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Details

Veranstaltung: Problemkinder in der Grundschule
Institution/Hochschule: Universität Koblenz-Landau (Grundschulpädagogik)
Tags: Maßnahmen, Verhaltensauffälligkeiten, Problemkinder, Grundschule
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 38
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 4  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 279 KB
Archivnummer: V36682
ISBN (E-Book): 978-3-638-36233-7

Textauszug (computergeneriert)

Maßnahmen bei Verhaltensauffälligkeiten

eingereicht von

Christina Schulz

2003

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  ... 4

2. Die Rolle des Lehrers und deren Auswirkung auf die Verhaltensentwicklung des Schülers  ... 5
2.1. Schulung des Lehrerverhaltens  ... 6

3. Präventionsmöglichkeiten  ... 8
3.1. Vom richtigen Umgang mit Verhaltensregeln  ... 8
3.2. Unterrichtsstrukturierung  ... 9
3.3. Prävention durch „Lob“  ... 10

4. Möglichkeiten unmittelbarer Maßnahmen  ... 11
4.1. Die „individuelle Hilfestellung“  ... 11
4.2. Maßnahmen bei ausbleibender Unterrichtsbeteiligung  ... 12
4.3. Absichtliches Ignorieren von Verhaltenauffälligkeiten  ... 13
4.4. Die verbale Ermahnung  ... 14
4.5. Direktes Eingreifen bei Verhaltensauffälligkeiten  ... 15
4.6. Sanktionen und kurze Isolation  ... 15
4.7. Nachteile häufiger und extremer Strafen  ... 16

5. Therapiemöglichkeiten  ... 17
5.1. Spieltherapie  ... 17
5.2. Gestaltungstherapie  ... 18
5.3. Musiktherapie  ... 19

6. Maßnahmen zu speziellen Verhaltensauffälligkeiten im Fokus  ... 20
6.1. Verhaltensauffälligkeiten innerhalb der Gefühlswelt  ... 20
6.1.1. Die Angst  ... 20
6.1.2. Die Depression  ... 22
6.1.3. Das Minderwertigkeitsgefühl  ... 23
6.2. Verhaltensauffälligkeiten innerhalb des Prozesses der sozialen Integration  ... 25
6.2.1. Die Aggression  ... 25
6.2.2. Störungen des Unterrichts  ... 27
6.2.3. Der Trotz  ... 29
6.3. Spezielle schulische Problemfälle  ... 29
6.3.1. Die Vernachlässigung der Hausaufgaben  ... 29
6.3.2. Anpassungsschwierigkeiten  ... 31
6.3.3. Das „unsportliche“ Kind  ... 32

7. Schlusswort  ... 34

8. Literaturverzeichnis  ... 36

 

1. Einleitung

Der folgende Beitrag soll verschiedene Ansätze von Maßnahmen, welche bei auftretenden Verhaltensstörungen von Kindern ergriffen werden können aufzeigen. „Der Deutsche Kinderschutzbund stellt fest, dass heute beinahe jedes 5. Kind an leichteren bis schweren psychischen Erkrankungen (eingeschlossen psychischer Nöte und Verhaltensschwierigkeiten) leidet (A. und R. Ortner 1997, S.IX). Man kann leider davon ausgehen, dass die Tendenz zu einer Zunahme an Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern steigend sein wird. Auch die Bandbreite solcher Verhaltensauffälligkeiten, hat sich im Laufe der Jahre verändert und ist noch dabei sich zu verändern. Eine Zeit in der aufgrund hoher Arbeitslosigkeit viele Familien an sozialer Armut leiden, in der oftmals beide Elternteile arbeiten müssen und die Kinder so sich selbst überlassen sind, trägt dazu bei. Auf der anderen Seite der immer massiver werdende Leistungsdruck, dem Kinder ausgesetzt sind. Sei es von Seiten der Eltern die immer schon wollten, dass etwas Besseres aus ihren Kindern wird doch in der heutigen Zeit froh sind, wenn eben diese Kinder überhaupt eine berufliche Perspektive haben. Auf der anderen Seite, dem gegenüber, stehen der Staat und die Schule, welche durch die PISA-Studie bis aufs Mark erschüttert und zu allem bereit nach Reformen suchen und Schüler mit dem erhobenen Zeigefinger „ihr müsst klüger werden“ drohen. Dass Schüler welche sich dem Schulabschluss bedenklich nähern zu oft zu hören bekommen „Lernt! Die Arbeitsplätze sind rar!“, verbessert ihre (psychische) Situation wohl kaum.

Angesichts dieser zunehmenden negativen Einflüsse, welche bereits in der Vorschulerziehung auf sie einwirken, muss man sich wohl kaum über die leider sehr breite Palette von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern wundern. So vielfältig diese Verhaltensauffälligkeiten sind, so vielfältig sind auch deren Maßnahmen. Die Maßnahmen, welche der folgende Beitrag aufzeigen will, können daher nur einen kleinen Ausschnitt darstellen. Da es sich um einen Beitrag innerhalb eines Seminars, welches dazu bestimmt ist spätere Lehrer hervorzubringen handelt, wird das Hauptaugenmerk auf den Maßnahmen, welche durch den Lehrer einsetzbar sind liegen. Darüber hinaus werden spezielle Verhaltensauffälligkeiten und die dazu gehörigen Maßnahmen fokussiert werden. Hierbei wird darauf geachtet werden, dass dieselbigen zu den häufiger anzutreffenden Verhaltensauffälligkeiten innerhalb der Schule zu zählen sind. Es gibt Fälle von Verhaltensauffälligkeiten bei denen die Kompetenz des Lehrers nicht für eine adäquate Hilfe ausreichend sein kann. Ist dies der Fall so darf sich kein Lehrer scheuen, egal aus welchem Motiv heraus, sich an Institutionen oder andere Berufsgruppen außerhalb der Schule zu wenden, denn es geht zu guter Letzt immer um das Wohl und die Entwicklung des Kindes und somit um seine Zukunft.

2. Die Rolle des Lehrers und deren Auswirkung auf die Verhaltensentwicklung des Schülers

Um in den folgenden Kapiteln den nicht unerheblichen Einfluss des Lehrerverhaltens und des Unterrichtsstils (A. und R. Ortner 1997, S.11) auf die Verhaltensentwicklung von Schülern, sowie die Optimierung beider aufzeigen zu können, sollte vorab die eigentliche Bedeutung der Rolle des Lehrers erläutert werden. Mit dem Moment der Einschulung, wird der Lehrer neben den Eltern zu einer Hauptbezugsperson für das Kind. Bedenkt man darüber hinaus die Einführung der Ganztagsschul- form, kann man provokant von dem Lehrer als Ersatzelternteil sprechen. Mit ihm hat der Schüler Von morgens bis zum Nachmittag Kontakt. Er ist es, der dem Schüler Wissen ver- mitteln soll, welches über seine spätere Zukunft entscheidend sein wird. Er ist es, der die Gelegenheit hat das Verhalten des Schülers und dessen Entwicklung täglich zu beobachten. Von ihm, dem Lehrer wird verlangt dieses Verhalten über das reine Beobachten hinaus zu analysieren und zu optimieren. Auch das Verhalten des Lehrers wirkt wiederum auf das des Schülers ein. Die Klassengröße und die in ihr oft vorherrschende Heterogenität der Schüler, sowie die mittlerweile oftmals hohe Anzahl an verhaltensauffälligen Schülern erschwert dem Lehrer ein individuelles Eingehen auf hilfsbedürftige Schüler. Dabei sollte er zudem noch in der Lage sein sich in einem ausreichenden Maße um Migrantenkinder, ohne oder mit nur schlechten Deutschkenntnissen zu kümmern. Er kann dem, alleine zeitlich gesehen, kaum gerecht werden (A. und R. Ortner 1997, S.12). Man kann also durchaus feststellen, dass die Rolle des Lehrers von einer sehr großen Verantwortung für die Entwicklung des Schülers geprägt ist. Innerhalb des schulischen Ablaufs nimmt der Lehrer in vielfacher Form, unter anderem durch seine Person und seinen Unterrichtsstil Einfluss auf die Entwicklung des Schülers. Dazu zählen auch die folgenden Bereiche in denen dies der Fall ist:

  • Der Lehrer als neue Bezugsperson, welche neben den Eltern Anforderungen stellt und Leistungen beurteilt (A. und R. Ortner 1997, S.12).
  • Der vom Lehrer ausgewählte Unterrichtsstil, kann ein individuelles Eingehen auf die Fähigkeiten der Schüler und auf den Schüler selbst unmöglich machen. Dies ist der Fall, wenn die vom Lehrer bevorzugte Unterrichtsform der Frontalunterricht ist, wohingegen der Einsatz von Gruppenarbeit, Freiarbeit, Projektarbeit und viele weitere didaktische Möglichkeiten ein individuelles Eingehen auf den Schüler ermöglichen.
  • Das Verhalten des Lehrers in seiner Vorbildfunktion ist ein nicht unerheblicher Bereich, der Einfluss auf das Verhalten der Schüler nimmt. Der Lehrer muss sich darüber bewusst sein, dass er nur einfordern kann, was er selbst vorlebt. Ein vor der Klasse unsicher stehender Lehrer, kann von seinen Schülern keine Charakterstärke und Selbstsicherheit einfordern. Ein Lehrer der unter Arbeiten von Schülern unleserliche, eventuell noch schlecht formulierte Kommentare schreibt und selbst ohne Lineal unterstreicht, kann keine saubere Heftführung und die Benutzung eines Lineals von Seiten seiner Schüler erwarten.

2.1. Schulung des Lehrerverhaltens

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