Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Zwischenprüfungsarbeit, 1997, 45 Seiten
Autor: Verena Ronge
Fach: Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Details
Tags: Expressionismus, Annäherung, Epoche
Jahr: 1997
Seiten: 45
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 22 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-36572-7
ISBN (Buch): 978-3-638-70527-1
Dateigröße: 320 KB
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit stellt einen Versuch dar, die Epoche des literarischen Expressionismus, die sich als ein „Konglomerat unterschiedlicher Themen, Formen, ideologischer und stilistischer Tendenzen“ (Giese: Interpretationshilfen. Lyrik des Expressionismus, S. 16) erweist, auf ihre Grundtendenzen hin zu untersuchen. Die Aufdeckung dieser Eigenschaften schafft eine Basis, von der aus die Vielfalt der expressionistischen Erscheinungsformen - sowohl thematisch als auch stilistisch - überblickt werden kann. Um die Überblicksfunktion der Arbeit zu gewährleisten, ist das erste Kapitel einer groben Zweiteilung unterzogen. Nach dem Versuch einer Annäherung an das Phänomen „Expressionismus“ werden im ersten großen Abschnitt die allgemeinen zeitgeschichtlichen Hintergründe beschrieben, die zum Zeitpunkt der Entstehung des Expressionismus wirkten. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der vorherrschenden Geisteshaltung im Lager der expressionistischen Dichter und die daraus resultierenden Ziele, Merkmale und Ausdrucksformen ihrer Kunstrichtung. Nach der Besprechung der Gründe, die zum Scheitern des Expressionismus führten und somit Boden für die daran anschließende Kritik bieten, befaßt sich das zweite Kapitel mit einem Vertreter der expressionistischen Dichter: Georg Trakl. Er steht exemplarisch als Repräsentant einer Dichtergeneration für eine Spielart expressionistischer Dichtung, deren Bogen vom religiöspathetischen Ton Franz Werfels bis zu den nihilistischen Tendenzen Gottfried Benns gespannt ist. Obwohl dieses weitgesteckte Feld die Vermutung aufwirft, daß es „sehr fragwürdig [ist] von ihm [dem Expressionismus] als einheitliche Bewegung zu sprechen“ (Rötzer (Hg): Begriffsbestimmung des literarischen Expressionismus, S. 140), soll in den nun folgenden Ausarbeitungen versucht werden, einige grundlegende Aspekte des literarischen Expressionismus aufzuzeigen.
Textauszug (computergeneriert)
Expressionismus - Annäherung an eine Epoche
von: Verena Ronge
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Der Expressionismus - Annäherung an eine Epoche 4
1.1. Der Expressionismus als historisches Phänomen 7
1.1.1. Der historische Hintergrund 7
1.1.2. Der wissenschaftliche Hintergrund 9
1.1.3. Der soziale Hintergrund 10
1.1.4. Der geistig - philosophische Hintergrund 12
1.1.5. Die chronologische Abfolge 13
1.2. Der Expressionismus als Bewegung 15
1.2.1. Die Geisteshaltung der Expressionisten 15
1.2.2. Das literarische Leben 19
1.2.3. Stil und Thematik des Expressionismus 20
1.3. Das Ende der Epoche und die daran anschließende Kritik 23
2. Georg Trakl und sein Werk 25
2.1. Biographie eines kurzen Lebens 26
2.2. Die lyrische Welt Trakls 28
2.2.1. Die Farben 29
2.2.2. Lebewesen und Gestalten 32
2.2.3. Raum- und Zeitstruktur 34
2.3. Die Entwicklung der lyrischen Formen in Georg Trakls Werk 37
Schlußwort 41
Literaturverzeichnis 43
Einleitung
Die vorliegende Arbeit stellt einen Versuch dar, die Epoche des literarischen Expressionismus, die sich als ein „Konglomerat unterschiedlicher Themen, Formen, ideologischer und stilistischer Tendenzen“1 erweist, auf ihre Grundtendenzen hin zu untersuchen. Die Aufdeckung dieser Eigenschaften schafft eine Basis, von der aus die Vielfalt der expressionistischen Erscheinungsformen - sowohl thematisch als auch stilistisch - überblickt werden kann.
Um die Überblicksfunktion der Arbeit zu gewährleisten, ist das erste Kapitel einer groben Zweiteilung unterzogen. Nach dem Versuch einer Annäherung an das Phänomen „Expressionismus“ werden im ersten großen Abschnitt die allgemeinen zeitgeschichtlichen Hintergründe beschrieben, die zum Zeitpunkt der Entstehung des Expressionismus wirkten. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der vorherrschenden Geisteshaltung im Lager der expressionistischen Dichter und die daraus resultierenden Ziele, Merkmale und Ausdrucksformen ihrer Kunstrichtung. Nach der Besprechung der Gründe, die zum Scheitern des Expressionismus führten und somit Boden für die daran anschließende Kritik bieten, befaßt sich das zweite Kapitel mit einem Vertreter der expressionistischen Dichter: Georg Trakl.
Er steht exemplarisch als Repräsentant einer Dichtergeneration für eine Spielart expressionistischer Dichtung, deren Bogen vom religiös-pathetischen Ton Franz Werfels bis zu den nihilistischen Tendenzen Gottfried Benns gespannt ist. Obwohl dieses weitgesteckte Feld die Vermutung aufwirft, daß es „sehr fragwürdig [ist] von ihm [dem Expressionismus] als einheitliche Bewegung zu sprechen“2, soll in den nun folgenden Ausarbeitungen versucht werden, einige grundlegende Aspekte des literarischen Expressionismus aufzuzeigen.
1. Der Expressionismus - Annäherung an eine Epoche
Aufgrund der angedeuteten Anhäufung unterschiedlicher Themen, Stile und Tendenzen erscheint es schwierig, eine klare Definition des Expressionismus zu entwerfen. Nur soviel ist klar: Er war „Symptom und Ausdruck einer Weltkrise auf allen Gebieten“3, der sich die jugendliche Generation gegenübergestellt sah. Auf die Unsicherheit ihrer Zeit reagierte sie mit einer Revolte gegen alles Bestehende und Überlieferte, das für sie Symbol einer rückhaltlosen Gegenwart war. Mit stürmischer Gebärde und radikalisiertem Lebensgefühl bäumten sich die Jugendlichen gegen die Wirklichkeit auf, um dieser den Gegenentwurf einer neuen Welt entgegenzustellen. Um den Expressionismus als Erscheinung in seiner Vielfalt besser fassen zu können - es existiert neben dieser revolutionären Einstellung nämlich auch das genaue Gegenteil, eine pessimistisch-nihilistische Einstellung - erscheint es sinnvoll, eine literaturhistorische Eingrenzung der verschiedenen Phasen und Erscheinungsformen des Expressionismus vorzunehmen. Einen ungefähren Rahmen bietet die Aufspaltung der Epoche in drei Phasen: Früh-, Hoch- und Spätexpressionismus.4
Der Frühexpressionismus erfährt im allgemeinen eine Datierung auf die Jahre 1910 bis 1914. In dieser Phase sandte vor allem die Malerei neue Impulse aus, an denen sich die Literaten orientierten.5 So ging die Vereinfachung und Steigerung der Ausdrucksformen Hand in Hand mit einem neuen Stilbewußtsein in der Literatur. Die junge Generation sagte sich los von jeglicher Passivität und proklamierte ein neues Lebensgefühl, eine Aufbruchsstimmung voll Enthusiasmus und Elan. Einen Einbruch erlitt diese dynamische und literarisch fruchtbare Entwicklung am 1.8.1914 mit Ausbruch des ersten Weltkrieges. Hier setzte die zweite Phase des Expressionismus ein, die den zeitlichen Rahmen von 1915 bis 1920 umfaßte und ganz im Schatten des Krieges stand. Die anfängliche Kriegsbegeisterung der jungen Expressionisten, die durch den Krieg eine Befreiung aus dem durch Kaiser und Bürger bestimmten Alltag erhofften, schlug ab 1915 in eine Hinwendung zum Pazifismus um. Ausgelöst durch die Grausamkeiten des Krieges, der auch in den Reihen der Expressionisten viele Opfer forderte, herrschte in dieser zweiten Phase ein Thema vor: Die Verbrüderung der Menschheit in einer neuen, friedlichen Welt. Die im Frühexpressionismus auf einen kleinen Kreis beschränkte Bewegung wurde nun zu einer breiten Modeströmung, die eine Schwerpunktverlagerung von der früheren Betonung der Lyrik hin zu der Vorherrschaft von Prosa und Dramatik mit sich brachte.
Ab 1920 fand der Übergang vom Hoch- zum Spätexpressionismus statt. Die Phase des Nachkriegsexpressionismus war gekennzeichnet durch eine Hinwendung zum Theater. Die Bühne avancierte zur moralischen Anstalt, der Schauspieler zum Verkünder des neuen Menschen. „Das Revolutions- geschehen auf der Bühne sollte der Revolution schlechthin zur Hilfe kommen.“6 Die deutsche Wirklichkeit aber ließ das Ende der Epoche sichtbar werden. Angesichts des stabilisierten Bürgertums erfüllte sich die expressionistische Hoffnung auf veränderte Lebensverhältnisse und der Sehnsucht nach Frieden nicht. Der verzweifelte Schrei nach Veränderung verhallte ungehört. Nach diesem ersten Überblick über die Epoche scheint es aufgrund der ihr innewohnenden Komplexität sinnvoll, sich zuerst der rein sprachlichen Verwendung des Begriffes zuzuwenden und dessen Herkunft zu durchleuchten. Verfolgt man den Ausdruck bis zu seinen Wurzeln zurück, dann finden sich erste Hinweise im Umfeld der Malerei. So wurde sowohl in der englischen Zeitung „Tait´s Edinburgh Magazine“ im Jahre 1850 als auch in einem Vortrag von Charles Rowley 1880 in Manchester von einer expressionistischen Schule moderner Malerei gesprochen. Diese Schule bezeichnete jene Maler, deren Absicht darin lag, ihre Gefühle und Leidenschaften auszudrücken: „When we come to the expressionists, those who undertake to express special emotions or passions, the list is enormous.“7 Im literarischen Zusammenhang wurde der Begriff erstmals in dem amerikanischen Roman „ The Bohemian“ von Charles de Kay erwähnt, der 1878 in New York veröffentlicht wurde. Bis der Ausdruck schließlich auch in Europa auftauchte, vergingen einige Jahre. 1901 fand er in Frankreich erneut Verwendung, als der französische Maler Julien-Auguste Herve im „Salon des Independants“ in Paris acht seiner Bilder ausstellte. Da sich der Begriff im geläufigen französischen Wortschatz nicht durchsetzen konnte, wurde er 1911 in Deutschland im Zusammenhang mit der Berliner Sezession neu eingeführt. Hier wurden - wie auch auf der Ausstellung des „Düsseldorfer Sonderbundes westdeutscher Künstler und Kunstfreunde“ im Juli 1911 - Werke junger französischer Maler gezeigt, die als „Expressionisten“ betitelt wurden. Danach erlebte der Begriff „Expressionismus“ als Gegenbegriff zum schon bekannten „Impressionismus“ eine rasche Verbreitung. So übertrug man den bis dahin auf die französischen Maler begrenzten Terminus im Herbst 1911 auf die moderne Malerei im allgemeinen, die sich als Reaktion zum Impressionismus begriff.
Der Übergang von der Kunst in die Literatur erfuhr der „Expressionismus“ im Juli 1911 durch Kurt Hiller. Er wandte den Ausdruck auf die Dichter an, die ein bestimmtes Ziel verfolgen: „Wir sind Expressionisten. Es kommt uns wieder auf den Gehalt, das Wollen, das Ethos an.“8 Die „Vaterschaftsfrage“ ist allerdings nicht eindeutig geklärt. Während einige den Ursprung bei Hiller sehen, betonen andere sowohl Wilhelm Worringers als auch Ernst Cassierers9 Beitrag zur Verbreitung des Begriffes.
[...]
1 Giese (1993), S. 16.
2 Rötzer (1976), S. 140.
3 Rötzer (1976), S. 137.
4 Neben der chronologischen Gliederung gibt es noch weitere literaturhistorische Methoden, mit deren Hilfe der Expressionismus eingegrenzt werden kann. Beispielsweise die Aufteilung in die drei Hauptgattungen Lyrik, Drama und Prosa, die Teilung in politischen und „reinen“ Expressionismus und die Untersuchung der verschiedenen geographischen Zentren.
5 Dieser Austausch wurde durch die teilweise Doppelbegabung und Zusammenarbeit zwischen Malern und Lyrikern gefördert.
6 Rötzer (1976), S. 276.
7 Arnold (1966), S. 9).
8 Arnold (1966), S. 13.
9 Ernst Cassierer soll, als er ein Bild Max Pechsteins betrachtete, auf die Frage, ob es sich hierbei um Impressionismus handele spontan geantwortet haben: Nein, daß ist Expressionismus!
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Arbeitslosigkeit
Autoren: Christine Steinhagen, Christin MosebachPolitik - Didaktik, politische Bildung, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 11,99 EUR
Die Hartz IV-Bestimmungen - Reformversuche für den Sozialstaat
Autor: Steffen KnäbeGemeinschaftskunde / Sozialkunde, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Jugendarbeitslosigkeit - Folgen und Auswirkungen in der Jugendphase
Autor: Karl-Heinz VetterSozialpädagogik / Sozialarbeit, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Ritual und Performance
Autor: Simon KnopfEthnologie / Volkskunde, 2001 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR
Die Theorie des Expressionismus nach Gottfried Benn unter Einbezug der Philosophie Friedrich Nietzsches
Autor: Agnes UkenGermanistik - Neuere Deutsche Literatur, 1999 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Unterrichtsentwurf zu Goethes "Zauberlehrling"
Autor: Kathrin SchwarzDeutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss., 1999 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Der Minnesang - Ein entwicklungsgeschichtlicher Einblick in eine literarische Form mittelhochdeutscher Dichtung
Autor: Yvonne VittGermanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, 2002 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Zu: Georg Büchners "Dantons Tod" - Parallelen zwischen Georg Büchner und seiner Dramenfigur Georges Jacques Danton
Autor: Daniel SchygullaGermanistik - Neuere Deutsche Literatur, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Über Gottfried Benns Lyrik und Prosa
Autor: Dirk BessellGermanistik - Literaturgeschichte, Epochen, 1996 Als PDF-Datei downloaden für 12,99 EUR
Sturm und Drang
Autoren: Tim Brüning, Kristin BönigGermanistik - Literaturgeschichte, Epochen, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 9,99 EUR
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: