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Punk

Scholary Paper (Seminar), 2004, 30 Pages
Author: Barbara Kausch
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Seminar Jugendkultur
Institution/College: Protestant University of Applied Sciences Hanover
Tags: Punk, Seminar, Jugendkultur
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 30
Grade: 2
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V36541
ISBN (E-book): 978-3-638-36137-8

File size: 247 KB


Excerpt (computer-generated)

Evangelische Fachhochschule Hannover
Fachbereich Sozialwesen
Seminar: Jugendkulturen seit den 50er Jahren
7. Semester

Punk

von: Barbara Kausch

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3

2 Punk – eine Bewegung gekennzeichnet durch Protest und Provokation 4

2.1 Historische Perspektive: Entstehung und Entwicklung der Jugendkultur der Punks 4
2.2 Der Stil von Punk - ‚Lifestyle‘ und Mode 8
2.3 Punkmusik 12
2.4 Punk – politisch oder nicht politisch? 14

2.4.1 Punk und Anarchie 15
2.4.2 Punk und Sexismus 18
2.4.3 Punk als politische Provokation am Beispiel der „Chaos-Tage“ in Hannover 20

3 Punk – eine Form von Jugend(sub)kultur? 23

3.1 Begriffsbestimmung von Subkulturen 23
3.2 Jugend und Funktion von Jugendkulturen 24
3.3 Punk als Jugendkultur 27

4 Schluß 28

Literaturverzeichnis 29


 

1. Einleitung

Der englische Begriff „punk“ bedeutet soviel wie: Dreck, Abfall, Schund, wertloses Zeug, miserabel etc. Der Begriff wurde ebenfalls für jugendliche Außenseiter, Vagabunden, Kriminelle oder für „einfältige Narren“ verwendet. Das Thema meiner Hausarbeit ‚Punk‘ ist ein weitgefaßter Begriff und somit habe ich mich bei meiner Ausarbeitung speziell für ein Thema entschlossen, nämlich Punk - eine Bewegung gekennzeichnet durch Protest und Provokation. Hierbei werde ich darstellen, wie die Punkbewegung überhaupt entstanden ist und wie sie ihren Protest und ihre Provokation auslebte, sei es durch die Lebenseinstellung, durch Mode oder durch politische Auffassungen und Provokationen. Da es viele Aspekte zu diesem Thema gibt, mußte ich aussortieren, welche ich in der Hausarbeit verwenden werde. Dadurch habe ich mich entschieden, nicht ALLES, was es zum Thema Punk und Provokation gibt, aufzulisten, sondern speziell Themen auszuarbeiten, die ich für diese Hausarbeit für relevant halte, und diese ausführlich darzustellen, da es meiner Meinung nach mehr bringt, als wenn alle Themen nur kurz dargestellt werden und man letztendlich nicht die richtigen Hintergründe kennt.

Weiterhin habe ich mich dafür entschieden, die historische Perspektive der Entstehung und Entwicklung der Jugendkultur der Punks am Beispiel Englands darzustellen, obwohl man sich in der Literatur darüber nicht einig ist und auch die USA als Ursprungsort der Punkbewegung angegeben wird. Um der Vollständigkeit halber werde ich im letzten Teil allgemein auf Jugend(sub)- kulturen zu sprechen kommen, versuchen, diese zu definieren und ausführen, welche Funktionen diese überhaupt haben, wobei ich hier nur einige Aspekte ansprechen werde, da es sonst den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde. Ich habe mich dazu entschlossen, diesen Aspekt erst zum Schluß der Arbeit darzustellen, da es somit leichter ist, die Punkbewegung als eine Jugend(sub)kultur einzuordnen, da ich vorher ausführlich über Punk berichten werde.

2. Punk - eine Bewegung gekennzeichnet durch Protest und Provokation

2.1 Historische Perspektive: Entstehung und Entwicklung der Jugendkultur der Punks

„Die Hauptsache war (und ist hoffentlich), daß man Punk nicht als eine Mode sieht, sondern wirklich als ‚Weltanschauung‘ und Lebensform“ (Zitat eines Punk-Mädchens in Dahncke 1986, S. 31). In der Regel wird England als Ursprungsland der Punk-Kultur angesehen, obwohl ebenfalls Einflüsse von Musikern aus der Kunst-Szene New Yorks wesentlich zur Entwicklung beitrugen.

Die ‚Sex-Pistols‘, eine der ersten und bekanntesten Punk-Musikgruppen, provozierten schon 1976 die britische Gesellschaft mit ihren ‚bissigen‘ Texten. Die Musiker der Band sprachen im britischen Fernsehen das Wort „fuck“ aus, fügten zum Thronjubiläum der Queen ihrem Song „God save the Queen“ den Satz „no future for you“ zu oder präsentierten sich in London öffentlich mit Hakenkreuz-T-Shirts (vgl. Geiling 2000, S. 168), was die Gesellschaft erheblich provozierte und schockierte. Die britischen Punks waren mehrheitlich zwischen 13 und 19 Jahren alt, und stammten hauptsächlich aus proletarischer Herkunft (vgl. Baacke 1999, S. 76). Die Entstehung der Punk-Kultur muß allerdings auf dem Hintergrund der gesamten wirtschaftlichen und sozialen Situation Jugendlicher in England betrachtet werden, welche infolge einschneidender Rezession und steigender Jugendarbeitslosigkeit eine Sinn- und Perspektivlosigkeit bei den Jugendlichen mit sich führte. Hauptsächlich davon betroffen waren Jugendliche aus der Arbeiterklasse und in Städten wie London, Liverpool oder Manchester entwickelte sich der Anfang eines Stils, der den Jugendlichen die Gelegenheit bot, ihre Wut und Aggressionen öffentlich zu präsentieren und „herauszuschreien“. Wut zum Beispiel über die Isolation und Langeweile, Ausweglosigkeit, Ohnmachtsgefühle oder Perspektivlosigkeit. „No future“ war DER Begriff der Bewegung und demonstrierte so die eingschränkten Zukunfts- und Berufsaussichten vor allem unterer Schichten (vgl. Müller-Wiegand 1998, S. 44f.). Die Jugendlichen versuchten, sich mit ‚Müll behängend‘, gegen die konventionellen Wertvorstellungen der britischen Industriegesellschaft anzukämpfen, in der einem arbeitslosen Jugendlichen die Rolle eines Versagers zugewiesen wurde. Zusätzlich zu der gesellschaftlichen Situation kam es zu einer Kommerzialisierung der gesamten Musikbranche in England. Platten und Konzertkarten waren teuer, so dass viele Jugendlichen es sich nicht leisten konnten und somit ausgeschlossen wurden. Ein weiterer Aspekt war, dass die meisten Musiktexte kaum noch einen realen Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen beinhalteten. Somit entwickelte sich Punk aus der ‚no future‘-Stimmung heraus und bot den Jugendlichen eine Ausdrucksform von Protest gegen die Zunahme staatlicher ‚Unterdrückung‘ und Einschränkungen, dem Leistungsgedanken sowie allgemeinen Mißständen innerhalb der Gesellschaft. Durch die Punk-Bewegung gab es eine Möglichkeit, den Lebensalltag aktiv zu verarbeiten (vgl. Müller-Wiegand 1998, S. 45). Ob in Modefragen, Musik, Tanz („Pogo“) oder der Alltagsethik der Jugendlichen, überall stand Dilletantismus vor Perfektion, Schäbigkeit vor Snobismus, Anarchie statt Einund Unterordnung und „no future“ vor Karrieredenken.

Das außerhalb der Lebenszusammenhänge der Arbeiterjugend entstandene Musikkonzept wurde aufgegriffen und bildete, zusammen mit der Müllsymbolik, die das von der Gesellschaft ‚Ausgekotzte‘ zum Kultgegenstand machte, den Rahmen der Jugendkultur. In ihr war es möglich, auch als arbeitsloser Jugendlicher ohne Zukunft ein Leben neben und mit einer konsumorientierten Gesellschaft zu führen (vgl. Stock/Mühlberg 1990, S. 163).

Musikbands wurden gegründet, in denen Jugendliche ohne große Ansprüche ihre Kreativität und Dynamik einbringen konnten, wobei es ihnen in erster Linie um das Ausdrücken eigener Gefühle und Bedürfnisse ging. Mit Hilfe der Musik protestierten sie gegen den Staat und seine Repräsentanten. Konzertkarten hatten niedrige Preise und waren somit, im Gegensatz zu anderen Konzerten, für jeden zugänglich. Zusätzlich entstanden Fanzines (ergibt sich aus den Worten Fan und Szene = Fanzine). Dies waren unprofessionelle Magazine, Zeitungen oder ähnliches, die Mitteilungen über die Musikszene, Konzerttermine oder Informationen enthielten. Sie waren unabhängig und nicht kommerziell, oft handschriftlich geschrieben und wurden für wenig Geld im Freundeskreis oder in Kneipen weitergegeben. Somit schaffte sich die Punk-Szene ihr eigenes „Sprachrohr“, da sie von den großen Musikzeitschriften meist völlig ignoriert wurden. Jeder konnte seine Meinung in den Fanzines offen kundtun, da sie nicht zensiert wurden (vgl. Müller-Wiegand 1998, S. 45).

[...]


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