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Autoren: Martin Hasenöhrl, Iris Fritsch, Stefanie Grünangerl, Philipp Penetzdorfer, Astrid Rauchenwald
Fach: Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Details
Institution/Hochschule: Paris Lodron Universität Salzburg (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Tags: Buch Internet Nutzung Freizeit User Geschlecht Motiv
Jahr: 2000
Seiten: 40
Note: Gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 479 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-12304-4
Textauszug (computergeneriert)
Universität Salzburg
Institut für Kommunikationswissenschaft
Proseminar: Einführung in die Kommunikationswissenschaft II
Sommersemester 2000
Proseminararbeit
zum Thema
BUCH versus INTERNET?
Zur Frage der Konkurrenz zwischen den beiden Medien
in der Freizeitgestaltung Salzburger StudentInnen.
erarbeitet von: Iris Fritsch, Stefanie Grünangerl , Martin Hasenöhrl,
Philipp Penetzdorfer und Astrid Rauchenwald.
Inhaltsverzeichnis
Kapitel Seite
1. Darstellung der Untersuchung ... 3
1.1. Forschungsleitende Überlegungen ... 3
1.2. Problemstellung ... 3
1.3. Definitionen und theoretische Grundlagen ... 5
1.3.1. Medienkonkurrenz nach Neil Postman ... 5
1.3.2. Das alte Medium Buch ... 8
1.3.3. Das neue Medium Internet ... 9
1.3.4. Ergänzung statt Ersatz ... 11
1.3.5. Probleme bei der Definition des Freizeitbegriffs ... 12
1.3.5.1. Studentische Freizeitdefinition ... 13
1.4. Untersuchungskonzept ... 14
1.4.1. Untersuchte Gruppe ... 14
1.4.2. Vergleichsgruppen ... 14
1.4.3. Fragebogengliederung ... 15
1.4.3.1. Fragen zur Person und zum Freizeitverhalten ... 16
1.4.3.2. Fragen zum Freizeitleseverhalten ... 16
1.4.3.3. Fragen zum Internetnutzungsverhalten in der Freizeit ... 16
1.4.3.4. Fragen zur Änderung des Freizeitverhaltens ... 17
2. Freizeitverhalten - Stellenwert von Buch und Internet ... 18
2.1. Österreichs User im Überblick ... 18
2.2. Besitz und Nutzung eines Internetanschlusses bei Salzburger SoziologiestudentInnen ... 18
2.3. Vergleich der Besitzer- bzw. Nutzergruppen ... 19
2.4. Wer ist der/die Salzburger SoziologiestudentIn? ... 20
2.5. Über die Gestaltung der Freizeit ... 21
3. Buch versus Internet? ... 23
3.1. Motivforschung: Gründe für Lesen und Internetnutzung ... 26
4. Änderung des Freizeitverhaltens ... 28
5. Geschlechterspezifische Leser- und Nutzerstrukturen ... 31
6. Resümee ... 34
Anmerkungen ... 36
Literaturverzeichnis ... 37
1. Darstellung der Untersuchung
1.1. Forschungsleitende Überlegungen
,,Wer redet heute noch vom Lesen, wo man - im Zeitalter der Computertechnologie- längst auf den Benutzeroberflächen der besseren Software nicht mehr nur Texte, sondern hauptsächlich Icons entziffern muss, um die notwendigen Informationen zu erhalten? Am Ende der ,,Gutenberg-Galaxis" (Marshall McLuhan), [...], scheint ein bereits in Gang gesetzter Verdrängungsprozess innerhalb unserer medialen Umwelt stattzufinden, der nicht nur zu Lasten des Gedruckten, sondern sogar der Schrift gehen wird." (Eicher 1996, 9)
Derartig buch- und lesepessimistisch beginnt Thomas Eichers Untersuchung zum Leseverhalten von Studienanfängern der Germanistik. Wieder einmal, nach dem ,,Angriff" von Radio und Fernsehen, scheint das Medium Buch durch ein neues elektronisches Medium bzw. gleich mehrere Medien in seiner Existenz bedroht zu sein. Einerseits wird die Weiterentwicklung von Computer, Internet und neuen Medien euphorisch begrüßt und man sieht in Ihnen schon die Zukunft, andererseits fürchtet man um die weitere Existenz des alten Mediums Buch und sogar der Kultur (vgl. Tauss 1996, 40f).
,,Die totale Vernetzung der Computerwelt, verkörpert durch das Internet, wird seit einigen Jahren von solch einer defekten Rhetorik begleitet. Da entsteht ein neues Medium und als solches greift es ständig irgendein anderes an oder droht es garstigerweise gleich zu zerschmettern. Die Menschen wollen offenbar Krieg sehen im Medienland." (Polatschek 1998, 103)
Doch in wie weit trifft dieser ,,Kriegszustand" wirklich zu? Schafft es das Internet (ganz abgesehen von der Frage, will und kann es das überhaupt?) das Buch zu verdrängen oder zu ersetzen? Dieser Frage widmet sich, natürlich im kleinerem Rahmen, die folgende Arbeit.
1.2. Problemstellung
Die ursprüngliche Ausgangsaufgabe dieser Arbeit war die Untersuchung des Freizeitleseverhaltens Salzburger StudentInnen. Um diesen Themenbereich mit aktueller Brisanz zu füllen, entschied sich die Gruppe dazu, die Nutzung zweier ,,(Lese)Medien" zu vergleichen: das Buch und das Internet, ein ,,altes" und ein ,,neues" Medium. Das Buch als, ein im Vergleich zum Internet, relativ altes Lesemedium zu definieren erscheint logisch. Aber auch das Internet ist - wenn auch nur zum Teil - ein Lesemedium, denn ,,ohne ausreichende Lesekompetenz ist der Umgang mit den neuen Bildschirmmedien in der Regel gar nicht möglich" (Vorderer 1998, 184). Darüber hinaus bietet das Internet zahlreiche zum Buch äquivalente Möglichkeiten zur Wissensbeschaffung. Man denke hier nur an sämtliche themenbezogene Magazine und Interestgroups im Net.
In dieser Arbeit soll also die Rolle untersucht werden, die Buch und Internet bei der Freizeitgestaltung Salzburger StudentInnen spielen. Dabei gehen wir von der Forschungsfrage, ob der Computer und die damit verbundenen ,,Neuen Medien" (=Internet), das ,,gute alte" Buch als Freizeitlektüre Salzburger StudentInnen verdrängt, aus. Uns interessiert konkret, welchen Platz das Internet sich in der Freizeitgestaltung ,,erobert" hat, und ob dieser auf Kosten des Stellenwerts des Buches ging. Oder anders ausgedrückt, ob die StudentInnen nun die (Frei)zeit, die sie einmal damit verbrachten Bücher zu lesen, nun dazu nutzen, vermehrt im Internet zu surfen, zu chatten, etc. Die Vermutung dieses Zusammenhangs bezieht sich also auf zwei Ebenen: 1 auf den Aspekt, dass die Tätigkeiten im Internet einen derart enormen Zeitaufwand benötigen, dass dieser auf Kosten anderer Freizeitaktivitäten - insbesondere des Buches - gehen könnte, der Ebene der Zeitökonomie und 2. auf die Ebene der konkret inhaltlichen Konkurrenz und der daraus folgenden Frage, welches Medium dann den tatsächlichen (quantitativ messbaren) Vorzug erhält.
Wir werden letztendlich die These aufstellen, dass das Internet das Buch bei der Freizeitgestaltung nicht völlig verdrängt (zumindest nicht vollständig), da Buch und Internet zwei Medien mit großteils verschiedenen Funktionspotentialen sind und daher zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Es ist einleuchtend, dass jemand, der bisher ein begeisterter Bücherleser in seiner Freizeit war, diese Gewohnheit nicht aufgrund der Verfügbarkeit eines neuen Mediums aufgibt, zumal das Internet nur teilweise die gleichen Eigenschaften wie das Buch besitzt und bei dieser Person nie eine derart dominante Rolle in der Zeitökonomie einnehmen wird, da das Lesen einen besonders hohen Routinewert besitzt, der Griff zum Buch gewissermaßen internalisiert ist.
Um die große Anzahl der Salzburger StudentInnen einzugrenzen wurde beschlossen, die Stichprobe nur einer Studentengruppe zu entnehmen und auch nur diese Studentengruppe zu untersuchen. Die Wahl fiel auf Salzburger SoziologiestudentInnen (für die Gründe dieser Wahl siehe Kapitel 1.4.1).
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