieder auf einem Harvester TJ 1270 montiert. Bei der Durchforstung von zwei Kiefernschwachholzbeständen mit 0,067 Fm sowie 0,058 Fm Stammstärke konnte die Produktivität von 7,9 Fm/Std. auf 9,3 Fm/Std., also um 18% im Vergleich zu normalen Aggregaten gesteigert werden. Aus allen diesen Studien wird jedenfalls ersichtlich, dass die Produktivität von der Erfahrenheit des Fahrers abhängt. Außerdem von der Dichte des Bestandes, der Verteilung der zu entnehmenden Bäume und dem durchschnittlichen Stammvolumen. Interessant ist allerdings die Umkehrung des Stückmassegesetztes: es nimmt nämlich mit dem Anstieg des BHD im Bestand der Produktivitätsvorteil wieder ab. Ab einem BHD von 20 cm geht dieser Vorteil sogar gegen Null, verglichen mit einem herkömmlichen Aggregat. Dies liegt daran, dass dickere Stämme nicht mehr so schnell und leicht zusammen im Aggregat aufgearbeitet werden können. (2) (12) (15) (16)
2.3 Nachteile des Multitree-Aggregats
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: