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Autor: Anke Hetzel
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Institution/Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Neuere Deutsche Literatur)
Tags: Böll, Medien
Jahr: 2001
Seiten: 25
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 242 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-12336-5
Textauszug (computergeneriert)
Heinrich Böll:
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Anke Hetzel
1 Einleitung 2
2 Der Autor 2
2.1 Heinrich Böll 2
2.2 Gründe für die Entstehung der Erzählung 3
3 Massenmedien 4
3.1 Definition 4
3.2 Verwendung früher und heute 5
4 Inhalt 6
4.1 Inhaltsangabe 6
4.2 Die Personen 6
4.3 Titel, Untertitel und Motto 7
4.4 Der Aufbau der Kriminalerzählung 8
5 Sprachliche Mittel des Erzählers 9
5.1 Erzählerhaltung 9
5.2 Namensgebung mit Symbolgehalt 10
5.3 Ironie, Sarkasmus, Satire 11
5.4 Umgangssprache und vulgäre Redewendungen 12
6 Sprachliche Mittel der ZEITUNG 13
6.1 Reaktion auf den Mord 13
6.2 Überschriften 13
6.3 Vom Verdacht zur Tatsache, Verdrehung von Aussagen 14
6.4 Die Sprache der ZEITUNG 16
6.5 Zusammenfassung: Beziehung zwischen Erzähler und ZEITUNG 16
7 Die Ehre der Katharina Blum 17
7.1 ,Ehre` - Versuch einer Definition 17
7.2 Katharinas Ehre 17
8 Die verlorene Ehre der Katharina Blum - Fiktion oder Wirklichkeit? 19
8.1 Gründe für den Bezug zur Realität 19
9 Die ZEITUNG und BILD - ein Vergleich 20
9.1.1 Parallelen in Sprache und Gestaltung und deren Wirkung 20
9.1.2 BILD vom 18. 12.1999 - ein konkretes Beispiel 21
9.2 Reaktion der BILD auf die Erzählung 21
10 Zusammenfassung: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann 22
11 Schluss 23
12 Quellenverzeichnis 24
1 Einleitung
Massenmedien - eine vierte oder viertklassige Macht? Die Aktualität dieses Themas scheint ungebrochen. Mehr denn je wird unsere Gesellschaft von den Medien beeinflusst, wir wachsen mit ihnen auf und lernen, ihnen zu glauben. Allerdings wird es immer wichtiger, hinter die Kulissen zu blicken und die Dinge zu hinterfragen, denn die Zeiten haben sich geändert und die Hauptaufgabe der Massenmedien scheint nicht länger die der Information zu sein, sondern viel mehr dienen sie der politischen Einflussnahme und Unterhaltung.
Mit eben diesen Veränderungen setzt sich Heinrich Böll in seiner Erzählung ,,Die verlorene Ehre der Katharina Blum" sehr kritisch auseinander und ermöglicht dem Leser jenen Blick hinter die Kulissen, der dem normalen Publikum sonst oft verwehrt bleibt.
Da ich der Meinung bin, dass dieses Thema heute mindestens genauso aktuell ist wie 1974, als Bölls Erzählung erstmalig veröffentlicht wurde, habe ich mich zu einer Auseinandersetzung mit ihr und den Massenmedien im Allgemeinen entschieden.
2 Der Autor
2.1 Heinrich Böll
Heinrich Böll wurde am 21. Dezember 1917 als dritter Sohn von Viktor und Maria Böll in Köln geboren. Nach dem Abitur absolvierte er eine Lehre als Buchhändler, bevor er 1939 als Soldat eingezogen wurde. 1945 kehrte er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück und studierte in Köln Germanistik und klassische Philologie. Ab 1951 war er als freier Schriftsteller tätig. Er schrieb viele Kurzgeschichten, Hörspiele, Erzählungen und Romane, in denen er die Schicksale und Nöte der kleinbürgerlichen Welt in der Kriegs- und Nachkriegszeit darstellte. Außerdem setzte er sich kritisch mit Themen wie ,,Wirtschaftswunder BRD" und der katholischen Kirche auseinander. Die Helden seiner Werke sind Soldaten, Durchschnittsmenschen und Opfer der Gesellschaft.
1972 erhielt Heinrich Böll in Stockholm den Nobelpreis für Literatur, ,,weil er eine Erneuerung der deutschen literarischen Tradition symbolisiere." 1 Aufgrund seiner Werke und politischen Stellungnahmen galt er als ,,Gewissen der Nation" und genoss im Ausland zum Teil einen besseren Ruf als in seiner Heimat.
Seine wichtigsten Werke sind:
Wo warst du Adam? (1951)
Irisches Tagebuch (1957)
Billard um halbzehn (1959)
Ansichten eines Clowns (1963)
Gruppenbild mit Dame (1971)
Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1974)
Frauen vor Flußlandschaft (1985)
Heinrich Böll starb am 16. Juli 1985 an den Folgen einer Gefäßerkrankung, in Köln wurde halbmast geflaggt. Noch heute gilt Böll als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit.
2.2 Gründe für die Entstehung der Erzählung
Der Erzählung ,,Die verlorene Ehre der Katharina Blum" liegt eine wahre Begebenheit zugrunde, die zum besseren Verständnis im Voraus erzählt werden sollte.
Am 23.12.1971 stand in der ,Bild`-Zeitung zu einem Bericht über einen Bankraub in Kaiserslautern die Schlagzeile ,,Baader-Meinhof-Bande mordet weiter", obwohl die Beteiligung von Ulrike Meinhof, Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Holger Meins oder Jan Raspe nicht erwiesen war. Damit wurde eine der wichtigsten Regeln eines Rechtsstaates verletzt: jeder Verdächtige gilt als unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist. Diese Tatsache nahm Böll zum Anlass, sich am 10. Januar 1972 in einem Artikel im ,,Spiegel" dazu zu äußern. Er verstand den ,Bild`-Bericht als Lynchjustiz und Verhetzung und wies darauf hin, dass Millionen Leser, für die diese Zeitung die einzige Informationsquelle sei, mit verfälschten Informationen versorgt würden. Außerdem griff er den Springer-Verlag direkt an, indem er sagte: ,,Ich kann nicht begreifen, daß irgendein Politiker einem solchen Blatt noch ein Interview gibt." 2
[...]
1 Hoffmann, Gabriele: Heinrich Böll - Leben und Werk. Wilhelm Heyne Verlag München, 1991, S.22
2 Böll, Heinrich: Essayistische Schriften und Reden 2. S. 545
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