Die Adelphen des Terenz als Beispiel einer Antiken Komödie close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Die Adelphen des Terenz als Beispiel einer Antiken Komödie

Autor: Christina Hinterleitner
Fach: Latein

Lesen Sie im E-Book



Details

Veranstaltung: Terenz und die Tradition der antiken Komödie
Institution/Hochschule: Universität Regensburg (Philosophische Fakultät IV)
Tags: Adelphen, Terenz, Beispiel, Antiken, Komödie, Terenz, Tradition, Komödie
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 24
Note: 1-2
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 268 KB
Archivnummer: V37374
ISBN (E-Book): 978-3-638-36744-8

Textauszug (computergeneriert)

Die Adelphen des Terenz als Beispiel einer Antiken Komödie

von: Christina Hinterleitner

 


Inhaltsübersicht

1. Der Dichter Terenz S. 3

1.1. Das Leben und die Werke des Terenz S. 3

2. Die römische Komödie S. 5

2.1. Die Entwicklung der römischen Komödie S. 5
2.2. Die Themen der römischen Komödie S. 5
2.3. Spannung und Ironie in den Komödien S. 7
2.4. Die Charakterdarstellung in den Komödien S. 7
2.5. Die Sprache in den Komödien S. 7
2.6. Die Bedeutung der römischen Komödie S. 8

3. Die Adelphen S. 8

3.1. Die Überlieferungslage der Adelphen S. 8
3.2. Allgemeine Darstellung der Adelphen S. 9

3.2.1. Der Inhalt der Adelphen S. 9
3.2.2. Der Aufbau der Adelphen S. 10
3.2.3. Die sprachlichen Eigentümlichkeiten des Terenz in den Adelphen S. 12

3.2.3.1. Die Orthographie in den Adelphen S. 13
3.2.3.2. Die Wortwahl des Terenz in den Adelphen S. 13
3.2.3.3. Die Wortstellung in den Adelphen S. 14

3.2.4. Das Metrum in den Adelphen S. 14

3.3. Die Interpretation der Adelphen S. 15

3.3.1. Die Problematik der Adelphen S. 15
3.3.2. Das Problem der Kontamination in den Adelphen  S. 19

3.3.2.1. Definition von Kontamination S. 19
3.3.2.2. Der Vorgang der Kontamination S. 20

4. Schlussbetrachtung: Aktualität der Problematik S. 23

 


1. Der Dichter Terenz

1.1. Das Leben und die Werke des Terenz

Publius Terentius Afer1 war, wie sein Beinamen Afer (Africanus) zeigt, kein Punier, sondern gehörte einer von den Carthagern unterworfenen afrischen Völkerschaft an und war wohl ein Berber. Er war um 195 v. Chr. geboren, wenn man nach der aus Sueton stammenden Vita mit den Handschriften geht.2

Terenz kam zwischen dem 2. und 3. Punischen Krieg als junger Sklave nach Rom in das Haus des Senators Terentius Lucanus. Dieser ließ Terenz sehr sorgfältig erziehen – unter Anderem in hellenistischer Kultur - und schenkte ihm bald die Freiheit. Die Beziehungen mit adeligen Leuten, die Terenz in diesem Haus knüpfte, bewirkten, dass er auch weiterhin in diesen Kreisen Roms verkehrte. Er stand somit in der Gunst der höchsten Familien und fand zudem Zugang zum hochkultivierten Kreis der Scipionen. Zu den adeligen Freunden des Terenz zählten Scipio Africanus der Jüngere, Gaius Laelius und Lucius Furius Philus. Vom dichterischen Schaffen des Terenz ist uns Folgendes bekannt: Terenz entwickelte sich zu einem Komödiendichter, blieb aber dem eigentlichen Dichterkreis seiner Zeit fern.

Der Dichter litt unter seinem Auftreten sehr, denn er zog sich nur Neid und Hass von gewissen Gegnern zu. So warfen diese ihm vor, dass ihn adelige Freunde beim dramatischen Arbeiten unterstützten, ja sogar ganze Teile seiner Dramen dichteten. Dies würde seine Sprache, die die Sprache der gebildeten und vornehmen Gesellschaft war, beweisen. Ebenso warfen seine Gegner ihm vor, dass er von der griechischen Vorlage abweiche und sogar andere griechische Stücke mit denen des Menander verwebe. Auf diesen Vorwurf werde ich später noch genauer eingehen. In den Jahren 166 v. Chr. bis 160 v. Chr. wurden die sechs Komödien des Terenz aufgeführt. Im Jahre 160 v. Chr. hat er nach der dritten Aufführung der Hecyra, eines seiner Dramen, Rom verlassen und hat sich auf eine Bildungsreise nach Griechenland begeben, wo er dann im Jahre 159 v. Chr. gestorben ist. Die schriftstellerische Richtung der Zeit und die eigene Neigung führten Terenz zur Palliatkomödie.3 Unter Palliatkomödien versteht man griechische Komödien, die ins Lateinische übertragen wurden. 4

Terenz hat folgende Komödien geschrieben: Andria, Hautontimorumenos, Eunuchus, Phormio, Hecyra und Adelphoe. Vor die Öffentlichkeit hat er sich zuerst im Jahre 166 v. Chr. mit der Andria an den ludi Megalenses begeben. Zu den Aufführungen ist zu bemerken, dass diese im alten Rom hauptsächlich seit Livius Andronicus (240 v. Chr.) an den ludi Romani oder an den ludi maximi stattfanden, welche die Ädilen seit dem Jahre 214 v. Chr. an vier aufeina nderfolgenden Tagen im September veranstalteten. Später - um 204 v. Chr. - kamen dann die im April der Magna mater zu Ehren gefeierten ludi Megalenses hinzu. Es schlossen sich schließlich noch die ludi funebres oder ludi funerales an. Auf die Andria folgten die Aufführungen seiner weiteren Stücke in dieser zeitlichen Reihenfolge:

Im Jahre 165 v. Chr.: - Hecyra, an den ludi Megalenses
Im Jahre 163 v. Chr.: - Hautontimorumenos, an den ludi Megalenses
Im Jahre 161 v. Chr.: - Eunuchus, an den ludi Megalenses
                                 - Phormio, an den ludi Romani
Im Jahre 160 v. Chr.: - Hecyra, die zweite missglückte Aufführung, an den ludi funerales des L. Aemilius Paullus
                                  - Adelphoe, an den ludi funerales des L. Aemilius Paullus
                                  - Hecyra, die dritte gelungene Aufführung, sehr wahrscheinlich an den ludi Romani.

Eine dieser Komödien des Terenz, die Adelphoe, möchte ich als Thema meiner wissenschaftlichen Arbeit genauer interpretieren: Ich habe diese Komödie gewählt, da sie das Problem der Erziehung behandelt, das heute noch aktuell ist. Außerdem bietet sich dieses Stück an, um die römische Komödie sowie das Verfahren der Kontamination näher kennenzulernen. Aus den eben genannten Gründen werde ich das Problem der Adelphen, das Wesen der römischen Komödie und die Kontamination als Hauptgedanken in meiner Arbeit ausarbeiten.

2. Die römische Komödie

2.1. Die Entwicklung der römischen Komödie

Die Ursprünge der lateinischen Komödie 5 liegen in der griechischen Komödie. Diese hat sich im engen Zusammenhang mit dem Dionysoskult entwickelt, dessen heitere Seite sie darstellt. Um 500 v. Chr. fand Epicharm mit seinem dem Menschenleben entnommenen gedankenreichen Lustspiel bei den Griechen und Römern große Anerkennung. Die Komödie hat sich dann folgendermaßen entwickelt:

1. Die attische Komödie: Der Hauptvertreter dieser Art von Komödie war Aristophanes (427 – 388 v. Chr.). Andere Dichter dieser Zeit waren Cratinus, Eupolis und Phrynichus.
2. Die neue attische Komödie: Den Hauptvertreter dieser Komödie stellte Menander (342 – 291 v. Chr.) dar, den Goethe für den einzigen Menschen hielt, in dem, „wie der Grieche sagen würde, die Komödie ihre Natur erreicht hat“. 6 Neben Menander sind Philemon, Diphilus aus Sinope und Appollodor aus Carystos als Vertreter der neuen attischen Komödie zu nennen.
3. Die neue Komödie: Es handelt sich hier um die comoedia palliata. Ihren Anfang hatte sie bei Livius Andronicus (ca. 270 – 200 v. Chr.), dem Cn. Naevius (ca. 250 – 200 v. Chr.), Maccius Plautus (250 – 184 v. Chr.), Q. Ennius (239 – 169 v. Chr.), Caecilius Statius (ca. 180 v. Chr.) und schließlich Terentius Afer folgten.

2.2. Die Themen der römischen Komödien

[...]


1 Vgl. Hauler, E.: Ausgewählte Komödien des P. Terentius Afer, Bd. I: Phormio, Leipzig 1913, S. 12 ff.

2 Vgl. Büchner, K.: Das Theater des Terenz, Heidelberg 1974, S. 11.

3 Vgl. Hauler, S. 17.

4 Vgl. Kauer, R.: Ausgewählte Komödien des P. Terentius Afer, Bd. II: Adelphoe, Leipzig 1903, S. 8.

5 Vgl. Hauler, S. 1 ff.

6 Büchner, S. 10.

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/37374/