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Autor: Christina Schulz
Fach: Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Details
Institution/Hochschule: Universität Koblenz-Landau (Psychologie)
Tags: Lerntechniken, Bedingungen, Lernpsychologische, Probleme, Unterricht
Jahr: 2003
Seiten: 30
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 3 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 299 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-36232-0
Textauszug (computergeneriert)
Lerntechniken und ihre Bedingungen
von: Christina Schulz
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definition „Lernen“ 4
3. Zwei Lernarten im Fokus 5
3.1. Das Lernen am Modell 5
3.2. Das Problemlösungslernen 6
4. Bedingungen im Zusammenhang mit Lerntechniken 8
4.1. Der Arbeitsplatz 8
4.2. Arbeitszeit und Tagesrhythmus 9
4.3. Die Motivation 11
4.3.1. Die positive Verstärkung 11
4.3.2. Die Ermutigung 12
4.3.3. Die Erfolgsmotivierung 13
5. Ernährung, Schlaf und körperlicher Ausgleich 13
5.1. Die Ernährung 13
5.2. Das Schlafbedürfnis 14
5.3. Der körperliche Ausgleich 15
6. Die Lerntechniken 16
6.1. Regeln auswendig lernen 16
6.2. Das Schreiben von Aufsätzen 19
6.3. Texte bearbeiten 20
6.4. Umgang mit Hausaufgaben 22
6.5. Lernen durch Lehren 25
7. Schlusswort 27
8. Literaturverzeichnis 29
1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Lernpsychologische Probleme des Unterrichts“, wird sich der folgende Beitrag mit verschiedenen Arten von Lerntechniken auseinandersetzen.
Man könnte sich an dieser Stelle fragen, welchen Grund es geben kann das „Feld Lerntechniken“ thematisieren zu wollen. Ausgehend davon, dass Lerntechniken einen wichtigen Bestandteil des „Lernens“ darstellen und eben dieses uns ein Leben lang begleitet, findet man schnell eine Antwort auf die Frage. Darüber hinaus scheinen Deutschlands Schüler im Ländervergleich Defizite im Bereich des Lernens und somit auch der Technik des Lernens zu haben, was die PISA-Studie aufzeigte. Die Folgen sind für die betreffenden Schüler gravierend. Denn schlechte Noten und somit schlechte Abgangszeugnisse, bedeuten eine erhebliche Verminderung der beruflichen Perspektive, bis hin zur Arbeitslosigkeit. Es sollte zu denken geben, dass große Firmen, wie unter anderem die BASF, ihren Auszubildenden in der Anfangszeit der Ausbildung Kurse anbieten, welche Ausdrucks- und Rechtschreibkenntnisse verbessern sollen.
Blickt man nun zurück auf unser vorliegendes Thema „Lerntechniken“, sieht man dieses in einem neuen Licht. Ein weiterer Aspekt wären die Bedingungen von denen Lerntechniken abhängig sind. Was hilft die beste Technik, wenn die dazu gehörenden Bedingungen oder auch Voraus-setzungen nicht gegeben sind. Ein nicht zu unterschätzendes Beispiel hierfür stellt die „Motivation“ dar. Ist der Schüler nicht motiviert, wird ihm die beste Lerntechnik nicht den erwünschten Erfolg bringen. Es werden nicht alle Bedingungen innerhalb des folgenden Beitrages erläutert werden können, doch wird versucht werden die hauptsächlichen aufzugreifen. Im Anschluss daran findet eine Vorstellung ausgesuchter, spezieller Lerntechniken statt. Auch hier muss erwähnt werden, dass es der Lerntechniken viele gibt und nur ein Ausschnitt dieser möglich sein wird.
2. Definition „Lernen“
Lernen bedeutet eine ständige Veränderung unserer Persönlichkeit und unserer Fähigkeiten
innerhalb unseres Lebens. So findet man folgende Definition zum Begriff „Lernen“:
„Lernen wird in der Psychologie definiert als eine dauerhafte (im Gegensatz zu einer vorübergehenden) Änderung des Verhaltens und von Verhaltenspotentialen, die durch Übung (im Gegensatz etwa Reifung, Prägung oder Krankheit) erfolgt (Quelle:paedpsych.jk.uni-linz.ac.at).
Berücksichtigt werden muss hier, dass es sich um dauerhafte Veränderungen handelt, im Gegensatz zu temporalen, welche vorübergehend sind.
Des Weiteren muss eine Abgrenzung zu den Begriffen Reifung, Prägung oder auch Krankheit erfolgen. Dies soll am Beispiel der Reifung verdeutlicht werden: Mit dem Eintritt in die Pubertät, kommt ein Junge in den Stimmbruch, woraufhin er tiefer spricht. Dies ist keine Veränderung hervorgerufen durch einen Lernprozess, sondern beruht auf einen Reifeprozess den der Junge erfuhr. Nun nehmen wir an der Junge beginnt Inliner zu fahren. Anfänglich ist er noch unsicher, doch nach einiger Zeit bewegt er sich recht geschickt. Dies würde eine Veränderung seiner motorischen Fähigkeiten darstellen, in Form eines Lernzuwachses und wäre somit das Ergebnis eines Lernprozesses. Er hat innerhalb seiner Gleichgewichtssteuerung und seiner körperlichen Beweglichkeit dazugelernt (Kaiser, A./Kaiser, R. 1998, S.138). Mit Blick auf das Thema „Lerntechniken“ ist festzustellen, dass diese innerhalb eines Reifeprozesses oder auch innerhalb des Lernens durch Prägung, keine Rolle spielen würden und können. Lernen durch Prägung oder Reifung vollzieht sich unabhängig von Lerntechniken. Hingegen das bewusste, gezielte Lernen von Lerntechniken profitieren kann.
3. Zwei Lernarten im Fokus
3.1. Das Lernen am Modell
„Unter Lernen am Modell versteht man die Aneignung von Verhaltensweisen, die bei anderen Personen beobachtet werden. Die beobachtete Person ist das Modell, der Lernende ist der Beobachter“ (Kaiser, A./Kaiser, R. 1998, S.147). Das Lernen am Modell wird auch als Beobachtungslernen, Nachahmungslernen oder als soziales Lernen bezeichnet. Der Lernablauf lässt sich in die vier folgenden Teilprozesse untergliedern:
(1) Aufmerksamkeitsprozesse
Das Modell wird durch den Beobachter „studiert“ und dabei bewusst wahr-
genommen.
(2) Gedächtnisprozesse
Die beobachteten Verhaltensweisen werden im Gedächtnis symbolisch gespeichert.
(3) Motorische Reproduktionsprozesse
Das beobachtete und symbolisch gespeicherte Verhalten wird nachgeahmt.
(4) Verstärkungsprozesse
Die Nachahmung kann verstärkt werden, zum Beispiel durch Lob oder Anerkennung dieser.
Ein Beispiel für das Lernen am Modell innerhalb der Schule:
Im Sportunterricht zeigt der Lehrer den Schülern die Technik des „Bockspringens“. Der Lehrer ist zu diesem Zeitpunkt das Modell, die Schüler die Beobachter. Sie schauen genau zu und versuchen sich den Ablauf einzuprägen. An dieser Stelle befinden sie sich innerhalb des Aufmerksamkeitsprozesses. Nun fordert der Lehrer die Schüler auf es selber zu probieren, also sein Verhalten zu reproduzieren. Hier beginnt der motorische Reproduktionsprozess. Anschließen könnte sich jetzt ein Verstärkungsprozess. Dieser kann positiv,
aber auch negativ erfolgen. Positiv verstärkend wäre ein Lob des Lehrers „Das hast du sehr gut gemacht, weiter so“. Doch der Lehrer kann durchaus auch negativ verstärkend reagieren, beispielsweise mit den Worten „Du scheinst nicht zugehört zu haben, aus dir wird nie ein Sportler“. Die dritte Möglichkeit wäre eine ausbleibende Reaktion des Lehrers, was bedeuten würde, dass kein Verstärkungsprozess, ob positiv oder negativ, stattfinde würde.
3.2. Das Problemlösungslernen
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