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Subtitle: Am Beispiel von Erich Kästners „Emil und die Detektive“
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 23 Pages
Author: Lena Langensiepen
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Abenteuer, Berlin, Stadt, Moderne, Erleben
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 2+
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-36762-2
ISBN (Book): 978-3-638-65404-3
File size: 183 KB
Die Arbeit behandelt die Stadt Berlin in den 1920er Jahren aus kindlicher Perspektive am Beispiel von Erich Kästners Emil und die Detektive".
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Abstract
In den 1920er Jahren – der Zeit der Weimarer Republik – unterlagen das Stadtbild sowie die Bevölkerung Berlins einem Wandel, der vor allem von der fortschreitenden Technik geprägt war und sich in einer allgemeinen Schnelllebigkeit äußerte. Die Großstadt stellte einen neuen Lebensraum für den Menschen dar, in dem er nicht länger das Individuum in der traditionellen kleinen Gemeinschaft, wie z. B. im Dorf, sondern ein Teil der modernen Massengesellschaft war. Der Wahl-Berliner Erich Kästner versuchte – wie viele zeitgenössische Berliner Schriftsteller – die neue Stadt und das durch sie verursachte Lebensgefühl festzuhalten und machte sie u. a. zum Thema seines ersten Kinderromans ‚Emil und die Detektive’. Diese Kriminalgeschichte stellte eine Neuerung im Bereich der Kinderliteratur dar, da der Schauplatz der Handlung nicht – wie typischerweise in den bis dahin erschienenen Kinderbüchern – die Natur oder das Dorf war, sondern auf die Straßen der modernen Großstadt verlegt wurde. Die Idylle trat zugunsten der Alltagsrealität in den Hintergrund – daher wird der Roman auch zur Großstadt- oder auch Asphaltliteratur gezählt. Kästner lässt Berlin nicht bloß als austauschbare Stadtkulisse fungieren, sondern bindet es realistisch in das Geschehen ein und macht die Stadt selbst zum Thema, so dass das völlig neue Bild der Metropole unmittelbar erlebbar wird. Berlin zeigt sich anfangs als eine Stadt mit zwei Gesichtern. Aus der Sicht des Kleinstädters und Protagonisten Emil, der zum ersten Mal in diese Stadt kommt, wirkt sie einerseits abschreckend und bedrohlich. Er schafft es nicht den neuen Lebensraum allein zu bewältigen. Andererseits relativiert sich das negative Bild der Stadt im Laufe der Geschichte und schlägt in ein positives Erlebnis um, als Emil die Detektive kennen lernt, die ihn mit der Stadt vertraut machen. Die Gegenüberstellung mit Neustadt, der Heimatstadt Emils, betont erneut die Zukunftsorientierung und Fortschrittlichkeit Berlins. Allerdings wird die Metropole nicht ausschließlich positiver als die Kleinstadt bewertet, sondern als mögliche Alternative für den Lebens- und Handlungsraum von Kindern aufgezeigt. Nicht zuletzt wird deutlich, auf welche Weise sich das Erlebnis Berlins am Ende der zwanziger Jahre in der Kinderliteratur darstellt.
Excerpt (computer-generated)
Abenteuer Berlin.
Die Stadt der Moderne um 1929 im kindlichen Erleben
am Beispiel von Erich Kästners „Emil und die Detektive“
von: Lena Langensiepen
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung ... 3
II Allgemeines ... 4
1. Kurze Biografie Erich Kästners ... 4
2. Überblick: Emil und die Detektive ... 5
III Analyse ... 6
1. Emil und seine ambivalente Einstellung zur Metropole ... 6
1.1 Emils Berlin-Bild vor seiner Ankunft ... 6
1.2 Das reale Erlebnis der fremden Großstadt ... 10
1.3 Berliner Bekanntschaften ... 11
1.4 Fortgang der Handlung: Das neue Verhältnis zur Stadt ... 15
2. Neustadt und Berlin: Zwei gegensätzliche Städte ... 19
IV Schlussbewertung ... 21
Quellenverzeichnis ... 23
I Einleitung
In der Zeit der Weimarer Republik entwickelte sich Berlin zu einer der modernsten Metropolen Europas. Durch den Anschluss zahlreicher umliegenden Städte und Gemeinden, die Erneuerungen im Städtebau und den – schon mit der Industrialisierung eingeleiteten – Fortschritt der Technik wandelte sich das Stadtbild Berlins wie in keiner anderen deutschen Stadt.
Die Großstadt stellte einen neuen Lebensraum für den Menschen dar, in dem er nicht länger als Individuum in der traditionellen kleinen Gemeinschaft, wie z. B. im Dorf, sondern in der modernen Massengesellschaft integriert war.
Diese äußere Urbanisierung stellte die Bedingung einer inneren, die sich in der Anpassung des Bewohners an das Tempo seiner Stadt ausdrückte. Um mit der vom Menschen entwickelten, fortschreitenden Technik, z. B. Telefon, Radio, elektrisches Licht, mithalten zu können, musste er sich selbst ständig auf das neueste technische Niveau begeben. Die Veränderungen waren mit einer Schnelllebigkeit verbunden, die gerade für das Berlin der zwanziger Jahre kennzeichnend war.
Viele zeitgenössische Berliner Schriftsteller versuchten, die neue Stadt und das durch sie verursachte Lebensgefühl festzuhalten und machten sie zum Thema unzähliger Romane, Gedichte, Feuilletons und Bilder.
Einer der bedeutenden Literaten dieser Epoche war der Wahl-Berliner Erich Kästner. Er schrieb anfangs vorwiegend für Erwachsene, bis er im Jahr 1929 mit ‚Emil und die Detektive’ seinen ersten Kinderroman publizierte.
Diese Kriminalgeschichte stellte eine Neuerung im Bereich der Kinderliteratur dar, da der Schauplatz der Handlung nicht – wie typischerweise in den bis dahin erschienenen Kinderbüchern – die Natur oder das Dorf war, sondern auf die Straßen der modernen Großstadt verlegt wurde. Die Idylle trat zugunsten der Alltagsrealität in den Hintergrund – daher wird der Roman auch zur ‚Asphaltliteratur’ gezählt.
Kästner lässt Berlin allerdings nicht lediglich als austauschbare Stadtkulisse fungieren, sondern bindet es realistisch in das Geschehen ein und macht die Stadt selbst zum Thema, so dass das völlig neue Bild der Metropole unmittelbar erlebbar wird.
Die vorliegende Arbeit soll aufzeigen, auf welche Weise sich das Erlebnis Berlins am Ende der zwanziger Jahre in der Kinderliteratur darstellt. Jedoch können die Ergebnisse der Analyse des Beispiels ‚Emil und die Detektive’ nicht verallgemeinernd für die Kinderliteratur der Weimarer Republik betrachtet werden.
II Allgemeines
1. Kurze Biografie Erich Kästners
[...]
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