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Scholary Paper (Seminar), 2003, 11 Pages
Author: Barbara Beierlieb
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: University of Regensburg (Universität Regensburg)
Tags: Tradition, Kontinuität, Wandel, Aschenputtel, Cinderella-Komplex, Seminar, Märchen, Utopie, Wirklichkeit
Year: 2003
Pages: 11
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-36407-2
File size: 245 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft
Märchen zwischen Utopie und Wirklichkeit
Tradition durch Kontinuität und Wandel –
Aschenputtel und der Cinderella-Komplex
von: Barbara Bradl
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs Aschenputtel
3. Zeitliche Einordnung und Weiterverbreitung
4. Metamorphosen des Märchens
4.1 Giambattista Basile (1575-1632): Aschenkatze
4.2 Charles Perrault (1628-1703): Aschenputtel oder Das Gläserne Pantöffelchen
4.3 Brüder Grimm: Aschenputtel (Erstfassung 1812)
4.4 Brüder Grimm: Aschenputtel (Endfassung 1815)
4.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
5. Der Cinderella Komplex (nach Colette Dowling)
6. Literatur- und Bildverzeichnis
1. Einleitung
Das Märchen „Aschenputtel“ wird bereits seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben und erfährt so im Laufe der Zeit immer wieder Veränderungen, andere Elemente, wie z.B. die Schuhprobe bei Aschenputtel blieben von Anbeginn erhalten. Noch heute wird das Märchen Aschenputtel immer wieder neu verfilmt, die aktuellste und modernste Version ist wohl „Auf immer und ewig“ mit Drew Barrimore. Andere Filme wie „Weddingplaner“ mit Jennifer Lopez bedienen sich der Szene des verlorenen Schuhs. Sogar in der Psychologie wurde ein Phänomen nach Aschenputtel benannt: der Cinderella Komplex, zu deutsch Aschenputtel Komplex. Auf die „Tradition durch Kontinuität und Wandel“ und schließlich auf den Cinderella Komplex wird im Folgenden nun näher eingegangen.
2. Definition des Begriffs Aschenputtel
Das Wort Aschenputtel stammt aus dem Griechischen, dort bedeutet ‚achylia’ Asche; der Begriff ‚pouttos’ bezeichnet die weiblichen Geschlechtsteile. Ursprünglich bezeichnete Aschenputtel also eine Frau, die sich immer am Feuer aufhält, eigentlich jedoch eine Katze, die in der Asche des Herdes sitzt und unten schmutzig ist1. Mittlerweile gibt es zahlreiche Varianten des Begriffs, wie z.B. „Aschenpudel, -brödel, -grüdel“2, die in verschiedenen Regionen des deutschsprachigen Raumes benutzt werden. In Märchen bezeichnet Aschenputtel „das verachteste von drei Geschwistern, das [jedoch] zu höchsten Ehren gelangt“3. Wohl am bekanntesten ist die Figur des weiblichen Aschenputtels: eine fleißige Magd, die von der Stiefmutter und Stiefschwestern benachteiligt, sogar misshandelt wird, von überirdischen Kräften Unterstützung erhält, den schlechten Verhältnissen entkommen kann und am Ende des Märchens einen Märchenprinzen heiratet. Die Figur des männlichen Aschenputtels, in Skandinavien und Osteuropa bekannter, „ist nicht so sehr ein körperlich vernachlässigter, von den andern misshandelter, als vielmehr ein fauler, allen Interessen verschlossener, auf dem Ofen liegender Junge“4.
3. Zeitliche Einordnung und Weiterverbreitung
Das Motiv der Schuhprobe wurde erstmals von Strabon, der von ca. 63 vor Christus bis 19 nach Christus in Ägypten lebte, dokumentiert. Dieses Motiv wurde auch in frühchristlichen Legenden weitergeführt5. Zur Entstehung und Weiterverbreitung gibt es verschiedene Theorien. Vermutlich hatte das Märchen Aschenputtel im Orient seinen Ursprung, gelangte von dort aus nach Asien und Europa; während der Kolonialzeit schließlich nach Amerika und Afrika6. Aufgrund dieser weltweiten Verbreitung liegen unzählige Variationen des Märchens vor, Handlungsstränge und –elemente von Aschenputtel finden sich auch in anderen Märchen, wie z.B. „Allerleirauh“7 wieder. Das älteste schriftlich überlieferte Märchen, wurde 1560 in Deutschland von Martin Montanus abgedruckt und trug den Titel Erdkühlein8. Auf einige weitere Fassungen ab dem 17. Jahrhundert wird nun im Folgenden näher eingegangen.
4. Metamorphosen des Märchens
4.1 Giambattista Basile (1575-1632): Aschenkatze
[...]
1 nach Ranke, K.: Enzyklopädie des Märchens S.44
2 Markensen, L.: Handwörterbuch des deutschen Märchens S.125
3 Markensen, L.: Handwörterbuch des deutschen Märchens S.125
4 Markensen, L.: Handwörterbuch des deutschen Märchens S.125
5 nach Ranke, K.: Enzyklopädie des Märchens S.43
6 nach Ranke, K.: Enzyklopädie des Märchens S.43
7 Markensen, L.: Handwörterbuch des deutschen Märchens S.47
8 nach Ranke, K.: Enzyklopädie des Märchens S.43
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