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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 15
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 237 KB
Archivnummer: V36928
ISBN (E-Book): 978-3-638-36428-7

Textauszug (computergeneriert)

Politische Bildung in Deutschland zwischen 1945 und 1960

von: Lenka Eiermann

 


Inhaltsverzeichnis

1. Die Umerziehungspolitik der Alliierten 4

1.1. Die Re-education der Amerikaner 5

1.1.1. Die Phasen der Re-education 6
1.1.2. Das neue Unterrichtsfach 7

1.2. Die sowjetische Umerziehung 8
1.3. Die britische Erziehungspolitik 8
1.4. Das französische Umerziehungskonzept 9

2. Nachkriegsvorstellungen und Widerstände der Deutschen 10

2.1. Das konservative Lager 10
2.2. Das reformwillige Lager 12

3. Die Anfänge der Bundesrepublik 12

3.1. Konzeptionen zur politischen Bildung in den 50er Jahren 13

4. Die politische Weiterentwicklung nach 1955 14

5. Literaturverzeichnis 16




1. Die Umerziehungspolitik der Alliierten

Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 übernahmen die alliierten Großmächte Frankreich, Amerika, Großbritannien und die Sowjetunion die politische Führung Deutschlands. Auch die politische Bildung wurde ab 1945 durch die Umerziehungspolitik der Alliierten geprägt. Besonders die Amerikaner engagierten sich für die Erziehung beziehungsweise für die Umerziehung der Deutschen. Aber auch die übrigen Besatzungsmächte hatten eigene Vorstellungen und Positionen zur Politischen Bildung.
Im Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 wurden die Ziele der Besatzungspolitik von den Alliierten festgelegt. Man war sich einig, dass die Abrüstung und Entmilitarisierung, die Entnazifizierung, die Verurteilung von Kriegsverbrechern sowie die Entfernung von Nazis aus öffentlichen Ämtern und aus der Wirtschaft, besonders wichtig seien. Außerdem sollte, durch die Umgestaltung des deutschen politischen Lebens, die Demokratisierung durchgesetzt werden. Das deutsche Erziehungswesen sollte von nazistischen und militaristischen Lehren befreit werden, damit die junge Generation gegenüber dem Nationalsozialismus unempfindlich wird.

Da allerdings nicht der alliierte Kontrollrat, sondern Militärgouverneure der jeweiligen Besatzungsmacht, die Beschlüsse ausführte, drifteten, bedingt durch unterschiedliche Traditionen sowie das politisch-kulturelle Selbstverständnis der Besatzungsmächte, besonders die östlichen und die westlichen Bestatzungszonen auseinander. Alle Besatzungszonen bildeten ihr eigenes Programm für die Umerziehung der Deutschen und für die Veränderung des deutschen Schulwesens.
Während der ersten Phase der Umerziehungspolitik bis 1947 lag der Schwerpunkt der westlichen Alliierten, neben der Erneuerung der Lehrpläne, auf dem Verlangen das Bildungssystem im Sinne des amerikanischen Demokratiebegriffs zu reformieren. Nach 1947, also mit der Zuspitzung des Kalten Krieges, trat der sozialpsychologische und kulturanthropologische Aspekt der Re-education in den Vordergrund. Es wurde deutlich auf einen institutionellen Wandel verzichtet, da nicht das Erziehungswesen sondern die Charakterbildung Mittel der gesellschaftlichen Umerziehung seien.
Für Westdeutschland begann die Politik der Westintegration und damit verbunden der Aufbau eines stabilen, marktorientierten Wirtschaftssystems. Um dies zu erreichen arbeiteten die westlichen Alliierten verstärkt mit den Unionsparteien (CDU/CSU) zusammen und mussten deshalb auf die Schulreform weitgehend verzichten, da diese nur mit Hilfe der SPD umsetzbar war.
Die Alliierten kümmerten sich nun fast ausschließlich um die außenpolitische und wirtschaftspolitische Stabilisierung Deutschlands und erklärten die innenpolitische Umerziehung zur Sache der Deutschen.

1.1. Die Re-education der Amerikaner

Unter den amerikanischen Alliierten gab es konkurrierenden Positionen. Die eine wollte ein Bestrafungskonzept durchsetzen, das deutsche Industriepotenzial sollte zerstört werden außerdem sollte eine Reagrarisierung, die Entnationalisierung sowie die politische Dezentralisierung durchgesetzt werden. Die Realpolitiker hatten sich dagegen einen schnellen Wiederaufbau und die Westintegration zum Ziel gemacht. Die Konflikte um beide Konzepte führten dazu, dass die amerikanische Besatzungsmacht nach dem Krieg kein einheitliches Re-educationsprogramm hatte.
In der amerikanischen Besatzungspolitik hatte die Erziehung einen besonders hohen Stellenwert. Die Amerikaner strebten eine Demokratie durch Erziehung der Deutschen an. Die Demokratisierung des deutschen Bildungssystems sowie die Umerziehung der Jugend war, nach Meinung der Amerikaner, eine Vorraussetzung für die Erholung Deutschlands.
Das deutsche Schulsystem sollte reformiert werden, weil dieses dreigliedrige System Mitschuld am Nationalsozialismus habe. Durch das deutsche Schulsystem seien die Klassenunterschiede betont worden, was zu Minderwertigkeitsgefühlen bei vielen Deutschen geführt habe, auf welchen das Führerprinzip gedeihen konnte.
Die Amerikaner waren für ein Gesamtschulsystem nach amerikanischem Vorbild, welches die Demokratie stabilisieren sollte. Die weiterführende Bildung sollte kein Privileg mehr für die oberen Klassen, sondern ein Recht für alle Fähigen sein. Weiter wollten die Amerikaner die Elementarschule auf sechs Jahre verlängern und die Schulpflicht auf mindestens neun Jahre anheben. Demokratische Erziehung bedeutete für die amerikanische Besatzungsmacht eine egalitäre Erziehung basierend auf Chancengleichheit, Erziehung zu selbstständigem Denken und Handeln, Vermittlung von Grundwerten und sozialer Mobilität. Die Bildungsreform der Amerikaner sollte die hierarchischen Strukturen des deutschen Bildungswesens aufheben und statt Dogmatismus den freien Meinungsaustausch fördern.
Die Klassenzimmer sollten nichtmehr den Eindruck strikter Reglementierung erwecken, das Lehrer-Schüler-Verhältnis sollte freundlicher und familiärer werden und ebenso die Einführung von außerplanmäßigen Aktivitäten im Rahmen der Schule wurde von den Amerikanern angestrebt. Auf der Ebene eines partnerschaftlichen Lehrer-Schüler-Verhältnisses sollten neue Unterrichtsmethoden angewandt werden.

1.1.1. Die Phasen der Re-education

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