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Kriegsunternehmer im Dreißigjährigen Krieg - Wallenstein als Kriegsunternehmer

Autor: Stefan Hofmann
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit

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Details

Veranstaltung: Ausgewählte Quellen zur Mentalitäts- und Alltagsgeschichte des Dreißigjährigen Krieges
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Historisches Seminar)
Tags: Kriegsunternehmer, Dreißigjährigen, Krieg, Wallenstein, Kriegsunternehmer, Ausgewählte, Quellen, Mentalitäts-, Alltagsgeschichte, Dreißigjährigen, Krieges
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 17
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 17  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 132 KB
Archivnummer: V37479
ISBN (E-Book): 978-3-638-36807-0
Anmerkungen :
Die Arbeit ist der Versuch einer Typisierung von Kriegsunternehmern in der Frühen Neuzeit mit Blickpunkt auf das Heilige Römische Reich und den Dreißigjährigen Krieg sowie deren Abgrenzung zu anderen Formen von Kriegsunternehmern wie z.B. den italienischen Condottieri. Dieser Typus wird anhand des historischen Beispiels von Albrecht von Wallenstein überprüft, um herauszufinden, ob der Typus zutreffend ist und ob Wallenstein als ein typischer Kriegsunternehmer reichischer Ausprägung zu sehen ist.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Leipzig
Historisches Seminar
3. Semester

Kriegsunternehmer im Dreißigjährigen Krieg –
Wallenstein als Kriegsunternehmer

von: Stefan Hofmann

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung Seite 2

2. Kriegsunternehmer – Versuch einer Typisierung Seite 3

a. Grundlegende Vorraussetzungen für die Herausbildung von Kriegsunternehmern und das allgemeine Prinzip des Kriegsunternehmers Seite 3
b. Begriffliche Eingrenzung – der Typus des deutschen Kriegsunternehmers in der Frühen Neuzeit und im Dreißigjährigen Krieg Seite 5
c. Gründe für den Niedergang des Systems der Kriegsunternehmer Seite 8

3. Wallenstein – ein typischer Kriegsunternehmer? Seite 10

4. Abschließende Betrachtungen Seite 13

Verzeichnis verwendeter Literatur Seite 15


 

1. Einleitung

Während des Dreißigjährigen Krieges gab es in Europa rund 1500 Kriegsunternehmer1. Sie bestimmten im weitesten Sinne das Kriegsgeschehen und Heinrich Lutz bezeichnet sie als „mehr oder weniger selbständige politisch-militärisch-kommerzielle Akteure, die mit ihren sold- und beutegierigen Truppen gleichsam Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Krieges in einem darstellten“2. Diese quasi privatwirtschaftliche Organisation von kriegerischer Arbeitskraft bedeutete durch ihre Begleiterscheinungen wie Plünderungen und Brandschatzung für die Bevölkerung im Dreißigjährigen Krieg großes Leid3. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verschwand jedoch das System der Kriegsunternehmer. Obwohl dieses System den Dreißigjährigen Krieg prägte, findet sich in der deutschsprachigen Forschungsliteratur keine genaue begriffliche Eingrenzung.

Deshalb soll in der vorliegenden Arbeit der Versuch unternommen werden, das System der Kriegsunternehmer in Deutschland und speziell im Dreißigjährigen Krieg herauszuarbeiten. Ausgehend von den grundlegenden Voraussetzungen für die Herausbildung von Kriegsunternehmern soll im ersten Teil der Arbeit zunächst der Versuch einer Typisierung4 von deutschen Kriegsunternehmern in der Frühen Neuzeit und im Dreißigjährigen Krieg unternommen werden. Dies soll eine gewisse Eingrenzung und Anschaulichkeit von Kriegsunternehmern im Reich bieten. Anschließend sollen einige wichtige Gründe für den Niedergang des Systems der Kriegsunternehmer erläutert werden. Im zweiten Teil der Arbeit soll am Beispiel von Albrecht von Wallenstein geklärt werden, in wieweit dieser als historische Person dem herausgearbeiteten Typus entspricht. Dies soll exemplarisch anhand von ausgewählten Kriterien des herausgearbeiteten Typus überprüft werden, um einerseits die Verwendbarkeit dieser Typisierung zu überprüfen und andererseits zu klären, in wieweit die Beschreibungen Wallensteins als „mächtigster Kriegsunternehmer Europas“5 oder aber als „größter der deutschen Kondottieren“6 zutreffen. Die Fragestellung der vorliegenden Arbeit soll also lauten: In welchem Umfang bildete sich in der Frühen Neuzeit und besonders im Dreißigjährigen Krieg ein spezieller Typus des Kriegsunternehmers im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation heraus? In wieweit entsprach Wallenstein diesem speziellen Typus des Kriegsunternehmers? Im Bereich der Typisierung wird einerseits Forschungsliteratur, die Organisation, Probleme und Selbstverständnis innerhalb von Söldnerheeren7 untersucht, um typische Kleinstzusammenhänge aufzuzeigen, andererseits Forschungsliteratur, die lange Kontinuitäten im Blick hat8, um Makrozusammenhänge darzustellen, verwendet werden. Dies soll einen möglichst weiten Interpretationszusammenhang eröffnen, um Kontinuitäten deutlich machen zu können. Zu Wallenstein liegt eine sehr große Menge an Forschungsliteratur9 und Quellen vor. Da in Umfang und Sinnzusammenhang der vorliegenden Arbeit diese Thematik exemplarisch behandelt werden soll, werden in diesem Zusammenhang exemplarische Forschungsliteratur und exemplarische Quellenbeispiele verwendet werden.

2. Kriegsunternehmer – Versuch einer Typisierung

a. Grundlegende Vorraussetzungen für die Herausbildung von Kriegsunternehmern und das allgemeine Prinzip des Kriegsunternehmers

Ab dem 15. Jahrhundert veränderte die „militärische Revolution“10 nicht nur die Kriegsführung und Kriegstechnik, sondern auch die Wirkungen von Krieg auf die Gesellschaft und den Staat11 in grundlegender Art und Weise. Durch die Verbreitung von Schusswaffen und die Herausbildung von Massenheeren wurden die mittelalterlichen Ritter obsolet12 und Kampfestaktiken wurden komplexer13. Dies führte zu einer Verteuerung der Kriegsführung, wobei die einzelnen Staatsgebilde, während sie sich noch nicht endgültig zu modernen Staaten entwickelt hatten, in ständiger Finanznot waren14. Der Adel und der Ritterstand verarmten und litten unter ihrem Bedeutungsverlust15 gegenüber dem Mittelalter, während das Bürgertum im Frühkapitalistischen System an Bedeutung gewann.

[...]


1 Vgl. Parker, Geoffrey: Die militärische Revolution. S. 89.

2 Lutz, Heinrich: Das Ringen um Deutsche Einheit und kirchliche Erneuerung. S.414.

3 Vgl. Ebenda S. 414-415.

4 Zur Methode der Typisierung vgl. Walter, Rolf: Wirtschafts- und Sozialgeschichte. S. 45.

5 Heckel, Martin: Deutschland im konfessionellen Zeitalter. S.168.

6 Schubert, Friedrich Hermann: Wallenstein und der Staat des 17. Jahrhunderts. S. 597.

7 Hierbei ist besonders zu beachten: Baumann, Reinhard: Landsknechte.

8 Hierbei ist besonders zu beachten: Parker, Geoffrey: Die militärische Revolution.

9 Einen Überblick über die Forschung bieten Poli(?)enský und Kollmann in der Einleitung zu ihrer Wallenstein Monographie (vgl. Poli(?)enský, Josef/ Kollmann, Josef: Wallenstein. S. 1-15.).

10 Vgl. Parker, Geoffrey: Die militärische Revolution. S. 19.

11 Vgl. Ebenda S. 19-20.

12 Vgl. Ebenda S. 19-20.

13 Vgl. Ebenda S. 20.

14 Vgl. Schubert, Friedrich Hermann: Wallenstein und der Staat des 17. Jahrhunderts. S. 601. sowie Ritter, Moriz: Das Kontributionssystem Wallensteins. S. 193.

15 Vgl. Baumann, Reinhard: Landsknechte. S. 172.

Kommentare

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