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Scholary Paper (Seminar), 2003, 31 Pages
Authors: Christian Becker, Andreas Andermann
Subject: Economics / Business: Supply, Production, Logistics
Details
Institution/College: Free University of Berlin (FR Unternehmenskooperation)
Tags: Systembeschaffung, Lieferantenbewertung, Seminar, Neue, Organisationsformen, Automobilindustrie
Year: 2003
Pages: 31
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 33 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-36039-5
ISBN (Book): 978-3-638-72402-9
File size: 238 KB
If you think you can go it alone in todays global economy, you are highly mistaken. (Jack Welch, former CEO of General Electric)
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Abstract
Die Automobilhersteller sehen sich, vor dem Hintergrund eines zunehmend dynamischeren und komplexeren weltweiten Wettbewerbs, der sich durch kürzere Markt- bzw. Produktlebenszyklen und immer schnelleren technologischen Wandel auszeichnet, dazu herausgefordert, sich möglichst schnell an die neuen Marktbedingungen anzupassen. Nur die wenigsten Automobilhersteller verfügen über alle dazu nötigen Kompetenzen und Ressourcen. Durch eine Strategie „Reduzierung der Fertigungstiefe“ fokussieren sich viele Hersteller auf ihre Kernkompetenzen und kaufen das fehlende Know-how extern zu. Eine Konsequenz dieser Strategie ist die Beschaffung von komplexen vormontierten Systemen. Das Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass das Konzept der Systembeschaffung auf einer partnerschaftlich kooperativen Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Lieferant basieren muss. Außerdem wird deutlich gemacht, welche Besonderheiten es bei der Systemlieferantenbewertung zu beachten gilt. Dazu wird zunächst in Kapitel 2 der Begriff „Systembeschaffung“ erklärt. Anschließend werden die Voraussetzungen erläutert, welche eine Systempartnerschaft erfüllen muss, damit die in ihr enthaltenen Potentiale erreicht werden können. Dem folgt eine Darstellung möglicher Risiken, die in einer solchen Beziehung auftreten können. Um die aufgezeigten Potentiale zu erzielen und die erläuterten Risiken zu minimieren, müssen der orginal equipment manufacturer (OEM) und der Systemlieferant bestimmten Anforderungen genügen. In Kapitel 3 wird aufgezeigt wie anhand eines Lieferantenbewertungsverfahrens diejenigen Lieferanten identifiziert werden können, die den vorher genannten Anforderungen genügen. Inhalt dieses Kapitels ist somit die Darstellung des Begriffs der „Lieferantenbewertung“. Danach folgt eine Erläuterung der Eckpfeiler eines Lieferantenbewertungskonzepts. Abschließend werden die spezifischen Herausforderungen bei einer Systemlieferantenbewertung aufgezeigt. Den Abschluss dieser Arbeit bildet eine Zusammenfassung der wichtigsten Kernpunkte und ein kurzer Ausblick über zukünftige Entwicklungen bei Automobil- und Systemherstellern (Kapitel 4).
Excerpt (computer-generated)
FREIE UNIVERSITÄT BERLIN
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Institut für Allgemeine Betriebswirtschaft
FR Unternehmenskooperation
Seminararbeit im Netzwerk-Seminar
SS 2003
“Neue Organisationsformen in der Automobilindustrie“
Thema:
Systembeschaffung und Lieferantenbewertung
von
Christian Becker
Inhalt
1. Einleitung 4
2. Systembeschaffung 5
2.1 Zum Begriff der Systembeschaffung 5
2.2 Partnerschaftliches Verhalten als Basis einer Systembeschaffung 6
2.3 Chancen und Potenziale der Systembeschaffung 8
2.4. Herausforderungen bei der Systembeschaffung 9
2.4.1. Zum Problem der Systemdefinition 9
2.4.2. Risiken/Herausforderungen bei der Systembeschaffung 10
2.4.3. Anforderungen an eine erfolgreiche Systempartnerschaft 11
3. Besonderheiten bei der Lieferantenbewertung eines Systemlieferanten 13
3.1 Der Begriff „Lieferantenbewertung“ 13
3.2. Eckpfeiler eines Lieferantenbewertungskonzepts 15
3.2.1 Bewertungsanlässe und Bewertungshorizont 15
3.2.2 Bewertungsobjekt und Bewertungssubjekt 16
3.2.3 Bewertungskriterien 17
3.2.4 Bewertungsverfahren 20
3.3. Herausforderungen und weitere Perspektiven 22
4. Fazit 24
Literaturverzeichnis 26
Anhang 29
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abb. 1 Die Zulieferpyramide nach VDA(1998) i
Tab. 1 Erzielbare Vorteile durch Systembeschaffung Überblick Wolters (1995) ii
Tab. 2 Anforderungen an den Systemlieferanten in Anlehnung an Wolters (1995) iii
Tab. 3 Anforderungen an einen Systempartner und mögliche Bewertungskriterien in Anlehnung an Kröckel (2001)und Hoffmann/Lumbe (2000) iii
1. Einleitung
„If you think you can go it alone in today’s global economy, you are highly mistaken.“
(Jack Welch, former CEO of General Electric)
Die Automobilhersteller sehen sich, vor dem Hintergrund eines zunehmend dynamischeren und komplexeren weltweiten Wettbewerbs, der sich durch kürzere Markt- bzw. Produktlebenszyklen und immer schnelleren technologischen Wandel auszeichnet, dazu herausgefordert, sich möglichst schnell an die neuen Marktbedingungen anzupassen. Nur die wenigsten Automobilhersteller verfügen über alle dazu nötigen Kompetenzen und Ressourcen. Durch eine Strategie „Reduzierung der Fertigungstiefe“ fokussieren sich viele Hersteller auf ihre Kernkompetenzen und kaufen das fehlende Know-how extern zu. Eine Konsequenz dieser Strategie ist die Beschaffung von komplexen vormontierten Systemen Das Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass das Konzept der Systembeschaffung auf einer partnerschaftlich kooperativen Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Lieferant basieren muss. Außerdem wird deutlich gemacht, welche Besonderheiten es bei der Systemlieferantenbewertung zu beachten gilt. Dazu wird zunächst in Kapitel 2 der Begriff „Systembeschaffung“ erklärt.
Anschließend werden die Voraussetzungen erläutert, welche eine Systempartnerschaft erfüllen muss, damit die in ihr enthaltenen Potentiale erreicht werden können. Dem folgt eine Darstellung möglicher Risiken, die in einer solchen Beziehung auftreten können. Um die aufgezeigten Potentiale zu erzielen und die erläuterten Risiken zu minimieren, müssen der orginal equipment manufacturer (OEM) und der Systemlieferant bestimmten Anforderungen genügen.
In Kapitel 3 wird aufgezeigt wie anhand eines Lieferantenbewertungsverfahrens diejenigen Lieferanten identifiziert werden können, die den vorher genannten Anforderungen genügen. Inhalt dieses Kapitels ist somit die Darstellung des Begriffs der „Lieferantenbewertung“. Danach folgt eine Erläuterung der Eckpfeiler eines Lieferantenbewertungskonzepts. Abschließend werden die spezifischen Herausforderungen bei einer Systemlieferantenbewertung aufgezeigt.
Den Abschluss dieser Arbeit bildet eine Zusammenfassung der wichtigsten Kernpunkte und ein kurzer Ausblick über zukünftige Entwicklungen bei Automobil- und Systemherstellern (Kapitel 4).
2. Systembeschaffung
2.1. Zum Begriff der Systembeschaffung
Die Entwicklungen in der Automobilindustrie zeigen das die Original Equipment Manufacturer (OEM) den erfolgreichen japanischen Lean-Production-Gedanken aufgenommen haben und diesen auch auf ihr Beschaffungskonzept übertragen haben. Eine Strategie, die diesen Gedanken weiterführt und auf die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zielt, ist die Ausrichtung der Beschaffung auf die Systembeschaffung.
Ziel der Systembeschaffung ist es die Komplexität abzubauen, indem versucht wird die optimale Fertigungstiefe zu finden als auch gleichzeitig die Anzahl der direkt zuliefernden Unternehmen zu reduzieren (vgl. Kleinaltenkamp/Wolters 1997, S.51).
Hatten die Hersteller damals eine Vielzahl von Beschaffungsvorgängen in bezug auf Teile und Komponenten und damit auch Lieferantenbeziehungen zu koordinieren, werden durch die Systembeschaffung die Beschaffungsumfänge zu kompletten, teilweise vormontierten und einbaufertigen Funktionsgruppen zusammengefasst. Als Beispiel dafür dient das Lenkfunktionssystem: wurden früher Lenkrad, Lenkstange, Prallelemente und Lenkgetriebe als Einzelteile von mehreren Lieferanten beschafft und im Werk des Herstellers in der Vormontage komplettiert, werden diese Teile heutzutage von einem Lieferanten als vormontiertes Lenkfunktionssystem einbaufertig ans Band geliefert (vgl. Wolters 1995, S.72).
Unter einem System versteht man, die physische und funktionale Zusammengehörigkeit von verschiedenen Teilen und Komponenten (vgl. Gadde/Jellbo 2002, S. 45).
Die Systembeschaffung folgt dem Gedanken des Outsourcing von Montageaktivitäten, dessen Grundüberlegung die Fokussierung der OEM auf ihre Kernkompetenzen ist. Die Hersteller lagern diejenigen Aktivitäten die nicht zu ihren Kernkompetenzen gehören aus und geben sie an Externe ab. Dies führt zu einer Reduzierung der Fertigungstiefe und damit auch der Wertschöpfungstiefe. Ein Grund ist vor allem die steigende Komplexität der Produkte und die aus den veränderten Kundenwünschen resultierende Erhöhung der Variantenvielfalt. Mit anderen Worten, werden die zu produzierenden Einheiten immer komplexer und den meisten Unternehmen fehlen das Know-how und die finanziellen Mittel zum Aufbau einer entsprechenden Fertigung. In diesem Fall geben sie den größten Teil der Entwicklung, Produktion und Logistik an sogenannte Systemlieferanten (in diesem Zusammenhang wird auch von 1st-Tier-Lieferanten gesprochen) ab, die damit die Verantwortung für sämtliche Wertschöpfungsprozesse erhalten inklusive der Integration eines gesamten Systems und dessen Subsysteme (vgl. Rich/Hines 1998, S.56), was auch die Koordination der Beziehungen zu ihren Sublieferanten einschließt.
Das Beschaffungskonzept der Systembeschaffung hat aber auch einen erheblichen Einfluss auf die Zulieferstruktur. Die Hersteller versuchen durch die Reduzierung der Lieferantenanzahl und den Aufbau von Systempartnerschaften ihre Kontakte und somit die Koordination zu reduzieren. Indem sie den Systemlieferanten die volle Verantwortung für das Projekt geben, delegieren sie auch die Koordination von Sublieferanten weiter. Auf diesen unteren Ebenen (2nd-, 3rd-, etc-Supplier) kommt es aber auch zu horizontalen Kooperationen, so dass sich die Hersteller-Zulieferer-Beziehungen zu regelrechten Netz - werken herausbilden. Es entsteht eine hierarchische Zulieferpyramide die durch engen Kontakt zwischen Systemzulieferer (1st-Tier) und Hersteller auf der ersten Ebene gekennzeichnet ist (s. Abb. 1).
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