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Details

Veranstaltung: WS 04/05
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Erziehungswissenschaften)
Tags: Rolle, Beraters
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 180 KB
Archivnummer: V37031
ISBN (E-Book): 978-3-638-36497-3

Textauszug (computergeneriert)

Westfälische-Wilhelms-Universität Münster

Fachbereich Sozial- und Erziehungswissenschaften

Wintersemester 04/05

Seminar: Grundlagen systemischer Beratung in der EB/ WB

Hausarbeit zum Thema:

Die Rolle des systemischen Beraters

Nina Klitzke
5. Fachsemester
Studiengang: Dipl.- Pädagogik

 

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung  3

I. Systemische Beratung  4

II. Die Rolle des systemischen Beraters  7

1. Problemsysteme  7

2. Systemische Intervention des Beraters  8

3. Definition und Merkmale der Rolle des systemischen Beraters  8
3.1. Ziele des systemischen Beraters  10
3.1.1. Informationsneubildung  10
3.1.2. Reflexionsfähigkeit  10
3.1.3. Kompetenzerweiterung  11
3.2. Handlungsbegleitende Prinzipien des systemischen Beraters  11
3.2.1. Neutralität  11
3.2.2. Neugier  13
3.2.3. Autonomie  14
3.2.4. Konsens  15
3.2.5. Verantwortlichkeit  16

III. Fazit  17

Literaturverzeichnis  19

 

 

Einleitung

Das Ziel dieser Hausarbeit soll sein, eine Antwort auf die Frage: „Was ist die Rolle des systemischen Beraters?“ zu geben.

Seit einigen Jahren ist die systemische Orientierung immer mehr Bestandteil verschiedener Anwendungsgebiete. Sie reicht von der psychotherapeutischen Einzelfallberatung, Paar- und Familientherapie, Supervision bis hin zur Team- und Organisationsberatung. Der systemische Ansatz wird verstanden, als neue Art die Welt zu sehen und zu kategorisieren. Entscheidend dabei ist, dass das systemische Denken das Ursachen- Wirkungs- Denken des klassischen Erklärungsmodells infrage stellt und statt dessen die Gesellschaft als komplexes und soziales System begreift. Komplexität bedeutet in diesem Zusammenhang zunächst, dass in einem sozialen System niemals nur zwei, sondern immer eine unüberschaubare Zahl von Komponenten miteinander in Wechselbeziehung stehen und interagieren ( vgl. Barthelmess 2001, S.13). Die ganze Welt wird als ein hochkomplexes System verstanden, welches die Basis für die Entstehung verschiedener systemtheoretischer Ansätze bildet. Sie bieten ein Raster, um Phänomene und mögliche neue Sichtweisen zu erfassen und beschreiben zu können.

Aus dieser neuen Ausgangssituation ergibt sich auch ein Wandel für die Rolle des systemischen Beraters, die nun nicht mehr ausschließlich eine Ursachenforschung und anschließende Therapie, sondern vielmehr auf eine „Zirkularität“ (ebd.) von Handlungen der Beteiligten eines Systems abzielt. ( Im weiteren Verlauf der Ausarbeitung werde ich mich aus Gründen der Lesbarkeit nur auf die männliche Form des Beraters beschränken, wobei sich dies immer auf beide Geschlechter bezieht). Um die Rolle des systemischen Beraters genau darzustellen zu können, werde ich in meiner Ausarbeitung wie folgt vorgehen:

Im ersten Teil werde ich zunächst kurz darstellen, inwiefern sich die systemische Beratung von anderen Beratungsansätzen abgrenzt, um die Besonderheit der systemischen Beratung herauszustellen. Im Hinblick auf die Rolle des systemischen Beraters werde ich anschließend drei systemtheoretische Ansätze vorstellen, um aufzuzeigen, dass es nicht „die“ Systemtheorie gibt, sondern dass auf verschiedene Konzepte zurückgegriffen wird. Dabei zeige ich auf, welche dieser Ansätze die theoretische Grundlage für den systemischen Berater bildet.

Im zweiten Teil, dem Schwerpunkt dieser Ausarbeitung, werde ich diese theoretischen Grundlagen auf die Rolle des systemischen Beraters beziehen. Im ersten Schritt werde ich auf die Problemsysteme (ebd. S.110) eingehen und im Folgenden die Intervention des systemischen Beraters aufzeigen. Besonders dabei werde ich auf die Begriffsklärung der Rolle des systemischen Beraters eingehen und die Ziele und handlungsbegleitenden Prinzipien des systemischen Beraters herausstellen. Abschließend werde ich im dritten Teil, einem Fazit ,alles zusammenfassen und mich noch einmal auf die Ausgangsfrage beziehen.

I. Systemische Beratung

Die systemische Beratung hat seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dennoch ist sie nur ein Beratungsansatz aus einer Vielzahl von Beratungsangeboten. Auf Grund dessen ist für ein besseres Verständnis sinnvoll, zunächst herauszustellen, inwiefern sich der systemische Beratungsansatz von anderen Beratungsformen abgrenzt, bevor gezielt auf die systemische Beratung und der daraus resultierenden Rolle des systemischen Beraters eingegangen werden kann. In der Literatur von Walger werden vier idealtypische Grundformen der Beratung unterschieden, die ich im Folgenden kurz vorstellen werde (vgl. Walger 1995, S.4). Als eine Beratungsform ist das „Gutachten“ zu nennen, das in der Regel der Entscheidungsvorbereitung (z.B. der Unternehmensleitung) dient. Dabei wird der Berater als neutraler Sachverständiger verstanden, der aufgrund seines Fachwissens vorgegebene Sachverhalte beurteilt und dem Klienten somit fehlende Informationen liefert. Dennoch bleibt der Berater passiv, denn bei der eigentlichen Entscheidung und damit der eigentlichen Problemlösung, bleibt er außen vor und überlässt dies dem Klienten (vgl. Walger 1995, S. 4).

Ein zweiter Beratungsansatz ist die Expertenberatung. Sie setzt genau dort an, wo die Beratung des Gutachters aufhört. Hier versteht sich der Berater als Spezialist, der seinem Klienten aufgrund seiner Fachkenntnisse mehr oder weniger vorgefertigte Lösungen anbietet, die er gemeinsam mit dem Klienten umsetzt (vgl. ebd. S.5). Eine weitere Form der Beratung ist die Organisationsberatung bzw. Prozessberatung. Sie geht davon aus, dass jeder Mensch lernfähig ist und durch Beratung zum Lernen animiert werden kann. Im Gegensatz zu der Expertenberatung, bei der die Problemlösung mit dem Berater erzielt wird, basiert die Organisationsberatung auf der Annahme, dass nur der, der das Problem hat, dieses auch lösen kann. Der Berater ist demzufolge ein Prozessbegleiter, der nicht die Veränderungen vollzieht, sondern nur den Klienten bei seiner notwendigen Entwicklung unterstützt (vgl. ebd. S. 7). Ein zuletzt zu nennender Beratungsansatz, ist die systemische Beratung, welche die theoretisch fundierteste Form darstellt. Dieser Ansatz unterscheidet sich von den anderen Beratungsformen vor allem dadurch, dass der systemische Berater seine Klienten als soziales System versteht, die über Beobachtungen ihr spezifisches Wirklichkeitsverständnis aufbauen und bestätigen (vgl. ebd.,S.12). Der Berater selbst versteht sich als ein Teil des Kernproblems des Klientensystems dadurch, dass er selbst eine für die Lösung des Problems angemessene Problemansicht erarbeitet, um die eingefahrenen Wahrnehmungs- und Erklärungsmuster für das bestehende Problem durcheinander zubringen. Dies kann dann im Klientensystem zu Veränderungen und Weiterentwicklungen führen (vgl. Walger 1995, S. 13).

Dennoch gibt es „das“ systemische Denken und Handeln an sich nicht. Vielmehr ist „systemisch“ eine Mischung aus unterschiedlichen Ansätzen und in der Praxis erprobten Methoden und Instrumenten. In Hinblick auf die Rolle des systemischen Beraters ist es daher sinnvoll kurz darzustellen, welche Konzepte sich im Groben unterscheiden lassen. König/Volmer differenzieren drei Konzepte (vgl. König/Volmer 2005, S.13).

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