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Details

Veranstaltung: Der junge Goethe
Institution/Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Philosophische Fakultät)
Tags: Goethe, Sturm und Drang
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 22
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 180 KB
Archivnummer: V3792
ISBN (E-Book): 978-3-638-12344-0

Textauszug (computergeneriert)

Der Sturm und Drang - Ideale und Umsetzung

von Tanja Kemmerling

Inhalt

1. Einleitung 4

2. Zum Epochenbegriff 5

3. Ideale des Sturm und Drang 7

4. Die Umsetzung der Ideale in den verschiedenen Gattungen 12

4.1. Drama 13
4.2. Epik 14
4.3. Lyrik 15

5. Darstellung der Ideale in Goethes Prometheus 15

6. Kommentar 19

7. Quellen 20

1. Einleitung

Diese Hausarbeit befaßt sich mit der Epoche des Sturm und Drang. Im ersten Teil werde ich verschiedene Aspekte der Epoche darstellen, wie z.B. die Schwierigkeit, den Sturm und Drang als eigenständige Epoche einzugrenzen. Weiter werde ich Einflüsse auf die deutsche Sturm und Drang-Bewegung aufzeigen und die bekanntesten Vertreter der Epoche vorstellen.

Der zweite Teil meiner Arbeit wird sich mit den Idealen des Sturm und Drang auseinandersetzen. Um einen Bezug zu den literarischen Gattungen herzustellen, werde ich die Verwirklichung der Ideale im Drama, in der Epik und in der Lyrik erläutern. Da ich diese Hausarbeit im Rahmen des TPS Der "junge Goethe" verfasse, werde ich mich in Literaturbeispielen überwiegend auf Werke Goethes beziehen.

Im dritten und letzten Teil meiner Hausarbeit soll Goethes Prometheus-Ode als Beispiel für die Umsetzung der Ideale des Sturm und Drang dienen. Ich werde allerdings keine Interpretation anstreben, da dies den Rahmen meiner Hausarbeit sprengen würde. Ich möchte lediglich aufzeigen, wo der "programmatische" Bezug zum Sturm und Drang in dieser Ode erkennbar ist.

Aufgrund des begrenzten Umfangs, der mir für diese Hausarbeit vorgegeben ist, muß ich darauf verzichten, einige Theorien detailliert auszuführen. Auf die Schriften Hamanns, religiöse Einflüsse, den Pietismus, als auch auf den Spinozismus kann ich daher nicht eingehen. Was den Pantheismus anbelangt, wird dieser im Zusammenhang mit dem Naturbegriff erwähnt.

2. Zum Epochenbegriff

Strebt man eine Nennung konkreter Jahreszahlen an, erreicht man bereits die erste Hürde einer eher verschwommenen Epoche. Gehört der Sturm und Drang noch zur Aufklärung und ist demnach unter diese Epoche zu fassen oder zählt man ihn schon zur Klassik? Ist er vielleicht eine Übergangsperiode zwischen der verstandesgeleiteten Aufklärung und der Klassik als Vermischung der Vernunft und des Gefühls? Kann man mit dieser Verbundenheit zur vorhergegangenen und zur "zielorientierten" Epoche den Sturm und Drang überhaupt als Epoche abgrenzen oder redet man hier besser von einem extremen Zwischenstadium des Gefühls, das auf eine rein rational denkende Zeit folgen mußte?
Der Hang zur Leidenschaft und des Gefühlsüberschwangs mußte sich erst einmal ausleben, um dann in der Klassik abzuebben und eine gesunde Mischung aus Verstand und Gefühl zuzulassen.1 Einige Ideale der Klassik wurden vorbereitet, wie z.B. die Hinwendung zur Antike mit neuer Betrachtungsweise. Galt die Antike in der Aufklärung noch als nachahmenswert, schuf man nun eine neue Sichtweise z.B. in der Neuschöpfung der antiken Ideale.2
Doch kommen wir wieder zum zeitlichen Umfang der Epoche: Die allgemeine Literaturaufassung nennt die Jahreszahlen 1770 - 1784 und führt als Begründung Goethes Begegnung mit Herder in Straßburg als Beginn und Schillers Tragödie Kabale und Liebe als Ende der Epoche an.3
In Herder und Goethe findet man zwei wichtige Vertreter, aber die Ideale keimten schon früher und können nicht nur an einer Begegnung festgemacht werden. Herders Schriften Fragmente über die neuere deutsche Literatur (1766/67) und Auch eine Philosophie zur Bildung der Menschheit (1744) sind bereits als Theorien des Sturm und Drang einzuordnen.
Herders Historismus gemäß entwickelt sich eine Epoche aus der vorhergehenden. Wenn eine Epoche in einer Art Wellenbewegung die vorhergehende ablöst und in die folgende fließen muß, so kann man schwerlich einen Anfang und ein Ende ausmachen. Laut Herder verläuft die Geschichte entsprechend der Vorgänge der Natur.4 Die Geschichte formt sich gleich eines Triebes, dessen Knospe sich herausbildet, in eine Blüte aufspringt, irgendwann verwelkt und abfällt. Bald bildet sich wieder eine neue, eine andere Knospe. Und so schöpft jede Epoche ihre neue Blüte und ist in ihrem Ablauf an die Natur gebunden. Da die Natur nicht in Jahreszahlen einzuteilen ist, kann man eine Epoche nicht genaustens festlegen.
Es erscheint logisch, daß aus einer Zeit der Moral und Vernunft eine starke Orientierung zu Gefühl und Leidenschaft erfolgen mußte.
In der früheren Forschung wurde der Sturm und Drang lediglich als Revolte gegen die Aufklärung verstanden.

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