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Autor: Esther Geißdörfer
Fach: Pädagogik - Medienpädagogik
Details
Institution/Hochschule: Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Tags: Sexualität, Medien, Sexualpädagogik
Jahr: 2005
Seiten: 28
Note: gut
Literaturverzeichnis: ~ 43 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 218 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-36566-6
ISBN (Buch): 978-3-638-65386-2
Zusammenfassung / Abstract
Sehen Sie ich bei Ihrem nächsten Bummel durch die Stadt mal genau um. Oder fällt es Ihnen schon gar nicht mehr auf? – Von Plakatwänden, Bildschirmen und aus etlichen Schaufenstern werfen uns leicht bekleidete Frauen – und immer öfter auch Männer - Flirtblicke zu. Die Titelseiten der Zeitschriften sind voll von Brüsten, Taillen, Pos und Beinen und das Fernsehprogramm ist ohne die Prise Sex undenkbar geworden. Immer öfter wird die zunehmende Sexualisierung der Gesellschaft nicht nur bemerkt, sondern auch heftig beklagt. Viel zu viel nackte Haut würde in der Werbung gezeigt werden, die Medien seien generell sexistisch, die Sprache obszön und die neuen Modetrends ordinär. „Jugendschützer, Medienwächter und politische Gruppierungen fühlen sich daher immer wieder aufgerufen, dieser scheinbar fehlgeleiteten Entwicklung Einhalt zu gebieten. Aber trifft diese Einschätzung wirklich zu?“ Tagtäglich sind wir von Sex aller Art umgeben und trotz dieser Freizügigkeit zeigt sich unsere Gesellschaft sprachlos, wenn es um das Thema Sexualität geht. Die Kinder und Jugendlichen von heute wachsen in einer pseudo-freizügigen Welt auf, in der paradoxerweise eine offene Sexualerziehung selten vorkommt. Die Antworten auf ihre pubertär-neugierigen Fragen holen sie sich deshalb immer öfter von den Medien.
Textauszug (computergeneriert)
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl: Allgemeine Pädagogik
Hauptseminar: Sexualpädagogik
Fachsemester: 06
Sexualität in den Medien
von: Esther Geißdörfer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Das Thema Sexualität in Illustrierten 2
2.1 Gesamtgewichtung in Bild und Text 2
2.2 Funktionen von Zeitschriften 3
2.3 Gruppierung von Publikumszeitschriften hinsichtlich des Themas Sexualität 4
3. Jugendzeitschriften am Beispiel der BRAVO 5
3.1 Die Pubertät als Zielgruppenhintergrund 5
3.2 Konzeption der BRAVO 7
3.3 Die BRAVO-Rubrik „Dr. Sommer“ 8
3.3.1 Geschichte des „Dr.-Sommer-Teams“ 8
3.3.2 Die „Dr. Sommer-Sprechstunde“ 9
3.3.3 Die „Dr. Sommer-Foto-Aufkläruung“ 11
3.3.4 „Dr. Sommer-Bodycheck – That’s me“ 12
4. Medienkontrollorgane 13
4.1 Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften 13
4.2 Landesmedienanstalt 14
4.3 Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft 14
4.4 Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen 15
4.5 Der Deutsche Werberat 16
5. Sex in der Werbung 16
5.1 Sex sells 16
5.2 Sex Appeal 17
5.3 Werbewirkung und Aufmerksamkeit 18
5.4 Nebenwirkungen von Aufmerksamkeit 19
6. Resumée 22
Literaturnachweis 23
Anhang
1. Einleitung
Sehen Sie ich bei Ihrem nächsten Bummel durch die Stadt mal genau um. Oder fällt es Ihnen schon gar nicht mehr auf? – Von Plakatwänden, Bildschirmen und aus etlichen Schaufenstern werfen uns leicht bekleidete Frauen – und immer öfter auch Männer - Flirtblicke zu. Die Titelseiten der Zeitschriften sind voll von Brüsten, Taillen, Pos und Beinen und das Fernsehprogramm ist ohne die Prise Sex undenkbar geworden. Immer öfter wird die zunehmende Sexualisierung der Gesellschaft nicht nur bemerkt, sondern auch heftig beklagt. Viel zu viel nackte Haut würde in der Werbung gezeigt werden, die Medien seien generell sexistisch, die Sprache obszön und die neuen Modetrends ordinär. „Jugendschützer, Medienwächter und politische Gruppierungen fühlen sich daher immer wieder aufgerufen, dieser scheinbar fehlgeleiteten Entwicklung Einhalt zu gebieten. Aber trifft diese Einschätzung wirklich zu?“1 Tagtäglich sind wir von Sex aller Art umgeben und trotz dieser Freizügigkeit zeigt sich unsere Gesellschaft sprachlos, wenn es um das Thema Sexualität geht. Die Kinder und Jugendlichen von heute wachsen in einer pseudo-freizügigen Welt auf, in der paradoxerweise eine offene Sexualerziehung selten vorkommt. Die Antworten auf ihre pubertär-neugierigen Fragen holen sie sich deshalb immer öfter von den Medien. Im Folgenden werde ich das Thema „Sexualität in den Medien“ behandeln. Auf Grund der Vielschichtigkeit des Begriffs Medien habe ich mich auf Werbung sowie Publikums- und Jugendzeitschriften beschränkt. Da mit dem Thema der Jugendschutz eng verknüpft ist, werde ich zudem einen kleinen Exkurs zu Medienkontrollorganen machen. Als einleitenden Überblick stelle ich die Präsenz von Sex in Illustrierten vor:
2. Das Thema Sexualität in Illustrierten
2.1 Gesamtgewichtung in Bild und Text
Wie häufig stößt man auf sexuell angehauchte Bilder, wenn man eine Zeitschrift aufschlägt? Diese Frage stellte sich auch Thomas Steffen, woraufhin er im Jahre 1990 1879 Bilder aus Illustrierten auf ihren „Sexualitätsgehalt“ untersuchte und demnach eine „Rangliste der ‚Sexualitäts‘-Bildkategorien“2 erstellte:
Rangliste Bildkategorie Prozent
1 Halbnackte Frau 27,6
2 Nackte Frau 20,9
3 Frau in Accessoires 14,5
4 Männl.-weibl. Paare 13,8
5 Sex im Bilderwitz 9,1
6 Einzeldarstellung 2,9
7 Gruppe Nackter 2,9
8 Weibl. Paare / Sonstiges 2,8
9 Nackter Mann 1,9
10 Halbnackter Mann 0,6
11 Männl. Paare
Aus dieser Tabelle geht augenscheinlich die Fixierung auf den weiblichen Körper hervor. 65,8 Prozent aller untersuchten, sexuell besetzten Bilder zeigen Frauen als erotisches Objekt. Somit wird der meist halbnackte, weibliche Körper zum „Sinnbild der Erotik in Publikumzeitschriften“ 3. Sexualität wird allerdings nicht nur mittels Bilder thematisiert, sondern ist häufig auch Bestandteil von Artikeln. Eine „Rangliste der ‚Sexualitäts‘-Textkategorien“ 4 zeigt, mit welchen Themen Sexualität in Verbindung gebracht wird:
Rangliste Textkategorie Prozent
1 Sexuelle Vorzüge einer Frau 20,7
2 Beschreibungen sexueller Handlungen 17,5
3 Sex im Witz 16,7
4 Sexualität und Medizin 12,7
5 Sexualität und Partnerschaft 10,1
6 Sexualität und Psyche 9,6
7 Sonstiges 8,5
8 Sexuelle Vorzüge eines Mannes 4,1
Untersucht wurden 1136 sexuell belegte Worteinheiten. Dabei
geht aus der Rangliste unschwer hervor, dass das Wortfeld für
Frauen viel reichhaltiger als das für Männer ist.
2.2 Funktionen von Zeitschriften
Eine Publikumszeitschrift sollte drei Funktionen erfüllen und folglich informativen, beratenden und unterhaltenden Charakter besitzen. Aus diesen drei Grundfunktionen kann man wiederum weitere Dimensionen bilden, so dass dabei Mischformen wie der „Human Interest“-Bereich, eine Komposition aus Information und Unterhaltung, entstehen.5
Versucht man die Sexualitäts-Kategorien innerhalb der eben genannten drei Funktionen zu betrachten, stellt man fest, dass sich einige Kategorien zweifelsfrei zu einer Funktion zuordnen lassen. Die Kategorie „Sex im Bilderwitz“ zum Beispiel besitzt eine reine Unterhaltungsfunktion, wohingegen sich die Kategorien „Sexualität und Medizin“, „Sexualität und Partnerschaft“ sowie „Sexualität und Psyche“ erst nach längerer Analyse zuordnen lassen. Da man diese Bereiche meistens auf den Leserfragenseiten der unterhaltenden Zeitschriften (NEUE REVUE und Frauenzeitschriften) vorfindet, lassen sich die untersuchten Textkategorien der Beratungsfunktion zuschreiben.
2.3 Gruppierung von Publikumszeitschriften hinsichtlich des Themas Sexualität
Die Abbildung vollständig nackter Frauen und Männer ist „fast ausschließlich in den drei, durch überdurchschnittliche Sexualitäts-Werte auffallenden Publikumszeitschriften Neue Revue, Praline und Playboy“6 zu finden. Dort haben sie eindeutig unterhaltenden Charakter und zielen mangels Begleittexte auf die Darbietung von Bildinhalten ab. Diese Konzentration auf nackte Körper bringt die drei Zeitschriften in eine Sonderstellung, weshalb sie im Folgenden getrennt von den anderen Blättern betrachtet werden.
· Sexualität in Illustrierten dient als Unterhaltung, weil sie in Verbindung mit Promis und Mode und zudem sehr bilderreich erscheint.
· Das Thema Sexualität in unterhaltenden Wochen- und Frauenzeitschriften hat eindeutig eine Beratungsfunktion, da es Inhalt von Leserfragen, Schicksalsberichten und Modeberatung darstellt.
· Der Playboy hingegen verwendet sein Hauptthema Sexualität als prickelnde Unterhaltung (für Männer) durch erotische Frauenbilder, lässt die Beratungsfunktion allerdings nicht außer Acht.
· Praline und Neue Revue stellen eine Mischform aus „erotischer Bildunterhaltung“7 und textbezogener Beratung dar. Sexualität weist dabei einen unterhaltenden Beratungscharakter für die gemischt-geschlechtliche Leserschaft auf.8
[...]
1 Jendrosch, Thomas: Sex sells. Der neue Trend zur Lust in Wirtschaft und Gesellschaft. 2000, S. 41.
2 vgl. Steffen, Thomas: Sexualität in Illustrierten. Eine quantitativ-qualitative Themenanalyse. 1991, S. 116.
3 Steffen 1991, S. 116.
4 vgl. Steffen 1991, S. 118
5 vgl. Steffen 1991, S. 120.
6 Steffen 1991, S. 121.
7 Steffen 1991, S. 123.
8 vgl. Steffen 1991, S. 123.
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