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Marieluise Fleißer: Fassungsvergleich der - Pioniere in Ingolstadt -

Hausarbeit, 2001, 19 Seiten
Autor: Anke Hetzel
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Veranstaltung: GK A/B
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Neuere Deutsche Literatur)
Tags: Fleißer, Pioniere, Ingolstadt
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2001
Seiten: 19
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V3780
ISBN (E-Book): 978-3-638-12337-2

Dateigröße: 188 KB


Textauszug (computergeneriert)

Marieluise Fleißer: Fassungsvergleich der - Pioniere in Ingolstadt 

von Anke Hetzel

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3
1.1 Ziele dieser Arbeit 3
1.2 Kurze Inhaltsangabe des Dramas 3

2 Die Entstehung des Dramas - erste Fassung von 1928 5

3 Die zweite Fassung von 1929 6

4 Die dritte Fassung von 1968 7
4.1 Gründe für die Entstehung 7
4.2 Prinzipielle Änderungen 8

5 Vergleich der zweiten und dritten Fassung 9
5.1 Prinpzipielle Gemeinsamkeiten 9
5.2 Formale Änderungen 10
5.3 Das Hierarchiemotiv 11
5.4 Verhältnis zwischen Zivilisten und Militär 13
5.5 Fazit des Vergleichs 16

6 Schluss 17

7 Literaturverzeichnis 19

 

1 Einleitung

1.1 Ziele dieser Arbeit
Immer wieder ist in der Sekundärliteratur zu Marieluise Fleißers Stück "Pioniere in Ingolstadt" von einer "Auftragsarbeit für Brecht" die Rede. Woran liegt das? Tatsächlich ist nachgewiesen, dass er maßgeblich an der Entstehung des Stückes beteiligt war, über das Ausmaß seiner Mitarbeit gibt es jedoch unterschiedliche Auffassungen.
In dieser Arbeit möchte ich zum einen der Frage nachgehen, wie groß der Einfluss Bertolt Brechts war. Hat er nur inspiriert, hat er gelenkt, hat er selbst geschrieben? Und war Marieluise Fleißer von dieser Mitarbeit angetan oder fühlte sie sich bevormundet? Ich hoffe, während meiner Arbeit schlüssige Antworten zu finden.
Da von dem Stück drei Fassungen existieren, werde ich des Weiteren einen Vergleich einiger ausgewählter Motiv- und Strukturänderungen vornehmen. Allerdings befindet sich die 1928 entstandene Urfassung lediglich als Typoskript im Nachlass der Fleißer und ist mir daher unbekannt. Deshalb werde ich mich diesbezüglich auf eine kurze Zusammenfassung der Informationen aus der Sekundärliteratur beschränken. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf der zweiten Fassung von 1929 und der dritten von 1968, die ich im Hauptteil mit einander vergleichen werde.
Meine Erwartungen für diese Arbeit liegen also vor allem darin, einen möglichst detaillierten Überblick über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden veröffentlichten Fassungen der "Pioniere in Ingolstadt" zu geben, wobei mir bewusst ist, dass dies nicht erschöpfend geschehen kann, und schließlich auch die Verbindungen zu Brecht weitestgehend darzulegen.

1.2 Kurze Inhaltsangabe des Dramas
In allen drei Fassungen steht die Beziehung zwischen den in Ingolstadt stationierten Pionieren und der einheimischen Bevölkerung im Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Hausmädchen Berta, die mit ihren Liebeserwartungen auf den völlig anders eingestellten Pionier Karl prallt, gelegt. Beide stehen exemplarisch für ihren "Stand" und repräsentieren die unterschiedlichen Hierarchien, in denen sie sich zurechtfinden müssen.
Überhaupt sind Machtverhältnisse, neben der Liebe, ein wichtiges Thema des Dramas. Berta steht auf der untersten Stufe der Bürgerlichen, Karl auf der untersten des Militärs, gleichzeitig aber durch seine Männlichkeit über Berta. Auch das typische Motiv des nach unten Tretens spielt eine große Rolle, sowohl bei den Zivilisten als auch beim Militär.
Am Ende des Stückes lassen die Pioniere verstörte, entjungferte und geschwängerte Mädchen und eine veränderte Bevölkerung zurück und ziehen in die nächste Stadt, eine Änderung ihrer Einstellungen ist nicht in Sicht.

2 Die Entstehung des Dramas - erste Fassung von 1928
Die Thematik des Dramas beruht auf einer tatsächlichen Stationierung einiger Pioniere in Ingolstadt. Marieluise Fleißer empfand diese als "Invasion" und erzählte Brecht davon. Dieser wies sie daraufhin an, ein Stück über "eine solche militärische Invasion in einer kleinen Stadt mit deren Auswirkungen auf die Bevölkerung" zu schreiben. Auch gab er genauere Instruktionen für Aufbau und Charaktere des Stückes:
"Das Stück muss keine richtige Handlung haben, es muss zusammengebastelt sein, wie gewisse Autos [...]. Es muss ein Vater und ein Sohn hinein, es muss ein Dienstmädchen hinein, [...]. Die Soldaten müssen mit den Dienstmädchen spazieren gehen, ein Feldwebel muss sie schikanieren."

[...]


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