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Gabriel García Márquez Roman - Cien años de soledad - in Betrachtung einer epischen und mythischen Geschichtsschreibung

Autor: Belgin Alakus
Fach: Romanistik - Lateinamerik. Sprache, Literatur, Landeskunde

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Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 30
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 264 KB
Archivnummer: V3682
ISBN (E-Book): 978-3-638-12273-3

Textauszug (computergeneriert)

 

Gabriel García Márquez Roman
- Cien años de soledad -
in Betrachtung einer epischen und mythischen Geschichtsschreibung

von

Belgin Alakus

1 Vorwort 3

2 Zusammenfassung von Cien años de soledad 4

3 Die epische Erzählweise 8


3.1 Das Konzept der Wunderbaren Wirklichkeit in Cien años de soledad 11
3.2 Die biblische Mythologie im Werk 14

4 Elemente der Romantik 16

5 Eingearbeitete Historie in Cien años de soledad 20

6 Das Werk als Nationalepos 22

7 Schlußbemerkung 25

8 Literatur 29


1 Vorwort

Faszinierend ist, wie Gabriel García Márquez in Cien años de soledad Komik und Tragik - einander eigentlich gegenüberliegende Gegebenheiten - im Roman vereint und neue erzählerische Konstellationen schafft, in denen Gewöhnliches und Alltägliches mittels Übertreibung in außergewöhnliche Zusammenhänge gebracht werden. Mit dieser narrativen Technik wird eine düstere, komische und auch ernsthafte Atmosphäre erzeugt, in der sich Verwunderung und Bestürzung des Lesers fast zyklisch ablösen. In diesem Rahmen lernt der Leser einen fiktiven Ort kennen, Macondo, der eng verbunden ist mit der Lebensgeschichte der Familie Buendía. Die Persönlichkeiten dieser Familie formen diesen Ort und geben ihm eine Seele, wodurch erklärt werden kann, daß die Geschichte immer wieder in Rezensionen mit der Geschichte Lateinamerikas in unmittelbare Verbindung gebracht wird. In vielen Analysen über das Werk wird gesagt, daß es das kollektive Leben der Einwohner des ibero-amerikanischen Kontinents beschreibe. Unterschiedliche Phasen des Dorfes, sein Entstehen, sein Werden und seine Erweiterung versinnbildlichen den Prozeß der Entwicklung und der Beschaffenheit Lateinamerikas. Die Einbindung von einerseits historischen Fakten ohne Benennung von genauen geopolitischen Daten als auch die mythologisierende Erzähltradition in der karibischen Kultur bewirken auf breiter Basis eine Identifikation in Lateinamerika mit der Erzählung um Macondo. In meiner Analyse des Romans möchte ich eingangs die epische, unkonventionelle Erzählhaltung mit den eingebundenen Elementen aus der Romantik näher betrachten, um dann auf dieser Grundlage die Einbindung der Historie in Cien años de soledad zu ergründen.
Die Analyse und Interpretation in der vorliegenden Arbeit soll die Bedeutung der Gründungsliteratur für den 1967 erschienenen Roman verdeutlichen, der politische und geschichtliche Fakten mit Fiktion verbindet und so eine soziale und geographische Chronik schafft über das menschliche Leben unter sehr spezifischen Gegebenheiten in Lateinamerika.
Da sich einzelne Abschnitte meiner Hausarbeit gegenseitig ergänzen und aufeinander aufbauen, werden einige zu ergründende Inhalte eines Themenschwerpunkts vorab unter einem anderen Gesichtspunkt interpretiert. Einige literaturwissenschaftliche Theorien zur Vertiefung der Analyse des umfangreichen Werks mußten leider ausgelassen werden, da es über den Rahmen der ausformulierten Thematik hinausgehen würde.

2 Zusammenfassung von Cien años de soledad

Die Handlung des Romans habe ich in vier thematische Schwerpunkte unterteilt, die für die Analyse des Werkes in meiner Hausarbeit von Bedeutung sind und auf die ich in den Interpretationen näher eingehen werde. Das Resümee soll die Übersichtlichkeit wahren, ohne die Komplexität zu beschneiden, mit der die Komposition der Ereignisse im Buch die Spannung erzeugt. Jeder der vier Schwerpunkte wurde mit Ziffern gekennzeichnet und wird mit einem kurzen Satz in den Grundgedanken des Themas einleiten.

1. Die erste Phase der Entwicklung der Geschichte Macondos ist gekennzeichnet durch seine Gründung und durch das einfache, ja geradezu primitive Leben der Buendía-Familie: Das Dorf Macondo ist der zentrale Handlungsort der Geschichte, der unabwendbar mit dem Schicksal der Familie Buendía verbunden ist. Mit Gewalt, Mord und Inzest beginnt die Geschichte der Buendía-Sippe. Den Ausgangspunkt der Gründung von Macondo bildet die Inzest-Ehe von José Arcadio Buendía und Ursula Iguarán. Aus Angst über die möglichen Risiken ein Kind mit Schweineschwanz auf die Welt zu bringen, verweigert Ursula den Beischlaf mit ihrem Mann. Vor der Dorfgemeinschaft mit einem Impotenzvorwurf verspottet, beweist José Arcadio seine Männlichkeit, indem er bei einem Duell den Rufmord mit der Tötung des Verleumders rächt. Von dem Geist des Toten in seinem Haus in vielerlei Hinsicht geplagt, verläßt José Arcadio mit Ursula sein Heimatdorf und gründet mit zwanzig weiteren Familien am Rande eines Flußufers eine neue Siedlung, Macondo. Als der wesentliche Gründer des Dorfes genießt José Arcadio Buendía einen privilegierten sozialen Status, weil auf seinen Traum hin Macondo errichtet wird.

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